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Jüdische Wochenschau · 1960-01-29 · 1749 (29.1.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1749 (29.1.1960)
Date
1960-01-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viexnas, 36 de Enero .de I960 SS MAMA ISMAELITA Año XXX — Mo. » Ein Japaner wurde Jude Kürzlich wurde im Scha-*- are-Zedek-Silospital m -Jerusalem der japanische -Professor Kntsuji .aus Kyoto, seines Zeichens Hochschullehrer für semitische Sprachen an der Kaiserlichen Universität in ‘Tokio und Hauslehrer des Bruders des Mikado, im -62. Lebensjahre in den Bund. Abrahams aufgenommen. Er ist der erste Japaner, der nun stolz den Namen eines Ger-Eedek, eines Voll-Proselyten trägt: Abraham Ben-Abraham und er trägt diesen Namen zurecht, denn er ist wirklich ein Sohn Abrahams, des Vaters des 'Glaubens. Schon seit langem führte Prof. Kotsuji den Namen Abraham als 'Wunschnamen, aber erst jetzt hat er sieh voll dieses Namens würdig erwiesen und wie sein geistiger Ahn im reifen Man- Uesalter das Opfer (der Be- »chneidung dargebradht. Eine halbe (Stunde ver Beginn der operativen ¿Zeremonie konnte ach den Professor in seinem Krankenzimmer im Hospital begriissen, das er mit «einem -anderen Patienten •teilt, ebenfalls einem frommen Mann, der den schweren Weg seines Zimmergenossen durch eifrigen Psalmen-Segen (begleitete. Der Professor sass aufrecht in seinem Bett schon für die Operation weiss eingekleidet, und machte einen weit jüngeren Eindruck, als es seinem '.vorgerückten Alter entspricht. Auf dem Nachttisch lag eine illustrierte Jerusalemer Bibel in hebräischer und englischer Sprache,;aber Prof. Kotsuji > bedarf der englischen Uebersetzung kaum, da er selbst gut Hehräisoh liest und schreibt und sowohl in japanischer wie in englischer Sprache philologische Werke über Grammatik und Sprachbeziehungen des bi-: blischen Hebräisch verfasst hat. Der eiremalige Sehinto- Priester-Sohn hat nämlich eine gründliche christliche theologische Ausbildung erfahren, ist sozusagen ein zünftiger Alttes lamentier von SCHALOM BEN-CHORIN und vom Studium der hebräischen Bibel tu ihrem tiefsten Wesensgeha.lt, dem reinen jüdischen Monotheismus, vorgedrungen, den er jetzt als Missionar seinen ja. panischen 'Landsleuten verkünden will, die nach dem Zusammenbruch des Gott- Kaiser-Mythos ihrer Staalsreligion für die Botschaft Abrahams offen sind. Während wir uns noch unterhalten und der japanische Professor fliessend die hebräische Bibel zitiert, kommen andere Gratulanten, denn es haben sich über fünfzig Personen eingefunden, Mitglieder der- „Gesellschaft zur Betreu l,rg von <Gerim” aus allen Teilen des Landes, Rabbiner and Universatätsprafessaren, Siedler aus dem Vegetarier darf xn Galil und voi allem pei-sönliche Freunde des Piofessors, die ihn noch aus seiner Hilfstätigkeit für verfolgte Juden kennen, die in der Zeit des zweiten Weltkrieges in Japan Zuf ueht. gefunden hatten. Und nun naht die grosse Stunde und ist schon da: der Professor wird, wie ein Patient, auf ein rollbares Bett gelegt und von e.aer Schwester in den .prächtigen neuen Operationssaal des Sehaare Zedek-Hospitals gefahren, wo ihn bereits de." Chefarzt Dr. Falk Schlesinger erwartet und mit lächelndem Masal-Tov begrüsst. Das ist wohl einzigartig, dass man mit „Masal- Tov’’-Gratulationen am Qpersrtionssaal begrüsst wird. (“Wenigstens männlichen Patienten durfte das sehr selten widerfahren.. .1 Den Akt der Beschneidung selbst führte Prof. Dr. Nachum Hacohen Kook, ein Neffe des verewigten Oberrafobiners des heiligen Landes, Rav Kook s. A., aus, natürlich ehrenamtlich. Dr. Kook, der Chirurg, aber auch ein geübter Mohel und ein im jüdischen Schrifttum bewanderter Gelehrter ist, war wohl für diesen seltenen „Eingriff” besonders prädestiniert: Arzt, Mohel und Talmud-Chacham und auch noch priesterlicher Abkunft... Ein weiterer Priester-Arzt, Dr. Aviesri Cohen, assistiert und der junge Mohel Joseph David Weissberg, dessen Schläfenlocken unter der weissen Opera- •tions-Saalmütze etwas hervorlugen, steht in Bereitschaft. Natürlich tragen alle Aerzte weisse Operations- Mäntel und Mullbinden vor dem Munde. Es geht alles genau wie bei einer profanen Operation zu. nur ist au. sser den Aerzten und Operationsschwestern (und dem jungen Mohel) noch Kantor Schabbthai Braun im Opera- •tionssaal zugelassen, der hier seinen kantoralen Talar, den er sonst in der Synagoge von Rischon le-Z:on trägt, .mit Operation am arrtel und Mütze vertauscht hat und — wohl zum ersten Maile! — mit verbundenem Munde singt. Die Operation wird nur mit örtlicher Betäubung vorgenommen. Mehr hat der japanische Ritter des Glaubens nicht gestattet. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte man sie ohne jede Betäubung durehgefiibrt, denn ein japanischer Ritter und ein Sohn Abrahams müssen heroisch Leiden ertragen können. Die BARMIZWAH unseres Sohnes PEDRO LUIS iindet s. G. w. am Sonnabend, den 6. Februarj 1960 in der Sytrnagoge Bet Israel, 'Condé 1345, statt. Federic© Giitheun und Frau Marion geb. Strupp Empfang am gleichen Tag, Monasterio 1747, Vicente Lopez, von 19—21 Uhr. Í : WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN Sonnabend, den 13. -Februar (Donnerstag, den 10. Mörz Bonntag, den 13. März Montag, den 11. April Dienstag, -den 12. Afprfl ¡Mittwoch, (den üß. ¿fttprfl Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April (Montag, den 2. Mai ‘Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den 1. Juni ,Donnerstag, den 2- Juni ¡Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. ¿August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September JAHRES 5720 Chamischa Assar b’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Fasten Ester Purim Erew Pessach 1. Tag pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Jom Haazma’ut (U nabbängigkeitstag Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot ■L Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tische b'Aw Tischa b’Aw Erew Rösch Haschana 5721 Das Zeichen des Bundes ist vollbracht. Der Kantor erhebt .seinen Waibebedher, bis an den Rand mit sotem Wein gefüllt, -und intoniert: „Gelobt seist du. Ewiger unser Gott, König der Welt der uns durch seine Satzungen geheiligt und geboten hat, die Proselyten zu beschneiden.” Der Mann auf -dem Operationstisch, die Aerzte und Operationsschwestern sprechen „Amen”. (Auch das wohl ein Vorgang, der in ©perartianssä'len einmalig ist.. .). Und wieder erhebt der Kantor seine Stimme und psalmoniert: „Gelobt seist du, Ewiger unser Gott, König der Welt, der uns durch seine Satzungen geheiligt und geboten hat, von ihnen (den Proselyten) das Blut des Bundes zu sprengen, denn ohne das •»Blut des Bundes hätten Himmel und Erde nicht Bestand, wie geschrieben steht (Jeremía 33,25: „ohne meinen Bund würde ICH tags und nachts nicht die Gesetae des Himmels und der Erde hüten!” Gelobt seist du, Edwiger unser Gott, der den Bund schliesst.” Höchst selten wird diese Braoba, dieser Segensspruch angewendet, der sich von dem unterscheidet, der bei der üblichen Beschneidung achttägiger jüdischer Säugümge dMiaitiert wird. In der Haus-Synagoge des Hospitals schlägt uns später der junge gelehnte Mohel den Kodex Schuloham-Aruoh auf, wo im Teil Jore-Dea 268 Par. 5 die seltene liturgische Formel angegeben ist. Die Türen des Operationssaales öffnen sich und der zweiundsechzigjährige „Neugeborene” wird herausgefah. ren. In ehrfurchtsvoller Distanz verharren die vielen Gratulanten und rufen ihm, j Tränen in den Augen, „Masal-Tov” (Glückauf!) zu. Der altehrwürdige ehemalige Obercabbiner ron Inland "Rav Jakob Scbeehter tritt auf den neuen Abrahamssohn zu und begrüsst ihn, ■mit einer kurzen hebräischen Ansprache im Kreise seiner neuen Brüder: „Täglich beten wir, dass sich die Gnade Gottes über die Ge-; rechten und Frommen, über die Ae (testen des Volkes und seine Schrif (gelehrten und die Gerej-Haaedek, die Göttesfiirehtagen aus den anderen Völkern regen möge Nun hist du einer der Unseren, und grosse und fühlende Männer in unserem \ o.- ke waren Proselyten, wie au es nun hist: Abraham Sohn Abrahams.” Der greise Rabbi hat geendet, und der Jerusalemer Kantor Bar -Sakkai inton ert cen grossen „Mi-Sch eherach”, den Fegen über den reuen Sohn des Bundes, ihm volle Genesung „mit allen Kranken deines Vj'kes . (kol-chölej atneoha) wünschend... Und er sohl ¡vast noch eine arme, kranke dL-au k.H in das Gebet ein: möchte der Himmel m solcher Gnadenstunde sieh auch ihrer erbarmen, denr das Ve-:-i dienst Abrahams, das s’-ch an jedem Ger-Zedek erneuert ■ ¿st ein Gnadenschat’7.. aus dem das ganze Bundesvolk gespevst -Wird. Frisch und -mm ter numon* der junge Abräbemssohn dann die Glüokwü seihe s i-1 ner Freunde entgegen. Unter ihnen bemenkte man -de; Knesset - Abgeordneten Dr. Wal haftig, dessen Fam'lie di;rch Prof. Kotsuji gereute" wuiae Theodor Kaufmann, einst Sekretär der jüd sehen Gemeinde Gharbin. die Uw „Patienten” ebenfalls zu tiefs; em Dank für se ne H: Stätigkeit ün schwersten Jith-e-n (verbunden ist; St. Ja. phe iiberbrmyt gl« Sekretär de.« Heahcd -.ScttJemo die .Glückwünsche de? ©berrab- -hinats und vor allem Dr. 'Israel Ben-Zeev strahlte: er, der Vorsitzende aer Gesellschaft zur 8 .»reut tig 'der Ge. rej-Zt deck”, hat -heute seinen grossen Tag. Die Gesellschaft hat der Professur nach Is-rge. gebracht und rür .■•einer Aufe’rthaK hier auch im .tiospha’ (gesorgt. Das letzte Werft des Dichters , Da« Panterfell”, SieiaibergVesrlag. iärioh Der hervorragende Rabbiner und Dramatiker, dessen! Bühnenstücke einst Max I Reinhardt inszeniert hatte, | war im Jahre 1948, 67jährig, bei einem Strassenunfall I tödlich verunglückt in dem Augenblick, als er sieh auf i dem Wege zur Uebernahme , eines ersehnten Amtes als' I Universitätslektor in Los Angeles (Kalifornien) be-! fand. Ein ungewöhnliches Leben, in dessen jungen Jahren der bekannte Konflikt mit der Berliner Jüdischen Gemeinde enstanden, die den jungen Prediger wegen seiner bewusst nationalen und zionistischen Gesinnung aus dem Amt entfernt hatte, war damit jäh und allzufrüh zum Abschluss gelangt. Der Mann, der es gewagt hatte, noch 1987 der „Gestapo” passiven Widersland entgegenzusetzen, hatte zeitlebens furchtlos, überzeugungstreu und mit leidenschaftlichem jüdischem Idealismus gearbeitet. Ssin letzter Roman, aus dem Nachlass 1951 in Zürich veröffentlicht, aber nie hierher 'gelangt, „ist sozusagen das „dichterische Testament” des gottbegnade'en Kanzelredners, dessen Bekennermut ihm die Freundschaft von Männern wie Albert Einstein, Thomas Mann, Albert Schweitzer u. a. eingetragen hatte. Innerhalb des äusseren Rahmens -einer durch eine Kampfhandlung während -des zweiten Weltkrieges zu einer Art „Robinsonade” zusammengefügten Gruppe von „gestrandeten Menschen” im wörtlichen Sinne lernen wir \ die verschiedenartigsten ¡•menschlichen Charaktere ■ kennen: Brutale und edle, , weiche, gütige, aber auch egoistische, eifersüchtige, hartherzige. Eingebaut m ein achttägiges Inselschicksal, in diese Rahmenerzählung, sind der Bibel und dem griechischen sowie dem römischen Altertum nacherzählte Begebenheiten denen jeder dieser auf Gedeih und Verderb aneinander geschmiedeten Menschen dasjenige entnehmen kann, wag über den Tag, die Gegenwart, hinausgeht und einen Bück in das Ewige, UnendlL che ahnen lässt. Der Meuschengestalter Emil Bernhard Cohn ist identisch mit ■ dem weisen Lehrer des Ju- J dentums. dem Rabbiner, dessen Liebe zur bibüschj-schlichten Erzählung und | zum Midrasch, der kostbaren Sammlung von Legenden, immer wieder hell aufleuehtte. So ist das „Panterfell’* nicht nur eine romantische Geschichte, die auf einer fernöstlichen Insel spielt, sondern zugleich eine Hymne auf das echte menschlirie ‘Zusammenleben unter d ra Schutz .von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. 'Bin Dichter vermochte h:er crer letzten und und tiefsten Sehnsucht Ausdruck zu geben. — C. W. Ei» a lter jädisGber Brief Jerusalem. — Ein jüdischer Brief, dessen Alter auf 23 bis 25 Jahrhunderte geschätzt wird, ist bei der Ausgrabung einer alten Festung an der Siidkiiste ls- |raels gefunden worden, j Der 14 Zeilen lange Brief,, i der mrt Tinte auf Ton ge-! (schrieben ist, lag in fünf' ■Stücke zerbrochen unter den Ruinen des Festungstares.•' Die erste, gut leserliche Keile (heisst: „Möge Gott der' Herr die Werte seines Knechtes erhören..Die übrigen: Zeilen sind schwer zu ent-5 Ziffern und sollen im Laboratorum der Altertums-Abteilung die die Ausgrabungen leitet, mit ultraroten Strahlen untersucht werden. (ITA) Afescfcfä^ige Antwort Jerusalem. — Der Rabbinische Rat Israels hat den Vorschlag der Regierung abgewiesen, für das Amt des Oberrabbiners nur Kandidaten urrter 70 Jahren «uzülas- .sen. Der Rat versammelte sieh auf Ersuchen von Rabbi Toledano, der die Gründe ftir die vorgesehlagene Aen- ■derung ausemandersetzte. Nach einer langen Diskus-( sion fassten die Rabbiner den Entschluss, sich der /Altersgrenze su wider»i?taer! Sie führten an, das Gesetzj würde ohne die Zustimmung.; 'des israelischen Rabhinats; ungültig sein. (ITA) Einladung zur Subskription! FLAVHJ« iFOSEPMIJS Die jüdisdhea Mtertmmr (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. 'CLBMENTZ 2 Bde. Kl. 89, f, 646 Seiten. 2 Tafeln. II. 724 Seiten und . 2 Tafeln auf holzfr -Papier, in'Ganzleinen geb. DM 52.—! Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellen-; werk .zur Erforsebun der antiken Gescnichte tund gun-z öesonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Juoan-i tums, seiner politischen Strömungen -und rehgiösarl Sekten sowie der Entstehung das Christentums.! Die Funde am Toten Meer haben ernau+ die Glaubj Würdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen j bestätigt. Die Werke des flavius Jo.sephus sind -daher i für jeden, der sich mn dem für uns wicntigsien Zert-j abschnitt der älterer Geschichte bcschätigen will, j unentbehrlich. ' j JAKOB LEVY GtaMäiscbes W«rterjkudi über die TARGUMIM und einen grosser Teil des rabbinisohen Schrifttums 2 Teile m 1 Band. Le . 8^, VI. 429 -f- VHI, 595 Seiten ,ca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leber echt Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auf-' lage — In Leinen geb und aut ‘hotefr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (dfi. .-S.ept.;1058> iEJM 546 — Dieses seit .Jah er. -versgrifferie mnd gesuchte 'Wörterbuch ist das bis jetzt .erschöpfende Werk zur Ei Schliessung der jüdischen JSibelexegese. Früher erschienen: FLAVJUS JQSEPHHS Geschichte des jüdischen Krieges 'Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMBNTZ Kl. 81?, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25,— Joseph Metzer Vertag, Koeln MOZART STRASSE 18

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