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Jüdische Wochenschau · 1960-01-29 · 1749 (29.1.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1749 (29.1.1960)
Date
1960-01-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 26 de Enero de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1749 Haifa - Tel Aviv: ein Katzensprung Einmal, vor vielen Jahren, gehörte die Strecke Haifa— Tel Aviv zu den frequentiertesten des Landes. Es gab noch keine Chaussee; die einzige Verbindung stellte die Eisenbahn her. Der komplizierte Weg über Ludd, bzw. Ras-el-Ejn machte den Weg zu einer richtigen Reisef die Stunden in Anspruch nahm. Heute ist, dank der israelischen Eisenbahn und ihrem immer regen Direktor, M. Savidor, diese Strekke nicht nur in Kilometern um ein wenig reduziert; die Fahrt konnte auf eine so minimale Zeit zusammengedrängt werden, dass die Entfernung ein Katzensprung ist. von Dr. SALOMON Wer grosse Städte in Europa oder Amerika kennt, weiss, dass eine Fahrt vom Haus zur Arbeits. oder Vergnügungsstätte, die eine Stunde und mehr dauert, eine Selbstverständlichkeit ist. So lange braucht man eben von der Vorstadt in die „City”. In Israel können w*r heute in 65 Minuten von Haifa nach Tel Aviv gelangen; Haifa ist damit quasi eine Vorstadt des grossen Handels- und Kulturzentrums des Landes, Tel Aviv, geworden. Das zu demonstrieren, hatte die Eisenbahn die Journalisten Haifas eingeladen, einen Theaterbe- Diskriminierung Israels Washington. — Der israelische Botschafter Abraham Harman wurde vom Stellvertretenden Minister für Nahostfragen, G. L. Jones, empfangen, den er über die jüngste Haltung der USA-Marine zum arabischen Boykott interpellierte. Wie jetzt mitgeteilt wurde, hat die Marine eine kontraktliche Klausel eingeführt, die es den mit Israel handeltreibenden Schiffsbesitzern unmöglich macht, sich an Ausschreibungen für die USA- Marine zu beteiligen. Im Aussenministerium in Israel hat die Enthüllung der Diskriminierung der USA-Marine gegen nordamerikanische Schiffe, die israelische Häfen anlaufen, „Erstaunen und Bestürzung'’ hervorgerufen, wo man diese Position als Zusammenarbeit eines Zweiges der Streitkräfte der USA mit den Arabern betrachtet, welche der offiziell proklamierten Politik zuwiderläuft, die sich gegen jede Einmischung in die Freiheit der Schifffahrt wendet. Ein Gesetzentwurf, der es der USA-Marine verbietet, in diskr imitatorischer Weise für den Staat Israel und in Unterstützung des arabischen Boykotts Schiffe zu chartern, wurde der Kommission der Handelsmarine des Parlaments zugeleitet. Das Projekt ist von dem demokratischen Deputierten für New York, Emanuel Celle, der an der Spitze der Juristischen Kommission steht, auf dem Amtswege übergeben worden. (ITA) KEIN MODELL OHNE PLAN Ob ein Bauwerk entsteht oder ein Kleidungsstück — kein Modell ohne Plan. Modisches Planen erfordert modischen Weitblick. Aus der jeweiligen Modefülle die richtigen Strömungen aufzuspüren, bedingt Erfahrung — verlangt' Können. — Carlton-Modelle zeigen dem Träger immer wieder, dass ihre Stoffqualitäten, ihre modische Aktualität und europäisch gültige j Eleganz ungeteilte Anerkennung finden. Im Total - Ausverkauf 30 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleichterung UND WENN SIE MASSKLEIDUNG WUENSCHEN, ERST RECHT ZU UNS! íVartiön r Lavalle 870 T. E. 35-1110 AUTO . REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO“ MENO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 2205 such in Tel Aviv zu machen. Die Habirna hatte freundlicherweise Karten zu einer Premiere zur Verfügung gestellt, und so fuhr die Gruppe des Pressevölkchens mit Damen, begleitet von H rrn Savidor und seiner Gemahlin sowie dem Presseoffizier der Eisenbahn, M. Gawrieli, an einem Schabbat um 7 Uhr 20 abends mit dem Expresszug nach Tel Aviv, vom Bahnhof zur Habirna, und nach wenigen Minuten hob sich der Vorhang. Es war so schnell gegangen bei einer fröhlichen Fahrt, die in ihrer Harmonie mustergültig war; denn die Vertreter der Presse gehören naturgemäss den verschiedenen, nicht immer harmonierenden, mitunter sieh stark befehdenden Parteien an; aber sie sind eine Gemeinschaft die das Trennende der Parteien nicht trennt, die vielmehr das Gemeinsame der Berufsarbeit, des gleichen professionellen Interesses, eint (jedenfalls kann das mit Fug und Recht v >n den ha’faer Journalisten gesagt werden) — es ging so schnell weil es sc fröhlich zuging, dass es keinem zum Bewusstsein kam, er harte mehr als 100 km zuriiekgelegt, um „ins Theater” zu fahren. Freilich: eine späte Schlafstunde muss der Besucher aus Haifa in Kauf nehmen. Der Zug zurück, der kur/, vor Vzl Uhr nachts aus Tel Aviv ausfährt, soll nicht müden Haifaern, sondern al’en auf der Strecke wohnenden Bürgern dienen. Er hält darum auf allen Stationen und läuft erst gegen 2 Uhr naents in Haifa ein. Wer Bedenken hätte, um diese Zeit nur mit Miihe in die heimatlichen Gefnde zu gelangen, sah diese Bedenken bald zerstreut. Vor dem Bahnnof warteten in stattlicher Zahl die Taxis nach dem Hadar, dem Karmel, in die Vorstädte. Und wenn die Nachtfahrten in den Scherut-Taxis auch mit Aufschlag fuhren; wenn auch die Führt sich daduren wieder verteuerte, so ist doch uer Beweis geliefert, dass sien e.n i jeder für eine nicht übermäj ssige Summe das Vergniij gen eines abendlichen Besuchs in Tel Aviv leisten und doch die Nacht in seinem eigenen Bett verbringen kann. Dieser Nachtzug, der vorläufig nur an Schabbat- und Feiertags . Ausgang fährt, rollt einige Probleme auf: ist Haifa, in vieler Munde die Provinzstadt des Landes, und wirklich und endgültig zur „Provinz” degradiert worden Gar, was das kulturelle Leben angeht; brauchen wir noch Theatergruppen, Habirna, Kammertheater( Ohel und andere Ensembles, das Philharmonische Orchester sowie andere Künstler und Referenten in Haifa? Zumal jeder dieser Besuche aus Tel Aviv mit grossen Unkosten verknüpft ist, Vorführungen und Vorstellungen erst zu später Stunde in einem Kinosaal stattfinden können und die Gedenken an Chaint Weizmann Rechowot. — Am siebenten Jajirzeittag für Chaim Weizmann wurde eine Gedenkfeier abgehalten. Sprecher waren Abba Eban und Salman Shazar. (AWZ) Kosten oft nicht die Mühe lohnen? Ist mit diesem Zug, mit diesem „Katzensprung”, das Schwergewicht des geistigen und kommerziellen Lebens nicht noch mehr verlagert und in Tel Aviv konzentriert worden? Solche Meinungen wurden laut. Wir wollen sie nicht unbedingt teilen. Die Katzensprung-Verbindung muss Haifa nicht Abbruch tun. Sogar das Gegenteil wäre denkbar. Wie in den Grossstädten der Welt die dort Tätigen ihren Wohnsitz in die ruhigere und landschaftlich schönere Vorstadt verlegen, ohne den Anschluss zu \erlieren, wäre sogar denkbar, dass in Tel Aviv Tätige ihre Wohnzelte auf dem Karmel aulschiagen und leben könnten in negotiis in Tel Aviv, in Haifa aber procul negotiis. Der Jischuw von Haifa, mit seinen mehr als 200.000 Einwohnern, braucht deswegen noch keineswegs sein geistiges, kulturelles, teilweise auch sein kommerzielles Leben auf Tel Aviv ejnzustellen Die 200.000 Haifaer haben nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, um ihrer Kinder und der vielen, die sich selbst verbilligre Vergnügungen in Tel Aviv nicht leisten können, wilien, ein eigener kulturelles Leben zu entwickeln. Haifa hat sich zwar langsam, schleppend emw ’ekelt. Stadt und Staat liessen vielfach die Förderung vermissen, auf die die Karmel- und Hafenstadt Anspruch gehabt hätte. Aber langsam entwickelt sich auch Haifa. Ein Theater, das das modernste des Landes zu werden verspiicht, geht seiner Vollendung entgegen; der Karmel wird ausgebaut; neue und ansehnliche Cafés werden errichtet; die Untergrundbahn, die jetzt den Be. LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE B*. Aires — PUEYRREDON 2190, 1« i*q. — T. E. 83.2613 29. Tevei 5720 29. Januar 1960 trieb aufnehmen sollte, wird eine Attraktion nicht nur für die Haifaer sein. Es ist nicht einzusehen, warum ein alter Plan, Premieren in Haifa zu veranstalten, nicht durchgeführt werden sollte. Das Philharmonische Orchester von Haifa wird sich lange Zeit, vielleicht niemals mit dem JPO messen können; dennoch hat es in letzter Zeit einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Auch Besucher au/ Tel Aviv hätten Gelegenheit nehmen können, Prof. Walter Pool oder den jungen, recht eindrucksvollen Barinbaum am Dirigentenpult zu sehen. Die Leistungen des der Amateur- Operngruppe im Pica-Haus, unter Leitung keines geringeren als Frank Pelleg, sind durchaus beachtlich und vielversprechend. Das städtische Museum von Haifa hat in Dr. F. Schiff einen anerkannten Museumsdirektor, der mit nie ermüdender Energie immer neue Wege sucht, und es verstanden hat, dem Museum eine Note zu geben, wie sie auch im Landesmasstab ungewöhnlich ist. Warum sollte nicht auch Haifa in seinem Rahmen ein Anziehungspunkt für die Tel Aviver sein können? Die Eisenbahn hat bewiesen: Die Entfernung Tel Aviv—Haifa ist ebenso ein Katzensprung wie Haifa— Tel Aviv. Damit hat Herr Savidor mehr als jeder andere Haifa vor neue, grosse Aufgaben gestellt. An den Verantwortlichen ist es. sich der Aufgabe bewusst zu wer. den und sie zu erfüllen. Wenn das nicht geschieht, wird Haifa endgültig zur Provinzstadt degradiert sein. Es hat aber die Voraussetzungen zu beweisen, dass es Eigenwerte so entwickeln kann, dass um ihretwiiien der Tel Aviver ebenso gern nach Haifa fährt wie der Haifaer nach Tel Aviv und die Entfernung Haifa—Tel Aviv ein Katzensprung „in beiden Richtungen” ist. Informes: CAMARA OE COMERCIO ARGENTINO-ALEMANA 25 de Moyo 347, P. 3, Of. 332 ' Tel. 32-6293 - Bj. Aire* Juan Schottlaender VMMch«nm9«n jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 0 0 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL; »’■* we-n«eer»rT«em¡e»mi ■■iin Dr. Hardi Swarsensky * Asuntos Europeoa exdu»ivamente p Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch a. Freitag ▼. IS—18 Uhr t X Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN I 0 0 I I '•fr'»' •"» BUEROZEIT: tê—It mm) 15—18 Ufe | PUintREDON 2190 mm> Aw, LAg HEEAS - T. §. 88-98U \

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