Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1754 (16.2.1960)
- Date
- 1960-02-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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I7i< Mîft's, 5 H» .;Tabrsro da i£ >0 LA SEMANA ISRAELI! A Año KXI. — No. 1754 Q'Neuesaus USA ,n *>r. £, “bir d|e î-,„ an (fer l®6 F. q.„ B N -Mile un iu.„ v,;> ,#i'4 sbSto<i rst *- s«¡*- rmee ■pislte l,T1 *rsla « lai ^«libsii 'ûje »a ein5 Dis- 5**atr ^«¡Ülr DEB -HW(G vo" m a irl»ter Musij. rin Dr.-A*. lisofaeo Kuitgu in’ *Jrch ibB >- mit Hns*. gestatteten url lückisehe xca.!ät*!i<!!g 3«-!* MusikkfmtisikvprstsniaR. i jüdisch;ts- (,«i »erstni. sie w all* n«r Rundinrt t teitjafc. ramm orgat W wirkt Aüieertolgreich i — in ihnl eher >ber mit eine« i Radi«:?». »r des „Wests:je iunity Center* ,Jewü Muse >s Angel«'', 4s der „Los Aagtlool” und retals fastrom. rtension Cacriversity of 5mnia. LOWENTHAL JAHRZEIT NACH FRANZ ROSENZWEIG Am 10. Dezember jährte siet» zum 30. Mai der l'oacstag von Franz Rosenzweig, des modernen Deuters oes Judentums der zusammen mit Martin ßuber die Bibel übersetzte und das Werk Je huda Halevys neuherausgao. In einer Gedenkstunde, veranstaltet von der new\orker „Congregation Habonim” (Rabbiner Dr. Hugo Halm), die in vieler Beziehung das geistige Fr-.>e deutschen Judentums piegt. sprach am 2. Dezember der Rosenzwcg- Interpret Piofessor Dr. Nahum N. Glatzer (von der Brandeis-Universit&t, Waltham, Mass.) über „Franz Rosenzweig: The Earlv Years”. Glatzer ist u. a. der Autor von „Franz Rosenzweig: His Life and Work” (1953). In seiner Abhandlung „The Frankfurt Lehrhaus' veröffentlich* in: ersten „Jahrbuch” des „Leo Baeck Institute of Jews lrom Germany” (1956'. hat er Rosenzweigs unvergessenen _ Verdiensten um das wesentlich von ihm begrü vtete „Freiei Jüdische Lehrhaus"’ ein schönes Denkmal gesetzt UM ZIFFERN Von den mehr als 5,2 Millionen Juden in den Vereinigten Staaten leben über zwei M’llionen in New York. Von den übrigen drei Millionen wonnen mehr a's jeweils 1.000 in vier Städten: 400.000 in Los Angeles, über 280.000 in Chicago, etwa 275.00 in Pmladelphia und nahezu 140.000 in Boston in der „Stimme der Juden Chicagos”: „The Sentinel” kam unlängst zum Ausdruck, rium Israels” heute einzig und allein mit Klärung religionsphilosophischer Fra* gen zu schildern und zu deuten? Wer zur Welt in diesem Jahre spricht, muss mit den Menschen seiner Zeit Zwiesprache halten. Ein so glänzender Pädagoge wie F. W. Foerster hat dies leider unterlassen. Wir wissen heute, dass mit guten und bösen Worten weder den Kindern auf der Schulbank noch den Menschen im Leben beizukommen ist. Es gibt Realitäten, die berücksichtigt werden müssen. Eine davon ist bei der Jadenfrage dies Gefühl der Fremdheit der Andersartigkeit zwischen Juden und Christen, ist der Differenzaffekt, der zwischen beiden Gruppen auftritt. Versucht dagegen der Jude in Mimikry sich zu assilimieren, so wächst dieser Differenzaffekt noch viel mehr, weil er mit einer guten Portion Argwohn und Misstrauen noch genährt wird. Fert.er wissen wir, dass die Unterlegenheit des Juden besondere Kraftansfcrengungen in ihm erzeugt hat, um ' seine Inferk rität wettzumachen. Haben diese ihm einen sichtbaren Erfolg gebracht, so erweckt er den Neid seiner Umwelt. Dazu kommt noch seine jahrtausendealte Erziehung zum Schaffen und Wirken und die Freude am Tun und Handeln. Erscheidass Chicago, die dmtgröss te „Siedlung” von Juden m U.S.A., jetzt „bedenklich” nahe an Los Angeles heranrücke, wenn man schätze, dass etwa 100 030 auf der „Südseite” der Stadt, nahezu 200.000 im Norden und Lord, westen und ungefähr 45.000 in den nördlichen „Vorstädten” ansässig seien. GUTE WUENSCHE Der diesjährige Nobelpreis für Physik ist Emilio Segré, Professor an der Universität von Kalifornien, Berkeley, zuerkannt worden —- zusammen mit Dr. Ovvcr, Oha-mberlain. Die beiden Forscher haben mit der Entdeckung des Anti-Proton einen wesentlichen Beitrag auf dem Gebiet der A-omphysik geleistet. Segré. 1905 in Rom geboren und an der Universität. seiner Vaterstadt ausgebildet, hatfe 1938 Italien ^verlassen, als sich auch dort arttijüdische Tendenzen bemerkbar machten. Wilhelm Grastz, der sich in den 30er Jahren um die Jüdische Gemeinde zu Berlin, deren ' orstandsmkglied er war. und um den Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden weit mehr Jahre um die OF.T-Orgamsation in Deutschland. ,n anderen europäischen Ländern und in Argentinien hochverdient gemacht ha> konnte vor kurzem in Philade.p/wa seinen 80. Geburtstag begehen. Dort hat er die Heinrich Graetz-Loge (U.O.B.B.), deren Mitgliedschaft aus jüdischen Nazi - Flüchtlingen besteht, gegründet. Im ersten Heft der Schriftenreihe „Material and Memoirs — Chapters for the History of ORT” (Genf 1953) hat Graetz die Entwicklung der ORT-Arbeit im Vorkriegsdeutsehland (1925—39) dargestellt. nun gen die dem „weltflüchtigen Arier” (Foerster S. 69) befremdend und ungezie- . mend erscheinen. Außerdem wissen wir, dass zu allen Zeiteu der Judenhass ein beliebtes Ablenkungsmanöver der politischen Gewalthaber war und recht unmystische Motive im Spiele waren. Wer heute über die jüdische Frage spricht und schreibt, kann doch diese Probleme nicht unbeachtet lassen, wie es Foerster tut. Aber der grösste Mangel des Buches ist die völlige Ignorierung des Aufbau* von Erez Israel und die Errichtung des Staates Israel. „Vom Mysterium Israels” 140 Seiten zu schreiben und dabei nicht die göttliche Vorsehung zu preisen, die schon vor Hitler das Heimatland hat entsumpfen lassen und die nach der in die Millionen gehenden Massenvernichtung des jüdischen Volkes einen jüdischen Staat hat erstehen lassen und zwar so unerwartet und so würdig, dass selbst die, die seit Jahrzehnten diesem Ziel zustrebten, von der Plötzlichkeit dieses Ereignisses überrascht und erschüttert waren. Ein Staat, der noch kein Staat war, hielt sechs weit überlegen ausgerüsteten arabischen Mächen gegenüber stand. Die Sammlung der Zerstreuten, die Freiwilligen Literarische Notizen Leib-Toffe-Preis Im Kibbuz Talme Jaffe erhielt Prof. Rivlin den literarischen Preis zur Erinnerung an Leib Jaffe, Mitglied des jessod, der 1948 bei dem Angriff auf die Nationalen Institutionen in Jerusalem ums Leben kam. Der Preis wurde für das Werk über die kurdische jüdische Gemeinschaft „Sh rat Jahadut Hafargum” verliehen. das im Massada-Verlag erschieiH>n ist. Ritter dos Lessingpreis Der Lessingpreis der Stadt Hamburg wurde der bekannten jüdischen Gelehrten und Schriftsteller n Hanna Arendt verliehen. Der P-Ms besteht neben der Ehrung aus 10.000 Mark. Hille für Altersheime Zwei jüdische Institutionen in Los Angeles, ein Altersheim und ein jüdisches Center, haben 100.000 Dollar aus dem Fonds der JRSO erhalten, um ältere Opfer des Nazismus zu unterstützen. Die Summe wurde über den „Jüdischen Klub von 1933”, einer jüdischen Flü.hUirgsorganisation, an die He'rae übermittelt. Archäologischer Fund Ein Mosaikboden aus der arabischen Burg Khir et Minye. die jm achten Jahrhundert bekannt wurde, konnte in Tiberias vc^ einer archäologischen. Gruppe unter der Leitung von Prof. Oleg Gräber von der Uni- Minderheiten in der Knesset Neueßüci.er „Die nichtjüdischen Bürger sind in der Knesset durch drei Fraktionen vertreten, soweit sie ihre Stimmen nicht allgemeinen Parteien gaben, sondern ihre Besonderheit als N.chtjuden zum Ausdruck bringen wollten. Alle drei zusammen haben in der dritten Knesset fünf Abgeordnete. (In der kürzlich gewählten vie: t?n Knesset sind es nur drei. Anmer. der Red.). Es sind vornehmlich lokale Zusammenhänge, Stammes, und Famiiienbande und -Differenzen, die Unterschiede zwischen städtischer und Landbevölkerung, die diese Spaltung hervorrie. fen. und nur zum geringen Teile ist sie auch auf politische und weltanschauliche Gründe zurüekzuiiihren. Nie im Laufe der Jahre ist ein wesentlicher Unterschied in der Einstellung der Vertreter der verschied ~nen Minderheiten-Fraktionen gegenüber den Problemen des , Staates zum Ausdruck gekommen. Alle unter, türzen die „Mapai” in allen wichti. gen Fragen. Sie bringen in den Debatten überdies die versität Michigan freigelegt werden. Sefarcbsche Gemeinde Der Präsident der sefardischen Gemeinde in Brüssel Direktoriums des Keren Hahat ein Projekt für den Bau einer 3efardischen Synagoge bekanntgegeben. Die sefardische Gemeinde ist durch den Zuzug von Flüchtlingen aus Aegypten auf 200 Familien angewachsen. aus allen Ländern jüdisener Freiheit, die Unerschütterlichkeit des jüdischen Volkes in Zion, dies alles wird nicht zum Mysterium Israels gerechnet?! Dabei ¡st es doch Foersters deutliche Absicht, für Verständigung und Frieden zwischen Israel und den Völkern einzutreten. Der grosse Meister unserer Jugend, der uns lehrte, unsere Beziehungen zum Mitmenschen aus Verantwortung für den andern und für uns in einem zu gestalten, hat nicht die Frage gestellt, wie lebt nun Israel in seinem eigenen autonomen Staatswesen? Wie sind die sozialen Beziehungen geregelt, gibt es auch in Israel Unterdrücker und. Ausnützer? Wie ist die Umstellung des Stadtvolkes zur körperlichen Arbeit gelungen? F. W. Foerster, der verehrte Sexualpädagoge, fragt nicht, wie in Israel, besonders in seinen ganz neuen gesellschaftlichen Lebensformen die erotischen Beziehungen sich gestaltet haben. F. W. Foerster, der grosse Pazifist, fragt nicht nach der Struktur des Israel-Verteidigungsheeres Zahal, nach der Erziehung seiner Soldaten, nach ihren Beziehungen zum Gefangenen, zur arabischen Zivilbevölkerung. Er fragt nicht, inwiefern Israel in Zion seine hohen Menschheits-Ideale verwirklicht hat oder inwieweit auch in Israel „der moderne Nationalist” meint, „was moralisch richtig ist, das muss immer politisch falsch sein” S. 138). Das alles fragt er nicht, sollte es aber tun. Nicht etwa, weil sämtliche Antworten unser Ruhmesblatt sein würden, sondern weil das die legitime Konsequenz seiner pädagogischen Einstellung zur Judenfrage wäre, und weil wir von einer solchen Kritik dieses Mannes hätten lernen können. Aber weit wichtiger nooh: durch diese Darstellung des Mysteriums Israels würden viele Menschen unser Wesen, unsere Besonderheit unter den neuen Lebensumständen besser erkennen können, und Prof. Foerster würde der Völkerverständigung einen grossen Dienst geleistet haben. Ohne alle diese Fragestellungen ist das Buch von F. W. Foerster antiquiert, auch wenn die Märtyrologie bis Auschwitz ad hoc gebracht wurde. Das Mysterium Israels wird sich in Israels zukünftigem tätigem Leben weiter erkennen lassen. Eis ist schmerzlich zu wissen, dass so mancher Jude deutscher Sprache, in Südamerika wohnend, zu diesem Buche greifen und in seinem Irrtum gestärkt wird, als wäre unsere jüdische Welt und unsere jüdische Frage und unsere eigene Beziehung zum Judentum und zu den anderen Völkern dieselbe wie vor 50 Jahren. Es ist schade darum, dass ein so erlauchter Pädagoge wie F. W. Foerster, die Stunde versäumt hat, etwas Neues zu lehren. M. R. ISRAEL-BRIEFMARKEN A« WEEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- BEN ZUM OFFIZIELLEK PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, ▼IAMONTE 550, I/B — Bu«aoi Airee, R*p. AifHtiH Forderung auf Be&~eistellung der arabischen und drusischen Bevölkerung autn Ausdruck und fordern entsprechende Beteiligung der arabischen Wohngebiete an den Entwicklungs - Aufwendungen, was in der Knes;et auf keinen Widerstand stbsst. Tatsächlich geht es den Arabern und Drusen Israels materiell gut, und ih e kulturelle Entwicklung und die sanitäre Lage in den Wohngebieten der Minderheiten in Israel ist besser a s in irgendeinem arabischen Staat. Den arabisch-sprecherden Abgeordneten stehen zwei Uebersetzer zur Verfügung, die ihnen gleichzeitig als Sekretäre dienen, ihnen alles, was für sie von Interesse sein könnte, verdolmetschen und ihre Reden, die sie in arabischer Sprache halten, übersetzen. Die Gesetze erscheinen ausnahmslos auch in arabischer Sprache, die Knesset - Protokolle aber nicht. Die Araber und Drusen achten jedoch darauf, -dass ihnen alles Informationsnnaterial, das den arabischen Bevölkerungssektor betreffen könnte, übersetzt wird. Während der Plenarsitzungen sind sie mit Kopfhörern versehen, und aus einer speziellen, durch eine Glaswand abgeteilten Zelle auf der Präsidialtribüne übersetzt ihnen ein Dolmetscher die Reden." (Aus dem soeben erschienenen Buche von M-eir Faerber „Das Parlament Israels”. — Verlag „Atasa”, Tel Aviv.) L. F. Rushbrook Williams „Der Staat Israel”. (Fi.;ch-:r- Biicherei). Zu diesem recht aufschlussreichen, bis zu* 111 rjiirigsen Gegenwart leich enden, Büchlein hat Helmut Gollwitzer eine Einleitung geschrieben, die auf das Einzigartige, Phänomenale, der Staatsgründung Isree.s hinweist und in die aktuellen Probleme ausgezec'net eiiiiiihrt. Der Autor selbst, ein Gelehrter und Reiseschriftsteller, mach' es sicn ke'neswegs bequem: Da er fast alle arabischen Lä der von früheren Studienreisen her kennt, übersieht er auch klar diesen infolge seiner Grenzziehung so eigenartig geformten Raum, in welchen Israel eingebettet ist. Die Sorgen des jungen Staates wohl verstehend, oemüht sich dieser Schriftsteller. in viele Details einzudringen, die den meisten Israelbesuchern mehr o:er weniger verborgen bleiben. Es gibt kaum ein volkswirtschaftliches, verkehrst chnisches oder kulturelles bzw. Erziehungsproblem das er nicht behandelt, und er tut dies stets im Hinblick auf die künftigen Entw'cklungsmöglichkeiten und die Beziehung Israels zur Auscenwelt. Eine Fülle von bibliographischem und statistischem Material ist -als Anhang beigefügt, und so darf dieses Buch als eine wertvol. le Bereicherung der vorhandenen Israel-Literatur betrachtet werden. C. W. Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 84, i, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr, Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun_ der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte bestätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEYY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser, Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 84, VI. *429 -j- VIII, 595 Seiten (ca. 2.048 Spalten! — Mit Nachträgen von Leberecht i Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Aufj tage — In Leinen geb. und auf holzfr. Papier gedruckt. I Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieg es Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 84, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 35 — Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZART3TRASSE 18