Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1751 (5.2.1960)
- Date
- 1960-02-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Israel greift zur Selbstwehr Ûâ JkwxXUtG. Z&uCdZÜiCL BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE FEBRERO DE 1960 Erklaerung Ben Gurions Jerusalem. — Premierminister Ben Gurion erklärte in der Knesset, solange die Waffenstillstands-Kommission der UN „unfähig sei. die Syrer aus israelischem Territorium zu vertreiben, bliebe Israel kein anderer Weg übrig, als Gewalt anzuwenden.” Ben Gurion gab diese Erklärung ab, nachdem die Kommunisten den Antrag gestellt hatten, über die letzten Kämpfe an der syrischen Grenze eine Debatte zu eröffnen. Der Ministerpräsident lügte hinzu, Israel werde den arabischen. Bauern in gutem Glauben weiter erlauben, in der entmilitarisierten Zone das Land zu bebauen, doch ..wir werden unter keiner Bedingung zulassen, dass syrische Polizeioffiziere oder Militärs diesen Boden betreten.” (ITA) Descubrimiento Arqueológico Jerusalem. — El importante hallazgo del muro original de la ciudad de Meddigo del Rey Salomón fué hecho por un equipo de la universidad hebrea dirigido por el Prof. Igael Yadin. El descubrimiento resuelve un problema arqueológico que ha venido intrigando a los científicos durante más de 30 años, según indicó Yadin en conferencia de prensa. Científicos de la universidad de Chicago excavaron hace 30 años una fortaleza construida en el mismo estilo típico como los palacios-fortalezas de Salomón en Jazor y Yelel. Empero una puerta de la ciudad llevaba a un muro enteramente distinto; además en otro punto de las ruinas fué descubierta otra fortaleza solomó-’ nica por un americano, debajo del muro de la ciudad. Ello confundió a los arqueólogos desde entonces y muchos debates eruditos siguieron hasta la fecha acerca del porqué Salomón construyó el muro encima de la ciudad. El equipo del Dr. Yadin excavó bajo el muro y descubrió las ruinas de otro muro de estilo característico solomoniano. Ello, juntamente con las cerámicas halladas ahora, prueba que el muro superior y también los famosos "establos de Salomón” no fueron construidos en tiempo de aquel rey, sino por el rey judeo Ajab. más larde, sobre el sitie de la ciudad original de Meggido. SCHLOMO S. TANGER Archäologische Entdeckung Jerusalem. — Der wichtige Fund der ursprünglichen Mauer der Stadt Meggido des Königs Salomon wurde von einer Gruppe der Hebräischen Universität unter Führung von Prof. Jigal Jadin gemacht. Die Entdeckung löst ein archäologisches Problem, das die Wissenschaftler seit über 30 Jahren beschäftigt, wie Prof, Jadin in einer Pressekonferenz erklärte. Forscher der Universität von Chikago gruben vor 30 Jahren eine Festung aus. die im gleichen Stil gebaut war, der für die befestigten Paläste Salomons in Jasor und Jelel typisch ist. Doch das Stadttor führte zu einer völlig verschiedenen Mauer, und ferner wurde an einer anderen Stelle der Ruinen von einem Amerikaner unter der Stadtmauer eine weitere salomonische Festung entdeckt. Dies verwirrte die Archäologen seither, und viele gelehrte Debatten bewegten sich bis heute um die Frage, warum Salomon auf der Stadt eine Mauer errichtet habe. Die Gruppe Prof. Jadins grub unter der Mauer und entdeckte die Ueberreste von einer anderen Mauer in charakteristisch salomonischem Stil. Dies beweist nunmehr zusammen mit den aufgefundenen Tongeräten, dass die obere Mauer und auch die berühmten „Ställe Salomons” nicht zu Zeiten dieses Königs sondern vom judäischen König Achab später über der Stelle errichtet wurden, an der die ursprüngliche Stadt Meggido stand. SCHLOMO S. TANGER Tel Aviv. — Drei Tote, sieben Verletzte und mehrere verwundete Siedler waren das Ergebnis eines syrischen Bombardements in einer Nacht, in der die israelischen Truppen eine syrische Militärbasis zerstörten. In den Morgenstunden, nach dem die Einstellung des Feuers nach Eingreifen der UN-Kontrolikommission für den Waffenstillstand erzielt worden war, schlugen immer noch sporadisch syrische Bomben ein. Gleichzeitig vertrieben israelische Düsenflugzeuge vier von Syrern bemannte russische MIG 17-Apparate, die den Versuch unternahmen, in den israelischen Luftraum einzudringen. Die israelischen Piloten wurden über der nördlichsten israelischen Kolonie Metulla bedrängt und mussten sich zurückziefaen. Die den Syrern zugefügten Verluste und Schäden werden für „viel erheblicher” als die von Israel erlittenen angesehen. Fünfzig Häuser Für viele, wenn nicht'für »Ile Völker ist ihre geographische Lage zu ihrem Schicksal geworden. Dass Grossbritannien eine Insel ist, bestimmte den Weg dieaes Reiches in der Geschichte. Dass Israel an der Grenze dreier Kontinente liegt, ist seine Berufung, aber auch sein Schicksal. Dass Belgien zwischen zwei feind, liehen Reichen lag, machte es zum Angriffspunkt des deutschen Militarismus. Dass Deutschland im Herzen Europas liegt, bewirkte seine Unsicherheit und seine Expansionslust. Die Beispiele aus allen Ländern und Zeiten können beliebig erweitert werden. Eine klassische Frage der internationalen Politik, der wurden von den Israelis in dem verlassenen syrischen Dorf Twaafik dem Erdboden gleichgemacht. Dieser Ort war von der syrischen Armee in einen Stützpunkt verwandelt worden, der die israelischen Kolonien in der entmilitarisierten Zone südöstlich vom Tiberias-See beherrschte. Eine Anzahl syrischer Maschinengewehre und Kleinwaffen wurden in Geschichtsschreibung und der Kulturgeschichte ist die nach der Rolle, die Russland einnimmt. Die Frage ist durchaus nicht neu; sie tauchte nicht etwa erst auf, als die Kommunisten die Macht in diesem Riesenreich übernahmen. Es ist die alte Frage: Gehört Russland zu Europa? Sie hat beide Seiten seit Jahrhunderten beschäftigt. Es gab viele, auch recht extreme Antworten, die mit Leidenschaftlichkeit die Frage verneinten und bejahten, je nach der persönlichen Auffassung der Antwortenden. Am einfachsten erscheint die Frage für den Geographen, der den Ural gewöhnlich als die östliche Grenze Twaafik im Laufe einer Operation erbeutet, die die grösste ist, welche Israel seit dem Sinai-Feldzug durchgeführt hat. Der Angriff auf Twaafik begann kurz nach Mitternacht, nachdem die Abwehr des syrischen Mörserfeuers vier Tage lang gedauert hatte und vier Israelis getötet und zwei verwundet worden waren. Das am Morgen herausge- Europas ansetzt. Nach dieser Auffassung spricht man von einem europäischen und einem asiatischen Russland, das eine Einheit, aber doch gleichzeitig eine Zweiheit bildet. Die Theorie des europäischen Russlands führte auch zu der politischen Auffassung, dass das „eigentliche” Russland nur auf europäischem Boden liege, während der „asiatische Teil” als eine an das Mutterland angefügte Kolonie anzusehen sei. Auf diesem Umwege wurde dann auch Russland generell als eine europäische Macht gewertet. Auf diese Weise wurde Russland — von den einen — sogar als eine geistige Kraftquelle Europas angesehen. Man hat diese Frage auch unter anderen Aspekten zu betrachten versucht, unter sprachlichen, ethnischen, historischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, und immer waren die Antworten verschieden, von der Position des Kritikers und des Betrachters abhängig. So kommt es, dass in dieser Frage keine einhellige Auffassung besteht. Und doch dürfte die Antwort auf diese Frage nicht nur ein Spiel der Wissenschaft und ihrer verschiedenen Disziplinen sein, nicht nur ein interessantes Streitobjekt zwischen geistreichen Gelehrten, sondern eine Frage von praktischer Bedeutung für die Erkenntnis der politischen und vor allem auch der wirtschaftlichen Zusammenhänge in einer Zeit, in der Russland eine erste Rolle im Weltgeschehen spielt und auch in der geistigen Skala aller Wissenschaften und jegebene Communique der Israel-Armee lautet: „Als direkte Entgegnung auf die syrischen Provokationen und Gewalttätigkeiten der letzten Tage haben israelische Truppen die v-on den Syrern errichteten Positionen, welche das friedliche Leben in dieser Zohne bedrohten, bis auf den Grund zerstört. Bei dieser Operation wurden Häuser niedergerissen, die von den Syrern zu militärischen Stützpunkten gemacht worden waren.” Den Auftakt zur Schlacht gab syrisches Feuer auf die Felder der Kolonie Tel Katizir. Die Israelis erwiderten die Schüsse und rückten gegen die syrischen Artillerieposten in Twaafik vor. Der Chef des UN-Waffenstillstandes, General Carl von Horn, ersuchte beide Teile, das Feuer einzustellen. Diese Aufforderung trat kurz nach vier Uhr morgens in Kraft. Trotzdem wurden aus den syrischen Positionen noch vereinzelte Geschosse über die Grenze abgefeuert. Die umstrittene Zone von drei Hektar liegt innerhalb der israelischen entmilitarisierten Zone nahe dem mit Erlaubnis der UN-Behörden ausgehobenen Kanal. Die Syrer sandten Gruppen von als Bauern verkleideten Soldaten in das Gebiet und „änderten den Status”. Israel hatte der Waffenstillstans- Organisatiön seine Bereitschaft mitgeteilt, über die syrischen Ansprüche auf „das Recht, dort das Land zu bebauen”, zu diskutieren, doch ist es nicht gewillt, dies unter militärischem Druck zu tun. den Fortschritts eine dominierende Kraft wurde. Im Falle Russland könnte die Geographie nicht nur zum Schicksal eines Landes werden, sondern zum Schicksal der ganzen Menschheit. Denn Russland als die Brükke zwischen Europa und Asien nimmt eine der entscheidenden Schlüsselpositionen unserer Zeit auch dann schon ein, wenn man das russische wirtschaftliche, geistige, kulturelle und militärische Potential überhaupt nicht berücksichtigen würde. Die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre hat zu einer völligen Verlagerung des Schwerpunktes im Völkergeschehen geführt und die gewaltigen Völkermassetn Asiens in den Vordergrund des politischen Lebens gerückt vor allem — um nur ein deutliches Beispiel zu nennen, die Chinesen, die aus vielfachen Gründen in engem Kontakt mit den Russen stehen. Kein Land dürfte aufgrund seiner äusseren Bedingungen, in erster Linie aufgrund seiner geographischen, naturgegebenen Situation so berufen oder geeignet sein, die Verbindung zwischen Ost und West, zwischen Europa und Asien, zwischen den beiden sich gegenüberstehenden feindlichen Erdhälften herzustellen, wie gerade Russland, von dem man sich in den Gelehrtenkreisen nicht einig ist, ob es zu Europa gehört oder nicht. — Aus manchen Gründen ist ►diese Diskussion interessant. Die erste Schwierigkeit, die nicht einfach zu lösen sein dürfte, besteht in der Klärung der Frage, was man eigentlich unter „Europa” verstehen will. Man kann schon darüber streiten, ob Europa überhaupt ein fester und ein feststehender Begriff ist. Innerhalb des geographischen Raumes von Europa begegnen wir so vielen Differenzierungen und Nuancie' rungen, dass es sehr schwer fällt, von einem einheitlichen Europa zu sprechen, ohne sich grossen Generalisierungen und oberflächlichen Verallgemeinerungen auszusetzen. Nicht nur erst heute bestehen erhebliche Unterschiede, die sich keikeinesfalls nur auf Wirtschaftsformen oder politische Denkweisen beschränken, zwischen dem Westen und dem Osten Europas — zwischen den romanischen, germanischen und slawischen Völkerschaften, wie man die europäischen Nationen — gewiss völlig irrtümlich — ebenfalls einzuteilen versucht. Das Christentum hat in Europa eine grosse Rolle gespielt. Zeitweise war dieses Christentum ein verbindendes. zeitweise ein trennendes Element. Es ist nicht unwichtig zu wissen, dass das Kiewer Reich bereits christianisiert wurde (988), als die germanischen Völker Skandinaviens, als Finnland und Ungarn noch nicht das Christentum angenommen hatten. — Damals war Kiew, die Haupstadt des russischen Reiches, eine auch in ihrem Stil als europäisch anzusehende Stadt. Hierin brachte die Spaltung innerhalb der Kirche, das Schisma, eine neue Veränderung der Lage mit sich. Die russische Kirche isolierte sich von Rom, das russische Reich lehnte sich an Byzanz an und trennte sich von den westlich-europäischen Einflüssen. Allmählich entstand der Begriff des Abendlandes, dem sich Russland nicht zugehörig fühlte. Hier sollen jedoch nicht alle Phasen der russischen Entwicklung verfolgt und betrachtet werden, die Zeit der Tartarenherrschaft, die Zeiten des Humanismus, der Renaissance, der Reformation; sie alle haben natürlich auch ihre Auswirkungen auf Russland gehabt. Man sprach in der russischen Geschichte schon einmal von (ScfcluM auf Seite S Ben Gurion an de Gaulle Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion sandte ein Kabel an den Präsidenten Charles de Gaulle, in dem er ihn seiner Wertschätzung für die „traditionelle Tapferkeit, politische Weisheit und staatsmännische Fähigkeit” in der gegenwärtigen Krise in Algier versichert. Gleichzeitig gibt er der Hoffnung Ausdruck, de Gaulles „geschichtliche Botschaft” an sein Volk, die „das Ansehen Frankreichs in der Welt gestärkt” habe, möge „von Nutzen für Frankreich, Algier und die ganze Welt sein.” — (ITA) Die Situation in Nordisrael Jerusalem. — Ein Sprecher der gemischten Waffenstillstands-Kommission der UN erklärte, Syrien habe noch nicht auf die vor einigen Tagen erteilte Aufforderung geantwortet, die entmilitarisierte Zone auf Israels Seite zu verlassen, in der es in den letzten fünf Tagen zu Zusammenstössen gekommen ist. Nach dieser Mitteilung kündigten israelische Kreise klar und deutlich an, dass sie von General Carl von , Horn die Anwendung seines grösstmöglichen Einflusses erwarten, um die Befolgung des Befehls durchzusetzen. Nach den letzten Berichten sind die israelischen; Truppen bereit, den Vorschlag der UN anzunehmen und mit Syrien unter den Auspizien der Vereinten Nationen direkte Verhandlungen zu führen, damit neue Einbrüche in die umstrittene Zone vermieden werden, t Das israelische Aussenministerium bekundete sein In- I teresse an diesen Unterhandlungen, jedoch nur mit Bezug auf die Massnahmen zur Verhütung neuer syrischer Angriffe und die Fern reinstellung, jedoch nicht über , das allgemeine Problem dieser Zone, in die Syrien, | nach Israels Aulfassung, unter keiner legalen Begrün- 1 düng Truppen zu entsenden berechtigt ist. (ITA) WIE ICH ES SEHE---— Zwischen Europa und Asien _ von JEHUDA GOTTHEIMER