Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-01-29 · 1749 (29.1.1960) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1749 (29.1.1960)
Date
1960-01-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611261--0144-9611266
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

L A SEMANA I * * A E L I T A Am XXÍ Ko. Îf49 — 5 Israels Kredit ie lier Welt KURT TUCHOLSKY ZUM GEDENKEN z¡ I „Steirt. über efflem isfar stöbt in -der Filiale der Baak o£ .America’' in San Fraaaeisca eine Sunuaae von 15 Millionen Dollar zur Verfügung Israels, ahne dass wir die Notwendigkeit sahen, dieses Geld aneuriiibren1'. l>ies erklärte Fiœaaa*- minister Levi Estikol vor kurzem einem Korrespondenten des „Maariw”. Israel brauche dieses Geld nur Zeit nicht da seine Devisen-Lage ausgezeichnet sei. Es sei deshalb besser, die 15 Millionen als ..eiserne Reserve” :n der Ba«k liegen zu lassen, seihst wenn eine kleine Kommission zu zahlen sei. Auch die „Import-Expo t- Bamk" bat sich bered erklär', Israel eine Anleihe yn ge w.» hren. D lese Ae 1 eihs soll jedoch nur kurzürisiig sein, und alle Gelder, cia von der „Import-fcbrport- Biick” verlieben werde«., nassen in den USA ausgagebe® werden (wo die Preise vieler von den Israelis degeih’tieja Importwaren ■etwas haaer als in Burspa liege?»; Israel ¡beschloss deshalb, zumindest vorläufig auf die Anleihe zu verzichten. Auch bei Annahme der A/tueihe der Weltbank über die jetzt verhandelt wird. wiiM Israel eine Reibe v«#ra Beding uinger. stellen. Bei de® ’Verhandlungen werden nicht nur die Höhr der Anleihe 4er Zinssatz und die von Israel geforderte Garantie erörtert, sondern auch die Frage des Rück Zahlungstermins. Israel besteht darauf. dass diese Anleihe zumindest für eine Periode von 20 Jahren bewilligt wird. Im allgemeinen Ist Israefl. heute nur noch an langfristigen Anleihen interessiert und lehnt auch Vorschläge für Kredite für Wareainaporte entschieden ab. Die Weltbank ist offensichtlich .bereit, Israel eine höhere Anleihe zu gewähren als -ursprünglich angenommen wunde (.man sprach zeitweilig von nur sieben Millionen Dollar). Verhandlungen wurden jetzt auch mit verschiedenen privaten Finanzgremien über weitere Anleihen eingeleitet. Es handelt sich um Gelder, die ausschliesslich für den Schikimbau eingesetzt werden sollen. Die Zinsen, die von diesen Finanz- Ifistitutionen gefordert werden, sirad relativ hoch (ea. 6 Prozent'), doch betrachtet es Fnoanzminister Eshkol als wichtig, mit diesen Gremien ins Geschäft zu kommen und sie indirekt an Auffcau- und Entwicklungs-Unternehmen in Israel zu beteiligen, I d. b. für diese zu interessieren. Wenn auf diese Weise Präzedenzfälle geschliffen sind, kann Israel, so glautbt der Finanzminister, io den nächsten Jahren, von den gleichen Institutionen und Banken, oder anderen ähnlichen Gremien, Anleihen fiir Entwickiungs - Unternehme« zu einem wesentlich geringeren Zinssatz erhalten. Auf jeden Fall ist Israels Reserve an Devisen gegenwärtig gesichert und sein Kredit ausgezeichnet, wahrscheinlich weil man ja bekanntlich immer Gelder und Kredite von Banken erhalten kann, wenn diese überzeugt sind, dass ma.n sie nicht unbedingt braucht. Confitería NIZA €<9 h de 2020 76,0286 Servicios de lunch de categoría Am 9. Januar wäd'e «r 99 Jatore geworden. Ea wurde es nicht. Weil alles, wofür sr kämpfte, mutig und kompromisslos, ü benannt wurde von dem, gegen das er zu Felde zog. Werl die Schlammflut der braunen Barbarei über seine HDünungen, seine Mahnrufe, »eine Lehren zusammetisdhrug und ihn in die Fremde triee. Stefan Zweig in Brasiliern, Kurt Tucholsky in Sehwe- | den unterlagen der ¡DLlumaa, aus fremdem Boden die Kraft ebenso schöpfen zu I können wie in ihrer Heimat. I Was Stefan Zweig die feh>-! ziselierte, kompliziert kan- 1 struierte Weilt des Barock : und Rokoko bedeutete, das Blickfeld, von dem aus er; die Gestalten seiner eiganen Welt sah, war für Tucholsky das berliner Pflaster, neben , dem er nur noch die pariser Avenue gelten liess. Einmal vom berliner Jang»n und dem von ihm so treffend erkannten und scharf gezeichneten Typen des berliner Westens .entfernt, musste seine -Gestaltungskraft erlahmen. sah er das Schicksal von George Grosz voraus, der' langsam in der Konvention verflachte. Um diesem .Schicksal zu entgehen und vor Ekel über das so oft prophezeite Verhängnis, das über seine von ihm so geliebt Heimat hereingebrochen war, nahm er in Schwelden am Jahre 1985 Gift. I Ahnte er damals schon das unvorstellbare Elend, d:3 ’ losgelassene braune Hö 1°.! ahnte er schon damals das ¡Ende einer Kultur, die im j Wirtschaftswunder untergärig, so wie er vieles ahnte, 'wie ein wahrer Dichter, wen« er seine Voraussagen aueh oft in eine harte, -bru- If1'-deutliche Form kleidete. Dabei wair Tucholsky der zartest empfindende J> riker der für den Hauch des Abendwindes, wenn er über Rheinsberg oder seinen geliebtem K u rfürsvcDda man von ¡damals strich, »iah bis num Exzess begeistere kott&nAe, dem die Erkenntnis des eige. uen Gefühls gleichzeitig Angst wie glückhaftes Erleben bedeuteten. Der oft sich in den Sarkasmus flüchtete, in die bergende Ironie, um nicht von der Stänke seiner Empfindungen überwältigt zu werden. Aus diesem I Grunde verdient er auch die : oft gebrauchte Bezeichnung, ,! etwas wie der Heine des ¿9- ’ Jahrhunderts gewesen au sein. — | Kurt Tucholsky war in den Kreisen unserer Eitern nicht gerade beliebt. Er war ihnen , zu direkt, zu „ordinär”, ja, ' die Sezierung der sogenannten .¿Gesellschaft” und die überdeutliche Sprache, an kein Schema .als an das ei- ■ gene Gewissem gebunden, flössten Schrecken und manchmal Abscheu -ein. Er teilte damit das .Schicksal z ¡B. von Kurt Weibs .¿Dreigroseheneper” und „Mahajgonny”, die .ein .ohnehin ar- 1 . schüttertes Bürgertum bis j auf den Grund ihrer Bürgerj.seele erschreckten. Ttichöls- | ky war mit seinen tLeitarti-: |keln, .Songs, '¡Chansons, Geldichten und lht er arischen i Kabarett - Szenen vielseitig I und fühlte sich selber; manchmal nur an de.n Eio- | tags-Erfo.lg gebunden. Er war nicht, wie oft ¡ falsch-verstanden wurde, der ■nur um das Wortspiel bemi’uite Witabold, «ui der an dem .Satzbau. sich erfreuende ¡Literat, «ei«, er; war -viel .mehr. Eiwar und I ist gerade heute -wiedar der uns allen so (notwendige Warner gegen die Selbstzufriedenheit. die (Ruhe troi des Friedens willen, der Mahner im ewigen Kampf gegen Unrecht, die Unterdrückung, die brutale Ausnutzung materieller Machtmittel, der erbitterte Feind vom :■$ ehkragen und Orden, aueh wo Zur Frage der GiohaLmrnelduttfc «aidi dem Bundesrückerstattungsgesetz teilt die DAIA folgendes mît: Wie bekannt, ist die Frist zur Anmeldung von Ansprüchen mach dem Bundesahukerrtattuaagagesete am 1. April 1959 abgelaufen. Um die Ansprüche verschollener jüdischer Verfolgter bnw. deren Erben sicher zustellen, hat der Generaiverwaiter des Justizministeriums von Israel vor Ablauf der Anmeldefrist eine Globalanmeldung für diesen Teil der Verfolgten vorgenwMwnan. Die deutschen Behörden haben <die iniatgemässe Einreichung dieser Anmeldung a« erkannt. O® diese Ansprüche weiter zu verfolgen und zum Abschluss zu bringen, ist es notwendig, die früherem Eigentümer der entzogenen VermögensgegenstäiBde odei' deren Erben zu ermitteln. Zu diesem Zweck bait der Generalverwalter eine Liste, bestehend aus zwei Teilen, der israelischen Kouswlarbehörde in Buenos Aires über, sandt. Der Haupttedl dieser Eiste enthält die Namen dei in Deutschland wohnhaft gewesenen Verfolgtem, ei« beigefügter Anhang die Namen von Verfolgten, deren Vermögenswerte im (Ghetto von Lodz (Liitsmarnmstadt) entzogen worden sind. Die beiden Eisten können im Büro der DAIA. Pasteur 633, 5 S* Dienstag und Donnerstag nachmittags zwischen 16 und 19 Uhr eingesehen werden. diese unsichtbar vorhanden ■sind. Tucholsky hätte heute .wieder den gleichen Gegnern kn allen Ländern gegmiiber&wtneten, er müsste wieder zu der Einsicht gelangen, dass sein Kampf der ewige Kampf der Wahrheit und Gerechtigkeit gegen Lii ge und Unrecht ist. Nie war er sich dieser Aufgabe mehr bewusst als zu der Zeit, da er sein letztes Buch ..Deutsehland über Alles” schrieb, dessen Titel eine Persiflage jenes „törichten Verses eines grossmäutogea 'Gedichtes” darstellt. Vor 25 Jahren verüess was Tucholsky. Sei« 'Werk gewinnt -mit jedem Jahr «oen an Lebendigkeit und Aktualität und wirkt stets von neuem erfrischend in seiner lauteren Absicht und An der glasklaren Anwendung der stilistisch .vorbildlichen .Sprache, die noch Generationen v&ti Leitartiklern als Vorbild -diene« kann, lin .einer merkwürdigen .&> mntmung schrieb Tucholsky einmal über seine eigen® Beerdigung, die in Wi-t-lchkeit dann so ganz anders sei« sollte. Doch es gibt für ihn keine treffendere dharakterisieiung als die, die er selbst votn sich formulierte: „Bim goldenes Werz .und eine eiserne Schnawae”. H. D. i» ALEGEMEaarCW BUEROABAErnEW ERFAHRENE KRAFT GESUCHT, ASGC FILANTROPICA ISRAELITA CANGALLO 1479 ROMBONERIA ELCA PAMPA 2$ 5 7 Figl Midi au« eig Her*th«UungJ BOMBONES | and andare Spaaialitäten fetzt tf> ] verbesserter feiner Qualität 1 E« wird in* Ha«* geliefert Rute« Mio an: T E 72-2461 j Infeafeertn: AOGUSTA X de SCHREINES! EROEFFMUNGSKONZERT m STAEDT1SCHEN AMPHITHEATER Wie eri««erfiöh, wurde vor kurzem die F-rei lutf tbiitone ei« Raub der Flammen, und die vorgesehene Sormmr- Gpennsaison konnte inoht stattfiiiden. Es wurde indessen «in provisorisches, ln „V’-Form konstruiertes und «ach hinten zu geschlossenes Podium fertiggestellt, welches inmitten die National- Fabae mit den Jahreszahlen | t&L#—1960 unter H mw-.eis auf i das iw'gentinijsohe Jubliäums- ^*vnwvin»wtw»wH«MM*wvwvHvvHvny, BUENOS AIRES I Koscheres Restaurant »Paso " ji Paso 452 (a! fondo) — T. E. 87-0250^; ’Unter Aufsicht des Vaad Harabnnim .der Kehilia * Israel - NTarken tn grösster Auswahl: u a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM¬ MER - MARKEN mt BAND — KOMPLETTE BOG ES* iplanchas) _ VOLL. 1 STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE J VORHANDEN - VERTHAUENSWUERDIGE BERATUNG J | Alfonso JViORITZSON Guanacadie 2351. de*. 2 | aag. CA»1LX>0 | FIAMBRERIA Alfe Arten Aufschnitt — Konserven — Getränke — Auch koscher« Wurste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preisselbeeren — KNORRSUPPEN — FISCHKONSERVEN 25 DE MAYO Tlt Inh.: FEDERICO SWARSENSKY Ijahr zeigte, so dass nunmehr jteine „Einsatz „ Konzert-¡&pieljaeit” beginnen konnte. Die .ebenfalls provisorische Mi- ■krophon. und Lautsprecheranl»ge winde den akustische« Forderungen nur bej ¿dingt gerecht, sodans der ' Enthusiasmus vo^ Ausübende« und Zubörenden mao- ‘ dies ersetze« .tnusete. 1 Juan Emiilio Martini dirigierte das recht gut spielende Colon-Grdbestea' mit geweihntem Sdhw.tuag .und der Cölan-Chor sang unter Tullio Bonis 'bewährter Leitung so praahtvall wien«r je. (Solisten waren io diesem. Verdi 'Ouvertüre und .Szengf, aus . J’I'abucco” und „Macht des Schicksals”) und Bbito (Pro lag zw .MefistoSele”,) gewiidmeten Pnogramni ¿detr miwoöiIfeammene ®ar't% Eduard® Crttanuti die siche:*» .'Saprarui-stiwn Haydee De Rosa und der ausgezeichnet singerde Juan Zauin (Bass), Das iGianz.s't'ück des Abends der von einem nicht sehr zahlreiche^ Auditorium sehr applaudiea-t wurde, -war .der) Juden -Hiclayen-iQhor aus der erstgenannten Verdä-Oper„| besi .deim ¡die ausseroeden.'öjdhe Qualität des (CöSatik'ihanes wieder eiomal offenbar wurde. (CU® MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten VERLANGEN SIE OFFERTE Haifa. — Der Grosse Rat der Interaiiitianäleu Veateioi- Sung der Landschafts-Apöhiykten O'jL.A. hat beschlossen, seinen »äehsten Kongress in Haifa abzuhalten. (AWZ) ____l WWWW*WWWW**VWWWVUVW%V\VW\**«.WV'V«VW«,' HOTEL 1 Acon^ Río í tehattos Sierra« de Córdoba <; Casilla Correo J4 Inh. LEO XAHN * AatäfewaHer 19-tQiS JETZT IM NEUEN HAUS | *^2ll 1ASCOMUS 1 Quader von der Laguna!» JL C. «. G. Ä. p ****4«r Aufsicht Sr. Ehrw SddiiiMt Dr. UppssäMUMi;! Zimmer mit priv. Bad 'J OfAACOMUS, CORDOBA 98 j; j! lauf, m Buenos Aires: T. E. 76-2312 und 70 5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten 1; H. R0SENZWEIC TAÄQR HENRY Tncumán 563. p»«* 1 | ¡ Neues Telefon : 3ZMU erösste Auswahl iu imp. und hissig«B Stofteu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.