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Jüdische Wochenschau · 1960-02-16 · 1754 (16.2.1960) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1754 (16.2.1960)
Date
1960-02-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Marfee, 16 de Febrero d« jüdische wochenscha Ami 2TXÍ. — No. 1754 — 3 Ein (ranzoesischer „Stürmer ,La jeune Nation” ist ein pariser Wochenblatt, das für eine Kohorte von politischen ibraliierten schreibt, junge i'.xlrtmisten, die Propaganda aus der schlagkräftigen Perspektive der Gummiknüppel sehen. „Die Junge Nation” is) für „das französische -Algerien”, für die Liquidierung «der „ve-ifaulten Demokratie”, gegen den „Obersten Chef der Kapitulation”, den General de Gaulle (!) und „für einen starken Staat.” — Die Anhänger der „Jungen Nation’ sind vielleicht einige hundert Jünglinge mit politischen Pubertätskomplexen. Vielleicht sind es auch einige tausend. Auf alle Fälle handelt es sich um eine hoff von KURT KAISER-BLUETH Schwarze Liste UN. — Zwanzig norwegische Handelsschiffe sind von der Arabischen Liga auf eine Schwarze Liste gesetzt worden, weil sie in der Vergangenheit israelische Frachten befördert haben, wie die norwegische Regierung mitteilte. Diesen Schiffen ist es untersagt, arabische Häfen anzulaufen. (ITA) Audienz bei Herter Washington. — Herbert B. Ehrmann aus Boston, der Präsident des American Jewwh Committee wurde von Saatssekretär Christian Herter im State Department empfangen. Bei dieser Gelegenheit kamen „Fragen der Wittelorient-Politik zur Sprache. (ITA) nungslos isolierte Sekte. Aber eine Sekte mit Geltungsbedürfnis. So wenige diese extremistischen Jünglinge sein mögen, ihre Lautstärke ist. immens, und im Krachschlagan und Stinkbombenwerfen sind sie von niemanden zu üb^rtr offen. Sie sind es, die die Wände mit unflätigen Slogans verunziere^ in denen sich die Obszönität mit dem polit.i sehen Fanatismus vermählt. Sie malen Galgen an Metro- Mauern, an denen im allgemeinen ein Mendes-France ihrer Phantasie hängt. Die Schmier - Kommandos der „Jungen Nation” arbeiten auch intensiv mit Kreide und Pinsel gegen den Präsidenten der Republik, der nach ihnen „Frankreich verraten und an die Juden und an die — Ameriaaner verkauft hat”. — Logik und Sinn spielen keine Ro'le, man nimmt die Parolen, wie sie einem das gestörte geistige Gleichgewicht zuträgt, entscheidend allein ist, dass gehetzt wird. In den letzten Wochen und Monaten wird die antisemitische Hetze in der „Jungen Nation” immer zuügel loser. Mit einer hasserfüllte« Vehemenz produziert das Blatt die Mordparoleii der nationalsozialistischen Aera unseliges Eibe der Besatzungsjahre, und sät des Gift der Rassenhetze unter den Bedauernswerten, die mit diesem „Torchon”, zu deutsch Aufwischlappen, per „nationalen Opposition” Tuchfühlung haben. Einwanderer oder Inversores m ISRAEL Auskünfte und Rat für eure Probleme, verbunden mit einer eventuellen Niederlassung oder mit einer stillen oder aktiven Beteiligung in der Landwirtschaft Handel und Gewerbe erteilt ihnen die WIRTSCHAFTLI¬ CHE ABTEILUNG der Z.O.A. (Departamento Económico O. S. A.) Larrea 744, Tel. 48 5028, Capital. - AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO* «EMO IfUTtCHMBCKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Mowroe) T. r Jl *20* Juan Scliottlaendcr Vwrmch«nmg«a M« Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 Die immer aggressivere und skrupellosere Schreibweise der ,Jungen Nation”, der nur das Hakenkreuz fehlt um eine Art.,Stürmer” in französischer Sprache zu sein, haben mehrere Organisationen veranlasst eine Delegation zum Staatsanwalt der Republik zu schicken, die verlangt hat, endlich auf dem strafrechtlichen Wege gegen „Die Junge Nation” vorzugehen, „deren rassehetzerischen und antisemitischen Artikel einen skandalösen Affront gegenüber den republikanischen Traditionen Frankreichs’ darstellen. Die Delegation war aus führenden Persönlichkeiten V Nizza, im Januar Das aussèrordentlicbe Schicksal des aus Warschau stammenden jüdischen Emigranten David Lewinsky erregt ganz Frankreich. Lewinsky war nach abenteuerlichen Irrfahrten 1946 nach Fmakreich gekommen. Er hatte die Schreckensjahre des Krieges und der Nazi- Invasion erlebt, die Judenmassaker, denen im Jahre 1943 seine Grossaltern, seine Eltern und seine acht Geschwister zum Opfer fielen. David Lewinsky war der einzige Ueberlebende, der sich wie durch ein Wunder ratten könne. Er hat im Untergrund und mit der Waffe in der Hand das Martyrium lebend überstanden. Nach Frankreich gekommen, siedelte er sich am Mittelmeer an und baute sich mit zähem Fleiss ein neues Leben auf. Er lebte in Frejus mit seiner Frau, die ihm drei Kinder schenkte, in einem eigenen Häuschen. Die jüngste schreckliche Staudamm-Katastrophe hat ihn und seine Familie im ersten Schlaf überrascht. Seine Frau und drei noch kleinen Kinder wurden von den entfesselten Fluten für immer ins Meer getragen. Lewinsky hat zum zweiten Male die Seinen verloren. Dazu zehrte die Tatsache, dass er noch nicht einmal ein Foto von Frau und Kinder als letzte Bindung an ein brutal zerstörtes Glück besass, an seinem Gemüte. Plötzlich erinnerte er sich einer englischen Touristin, die im letzten Sommer nach Frejus gekommen war und vor seinem Häuschen von ihm und seiner ganzen Familie eine Aufnahme gemacht hatte. Er wandte sich an eine grosse pariser Zeitung, die eine Information an diese unbekannte Fremde an alle englischen Zeitungen weitergab mit der Bitte, dem unglücklichen Mann das Fo- FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt — Konserven — Getränke — Auch koschere Würste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preiselbeeren — KNORRSUPPEN — WEGEN FERIEN GESCHLOSSEN H DE MATO 71i Iah.: FEDERICO SWARSENSKY von 16 Organisationen zusammeng este31t; die Initiative zu diesem Protestschritt ging von der „Bewegung gegen den Rassismus, den Antisemitismus und für den Frieden” aus. Ein angesehener Jurist, Robert Attuly, führte die Delegation, der unter anderem die bekannte Gaullistin der Linken, Irene de Lipkowski, die Deputierte und Widerstandskämpferin Mathilde Gabriel-Feri und der renommierte Advokat Garridou ab gehörten. „Die Junge Nation’ bot auf diese Intervention, die grosses Aufsehen hervorgerufen hat, mit einer Wut-Explosion reagiert und die Interventen mit ganzen Schaufeln von Schmutz bedacht. to aus einer glücklicheren Zeit zu überlassen. Selbst in unserer entzauberten Zeit gibt es noch Wunder. Man fand tatsächlich die Engländerin, aber das Wunde-r war ohne happy end. Es handelte sich um eine englische Studentin. Ihr war damals der Fotoapparat inj Wasser gefallen, der ganze Film war zerstört worden. Aber David Lewinsky ist dennoch zu einem Foto gekommen. Eine Frau aus St. Raphael, unweit von Frejus, hat für ihn ein Gruppenbild von einer Familienfeier gefunden, auf dem auch Frau Lewinsky und die drei Kinder aufgenommen sind. Gewiss, es ist kein intimes Bild, die vier Lewinskys teilen sich die Aufnahme mit 40 anderen Personen. Aber Lewinsky ist trotzdem dankbar. Er ist nicht mehr völlig allein. Charles Roesmer ENTLASSUNG GEFORDERT München. — Die unverzügliche Entlassung des ehemaligen Reichsrninisters und Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess aus dem alliierten Kriegsverbrecher - Gefängnis in Berlin hat der miinebner Rechtsanwalt Dr. Seidl in einem Gesuch an die Europäische Kommission für Menschenrechte beim Europarat und an den Generalsekretär des Europarats in Strassburg beantragt. Seidl war Verteidiger von Hess vor dem Internationalen Militärtribunal Eröffnung der Einheitskampagne in USA Miami Beacb. — Mit der Versammlung von 500 jüdischer. Führern wurde die USA-Einheitskampagne offiziell eröffnet. Verschiedene Redner erstatteten Bericht über de ersten Spenden, die sich auf 12.930.000 Dollar belaufen. (ITA) Besuch Luebkes in Berlin Berlin. — Bei seinem kiiizlichen Besuch in Berlin besuchte der westdeutsche Bundespräsident Dr, Heinrich Luebke das jüdische Altersheim und empfing den Präsidenten der Jüdischer Gemeinde von Westberlin, der ihm über die Lage der Juden Beriobt erstattete. Beamte aus Ostberlin wurden eingeladen, einer Serie von fünf Vorträgen beizuwohnen, die die Universität Berlin veranstaltete, um dem Antisemitismus entgegenzuwirken. (ITA) Neue Oelfunde Tel Aviv. — Bei der Oelbohrsielle Nr. 21 im Gebiet von Cheletz ist man jetzt auf eine Oelquelle gestossen. Der Erfolg der Bohrung bestätigt Fachleute in ihrer Ansicht, dass die Oelvorkommen in diesem Gebiet viel ausgiebiger sind, als auf Grund geringer Funde ursprünglich angenommen wurde. (ITA) in Nürnberg, das Hess wegen Verbrechens gegen ihn Frieden zu lebenslänglicher Geiängnisstrafe ver tute.'üe Wie Dr' Seidl vor der Presse bekanntgab, stützt sich sein Gesuch auf Artikel 28 der Konvention rum Schutz der Menschenrechte und Giundfi eiheiten, dfr bestimme, dass strittige A«gflegenheien „auf der Grundlage der Achtung der Menschenrechte” ausgeglichen werden sollen. Falls es der Kommission nicht gelingen 1 sollte, auf dem Verband- 'lungswege die Freilassung von Hess zu erreichen, fordert Seidl, den Fall, dem Mi- 'nisteraussc-huss des Entccarats oder dem Europäischen 'Gerichtshof, für Mensc enrechte zur Entscheidung vorzuleg.en. (AWZ) 30 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt mit Zablungs-erleichter «lug auf alle Sommer-, Herbet- und Winterfertigkleielung. 30o ausgesuchte Stoffe frei Massanziige., zugeschruifeT« und probiert von unserem zweiten McdelHsteti Preis $ 4.200.— der Maesamug. LAVALLE 8 T. E. 35 - 1110 7 0 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL 0 Dr. Hardi Swarsensky! 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