Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1754 (16.2.1960)
- Date
- 1960-02-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ïl Mari«« 16 de Febrero de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1754 — 7 Das Schmitta-Jahr vor 70 Jahren An zwei Stellen der Thora lesen wir über das Verbot der Bodenbestellung je nach Ablauf von sechs Jahren. Im II. Buch Moses Kap. 23 heisst es: Sechs Jahre besäe dein Land und heimse seinen EVRag', aber aufs siebente ablockere es von dir und lass ihn hingebreitet, dass essen die Dürftigen deines Volkes und ihren Ueberbleib esse das Wild des Felde«.’ Und im III. Buch Kap. 25 wird das Verbot wiederholt: „...aber im siebenden Jahr sei Feier, Feiern dem Land, Feier Ihm, dein Feld säe nicht, deinen Weinberg schneitle nicht, den Wildwuchs deiner Ernte ernte nicht, die Trauben deiner Verweihten herbste nicht, ein Jahr des Feierns sei ee dem Land.” Das Verb, welches im II. B. ch M. das Verbot ausspricht, lautet tisehmetenah, zu Deutsch etwa loslassen, lockermachen, oder nach Bu' ber-Rosenzweig ablockern. Das von dem Verb Schämet abgeleitete Substantiv Schmitta ist jenes Wort, das vor Beginn dieses Jahres Stichwort zu lebhaften Auseinandersetzungen gewesen ist. Denn es ist ein Sehmittajahr, und der Jischuw sah sich vor die Frage gestellt, ob das Verbot befolgt werden müsse. Die rabbinischen Autoritäten, die sich sehr wohl der verhängnisvollen einer allgemeinen Brache bewusst waren, gaben den Bauern durch einen „Heter” die Möglichkeit, die Landarbeit fortzusetzen. Sie lernten — wie man im Jargon sagte — einen Heter. Sprachlich gesehen ist heter eine Hif'ilform von nator deren Passiv mutar — es ist erlaubt, viel gebrauch* wird. Mutar il lehikaness? — Darf ich eintreten? Das Heterlernen geschah so, wie es ähnlich bei dem Chomezverkauf üblich ist, durch Uebereignung; hier der Böden an einen Nichtjuden, als dessen Arbeiter dann die eigentlichen Besitzer sie auch weiterhin bestellen konnten. Nicht alle Landwirte haben diese Art der Dispensation von der Befolgung des Verbots akzeptiert; sie ervon Dr. S. BRAUN blickten in der fiktiven Uebertragung ihres Landbesitzes an einen Nichtjuden eine unmoralische Handlung. Es waren jetzt 70 Jahre! her, seitdem der Jischuw j zum ersten Mal in der | Schmittafrage zu entschei- I den hatte. Er brach ein hefj tiger Streit aus, und zuweii len schien es, als ob das; eben erst begonnene Auf- ¡bauwerk dem Untergang ge- | weiht sei. Es gab Siedler, | welche dem Brachejahr mit , Genugtuung enlgegensahen. I War doch nach vielen Jahrj hunderten endlich einmal | wieder die Gelegenheit gsi geben, ein Verbot der Tho- ) ra zu befolgen. Ihnen gegen-; über standen Bauern, die I trotz ihrer traditionsgebuni denen Lebensweise schwere Bedenken hegten, die Landarbeit für ein ganzes Jahr einzustellen und damit den Ruin herbeiz-uführen. Der Uebung in den ehemaligen Wohnländern entsprechend sollte eine Entscheidung für oder gegen den Spruch eij nes anerkannten Talmudgei lehrten herbeigeführt wer- I den. Als solcher galt wgijhin | Raw Mohilewer, einer der führenden Gestalten in der Chibat Zion-Bewegung und Mitbegründer de« Misraehi. Da die meisten Kolonien vom Baron Edmond de Rothschild erhalten oder unterstützt wurden, und da Raw Mohilewer Entscheidendes dazu beigetragen hatte, den Baron für den Jischuw zu gewinnen, so werde — das war die Ueberzeugung der Siedler — sein Wort doppeltes Gewicht haben. Der kluge Gelehrte und Zionsfreund sah klar die Gefahren für den Fortbestand des jungen Siedlungswerkes, wenn die Arbeit eingestellt würde. Er suchte gewissenhaft nach einem Ausweg aus der misslichen Lage und entschloss sich am Ende, durch einen Heter die Arbeit zu gestatten. Freilich mit zwei 'einschränkenden Klauseln: Der Heter gilt nur für dies eine Schmittajahr; er darf erst nach Billigung durch den Raw Jizehak Elchanan Spektor (mehr Am 23. Februar 1960 feiert Frau * FANNY MEIER geh. LEVI (früher Mannheim) ihren 85. GEBURTSTAG Empfang am 23. Februar 1960 von 17 bis 19 Uhr in den Räumen der Arcos 2319 ......rri-vjmrjwüwiivuwinjTjvinrLrLrirLi-i-rL WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Donnerstag, den 10. März Sonntag, den 13. März Montag, den U. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13. Aprü Montag, den 18. April Dienstag, den 18. Aprü Montag, den 2. Mai Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mal Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1, August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Fasten Ester Purim Erew Pessa ch 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstag Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tisch* b’Aw Erew Rösch Huchana 5Ttl als 3 Jahrzehnte Raw in Kowno, unbestrittene A utorität in halaehischen Frar gen) wirksam werden. Als die aschkenasischen Rabbanim in Jerusalem Kenntnis von den Vorgän- ■ gen erhielten, gerieten sie in Zorn, weil man sie nicht um ihre Meinung gefragt hatte. Da sie grundsätzlich Gegner jedweder kolonisatorischen Arbeit waren, begannen sie einen heftigen Kampf gegen die beiden Gelehrten, und sie versuchten, namentlich den Raw Jizchak Elchanan unter Druck zu setzen dass er nicht seine Einwilligung zur Forsetzung der Arbeit gebe. Der friedliebende Raw wurde indes durch die Intervention des Barons zu einer Entscheidung genötigt. Obgleich ihm Auseinandersetzungen mit den Jerusale- * nver Rabbonim höchst uner- ¡-wünscht waren, glaubte er j es nicht verantworten zu können, dass die zarte Pflan- | ze des eben erst begonnenen | Aufbauwerkes verwelken I solle. So erteilte er seine Zu- * Stimmung zum Heter und machte dem Baron eine entsprechende Mitteilung. Rothschild liess darauf durch seine Administration die Siedler anweisen, die Arbeit wie gewohnt fortzusetzen, und dem Führer der Chowewe Zion Dr. Leon Pinsker mitteilen, niemand werde weiterhin unterstützt werden, der nicht 9ein Feld bestelle. Der Kampf zwischen den Befürwortern des Heter und seinen Gegnern trieb seinem Höehpunkt zö. Die sefardischen Rabbonim stellten sich auf die Seite derer um Mohilewer und Spektor. Indes richtete der fanatischste unter den aschkenasischen Rabbonim in Jerusalem Raw Disk in, ein Schreiben an den Baron, worin er erklärte, die Fortsetzung der Arbeit in einem Schmittajahr verstosse gegen die Vorschriften der Tora. Den Siedlern, die das Brachejahr beachten wollten, versprach er geldliche Unterstützung. Die altfrommen Bauern zu Petach Tikwa, aber auch eine Anzahl der als nicht sonderlich rechtgläubig geltenden Gederaner folgten Diskins Aufforderung. Sie glaubten, durch die Arbeitseinstellung dem verhassten System der Administration einen Schlag Versetzen zu können. Wenn auch in allen Kolonien ein Teil des Bodens weiterhin bestellt wurde, so konnte doch der Zank und Streit nicht ohne ernste Folgen bleiben. Das erkannten auch die Männer des Odessaer Comites und an ihrer Spitze Pinsker. Deshalb drohte er in einem Schreiben, kein Bauer werde weiterhin unterstützt werden, der nicht entsprechend dem Heter die Feldarbeit fortset-' ze. Diese Drohung war besonders an die Gederaner gerichtet, denn ihre Kolonie I war ein Schöpfung der Chowewe Zion, Der Schriftsteller und Askan Jechiel Michel Pines, einer der Biluim, der sich in besonders warmherziger Weise dieser Siedlung annahm, wurde aus einem Befürworter des Heter am Ende ein entschiedener Gegner. Das verschärfte die Situation. Auch die Presse im Lande und iu der Diaspora beteiligte sich in heftigen Polemiken für und wider an dem Kampf. Er blieb — von Religionswegen geführt — unentschieden. Dagegen ebbte er, soweit die realen Konsequenzen in Betracht kamen, allmählich ab. Die Gederaner waren die ersten, die die Arbeit wieder aufnahmen. Ihnen folgten nach und nach auch die Bauern der übrigen Kolonien. Zu Beginn des Jahres 1889 waren die Waffen zur Seite gestellt, die Kampfrufe verstummt, und nur im Gedächtnis der Menschen, die von den Wogen des Streites mehr oder weniger heftig berührt worden waren, lebte die Erinnerung an das erste Schmittajahr kn neu werdenden Land fort. CHAIL INFORMIERT Das Direktorium der kannt, dass die CHAIL Ak- CHAIL-Gesellschaft und die Theodor Herzl Gesellschaft hatten die Vereine unseres Sprachsekt.ors zu einer Besprechung eingeladen, die am 30. Februar in den Räumen der ACIBA stattfand, und an der Vertreter der folgenden Organisationen teilnahmen: Achduth Jisroel, ACIBA, Bne Brith, Campaña Unida, Culto Israelita de Belgrano, Nueva Comunidad Israelita und Theodor Herzl- Gesellscbaft. Weitere Vereine haben wissen lassen, dass ihnen die Einladung erst am Sitzungstage. durch die Post zugestellt wurde, sodass die Entsendung von Vertretern nicht mehr möglich war. Herr Dr. Atwanam Mibashan erläuterte den Sinn und die Bedeutung der Teilnahme privaten Kapitals am Aufbau Israels, die im Falle von CHAIL mit zum Teil recht hohen Gewinnchancen verbunden ist. Der Präsident der CHAIL, Herr Abraham Sliapnie, und die Herren Cwik und Falatycki, die ebenfalls der Leitung dieser Gesellschaft angehören, gaben weitere Informationen über den Charakter der CHAIL-Aktion. In der anschliessenden De. batte wurde allgemein anertk>n keine Konkurrenz iiir die Bonds-Aktion sein kam», die ja dem gleichen hohen Zweck dient, sondern asss vielmehr die Umwandl n; der Zinsen in Prämien-G-- winne einen jrusä'zlic r>en Kreis von Darlehengebcrn mobilisieren dürfte. Die Versammlung beschloss, einen engeren Ausschuss zu bilden, in dem möglichst alle Organisationen unseres Sektors vertrt en sein sollen. Dieser Ausscbu-is soll nach Festlegung der Arbeitsweise möglichst b'ti-i mit dem Absatz der Obi g itionen beginnen. Volkszählung Vereinte Nationen. — Israel wird im Jahre 19-L eine Volkszählung durc'- führen, wie Lie Statist •- sehe Kommission der UN für soziale und Wirschafts-Fragen ankündigf. In den letzten Jahren wai Israel eines der zehn Länder, in die diese internationale Organisation Experten entsandte, di? bei der Vorbereiung von Volkszählungen mitarbeiteten. (ITA) ♦ j Israel - Marken I ta «rÖMt«r Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTENMUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN ipteuchM) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN — ERBTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 aaq. CABtLDO |; Campaña Unida pro Israel Handel mit Irland Jerusalem. — Vor einiger Zeit hat Israel einen Handelsvertrag mit Irland abgeschlossen, der einen ausgedehnten Warenaustausch zwischen den beiden Ländern vorsieht. Israel wird Zitrusfrüchte und -Produkte sowie industrielle Halbfertigwaren gegen irische Wolle, Fleisch und eine Reihe von landwirtschaftlichen Produkten liefern. Zunächst ist ein jährlicher Warenaustausch in Höhe von sechs Millionen Dollar geplant. (ITA) m! wwwuwwwmuvwuwwwwvvuuuuwuvwuwwHnw j JEDEN TAG kommen neue Einwanderer nach ISRAEL JEDEN TAG geht das AUFBAUWERK weiter in ISRAEL JEDEN TAG ¡steht die EINHEITSKAMPAGNE im Dienste! ISRAELS Annahmestellen: CAMPAnA UNIDA PRO ISRAELÎ Comité Centroeuropeo SARMIENTO 2376, III T. E. 47-3820 int. 13 und sämtliche an geschlossenen f Gemeinden und Organisationen » .. . .r .i