Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1754 (16.2.1960)
- Date
- 1960-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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s * li? c g 8 »« Um« < ü FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. RUENOS AIRES, MARTES 16 DE FEBRERO DE *960 No. 1754 Et EJEMPLAR« en toda la República jJ m Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? i«j. T. E. 03 . 2613 Mw Gongschlsg und Trornmtjwiibel ziehen einigt Dn»- zend junge Leute in blauen Arteitsanzügen zum Partei- Comite des Metadkombirmts in Sc-bin Tsen-tan. Sie tragen Sperrholzlafeln, aui die mit dem Pinsel lange Aufschriften gemalt wurden. Es ist eine ..Gruppe der frohen Botschaft”. Sie erstattet der Partei Bericht über die Geschenke, die die Arbeiter dem Staat zu seinem zehnten Geburtstag machen. Hier besteht das Geschenk aus der um ein Drittel erhöhten Stahlproduktion. Die „frohe Botschaft” aus Schanghai lautet: ,,150.000 Tonnen Stahl Uber den Plan”. Und die Stadt Bao-tou kann die Fertigstellung eines Hochofens melden, der laut Plan erst im nächsten Jahr an geh lasen werden sollte. „Latu Plan” ist allerdings etwas ungenau ausgedrückt. Denn erst vor wenigen Woehen hat die chinesische Parteiführung notgedrungen die kühnen Produktionspläne. die sich die Volksrepublik für des Jahr 1959 gerteilt. hatte, *>ark herabset- *en müssen. Di* Leistungen im ersten Halbjahr blieben weit hinter den gehegten Erwartungen zurück. Statt der ■vorgesehenen 18 Millionen Tonnen Stahl und 23 Millioi- «en Tonnen Roheisen soll China nun in diesem Jahr nur 12 Millionen Tonnen Stahl und 19 Millionen Tonnen Roheisen produzieren. Die Siegesmeldungen von der Stahlfront, die am 1. Oktober anlässlich des Gründungstages der Volksrepublik in Peking ertönten, klangen daher etwas gedämpft. Im vorigen Jahr des ,.grossen Sprungs nach vorn” ist in China buchstäblich alles in die grosse Schlacht um den Stahl einbezogen worden. Er wurde nicht nur in den neuen modernen Hochöfen gewonnen. „Verlässt srnrn Peking, um in beliebiger Richtung ins Land hinouszufabren”, so berichtet «in China-Reisender, „dann sieht man schachbrettartig Israels Luftwaffe Tel Aviv. — Die israelische Luftwaffe muss mit den letzten Errungenschaften der Flugzeugtechnik Schritt halten, wenn sie ihre qualitative Überlegenheit über die arabischen Luftstreitkräfte beibehalten will. Dies erklärte Brigadier Ezer Weizmann, der Kommandant der israelischen Flugwaffe, vor der Konvention des nationalen Verbandes für das Flugwesen. Gleichzeitig teilte Transportmini'-ter Ben Abaron mit, dass die staatliche Fiuggest'lLchaft EL AL im Jahr«' 1.961 den Dienst mit völl’g neuen A.t> paraten versehen wird >TTA)! über die ganze Landschaft verteilt runot oder längliche Gebäude, Oie an Sandburgen erinnern, wie sie Kinder am Meeresstrand bauen. Hin und wieder entfährt ihnen gieller Feuerschein, der weit durch die Nacht leuchtet. Es sind kleine und kleinste Hochöfen, in denen die chinesischen Bauern Eisen und Stahl gewissermassen handwerklich erzeugen...” Man kann darüber lächeln, aber ein beträchtlicher Teil der vorjährigen chinesischen Stahlproduktion — mehr als in manchem europäischen Industrieland. — wurde in diesen primitiven Oefen hergestellt. Nur so konnte die Stahlerzeugung, die in China noch 1952 1,3 Millionen Tonnen betrug und 1957 nur auf etwas über 4 Millionen Tonnen gestiegen war, 1958 auf 11,08 Millionen Tonnen emporschnellen. Dass es nicht in demselben Tempo weitergeben kann, ist nicht verwunderlich. Die Technik muss erst nacbkommen. Ehe die Technik nachkommt, soll i'ch das chinesische Wunder nur durch die Summierung oer einfachen menschlichen Arbeitskraft vollziehen, von der China so viel besitzt. Man bekommt eine Vorstellung davon, wenn man an die schier endlosen Ketten von Menschen depkt, die bei der Regulierung der chinesischen Flüsse und Ströme eingesetzt wurden. An primitiven Holztragen schleppen sie Körbe voll Sand und Geröll. Sie sind meist barfuss, ihre Kleider sind armselig und ihre Körper alles andere als kraftstrotzend. Man wundert, sich, woher sie die Kraft nehmen zu ihrer unermüdlichen Tätigkeit, denn der Arbeitstag dauert 13 Stunden, und die Nahrung, die am Arbeitsplatz gereicht wird, ist nicht üppig. Der Bau der Talsperre und Staudämme, an denen die Menschen beschäftigt sind, soll erst die Voraussetzung für eine stabile Erhöhung des Emteertrags und damit auch des Lebensstandards der Bevölkerung schaffen. Die Partei will nicht warten, bis Chinas Fabriken genügend technische Hilfsmittel für die so dringend notwendigen Kanalbauten und Flussregulierungen produziert haben, die die Landwirtschaft vor den periodischen Dürren und ebenso periodischen Ueberschwemmungen erlösen sollen. Und so baut man im 650-Milüonen-Reich China zu einem Zeitpunkt, da auf den Bauplätzen nicht nur der westlichen Welt, sondern auch Sibiriens der Kran, der Raupenschlepper und die Betonmischmaschine zur Selbstverständlichkeit geworden 6ind, seine Grossbauten vorwiegend mit Tragen und Körben. Wie vor Jahrtausenden erweist sich dort heute noch der geduldige Fleiss des chinesischen Bauern, der auf seinem Bücke« alle Lasten der Welt fortbewegen kann, als billig und vorteilhaft. Diese Ueberzeugung mag Mao Tse-tung beim Bau des grossen Stausees im Tal der Ming - Dynastie gekommen sein. Vierhunderttausend Freiwillige — darunter all* Mitglieder der Regierung, der Parteiführung und Mao Tse-tung selbst — haben an diesem Bau 30 Kilometernördlich von Peking’ mitgewirkt. In 160 Tagen wurden dort 1.810.000 Kubikmeter Erde, Sand und Steine auf traditionell - chinesische Kuliart, das heisst mit Menschenkraft, in Körben fortbewegt Das Resultat ist ein Staudamm von 627 Meter Länge und 1,5 Kilometer Breite. Peking wird nun nicht mehr das Opfer von Frühjahrs - Ueberschwemmungen sein und das Bewässerungssystem, das der Stausee speist, kann 20.000 Hektar Land in fruchtbaren Akkerboden verwandeln. Der künstlich« See im Ming-Tal wurde zum Symbol; jedermann in China kennt seine Entstehung. Die „Linie der Massen”, die Mao Tse-tung kurz zuvor verkündet hatte, bestand beim Bau im Ming-Tal die Probe aufs Exempel. Voraussetzung finden Erfolg solcher Projekte ist allerdings eine bis ins letzte funktionierende Ar. beitsorganisierung und — absolute Macht der Partei. China hat in den letzten zahn Jahten erfahren, wie diese Macht ihr Gesicfit verändern kann. Das Ende, das die kommunistische Befreiungsarmee mit ihrem Sieg der ewigen Bürgerkriegen in China setzte, hat den Anfang zu einer unwahrscheinlich schnellen Umgestaltung des Riesenreiches gebildet. Der Motor dieser Umgestaltung ist die um Mao geleitete Partei. In der ersten Zeit hat sie die Zustimmung eines überwiegenden Teils der Bevölkerung genossen. Zum ersten Male wurde die Verwaltung des Landes zentralisiert, der Terror der Banden wur de gebrochen, eine einheitliche feste Währung eingeführt, der Gesetzlosigkeit ein Ende gesetzt. Die Bodenre¬ Keine Gnade für Nazis Den Haag. — Alle Parteien im holländischen Senat forderten vom Justizminister Dranton Beerman, die vier deutschen Kriegsverbrecher, die in Breda in Haft sitzen und für den Tod von 100.000 holländisch«! Juden während des zweiten Weltkrieges verantwortlich sind, nicht zu begnadi.- gen. Die Todesstrafen für die vier Mörder waren schon in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt worden. (ITA) form, die die Kommunisten veikündeten, machte Millionen von armselig dabinvegetierenden Pächtern zu Besitzern ihrer kleinen Felder. Mit der Landreform hatte Mao Tse-tung die Bauern so. fort auf seiner Seite. Er gewann auch grosse Teile der Intelligenz, die schon lange eine Modernisierung des chinesischen Staatswesens angestrebt batte und sich sowohl für die nationale Unabhängigkeit, die die Kommunisten proklamierten, begeisterten, wie für die grossen Volksbildungspläne, die sie iii Angriffnabmen. Schliesslich hatte Mao in der ersten Zeit sogar viele der mittleren und kleinen chinesischen Fabrikbesitzer und Kaufleute auf »einer Seite, denn man enteignet« sie nich1 gleich. „Die Arbeiter nennen Liu Sna-in .Genosse Exkapitalist’, berichtete ein polnischer Journalist von einem selchen ehemaligen Fabrikbesitzer. „In der ersten Zeit nach der Befreiung durfte er seinen Betrieb ganz behalten: das bat die schnelle Wiederaufnahme der Produktion gefordert- und ihr eine fachmännische Leitung gesichert. Ende 1954 wurde die Fabrik — wie die meisten — in eine staatlich-private Firma verwandelt. Liu San-in blieb als Direktor in seiner Fabrik, aber man stellte ihm einen staatlichen Direktor zur Seite. Ausser seinem Gehalt bekommt der ehemalige Besitzer jährlich fünf Frozent der Summe ausbezahlt, die seine Fabrik wert ist. Liu San-in arbeitet fleissig wie jeder Chinese und ohne Urlaub. Er ist Mitglied der Föderation der Kaufleute und Industriellen von Schanghai und Delegierter des Stadtrais. Aber im Jahre 1963 ist die Abzahlung, die der Staat an ihn leistet, zu Ende; dann gehen alle Betriebe in den alleinigen Besitz des Staates über. Die Uebergangszeit ist dann um.” In der Landwirtschaft ging sie schon früher zu Ende. Schon im Herbst 1965 begann Mao Tse-tung die Einführung der Kolchose zu propagieren. Aber erst als die Kollektivierung in einem Rekordtempo von vier Monaten abgeschlossen war und so gut wie alle Bauern Chinas in landwirtschaftlichen Genossenschaften arbeiteten, erfolgte die zweite chinesische Revolution. Im August 1958 verkündete Mao Tse-tung auf dem Vllt. Parteikongress seine Idee von der Volkskommune, die die unterste Zelle des künftigen kommunistischen Chinas bilden soll. „Wir in der Führung und ich selber wollten langsamer und vorsichtiger vorgehen und erst Erfahrungen sammeln”, hat Mao später entschuldigend erklärt, „aber die Massen haben unsere Auffassung korrigiert. Sie wollen nicht warten.” Es ist schwer daran zu glauben, denn die Volkskommunen-Bewegung, die ganz De Gaulle empfing Dr. Eylan Paris. — Präsident dt Gaulle empfing den neuen israelischen Botschafter in Frankreich, Dr. Walter Eytan. weicher seine Bealaubigungssehrerben überreichte. Bei dieser Gelegenheit gab der Präsident Frankreichs der Hoffnung Ausdr uck, dass die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen seines Landes mir is'-uei auch ir. Zukunft enge imo fit 11ooscbaftliche bleiben mögen. General de Gaulle begrüsste dtn neuen Botschafter Israels in warmen und herzlichen Worien. Er verwies auf das neue Kulturabkommen zwischen beiden Ländern als Beispiel 2ur Verwirklichung einer produktiven Zusammenarbeit. Er versicherte Dr. Eytan, er kenne seine Verdienste als Generaldirektor des Aussenministeriums und lege sich Rechenschaft devon ab, welche Bedeutung Israel seinen Beziehungen mit Frankreich beimesse, wenn es eine Persönlichkeit wie Eytan zu seinem Repräsentanten in Paris ernannt habe. Hiesige diplomatische Kreise betrachte die von de Gaulle ausgesprochenen Worte als besonders freundschaftlich und heben her vor, dass sie aus dem Mund eines Mannes kommen, der als Symbol Frankreichs die heute von den Franzosen verfolgten Ziele verkörpert. UTA) China in einen Rauschzustand versetzte, begann irn Anschluss an die Reise, die Mao Tse-tung im Frühling und Sommer durch die ländlichen Bezirke seines Reiches unternahm. Ueberall, wo er gewesen war, entstanden Volkskommunen. Die Bauern legten ihre Kolchosen zusammen, sie zogen in Baracken, arbeiteten und aseen im Kollektiv, die Familien wurden aufgelöst, mt Kinder kamen in Kinderkrippen und Horte, die Eheleute sahen sich nur in vorgeschriebenen Abständen. Alles wurde nach militärischem Vorbild durchorganisiert, und auch die militärische Ausbildung selbst fehlte nicht. Schon die kleinen Kinder exerzierten. Während der Feldarbeit standen die Gewehre — allerdings ohne Munition — für die Truppenübungen der Erwachsenen bereit. Die sowjetische ParteifiihT rung. die China vom ersten Tag des Bestehens der Volksrepublik an unterstützt hat- .te, blieb geegnüber diesem Experiment mit den Ko«irmnunen bemerkenswert kühl; | es war ein allzu deutliches! Abweichen von den bisheri- | gen Gepflogenheiten kommu-! nislischer Länder. Tatsächlich hat die chinesische Parteiführung dann auch selbst Rede Ben Gurions Tel Aviv. — In der Eröffnungssitzung der 9. Histadrut-Konvention sprach Ministerpräsident Ben Gurten über die Ziele der Sicherheit. Er bezeichnete die jüdische Brüderlichkeit als wichtigsten Faktor bei der' Eingliederung der Einwanderer, die Errichtung neuer Siedlungen und das Pionierwesen, um den Negew und Galiläa zu besiedeln, und neue Einwanderermassen auf nehmen zu können. (ITA) schon im Dezember vorigen Jahres die erste scharfe Kritik an der Praxis der Volkskommunen üben müssen. Ende August dieses Jahres hat das Zentral com He das Fazit aus dem steigenden Unmut der chinesischen Bauern gezogen. Die Volkskommunen werden weitgehend umorganisiert, das Familienleben wird wieder gestaltet, die Militarisierung wird eingeschränkt. Die Zusammenlegung der Kolchosen in grössere landwirtschaftliche Einheiten aber bleibt bestehen — eine Entwicklung, die Krutschew in der Sowjetunion ebenfalls anstrebt. Ob ihn allerdings alles ander« in China restlos begeistert, ist mehr als fraglich. Abkommen mit Sowjetunion Jerusalem. — Die Sowjetunion und Israel sind überein gekommen, bei der Erteilung von Visen für die beiden Länder bedeutende Erleichterungen zu gewähren. Die Verhandlungen begannen schon vor einigen Wochen auf Initiative Russlands, das zwei Vorschläge machte, um die sich den Reisen entgegenstellenden Beschränkungen zu lockern. Nach der nunmehr erzielten Einigung können von sowjetische«, Organisationen eingeladene Israelis sowie Teilnehmer an Grupperereisen das Visum automatisch in der sowjetischen Botschaft in Tel Aviv erhalten. Früher wurden die Gesuche erst nach Moskau geschickt, das die Bewilligung erteilte. Der zweite Vorschlag bezieht sich auf die frühere Vorschrift, dass israelische Touristen, die ihrem Flug nach anderen Ländern sowjetische Flhgh&fen berührten, ein sowjetisches Transitvisum besitzen musste«. Dies ist nun nicht mehr erforderlich, und dio israelischen Flugpassagiere können heute auch für 24 bis 48 Stunden die nächstgelegene Stadt besuchen. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N* 624.070 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes Slld 05947880