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Jüdische Wochenschau · 1960-02-09 · 1752 (9.2.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1752 (9.2.1960)
Date
1960-02-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1752 — 5 Martes, 9 de Febrero de 1960 « Wi KUNST ///'/S/s'S/sA ''' lerlei den Drusen ,4MLt Fäden ri ' »¡•di SCHWARZ r es 16 ^*rusen. ' fahren y» '■> in r. 0,1 <lär B,. erusä!Mv Ihn M w 5r An Ct! en> “Hiiif, 5.V* “"»o» f c „„ :r®(s l#ch*>=%Ji *** vi^e3S reine w „iese seiC De» Pakte ■aktvolier, t h £e*a;l & -jjff * :vr I biammesbîWBK. DruseniniLib,-„ ms? '«fei ise «âbrtîïtwi streuen und eng j, ialtsGd* Leutcka aatsbtirger. •e Fäier Zistatjf. ss sie rei.unjjjj n 8in8 und m B» ».Programms1 w adellosem Ab* 1 wünschen gty ir nicht zulefe in; von Ksmal fc. kürzlich durch sakareise und .ft von siet redet So mancher tajrr te sich von ¡tarai lonstalent gut and Stückchen abschnden. ie das Fest aui dem igel, der zur Fei:r „Asor-Hügel' ¡rr und dies ltweithin leuchtenidschen Lettern je g, ein ebenso ti» wtisch ansprectenlis, Etwa 5.H Gien der Feier ba, littags unter Fah Wimpeln Dfgins ein Volksfest eirt, bis % d»f fit ein ausdehnte, m frühen Nachmhi „das Volk' nad rstätte hircstih Autokaravane v« tusmassen cest >r die schma.e U e in die abgel-'P ger.d hinauf. F-1 Ües Polizei* fü: Aufrechtii- »r Ordnung. »* il von einer » , in den en Bühne her o* ,r Gäste und » ung auf de* ®; atiirlichen > , mit einem turnen Strom « grmaftnuflg2® auf Heb«; ,,technisches Hauptquartier”, daneben standen -Ambulanzen und Personal des Magen David Adom und die Leute der haifaer Feuerwehr in Bereitschaft. Während auf dem einen Hügelhang die drusischen Männer, die Gäste und Touristen Platz nahmen, versammelten sich auf dem gegenüberliegenden die Kinder und Frauen der Dörfler, blu. mengleich in ihren grellbunten, gelben, roten, grünen, blauen oder weissen Satin- Festgewändern. Dazwischen tummelten sich hoch zu Ross auf geschmücktem Sattel die drusischen Reiter, von denen einer eine fliegende Israel- Fahne mit sich führte. Es war ein Technikoior-Anblick, der das Herz eines jeden Hollywood-Produzenten hätte höher schlagen lassen — aber auch die israelischen Film- und Kameraleu'e wussten die Gelegenheit au schätzen. Für die Ehrengäs’e war ein buntes Drusenzelt auf der Spitze des Hügels errichtet. Es gab ihrer nicht wenig«: der Polize;minister Behor Schitrit, der seine Ansprache in dem ihm wohl geläufigen flüssigen Arabisch hielt: der haifaer Bürgermeister, Knessetmitglieder, darunter J. Almogi und die beiden drusischen Abg;ord. neten; Erzbischof Hakim, der Vertreter des Landwirtschaftsminis‘er von Burma; hohe Polizeicffiziere; und last not lea.t die Drusenscheichs und Notabein in ihren roten weissumwickelten Turbans oder den fliessenden weissen Tüchern, die ih. re gebräunten Gesichter aufs Malerischste einrahmtsn. Unter den Rednern, d'e später die teppichbelegte Biihre „unten im Tal” betraten, befanden sich auch die Ortsvorsteher der beiden „Zwillingsdörfer” Daliat El Carmel und Ussefija. Beide betonten, was' die Regierung für sie getan hätte und beide beteuerten ihre Treue für „unseren gemeinsamen Staat Israel.” einer echten „Fantasia” gehört. Dafür aber ritten die malerischen „Kunstreiter” mit Braveur und wehenden Kopftüchern Runde um staubaufwirbelnde Hunde. Der Wind trug angenehm kitzelnde Gerüche von Kaffee mit „Hel”, dem scharfen orientalischen Gewürz, sowie von brutzelndem Schaschlik zu den Zuschauern und wies den Weg zu den Buden, wo diese Genüsse zu erwerben waren. Auch der „westliche Einsch’ag” fehlte nicht: zwei Mannschaften aus den Nachbardörfern veranstalteten ein „Traktorwettrennen”, wobei Steine aufgeiaden und dann in einen Graben geworfen werden mussten. Die Schulkinder beider Dörfer zeigten ihre durchaus verwestlichten Turnkünste: sie bildeten Pyramiden, eine liegende „Zehn”, führten Freiübungen vor, wobei alles auf Pfiff und mit ganz unorientalischem Tempo vor sich ging. Dann aber kam wieder das Morgenland zu seinem R:cht: eine orientalische Musikkapelle brachte ihre näselnden, aufpeitschend mono onen Weisen zu Gehör, wobei die Triller des Vorsängers mit begeistertem Applaus begrüsst wurden. Ein (ni ht drusischer) Zuschauer fühlte sich so hingerissen, dass er aufstand und als Zugabe einen parodistischen Bauchtanz zum Besten gab. Dann aber begann der „Unterhaltungsteil”, und er liess für Anhänger von Karl May und „Tausendundeine Nacht” nicht viel zu wünschen übrig. Zwar fehlte die Schiesserei, die e’gentlich zu Natürlich fehlte auch nicht die traditionelle „Debka”, der stampfende Rumpftanz, zu dem die Männer ganz besonders wallende weisse Pluderhosen angelegt hatten, noch auch eine „Dichterdarbietung”. Vier Männer, die als „berühmte Poeten“ angekündigt waren, traten ans Mikrophon urd rez tievlen singend ihre improvisierten Schöpfungen, in denen das Wort ..Israel” immer wieder vorkam. WoM eine halbe Stunde „dichteten” so d:e vier Sänger, während im Hintergrund — zum Jubel von Orient wie Okzident — ein strahlendes Feuerwerk abbrante, und u~zä lige Glühlampen und Scheinwerfer das bunte Bild beleuchteten. Wer Hurger hatte, wurde von drusischen Jungen mit einem Erfrischungspäckchen bedacht, in dem er eine Pitta Tomaten und Gurken, so- ■en lügen sch und U »-o t ^cheraDisdafün erstanden*“^ WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Sonnabend, den 13. Februar 511 % SEBŒ I dep-2 .00 ****** Donnerstag, den 10. März Sonntag, den 13. März Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13 April Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April Montag, den 2. Mal Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2 August Mittwoch, den 21. September Chamischa Assar b’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Fasten Ester Purim Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstag Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b'Aw Tischa b’Aw Erew Rösch Haschana 5721 Drei Generationen. Der Einfluss S. R. Hirschs auf das jüdische Leben und Den. ken von Rabbiner Dr. J. Gruenfeld. London. Jewish Post Publications 1958. Die gewaltige Bedeutung S. R. Hirschs für das religiöse Judentum darzustelien, hat sich der bekannte londoner Rabbiner und Gelehrte Dr. Gruenfeld zur Aufg be gemacht. In seinem in ei.glischer Sprache kürzlich erschienenen Buch „Drei Generationen” schildert der Verfasser das Werk von S.R. Hirsch und seine Zeit. Das orthodoxe Judentum besass in der Mitte des 19. Jaarhunderts zwar Männer von grosser talmudischer Gelehrsamkeit, die jedcch meat nur .der Allgeme nbildung ermangelten sondern .h.e Aneignung den Gläubigen untersagten. Es war die historische Bedeutung S. R. Hirschs, dass er erkannte, dass weltliche Bildung m't strengster Traditions.reue vereinbar ist. In zahlreichen Schriften versuchte Hirsch, diese late dem damaligen Judentum näher zu bringen. Hirse s unermüdlichem Fleiss, er war nicht nur ein glänzender Schriftsteller, sendern auch ein guter Organisator, gelang es, in Frankfurt ein orthodoxes Zentrum zu schaffen, dessen Einfluss sich allmählich im deutschen Judentum fühlbar machte. In Berlin folgte Esriel Hildesheimer dem Beispiel Hirschs. Jüdische Höhere Schulen und ein orthodoxes Rabbinerseminar wurden gegründet. Rabbiner Dr. Gruenfeld beschäftigt sich dann m't dem Nachfo'ger Hirse'-s in Frankfurt, Rabbiner Dr. Breuer, der das Werk Hirschs weiterführte. Der Verfasser führt zahlreiche Männer an, wie etliche Pflaumen vorfand. „Denn”, wie der Zeremonienmeister von der Bühne her feierlich durchs Mikrophon verkündete, „wir wünschen, dass unsere Gäste von unserem Essen kosten, wie es bei uns Gastrecht und Brauch ist.” Und dann, um die Geg n eitigkeit der jüdisch drusischen Zusammenarbeit noch deutlicher zu machen, trat auch die Tanzgruppe d s Tec'.inion auf. Sie bewies, dass auch wir schon „Debka” tanzen können, und dass unsere Volksmusik bereits beinahe wie die „einheimische” klingt. Naiv und vielfarbig exotisch und ungewö. nlich war dieses Fest, und e n Leichtes wäre es, darüber mehr oder weniger treffende Scherze zu machen. Hinter der Naivität und der leicht zu parodierenden Mischung von Urwüchsigkeit ur.d Nachahmung verbarg sich aber ein tieferer Sinn. Die Drusen waren ebenso stolz auf ihre „westlichen” wie auf ihre angestammten und traditionellen Programmpunkte, und das gleiche kann für die jüdischen Mitwirkenden gelten. Daraus ergibt sich, dass wir uns einer notwendigen Synthese nähern, ohne die eine Existenz auf dieser Erde und in dieser Weltgegend unmöglich ist. Die bodenständigen „Minoritäten” unseres Landes werden sich ein wenig modernisieren müssen; wir selber aber werden uns etwas zu „orientalisieren” haben, damit eine Schwebe erreicht wird, ohne die auf lange Sicht ein Zusammenleben zwischen uns und den Völkern dieser Gegend im Frieden! — kaum denkbar scheint. Onll® die im Sinne S. R. Hirschs wirkten und wirken. Besondere Abschnitte seines Buches widmet der Verfasser der Gegenwart. Die Werke Hirschs liegen jetzt in englischer Sprache vor. Zwei Bände seines berühmten Kommentars zur Thora sind bereits in englischer Uebersetzung erschienen. Das Vorwort zu diesem gewaltigen Werk schrieb Dr. Gruenfeld selbst. Er selbst hat einen Teil der gesammelten Schriften in englischer Sprache herausgegeben. Von lebenden Gelehrten, die im Sinne Hirschs tätig sind, werden in dem Buch Gruenfelds der berühmte Talmudist und Rabbiner Dr. J. Weinberg erwähnt, einer der grössten talmudischen Kapazitäten, — Gruenfeld nennt ihn Gaon, schrieb in der Schweizein Aufsehen erregendes Buch, „Das Volk der Religion”. Eine ehrenvolle Erwähnung findet der bekannte Mitarbeiter der Jüdischen Wochenschau, Dr. H. Weyl, mit den folgenden Worten: „Unter den bekannten Aerzten befanden sich Dr. Wolfsberg, Dr. Merzbach und Dr. Herman Weyl, der begabte Schriftsteller auf religiösem und philosophischem Gebiet.” Ein besonderer Abschnitt behandelt den Einfluss Hirschs in Südamerika. Gruenfeld hebt die Werke Rabbiner Kleins hervor und spricht anerkennend von der Tätigkeit Eugenio Villas und der Schriften von Zwi Rabinowitz. Er schätzt auch die Bedeutung der orthodoxen Gemeinde und ihres Rabbiners Dr. Oppenheimer aus Frankfurt. Es ist unmöglich, hier näher auf den reichen Inhalt dieser Arbeit von Rab_ biner Dr. Gruenfeld einzugehen. Seine Lektüre sei allen, die sich für die jüdische Geistesgeschichte interessieren, empfohlen. Zusammen mit dem Werk von H. Schwab, „Geschichte der jüdischen Orthodoxie in Deutschland”, gewinnt man einen guten Ueberblick über die Geschichte des orthodoxen Judentums in Deutschland und seines Einflusses im Ausland bis zur Gegenwart. Dr. C. Vogel Literarische Notizen Leopold-Ordens Rabbiner Joseph Lepkifker in Lüttich und Professor für Religion in dieser Stadt wurde zum Ritter des Ordens Leopold ernannt. Stefan Zweig- Gesellschaft Als erste Publikation der Stefan Zweig-Gesellschaft in Wien ist eine 120 Seiten umfassende Würdigungsbroschüre unter dem Titel „Stefan Zweig — Spiegelungen einer schöpferischen Persönlichkeit” erschienen. Sifre Thora nach Israel Der Lubawitscher Raw, Rabbi Menachem Menael Schneerson, hat auf Veranlassung des israelischen Religionsministers eine Aktion zur Sammlung von Sifrei Thora in Amerika durchgeführt. Die Aktion wurde mit der Sendung von 500 Exemplaren abgeschlossen, die an die neuen Siedlungen verteilt worden sind. PUBLIKATIONEN DES IE0 BAECK INSTITUTES Soeben erschienen: VEROEFFENTLICHUNG DES LEO BAECK INSTITUTES Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart (1959) SELMA STERN JOSEL VON ROSHEIM BEFEHLSHABER DER JUDENSCHAFT IM HEILIGEN ROEMISCHEN REICH DEUTSCHER NATION Die Geschichte des klugen und mutigen Führers und Anwalts, Trösters und Helfers der deutschen Judenheit ir ihrem Kampf um Recht una Freiheit gegen Kirche, Kaiser und Volksabei glauben zu Beginn der Neuzeit. (280 Seiten) VEROEFFENTLICHUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN LEO BAECK AUS DREI JAHRTAUSENDEN Wissenschaftliche Untersuchungen und Abhandlungen zur Geschichte des jüdischen Glaubens MIT EINER EINFUFHRUNG VON HANS LIEBESCHUETZ s ir, deutscher Sprache SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine materiaireiche sozialpolitische Studie über das Wanaerschicksai emei jüdischen Gruppe im Schatten des Antisemitismus und zweier Weltkriege. ★- 2 ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung des einzigartigen Kampfes der deutschen Juden um Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung angesich’s der drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. -★- 3 MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts de* Metaphysikers Geschichtsphilosophen und Soziologen — zugleich ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel

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