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Jüdische Wochenschau · 1960-02-02 · 1750 (2.2.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1750 (2.2.1960)
Date
1960-02-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Maries, 2 de Febrero de 1960 Año XXI. — No. 1750 — 7 LA SEMANA ISRAELITA Die Leuchte des Exils Die Historiker geben last übereinstimmend das Jahr 960 als Geburtstag von Rabbi Gerschom ben Jehuda aus Metz an, und so ist man berechtigt und verpflichtet, in diesem Jahre 1960 sich daran zu erinnern, dass dieser Grosse unseres Volkes vor tausend Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Während bis zu jener Zeit die jüdische Gelehrsamkeit ihre höchste Blüte in Vor- Zur 1000-Jahrfeier von Rabbenu Gerschom migkeit und Sittenreinheit verliehen ihm einen Ein. fluss auf die Geschicke seiner Stammes- und Glaubensbrüder, der weit über den engen Rahmen seiner Zeit hinausreicht. Seine wissenschaftlichen Leistungen bahnten auf dem Gebiete des religiösen Unterrichts, seine allgemein anerkannten ¿«¿¿N- -- —-- -*-=>'-*** n. «“cirvdUUM derasien, Nordafrika und auf .Forderungen innerhalb d der pyrenäischen Halbinsel entfaltete, enstanden nun mehr in Südfrankreich und am Rhein ’Lehrhäuser. Mindestens für ein volles Jahrhundert blieben die Hoch schulen von Mainz und Worms massgebend und führend. Der erste berühmte Vertreter des Talmudstudiums am Rhein ist Rabbenu Gerschom gewesen, „Meor Ha-Gola”, ,; Leuchte des Exils”, wie man ihn genannt hat. und in Rabbi Salomo ben Jiizchak („Raschi”) erreichte jene Gelehrsamkeit ihren Höhepunkt. Rabbi Gerschom lebte zunächst'' in seiner Geburtsstadt Metz und später in Mainz; Dem Lehrhaus, das er dort begründete, strömten Schüler aus vielen Ländern zu. Seine hohe Lehrbegabung. sein tiefes und umfassendes Wissen und vor allem seine schlichte Frömi gesellschaftlichen Lebens be den abendländischen Juden einen gewaltigen Umschwung an. Indem er zunächst eine fortlaufende hebraisierte Erläuterung zum Talmud schrieb, mac' tc er mit einem Schlage die europäischen Talmudstudie enden unabhängig von den „Geonim” („Gaon”), den grossen Leitern der Gelfhrtenschulen von Sura und Pumbedita (Babylonien), deren Tätigkeit vom 6. bis zum 12. Jahrhundert reichte. Nunmehr konnte jeder ernste Forscher sich selbst jene Auskünfte verschaffen, welche er bis dahin nur na h Ueberwindung unendliche* Mühen und Gefahren dort zu den Füssen der babylonischen Talmudgrössen hatte erlangen können. Und so, wie Rabbi Gerschom den Westen in wissensebaf licher Hinsicht von den morgenländischen. Gelehrten emanzipierte, gab er auch Verordnungen heraus für ein den abendländischen An schauungen angepasstes gesellschaftliches Leben. Geben Sie lnre FAMILIEN - ANZEIGE TELEFONISCH auf! Sie ersparen sich Zeit und Arbeit. Rufen Sie uns an 83-2613 Jüdische Wochenschau So verbot er die Polygamie (Vielweiberei), die prak tisch längst nicht mehr bestand: doch in der Theorie war es nach talmudischem Recht erlaubt — es kam selten vor —> mehr als eine Frau zu haben. Alle Juden des Abendlandes haben diese Anordnungen .Takksnot) Gerschoms argnommen und für alle Zuku"ft fce'behalten. Eine weitere Massnahme des weisen Rabbi , verbot, ohne Zustimmung! der Ehefrau eine Scheidung! zu vollziehen, d. h. keine! Gattin konnte gezwungen i werden, den Scheidebrief des Mannes anzunehmen. Ein Artikel wandte sich gegen die Verletzung des Briefgeheimnisses, ein ande-; rer suchte, die Rechtsprechung Zu sichern. Das Strafmittel gegen ' Zuwiderhandelnde war der Bann („Che-' rem”), der den Betroffenen gesellschaftlich uüd wirtschaftlich ächtete. Wer Gerschom diese Vollmachten erteilte, welche Autorität die Anerkennung seiner Massnahmen durchsetzte, wir wissen es nicht, und dies dürfte auch nicht von entscheidender Bedeutung sein. Genug, dass seine Person das höchste Ansehen genoss, dass seine Verordnungen von ungeheurem Einfluss auf die Zeitgenossen waren. Er wird uns als ein Muster der Weisheit, Demut und Frömmigkeit geschildert, der selbst erleben musste, wie zu Mainz im Jahre 1012 die erste Glaubensverfol gung auf deutschem Boden stattfand. Viele Juden wurden damals zur Taufe gezwungen, darunter auch Rabbi Gerschoms Sohn, dessen Verlust der unglückliche Vater auf das ergreifendste betrauerte. Von dem tiefen Leid, das sein Herz erfüllte, von den Schrecknissen, die sein Volk durchlebte, erzählen uns seine aufwühlenden Buss- und Klagelieder. Der bekannteste seiner Gesänge, in dem dem milde und friedfertige Mann in der begreiflichen Verzweiflung seiner Seele den Weltenrichter anfleht, dass Er all den Jammer und das unschuldig vergessene Blut sühnen möge, hat mit seinen Anfangsworten „Gedenke des Bundes” dem mit Bussgebeten angefiillten Vortag des Neujahrsfestes (Erew Roseh haschana) seinen Namen gegeben: „S’chor Brit” (Gedenke des Bundes). Der immer wiederkehrende Refrain des Gebetes lautet: „Gedenke des Bundes mit Abraham und der Hingebung Isaaks und stelle her das Zelt Jakobs und hilf uns um Deinen Namens willen.” So ist der hochgelehrte Rabbi Gerschom auch eiher der ältesten Pijutdichter (sy.nagogale Poesie) auf deutschem Boden gewesen. Das gesamte religiöse Geistesleben war durch die Wirksam- J keit Rabbi Gerschoms zu hoher Blüte gelangt, und die ' Juden waren daran ge-1 wohnt worden, jede Erhej bung der Seele in dem rei- ' chen Wissen zu finden, das * von den ererbten Schriften! und Ueberlieferungen aus.! ging. Der grosse Mann starb j NACHRICHTEN AUS ISRAEL ERDNUESSE NACH EUROPA Kürzlich sind nach Europa die ersten Sendungen Erdnüsse von der diesjährigen Ernte abgegangen. Insgesamt sind bereits 500 Tonnen Erdnüsse nach Deutschland, Oesterreich, Frankreich und der Schweiz versandt worden. Etwa 80 Prozent der neuen Erdnussernte wurden bereits nach Europa verkauft. ZEMENTAUSFUHR Nach dem bereits erfolgten Export und den vorliegenden Bestellungen ist anzunehmen, dass die Zementausfuhr im Jahre 1959 rur.d 250.000 Tonnen im Werte von fast 5 Millionen Dollar beträgt. ZEMENT NACH GHANA Vor kurzem sind 9.000 Tonnen Zement nach Ghana abgegangen. KUPFERZEMENT NACH SUED AMERIKA 650 Tonnen Kupferzement wurden auf der „Rimon” von Haifa nach Europa verschifft; das Bestimmungsland ist ein südamerikanischer Staat. Kupfer wurde letztensauf der londoner Börse mit 260.— Pfund St„ 80jähng, im Jahre 1040, im gleichen Jahre der Geburt Raschis, des, wenn man so sagen darf, noch berühmter gewordenen Meisters, der sein Werk auf den festen Säulen aufbaute, die Rabbenu Gerschom errichtet hatte. Curi Wille i also mehr als 700 Dollar pro Tonne notiert. Die Produktion im Kupferwerk von Timna läuft ai.f vollen Touren, und die Erzeugung von Kupferzemei.it wird dort programmäss g fortgesetzt. DER HAFEN VON ELAT Der Umfang des Frachte-iverkehrs im Hafen von Eijt ist in den zehn Monaten vom 1. Januar bis zum 1. November 1959 auf 100.000 Torrn n verladener und gelösch .r Güter, gegenüber 40.000 Tct. nen in der gleichen Per o; de des Vorjahres gestieg a. Hierbei ist ein Atiwacjs-a des Exports um 350 Prozent und des Imports um 60 Prozent zu verzeichnen. GEFRORENES GAENSEFLEISCH Die erste Sendung v n Gänsefleisch — etwa 3-■> Tonnen — in Tiefkühlu.^, ist nach Westaeutschia d abgegangen. Dies ist e.r.e Probesendung im Rahmsa ' eines Grösseren Auf .rag s ' von einem deutschen teur, und wenn die Sendu g in gutem Zustand eintr t t, soll der Rest des Auftrag _s ausgeführt werden. ANBAU VON ZUCKERRUEBEN Der Anbau der Zuckerrübe wurde in der zweit n Hälfte Oktober beendet: es sind insgesamt 37.000 Tonnen angebaut worden, die bereits von den beiden Zuckerfabriken zur Verarbeitung bestellt wurden. KEREM'KAYEMITH V **? Ï&WT '■ - - v, ’_4 Jfe*''.*** iV* SLO DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL _ Campaña Unida pro Israel ' JEDEN TAG kommen neue Einwanderer nach ISRAEL | JEDEN TAG geht das AUFBAUWERK weiter in ISRAEL | JEDEN TAG * steht die EINHEITSKAMPAGNE im Dienst. ISRAELS. Annahmestellen : CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEI Comité Centroeuropeo SARMIENTO 2376, III T. E. 47-3820 int. 13 und sämtliche angeschlossenen Gemeinden und Organisationen

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