Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1752 (9.2.1960)
- Date
- 1960-02-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Maries, 9 de Febrero de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1752 X**teS’ Die Bibel einigt die Völker Drei Ereignisse der letzten Zeit warfen ein Schlaglicht aut die einigende Kraft der Bibel in unserer Epoche: Die Rückkehr des Präsidenten der Hebräischen Universität vom Alttestamentler-Kongress in Oxford, die Eröffnung des Israelisch- Amerikanischen Bibelinstituts in Jerusalem und die schriftlichen Vorprüfungen zum diesjährigen Bibelwettbewerb in Israel. von SCHALOM BEN-CHORIN Der nunmehr zum dritten Male unter den Auipizien der UNESCO abgehaltene internationale Kongress für Altes Testament fand in diesem Jahre in Oxford statt. (Wir hoffen, dass einer der nächsten Tagungsorte Jerusalem sein wird, die klassische Stadt der Bibel). Vierhundert Gelehrte, die ihre Lebensarbeit in der Erforschung des Tenash sehen, gaben sich dort fünf Tage lang ein Stelldichein, und alle Grenzen der Religionen und Nationen traten gegenüber dem gemeinsamen Anliegen zurück: Juden Katholiken und Protestanten, Gelehrte aus Westeuropa und Amerika, aber auch aus Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei nahmen teil. Nur die avisierten Vertreter der Sowjetunion fehlten. Prof. Masar konnte berichten, dass nunmehr an der jüdischen Universität in Jerusalem, an protestantischen Fakultäten in Tübingen, Göttingen, Erlangen, Berlin, Leipzig und an den katholischen Universitäten in Madrid und Barcelona, also in Israel. Deutschland und Spanien, emsig an der Revision des masoretischen Urtextes der hebräischen Bibel gearbeitet wird. Die Rollenfunde vom Toten Meer, der Kodex von Aleppo und andere noch nicht voll ausgewertete Kodici und Bibelhandschriften bieten die quellenmässige Grundlage für diese vergleichenden Textforschungen, von denen man freilich keine Sensationen erwarten darf. Oder doch: die Sensation liegt eben darin, dass es keine allzugrossen Ueberra- Schungen gibt. Immer wieder wird festgestellt, dass <Jie Unterschiede nur in der Punktation zu finden sind, während der Konsonantentext, von kleinen Variationen der Pieneschreibung oder Kurzschreibung abgesehe'\ sich doch als einheitlich präsentiert, sodass wir die Gewissheit haben, den wahren Text des Buches der Bücher, dank der Treue und Liebe, der Ehrfurcht und Akribie unserer Väter in Händen zu halten. Aber es ist vielleicht ein Zeichen des Fortschritts, dass das Land der Inquisition (Spanien) und das der Naziherrschaft (Deutschland), welches die „Judenbibel” vernichten wollte, heute einträchtig mit Israel Zusammenarbeiten, um Gottes Wort in seiner ungebrochenen Reinheit der Welt sicher zu stellen! Der Präsident des Kongresses in Oxford, Prof. Albright, schlug vor, auch die Erforschung des Neuen Testamentes weitgehend israelischen Gelehrten im Lande des Evangeliums zu übertragen. Galiläa, der See Genezaret (Kinneret), Kappernaum, Nazaret und Jerusalem — das sind ja die Brennpunkte des Evangelii*ms. Unabhängig von religiösen und dogmatischen Fragen können die dort erwähnten historischen Zusammenhänge gerade am „Schauplatz der Handlung” besonders fruchtbar erforscht werden. Von diesem Gedanken liess sich auch der amerikanische Gelehrte Dr. Douglas Young leiten, der Gründer und Leiter der soeben in Jerusalem eröffneten Bibelschule „The Israel-American Institute of Biblical Studie®”. Dreizehn Theologen und drei Theologinnen der verschiedenen amerikanischen protestantischen Kirchen und Freikirchen fanden sich bereits zum ersten Semester des neuen Instituts zusammen. Aus Japan, Hongkong, Australien, Nordafrika, Pakistan und Deutschland liegen bei der amerikanischen Zentrale des Instituts in Chicago weitere Anmeldungen vor. Das Institut wird so die längst bekannte und gewürdigte Arbeit seines Nachbarn, des Schwedisch - Theologischen Instituts in Jerusalem, das seit neun Jahren unter Leitung von D. theol. H. Kosmala arbeitet, erweitern, immer weiteren Kreisen vertiefte Kenntnis der Bibel vermittelnd, sodass buchstäblich die „Thora von Zion MAIMONIDE* Z)! 11 SS - ISO« Iin¥.G«tf«nkbucli $ 650. VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES GURRUCHAGA 228t — T. E. 71-870« belieben durch alle einschlägigen Bucfehendlungen und durch die JUEDISCHE WOCHENSCHAU PWEYRREDON 21M I* — T. E. «3-281* und Gottes Wort von Jerusalem ausgeht.’* Unter den jetzigen Teilnehmern des neuen Instituts ist der schweizer Pfarrer S. Kulling zu nennen, der an der holländischen Universität in Amsterdam mit einer Dissertation promoviert, die er in Jerusalem vorbereitet „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen...” Israelische Gelehrte sagten ihre Mitarbeit am amer.kanischen Bibelinstitut in Jerusalem zu, sodass es wirklich ein israelisch-amerikanisches „Team” ist, das hier im Geiste der jüdisch-christlichen Verständigung zusammenwirkt. Die Professoren Herbert Linvingston und Arnold G. Schuz von methodistischen und baptistischen Fakultäten unterstützten Dr. Young von der Evangelischen Freikirche. Besonders hervorzuheben ist, dass dem Institut, ebenso wie dem päpstlichen Bibelinstitut in Jerusalem und dem Schwedisch - Theologischen Institut, jede missionarische Tendenz fehlt. Das wurde auch von den Vertretern des Aussenministeriums, des Distrikts-Kommissariats, der Stadtverwaltung und des Religionsministeriums mit Genugtuung festgestellt. Auch nach innen wirkt die Bibel gerade heute wieder so verbindend wie keine andere Kraft im jüdischen Volke und Lande. Der Gruppenhass zwischen nordafrikanisch _ orientalischen und europäisch-aschkenasischen Juden ist ein Problem erster Ordnung geworden. Aber in den Prüfungs-Sälen zum Bibellandeswettbewei-b, dem zweiten seiner Art, fanden sieh einmütig Orientalen und Europäer, Orthodoxe und Freisinnige, Greise und Jugendliche zusammen, Lehrer und Soldaten, Beamte und Studenten, Jeschiwa- Schiiler und Handwerker, sie alle: Leser, Kenner und Liebhaber der Bibel. Es ist interessant zu sehen, was man aus dem ersten Bibel-Quiz gelernt hat. Diesmal wurden die Fragen nach einem neuen System gestellt, das den Lesern von „Readers Digest” aus der Sparte „Erweitern Sie Ihren Wortschatz” bekannt ist. Nach den Fragen wurden jeweils 4 Antworten schriftlich fixiert: der Geprüfte hatte die richige anzumerken. Hier einige Beispiele, wobei der Sohreiber dieser Zeilen die Antwort wagt, ohne für ihre Richtigkeit bürgen zu können, da die richtigen Antworten zur Stunde der Niederschrift des Artikels noch geheim gehalten wurden: Frage 1: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” steht: A) in den Zehn Geboin Proverbia. Buche Wabei Jesaja D) Antwort: Im jikra. Frage 5: Der Prophet Jesaja heilte den König Hiskia durch: A) indem er ihm zu Fasten gebot, B) durch ein Bad. im Jordan C) durch Bitterwasser aus Gilead D) durch einen FeigenAufstrich. Antwort: Durch einen Feigen-Aufstrich (Diblath-Theenim). Frage 22: „Nicht auf unsere Gerechtigkeit gestützt legen wir unser Flehen vor dir nieder...”, betete A) Moses B) Salomon C) Esra D) Daniel — Antwort: Daniel. Diese Beispiele mögen genügen. Es waren ihrer 25 Fragen. Für jede standen 2 Minuten zur Verfügung. Sodann kamen 8 grössere Fragen. Beispiel: Frage 6: „In der Bibel werden verschiedene Niehtjuden genannt, die den Gott Israels preisen. Gib drei Beispiele. Antwort: Ruth, die Moabiterin. Korech, der König von Persien, und der vom Aussatz geheilte syrische Feldhauptmann Naaman. Es wurden in der hebräischen Presse Worte der Kritik an diesen Bibel-Wettbewerben laut. Das sei keine vertiefte Art der Beziehung zur Bibel. Es komme daaruf an, die Gebote der Bibel zu halten und nicht, aus ihr einen „Sport” zu machen. Das stimmt und stimmt auch RATUR lsrael-t eier ten B) im Buche Wajikra C) eine tun, ohne das andere zu lassen. Gewiss ist der „Bible-Quiz” nur eine Vorstufe zur existentiellen Beziehung zur Bibel. Aber dieser schöne „Sport” regt zum Lernen an, und das ist das Ausschlaggebende. Es war nicht ohne eine gewisse politische Pikanleris: im benachbarten Libanon führte ein Druse, Kamal Jumbalat, seine Stammesgenossen zum Generalangriff in einen Kampf, in dem die Verein’gte Arabische Republik den Drahtzieher abgab; zu gleicher Zeit aber versammelten sich, auf einem weiten Hüge’gelände zwischen Daliat El Karmel und Usseria, tausende Drusen zu einem friedlichen Fest, das dem zehnjährigen Staatsjubiläum von Israel galt. Im Labyrint orientalischer Politik gibt es kein Absurdum, das nicht eines Tages Wirklichkeit werden könnte. Verworren und 'unübersichtlich Freilichttheater der JKG Nach Eröffnung des Sommertheaters det JKG hvben wir als wichtigstes Ereignis nicht die schauspielerischen Leistungen oder d e Wahl des Stückes betrachtet, sondern wir haben vor allem hervorgehoben, dass es erstmalig einer unserer Organisationen gelang, ein so’ches Unternehmen auf die Beine zu stellen. Um ermessen zu können, welche Schwierigkeiten bestanden und zu überwinden waren, brauchte der Besucher nur einmal hinter die grünen Kulissen zu schauen. Denn dem einen war es zu kalt, dem anderen zu spät, einem gefiel Stefan Zweig nicht, der andere wieder konnte sich an Tschechows Humor nicht erfreuen. Und doch handelte es sieh hier um ein ganz einzig, artiges Experiment einer jüdischen Organisation des zentraleuropäischen Kulturkreises, um das uns Besucher aus Australien und USA beneideten, die Gelegenheit hatten, nach Olivos zu kommen. Die gleichen Gedanken tauchten wieder nach dem zweiten, Curt Götz gewidmeten Abend auf, als wir den Einwand hörten, es würde sich doch um etwas zu leichte Kost handeln, bei der von Kultur nicht genug zu spüren gewesen sei. Wir haben jedenfalls herzlich gelacht, uns grossartig über die einzelnen Typen amüsiert und die Stimmung eines Sommerabends voll und reichlich genossen. Wir dürfen nicht die Masstäbe einer Aufführung auf einer mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten Bühne anlegen und beugen uns vor der uneigennützigen Hingabe aller Beteiligten, denen dieses Theater eine Angelegenheit des Herzens — trotz all seiner Mängel — g:worden ist. Ueber den Inhalt der drei Einakter wollen wir nicht zuviel verraten. Hier sprüht der Witz und die Situationskomik von Götz, die wir aus allen seinen Werken zur Genüge kennen. Sein Charme und seine Treffsicherheit in den pointenreichen Dialogen haben nichts an Wirkung verloren; Götz ist und bleibt der ziemlich allein stehende Autor von Lustspielen in deutscher Sprache. Unter den Darstellern lernten wir Friedrich Geismar kennen, der sich erfolgreich und bühnensicher unserem Publikum vorstellte. Max Kloss, dessen aufwühlende Darstellung wir noch aus „Die zwölf Geschworenen” gut im Gedächtnis haben, bewies von neuem, dass er ein Schauspieler ist, dem grössere und tiefere Rollen in der nächsten Spielzeit zufallen sollten. — Lilly Wiehert, deren Werdegang wir auf der „Deutschen Biihne” seit vielen Jahren verfolgten, ist nun zu einer Reife gelangt, die hohe Anerkennung verdient. Sie versteht es, jede Rolle mit ihrem Temperament zu erfüllen, so dass ihr der Beifall des Publikums jederzeit sicher ist. Ueber Mangel an Beifall brauchten sich auch weder Brune Arno noch Hanka Dowinska zu beklagen, die. ein jeder für sich, aüsgefeilte und bis ins letzte Detail durchgearbeitete Leistungen boten. Max Wächter als sächselnder „Herr Sack” wirkte in seiner Charge durchschlagend komisch, während Rainer Klingenfuss einen sympathischen Diener verkörperte. Als I^eiter der Aufführung war Jacques Arndt wie immer der Geist, der über den Wassern schwebte und mit fester Hand sein Ensemble leitete. Seine Bühnenbilder waren vorbildlich dem Stil des Abends angepaist. — Reicher, langanhaltender Beifall des Publikums belohnte alle Mitwirkenden. H. D. von ALICE 0^^ sind die Fäden der Intrigen und Konterintrigen. So war es möglich, d:ss israelische Drusen noch vor einigen Jahren von der Regierung in Jerusalem Waffen forder en, um ihre Glau bensgenossen von der Tyranenherrschaft Schischaklis zu befreien, während heute die libanesischen Drusen mit syrischen Waffen gegen die pro-westliche Regierung in Beirut ankümpfin. Wie immer dem auch sein mag: bei der Feier auf dem Karmel hat keiner der vielen Redner auch nur eine Ansp elung auf diese seltsam verschlungenen Pakte gewagt. Es war taktvoller, und gewiss auch vernünftiger so. Was immer ihr G'aubersstolz und Stammesbewusstsein den Drusen im Liba'on diktieren mag — in Isrrel sind diese selbstbewussten, traditionstreuen und eng zusammenhaltenden Leutchen loyale Staatsbürger. Dass die Feier zrstandekam, d-ss sie rei-ungsl s vonstaf.en ging und an Buntheit des „Programms” wie auch tadellosem Ablauf nichts zu wünschen übrig liess, war nicht zuletzt das Verdienst von Ksmal Mansour, der kürzlich duich seine Amerikareise und „TV- Erfolge” von sich reden machte. So mancher Impresario hätte sich von Kamais Organisationstalent gut und gern ein Stückchen abschneiden können. So wurde das Fest auf dem Karmelhügel, der zur Feier des Tages „Asor-Hiiger genannt war und diese Inschrift in weithin leuchtenden hebräischen Lettern zur Schau trug, ein ebenso buntes wie exotisch ansprechendes Ereignis. Etwa 5 000 Gäste wohnten der Feier bei, die nachmittags unter Fahnen und Wimpeln begann und sich, ein Volksfest eigenster Art, bis in di" s. äte Nacht hinein ausdehnte. Schon am frühen Nachmittag begann „das Volk” nach der Feierstätte hirzustiömen. Eine Autokaravane von endlosen Ausmassen cewtgte sich über die schmale Zufahrtstrasse in die abgelr gs* ne Berggeger.d hinauf. E:n angemessenes Polizeiaufgebot sorg’e für Aufrichtcrhaltung der Ordnung, während Kamal, von einer halsbrecherisch in den Liif.cn schwebenden Bühne her die Anfahrt der Gäste und ihre Unterbrirgung auf den Hügeln des natürlichen „Amphitheaters” mit einem ununterbrochenen Strom von Kommentaren Ermahnungen und Ratschlägen auf Hebräisch, Arabisch und Engl sch begleitete. Lautsprecheranlagen sorgten dafür, dass je** des Wort verstanden wurde. Ein rotes Postauto diente als technisches & ¿neben stände “ und Pers°r David Ad°m dec haifaer Bereitschaft. Während » Hiigetoang Manner, die dsten Pia« na mellen sieb ai uberliegenden und Frauen de mengleich m « ten. gelben, r< blauen oder w Festgewändern. tummelten sl* auf geschmückt drusischen Reltl einer eine flie Fahne mit sieh war ein Tee blick, der das 1 den Hollywood batte höher sei _ aber auch di Film- und wussten die G schätzen. Für die Ehr ein buntes Dr ¿er Spitze des richtet. Es gafc wenige: der Pi Behor Schitrit, c spräche in dem: läufigen flüssig' hielt; der haif: meister, Knes; darunter J. Aln beiden drusischi neten: Erzbisc der Vertreter d schaftsminis'er hohe Polizeicfl last not lea:t i Scheichs und No ten roten weiss Turbans oder d den weissen Tüc re gebräunten G Malerischste eini ter den Rednerr die teppichbele „unten im Tal’ fanden sich au, Vorsteher der bi lingsdörfer” Da mel und Ussefij tonten, was di für sie getan hä de beteuerten ih „unseren gemein Israel.’ Dann aber „Dnterhaltungsti des für Anhang Msyund „Tai Nacht’ nicht i scher, übrig. Zw Schiesserei, die, WIE U DES flj Sonnabend, fle FIsrael - Marken Cn grösster Auswahl: u a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM¬ MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 •sq. CABII.DO P°Qnersta» de 7ntag, den i!on,aS. den 1 de„ Muttwoch den NVi, Pienjtag, den ■ 1Iag, den 2 fei den m