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Jüdische Wochenschau · 1960-02-05 · 1751 (5.2.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1751 (5.2.1960)
Date
1960-02-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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XXI. — No. 1751 Einschreiten der UN gefordert Jerusalem. — Israel wandte sich an die hiesigen UN- Behörden und an den Sitz der Vereinten Nationen in New York und forderte das Einschreiten der UN-Beamten, um die gänzliche Evakuierung der Syrer aus der entmilitarisierten Zone südöstlich des Tiberias-Sces durchzuführen, die der Schauplatz einer viertägigen wilden Schlacht gewesen ist. Das israelische Aussenminieterium erteilte dem ständigen zweite^ Chef der israelischen Delegation vor den UN, Joseph Tekoa, die beireffenden Instruktionen; ein ähnliches Erguchen wurde an den Chef der Kontrollkommission für den Waffenstillstand, General. Carl von Horn, gerichtet. Die Vereinten Nationen wurden gleichzeitig ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass weitere syrische Ueberfälle vermieden werden. Aussenminister Golda Meir hatte eine Unterredung mit Ogden Reid, dem USA-Botschafter in Israel, der um zusätzliche Informationen ■über die Ereignisse in Bet Katzir und die künftige israelische Politik geoeten hatte. Autorisierte Quellen bestätigten den informative,} Charakter dieser Zusammenkunft, die Botschafter Reid instand setzen solite, dem State Department zu berichten. — Diplomaten verschiedener anderer Länder erschienen bei den höheren Beamten des Aussenmimsteriums, um zu dem gleichen Zweck Informationen einzuholen. Abraham Biran, der Chef der Abteilung des Aussenministeriums für die Waffenstillstände, traf mit General von Horn zusammen, dem er die Annahme ..aller nötigen Massnahmen zur Entfernung der syrischen Truppen aus der entmilitarisierten Zone'1 nahelegte. Ein gleice.es Ersuchen wurde vom israelischen Repräsentanten dem Präsidenten der gemischten syrisch-israelischen Waffenstillstands - Kommission unterbreitet. Die Beobachter erinnern an Ben Gurions Warnung in der Knesset, dass Israel erneut zur Selbsthilfe greifen wird, falls die UN die syri- Gedenkfeier in Bergen-Belsen Bergen-Belsen. — Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Nachum Goldmann, legten Blumenspenden an den beiden Monumenten nieder, welche an der Stelle der Tideslager aus der Nazizeit errichtet wurden. Die Denkmäler sollen die Erinnerung an die 23.000 Toten wachhalten, die von den Nazis ermordet wurden. Der Gedenkfeier wohnten ferner Ernst Lemmer, liundesminister für pangermanische Fragen, Franz Josef Strauss, westdeutscher Verteidigungsminister, und Paul Lucke, Bautenminister, sowie Beamte Niedersachsens, Delegierte der deutscher. Ju. gendbiinck, usw. bei. „Ich bm tief erschüttert Februar letzter Ausverkaufsmonat 30 Prozent Rabatt bei Barzahlung 15 Prozent Rabatt mit Zahlungserleichterung auf alle Sommer-, Herbst- und Winter. 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Dr. Adenauer betonte, dass „das neue Deutschland alle Völker und Rassen achtet, denn die Freiheit und die Menschenrechte sind unsere höchsten Ideale.” Er ersuchte das deutsche Volk und die Weltöffentlichkeit seiner Versicherung Glauben zu schenken, dass seine Regierung alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um diese Ziele, ..besonders auf dem Gebiet der Erziehung” zu erreichen, damit ..das in Bergen-Bel sen Geschehene sieh niemals wiederholen könne”. — „Wir gedenken heute nicht nur der jüdischen Toten sondern auch der Polen, Franzcsen und Tschechen, die mit ihrem Leben gezahlt haben”, schloss er. Dr. Goldmann verwies darauf, dass der „symbolische Sinn” der Veranstaltung zum Gedenken an die Märtyrer, die von der Mörderhand der Nazis gefallen sind, auch „ein Symbol für den Entschluss des deutschen Volkes sei, zu einem vollberechtigten Mitglied in der Familie der freier, demokratischen Nationen zu weröen.” — „Die Leiter des .Neuen Deutschland’ stehen hier neben den Juden nicht nur, um ihren Abscheu vor der Vergangenheit zu bekunden, sondern auch um zu schwören, dass die Schrefcken von Bergen-Belsen sich niemals wiederholen dürfen”, führte er aus. Er erinnerte daran, dass er Bundeskanzler Adenauer zum ersten Mal in einer Geheimkonferenz im Jahre 1952 begegnet sei, und damals habe er ihm erklärt, er halte es für seine Pflicht. ,hm zu sa_ gen, dass das jüdische Volk niemals die Nazizeit vergessen wird. „Aber es war auch das Midische Bestreben, die Vergangenheit in konstruktiver Weise zu überwinden”, fuhr Goldmann fort, „und dies führte nicht nur zu dem Abkommen in Luxemburg über die Entschädigungen, sondern auch zu den konstruktlvej, Beziehungen die heute zwischen der jüdischen Gemeinde in Deutschland und der westdeutschen Regierung bestehen.” (ITA) sehen Eindringlinge nicht vertreiben sollten. Später hiess es, die Syrer hätten sich in ihre Positionen im Dorf Twaafik zurückgezogen, welches die israelischen Truppen bei einem Blitzangriff in der Nacht vorher erobert und dem Erdboden gleichgemacht hatten. Die jetzigen Ereignisse kennzeichnen Israels grundsätzliches Dilemma. Israel muss entscheiden, ob es sich für den Augenblick damit begnügen soll, die syrischen Befestigungen zerstört zu haben und sich, neuen Ueberfällen auf dem als unwirksam betrachteten Weg über die UN widersetzen oder durch reine militärische Gewalt kommenden Angriffen zuvorkommen soll. Es wird darauf verwiesen, dass die zweite Alternative die Zerstörung weiterer syrischer Stellungen erfordern würde, um die Möglichkeit künftiger Zusammenstösse aus dem Wege zu räumen. Dieses Dilemma wird jetzt von Premierminister Ben Gurion und seinen Mitarbeitern geprüft. Das Ersuchen, das Biran an von Horn gestellt hat, wird als eine Warnung an diesen UN-Beamten betrachtet, dass die zweite Alternative „im Bereich der Möglichkeiten” liegt. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA BISEM AN ARIO INDEPENDIENTE Bs. Air*« - PUEYRREDON 2190, 1? «q. — T. E. 83-2613 7. 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