Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1751 (5.2.1960)
- Date
- 1960-02-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 5 de Febrero de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1751 Zwischen Europa und Asien (Schluss von Seite 1) einer Zeit des Eisernen Vorhangs, als die Tartaren das Land besetzt hielten. Zar Peter der Grosse hat l.iit Gewalt darum gekämpft, das Land an den Prozess der Europäisierung anzuschlie. ssen. Aber immer standen sich Slawophile und Westler gegenüber, d. h. Menschen, die im Bewusstsein der besonderen oder vermeintlichen Werthaftigkeit des Slawentums für eine eigene Linie des russischen Riesenreiches eintraten, und Menschen, die sich für den Westen aussprachen, die vom Westen das Heil erwarteten, die Russland als einen wesentlichen unlösbaren Bestandteil der europäischen Völkerfamilie betrachteten und alles daran zu setzen bereit waren, um die Anerkennung Russlands als Glied der europäischen Kultur zu erreichen. Als eine Antwort auf die gewaltsame Europäisierung Russlands durch den Zaren Peter den Grossen betrachtete man Puschkin, der mit Würde auf die Herausforde rung der Europäisierung des \ Zaren geantwortet habe Puschkin selbst vollzog in sich — reibungslos — eine Harmonisierung zwischen der russischen und europäischen Kultur, denn .er war ein grosser Russe und ein grosser Europäer zugleich. Interessant wurde die Gegenüberstellung des Slawentums mit Europa in Persönlichkeiten von der Bedeutung und Einmaligkeit eines Dc-stojewsky, der in seinen politischen Schriften dem Gedanken Europa eine Absage erteilte: „Und haben wir erst begriffen. dass vieles, was wir an unserem Volke verachtet haben nicht Finsternis, sondern Licht ist, dann werden wir Europa jenes Wort sagen, das man dort niemals gehört hat: dann werden wir uns überzeugen, dass kein einziges Volk als unseres das wirkliche soziale Wort in sich trägt.” (!) 1885 schrieb Konstantin Leontjew, den man den russischen Nietzsche nennt, über das gleiche Thema: „Ohne diesen Asiatismus wären die Slawen nur schlechte Europäer; sollen sie denn die Eier des europäischen Kleinbürgertums ausbrüten? Das wäre furchtbar”. Aber diese und die in der Zeit der bürgerlichen Hochkonjunktur in Russland selbst zu klaren Gegenüberstellungen führte, sollte von den europäischen Politikern nicht genügend beachtet werden, denn schon Dostojewsky, Leontjew und viele andere deuteten an, dass diese Debatte durchaus keine theoretische mehr geblieben war, sondern ihren en»scheidenden Niederschlag in der politischen Orientierung der russischen Intellektuellen gefunden hat und damit zukunftweisend geworden ist. Aber Europa kümmerte sich wenig um diese Debatte, die man für nicht ibteressant genug hielt, um sich damit zu beschäftigen, bis dann die Russischs Revolution mit elemanterer Gewalt das alte Europa auslöschte und das verbleibende an den Rand des Chaos rückte. Am Vorabend des japanischen Krieges hatte Fürst Uchtomskij gesagt: „In der organischen Verbindung mit den asiatischen Völkern liegt das Unterpfand der russischen Zukunft.” Wurde diej ser Satz nicht erst gestern ausgesprochen, so ungeheuer aktuell ist er. Andererseits warnte der Philosoph Solowjew seine Landsleute vor einer übertriebenen Abkehr von Europa und Anlehnung an Asien. Er dürfte wohl einer der ersten gewesen sein, der auf die „Gelbe Gefahr” hingewiesen hat. Wahrscheinlich muss man eine Synthese dieser beiden extremen Auffassungen suchen, um nicht nur Russland gerecht zu werden, sondern eine stabile Lösung der Weltfriedensfrage zu finden. Denn schon handelt es sich nicht mehr um eine Frage, die nur Russland angehen würde, oder die ausschliesslich Gegenstand akademischer Erörterungen »ein sollte. Wir stehen vor einem der entscheidenden Weltprobleme. Wird sich die Menschheit nicht dessen bewusst, dass hier eine kardinale Frage zur Entscheidung steht, dann treibt sie vielleicht in ein Meer der Hoffnungslosigkeit hinein, ohne es zu merken, aus welchem es trotz allen möglichen Kraftaufwandes keinen Ausweg mehr geben wird. Denn die einseitige Orientierung Russlands an Asien muss die „Gelbe Gefahr” für als eine Kontradiktion geäussert haben, was damals ein Entweder-Oder war. heute ist die politische Chance gegeben, diese Extreme von früher zu einer Synthese harmonisch zusammenzufassen. Die „Gelbe Gefahr” wird niemand mehr leugnen. Auch die Russen werden es nicht mehr tun. Die „Gelbe Gefahr”, das bedeutet das erwachende Asien, das aufsteht. um seinen Kreuzzug gegen Europa zu beginnen. Geschichtliche Entwicklungen bewegen sich in Wellenformen. Sie gehen einmal nach dieser, dann aber nach der,, anderen Seite. Sie haben die Bewegung des Uhrpendels, der einmal nach rechts und einmal nach links ausschlägt. Und Europa fürchtet sich vor diesem Kreuzzug des Ostens. Nicht zuletzt ist es auch das schlechte Gewissen, das zu dieser Angst führt. Der Hass gegen den weissen Mann ist begründet. Das Christentum, das Liebe predigte, kam mit dem Schwert. Wir selbst, die wir doch ein Teil des Westens,' ein Teil Europas sind, haben diese „Wohltaten” der Christ liehen Zivilisation am eigenen Leib verspürt. Natürlich wagen es die Juden nicht, auch diese Dinge beim rechten Namen auszusprechen. Leben wir doch im Golus, leben wir doch vor allem hier in einem katholischen Land. Man müsse Rücksicht nehmen! Worauf? Man muss nur auf die Wahrheit Rücksieht nehmen( und die Wahrheit ist, dass das Christentum nicht mit Liebe und einem guten Wort die Völker zu überzeugen versuchte, sondern mit dem Schwert, vor allem uns, die Juden. Und was man uns antat. haben die kolonisierenden Völker Europas auch den anderen Nationen, den Fremden, den Einheimischen. den „Nicht-Entwikkelten”, den heidnischen Völkern zugefügt. Aus die*en Gründen ist es durchaus nicht verwunderlich. dass der Westen vor jenen zittert, denen er Jahrhunderte hindurch die Moralpredigten hielt und denen er »eine Ideale verkündete, die er aber rücksichtslos unterjochte, um ihre Kräfte zu nutzen und ihre Möglichkeit Eisenhower stellt richtig Washington. — Präsident Eisenhower eröffnete seine dieswöchige Pressekonferenz mit der Ankündigung, er wünsche seine Aeusserungen über seine Unterhaltung mit dem israelischen Exbotschafter Abba Eban richtig zu stellen. Eisenhower bemerkte, er habe sein Sekretariat angewiesen, die Archive zu studieren. Dabei habe sich herausgestellt, dass seine Annahme, Eban persönlich im voraus vor der israelischen Sinai-Kampagne vom Oktober 1956 gewarnt zu haben, auf einem Irrtum beruhte. Wie erinnerlich hatte der Präsident in seiner Pressekonferenz der vorigen Woche erklärt, er habe zu Eban gesagt, er dürfe nicht glauben, dass Rücksichten auf die amerikanische Judenheit und die Novemberwahlen die USA von einem Widerstand gegen eine militärische Aktion Israels abhalten könnten. Der Präsident stellte richtig, dass er diese Aeusserung zu Staatssekretär Dulles gemacht habe, der einige Minuten später mit Eban Zusammentreffen sollte. Eisenhower gab zu, dass sein Gedächtnis ihn im Stich gelassen habe. (ITA) Auseinandersetzung, die sich ¡die übrige Welt heraufceüber Jahrhunderte hinzog schworen. Die „Gelbe Ge- •--j fahr' Dr FREY Abogado PUEYRREDON 2190 17 xxq. nachm. 19—19 Uh» ist kein Hirngespinst und kein Schreckgespenst,! sie ist eine politische Möglichkeit ersten Ranges. Was die Russen des vergangenen Jahrhunderts, was Uchtomskij und Solowjew damals 1 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 a T E. 49-5850 # J. Liebling FOURRIERE — _ SPERHHOELZEB OIAZ VELEZ 5324 al 90 T. £ 43-2343/0340 y 3021 Judith Schenkolewski Kultusctick er.ien Schabboadecken - Tallisbeutel . Käppchen Massot-Tascheo - Hand- und M asch inenstickerej von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-015$ Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos and unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSERN GESCHÄRFTEN KoahTÜto 571, *• SL T. L 40-4037 y T0-7344 ten sich selbst dienlich zu machen, um es einmai sehr höflich auszudrücken. Die „Gelbe Gefahr” ist vielleicht gar keine Gefahr, wenn sie durch die Mittlerrolle Russlands gebändigt und in normale Bahnen gelenkt wird. Wir brauchen doch nicht die Gegenüberstellung von Ost und West, von Europa und Asien, als eine gegebene, unwandelbare Grösse in unserem ooPlüschen und gesellschaftlichen Leben hinzunebmen. Vielleicht gibt es doch noch die Möglichkeit einer Svr these zwischen diesen beiden Welten, die doch schliesslich geographisch, physisch und psychisch, geistig, materiell und ideell eine echte Einheit darstellen. Vielleicht gelingt es nicht nur den Russen, aber auch ihnen, diese^ Zauberbann, der die Welt zerte'l-, zu zerbrechen, gerade weil s.e nicht einseitig Europa zugehören, aber ebensowenig einseitig als ein asiatisches Land, als eine asiatische Kultur, als eine asiatisc e Macht angesprochen werden können. In einem anderen Rahmen jund Masstab dürfte auch jdem jüdischen Volk eine ¡ähnliche internationale Aufjgabe Zufällen. Denn Israel gehört nicht klar zum Westen oder zum Osten, obwohl seine politische Aktion heute aus besonderen Gründen einseitig und klar nach dem Westen ausgerichtet la Semana Israelita Bise mañano: aparaos m Marte» y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltds Verantwortlich: Dt. H. Swarsensky Pueyrreaon liSHi p i»q T ii 83-2613 A L-ono-Preise Argen.n:er¡ 5 60.— pro Quartal NERVENu. GEMUETS KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn v 1UVADAVTA 2925, T. E. 49-7534 | Mont., Mittwoch, Freitag i 17—10 Uhr. Tel Anmel- | dung erbeten I g j b jB r g--*-*•* Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ES TOMB A 3393 — S3 9314 RAYOS X PARADENTOSE Sale*. Voranmeldung wurde. Das bedeutet aber keine Festlegung aus ei: er geistigen Orientierung h raus, die sich über d.e Bindungen der Tradition und der Vergangenheit erhtbt. Israel ist ein a^atiseheS Land, wenn auch seine Führung die Bildung Europas io sich aufgenommen hat. Aber weil Israel ein europäucaorientiertes Land ist, kann es auch jene Mittler! o’-le zwischen den Kontinenten, zwischen den Kulturen, zwischen den widersätzlicten Interessen, vielleicht sogar zwischen den Religionen spielen, um zu einem Ausgleich zu gelangen, um zur Ueberwindung der Trca» pungslinien zu kommen, tun jene Harmonie zu erreichen, die von den Völkern erstrebt werden muss, damit eine neue Gesellschaftsordnung die Grundlage für einen dauernden Frieden und für den Fortschritt sein kann. Dr. DARIO COHEN CIRUGIA Pampa 2926 Solicitar hora SEÑORAS T. E. 73-1116 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL U M A N S K Y SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 76 7533 BOMBONER1A ELCA PAMPA 2857 Tagt. teteeti tu ei«. Hersthelluog j BOMBONES «adere Spezialitäten 1«** in] rfbe—rtec ietaet Qualität ¡Es wtrd Um Hasts geltet*rl. Buten Ste an: T. 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