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Jüdische Wochenschau · 1960-01-19 · 1747 (19.1.1960) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1747 (19.1.1960)
Date
1960-01-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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S — Martes, 19 de Enero de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1747 It- Zeitgeschichtliche Dokumentensammlung Eine der besten Dokumentensammlungen ist die „Wiener Library” in London; genannt nach ihrem Organisator Dr. Alfred Wiener, der trotz höheren Alters noch immer auf dem ganzen „Continent” herumfährt, um sich nichts Bemerkenswertes für sein Archiv entgehen zu lassen. Die Sammlung hat längst höhere Protektion gefunden, und bei den Jubiläumsfeierlichkeiten der jüdischen Gemeinden Englands konnten wichtige Dokumente aus jüngster Zeit in den Ausstellungen gezeigt werden, die Dr. Alfred Wiener erworben hatte. Diesem Archiv ist vor allem an Tagebuchaufzeichnungen, Briefen, Ausweisen gelegen, die die Juden anbetrifft: ihr Leben in der Weimarer Republik; die Verfolgungen in ganz Europa; die Flucht nach Israel, — oft mit Zwischenstationen in Maurizius, Zypern, — der Neubau Israels, die charitative Hilfe der Hilfsorganisationen, vor allem Englands; die Statuierung neuer Gemeinden aus den Flüchtiingsgemeinschaften „World over”... Der Akzent dabei liegt durchaus auf dem per. sönlichen Erlebnis. Amtliche Papiere beigefügt, erhöhen Ien dokumentarischen Wert. In einer noch strengeren, wissenschaftlicheren Art arbeitet das Leo Baeck-instifcut. Es gibt ein Vierteljahresheft heraus, das „Bulletin” in deutscher Sprache. Das Jahrbuch des Instituts erscheint in englischer Sprache. Darüber gibt es noch eine Kontroverse, da z. B. die Juden Südamerikas die Veröffentlicl jungen liebey auf Deutsch sehen, obwohl der Löwenanteil der Arbeit :n Nordamerika geleistet wird. von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN Der Gesichtspunkt des Instituts ist eiix spezifischei-, — der sich aus dem Lebenswerk des grossen Repräsentanten des deutschen Judentums herleite.: Dr. Leo Baeek Einige wichtige Dokumente stammen noch aus seinem Privatbesxtz. Da er in der Reichsvercretung der deutschen Juden an der Spitze stand, hatte er natürlich Einblick und Uebersieht über alle wichtigen Entscheidungen zwischen Reich und den Gemeinden in den letzten Jahren der Weimarer Republik. So stand er z. B. mit Munck zusammen in Verhandlungen mit den Behöi-den, wegen eines „Konkordats”; das natürlich nicht zustande kam, da das Weimarer Regime mittlerweile „abgelöst wurde’... Sehr interessant ist z. B. eine Dokumentation der Kulturarbeit der Juden nach der sogen. „Kristallnacht” bis zur letzten Atomisierung des deutschen Judentums — vorgeführt in den Räumen des Kulturbundes”. unter dem Protektorat des Dr. Goebbels. Der obwaltende Gesichtspunkt ist nun der, dass das deutsche Judentum eine Art klassischer Ausdruck der Assimilations-Bewegung war, wie er sich aus der Judenemanzipation ergab. Ohne das pro und contra zu behandeln, und jed r polemischen Absicht fern, soll lediglich an Hand von Tatsachen berichtet werden: „was war”. Dass der Abschnitt dieser Geschichte bedeutsam war, wird man schwerlich in Abrede stellen können, denn es war der endgültige Ausbruch der Welt des Gnetto in Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter, Frau SELMA APPEL geb. KANTER begeht am 26. Januar ihren HTZIGSTEN GEBURTSTAG Kreise ihrer Familie. Empfang von 17—19 Uhr Catamarca 3627, La Lucila Wir machen unsere Leser darauf auf- J merksam, dass die Bibliotheken Vidal 2049 und Cangallo 1479 vom 11. bis 31. Januar Ferienhalber geschlossen sind. ASOC. FILANTROPICA ISRAELITA] mmn r——————— ACE ACE Anmeldungen für die Ferien-Kolonie der Arbeitsgemeinschaft in „LOS CARDALES” Noch einige Plätze für Februar 'Anmeldungen im Sekretariat der Aehdus Jisroel, Moldes 2449, von 9—12 und 16—20 Uhr die europäische Kultur. Vieles wurde aufgegeben, vieles wurde gewonnen. Die Periode kann nur verglichen werden mit der hellenistischjüdischen Emanzipations-Be. w^gung (Philo) oder mit dem grossartigen Versuch einer judeoarabischen Synthese in der grossen Epoche Spaniens mit Ibn Ezra, Jehuda Halevi, Maimonides, Ibn Schaprut und v. a. Der grossen „Heimsuchung und Irrtum” eines Volkes ist also dieses Archiv gewidmet, -das um die Mitarbeit all derer bittet, die das Ganze noch als Erinnerung in sich tragen und zu bewältigen vermögen. Von deutscher Seite wird nicht minder an der Zeitdokumentation gearbeitet. An der Spitze steht das „Zeitgeschichtliche Institut” in München. Es bringt die hervorragend ausgestatteten „Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte” heraus. (Hans Rothfels und Theodor Eschenburg). Hier ist der Gesichtspunkt natürlich ein rein deutscher, so dass vieles Spezifische, für uns von sekundärem Interesse ist. Der Wert für die deutsche Forschung wird damit nicht abgeleugnet. Die Forschungs. arbeit setzt schon mit dem Zusammenbruch der Hohenzollern-Monarchie ein, behandelt den Versailler Vertrag, die Nachkriegswirren mit Inflation, Ruhrbesetzung, den Aufständen von rechts, der Erziehung der Massen im Weimarer Deutschland usw. Natürlich widmen sich, viele Arbeiten auch dem Antisemitismus. Besonders interessant waren die jüngsten Veröffentlichungen über den Mord des Legationsrat von Rath durch den Juden Grynspan, der als Vorwand für die grosse Judenabgabe und die „Kristallnacht” diente. Der Prozess gegen Grynspan kam nie zustande; warum nicht, — wird hier erstmalig der Oeffentlichkeit voi'geführt. Ein Sammelsurium aus grosser Politik für und gegen Vichy. Judenschicksal und Bordell-Geheimnissen. Besonderes Aufsehen erregten die veröffentlichten Geheimakten „zur Behandlung von Fremd Völkern” von Himmler, — von Hitler als „sehr richtig” gekennzeichnet: Entführung von Kindern, deren „Blut’ Vorzügliches für die Zukunft der Arier verheisst. Herabsetzung und Versklavung der „Minderrassigen” durch Bildungsverweigerung und sozialen Druck; mit dem Ziel, eine Arbeitsarmee aufzubauen, die die Grosstaten verwirklicht, die das deutsche Herrenvolk für die Zukunft in Aussicht nimmt... All diese Sammlungen werden kommenden Historikern willkommen sein, wenn die Leidenschaften verraucht sein werden und diese Generation begraben ist. AUS DER ARBEIT DER KEHILLA I Trotz der sommerlichen keit der aus 13 Herren Aus aller Welt Aus den UN UN. — Nach einer zweistündigen aufregenden Debatte beschloss eine Subkommission dem Antrag auf Behandlung der antisemitischen Vorfälle in der Welt Präferenz zu geben. Der Jüdische Weltkongress und die Internationale Liga für Menschenrechts hatten darum ersucht, dass dieser Punkt als erster behandelt werde. Die Vertreter Englands, Amerikas und der Vereinigten ' Arabischen Republik versuchten diesen Antrag zu sabotieren. Unter den Ländern. die den Antrag stützten, befanden sich Uruguay und Chile. Der Antrag wurde trotz der amerikanischen Haltung angenommen. (ITA) Exhumierung in KZ-Lagern Paris. — Die französische Regierung beabsichtigt, im Lager von Bergen-Belsen erneut Exhumierungen vorzunehmen, wie H. A. Goodman, dem Vorsitzenden der Europa-Exekutive der Agudat Israel, vom französischen Minister für ehemalige Kriegsteilnehmer mitgeteilt worden ist. Goodman machte den Minister darauf aufmerksam, dass die grossen jüdischen Weltorganisationen weitere Exhumierungen ablehnen, und dass eine Genehmigung dazu auch nicht von der Regierung der Deutschen Bundesrepublik gegeben worden ist. Der französische Minister erwähnte gleichzeitig, dass seine Regierung die österreichischen Behörden wiederholt, aber vergeblich aufgefordt habe, die Wiedei-beerdigung der exhumierten Leichen des Lagers Mauthausen vorzunehmen. In Wien erklärte man jedoch, dafür nicht zuständig zu sein. — (AWZ) Benno Elkan gestorben London. — Der bekannte Bildhauer Benno Elkan verstarb in London im Alter von 82 Jahren. Elkan war mit den höchsten Orden und Ehrenbezeugungen ausgezeichnet worden. Er hatte u. a. Büsten ven Weizmann, Churchill, Toscanini und Lord Salisbury geschaffen. Eine wunderbare, gewaltige Menora, die Elkan geschaffen hatte, wurde vom britischen Parlament erworben und der Knesset geschenkt. (ITA) Hitze fand wieder eine öffentliche Sitzung der Kehilla unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Herrn Emilio Gutkin, statt, der über die Persönlichkeit des verstorbenen Gouverneurs der Provinz Formosa, des Arztes Dr. Gutnisky, sprach und seine Verdienste würdigte. — Die Kehilla hat in diesem Jahren einen Zuschuss von 250.000 Pesos für die Jugendlager gegeben, die einen bedeutenden. Besuch aufweisen können und sich in kürzester Zeit gut entwickelt haben. Ebenso hat die Kehilla beschlossen, eine Anleihe für einen Bauplan in Ramos Mejia für eine jüdische Organisation zu bewilligen. Die Kehilla wird am 3. April den Grundstein für das neue Lehrerseminar der Kehilla legen. Die Baupläne sind genehmigt worden. Man will so schnell als nur möglich mit den Bauarbeiten beginnen. Die neue Kulturarbeit der Kehilla wird ebenfalls schon intensiv vorbereitet; man wird die Sonntagskurss, die sich grösster Beliebtheit erfreuen und immer stark besucht werden, weiter ausbauen und in allen Stadtteilen Kurse und Vorträge veranstalten. Man wird auch aus dem Auslande Redner nach Argentinien bringen; der bekannte jüdische Dichter Chaim Grade aus New York wird die Vortragssaison eröffnen. Die Kurse werden Anfang Mai beginnen, da Ende April neue Wahlen in der Kehilla stattfinden und die Räumlichkeiten bis dahin besetzt sind. Ebenso werden die Vorarbeiten zu der Hundertjahrfeier des Bestehens der jüdi. sehen Gemeinschaft in Argentinien fortgesetzt. Die neue Leitung der Kehilla wird alles schon in vollem Gange finden, sodass keiner, lei Verzögerungen in der Arbeit Vorkommen können. Der Generalsekretär berührte auch kurz die Tätigsammengestellten sion, denen auch ZU- Kommis- Vertreter der Kehilla angehören, über die Arbeit zur Sanierung der Jüdischen Bank und versicherte, dass die Lage sich über alles Erwartungen gebessert habe. Diese Kommission will aller Wahrscheinlichkeit nach bald einen Bericht der Oeffentlichkeit über die Lage und Aussichten der Jüdischen Bank übergeben. Die Kehilla hat noch die Summe von zwei Millionen und zweihunderttausend Pesos für Bauzwecke bewilligt, die unter jüdischen Institutionen verteilt werden. Die Summe wird in den nächsten Monaten in Raten ausgezahlt werden. Die Kehilla hofft, ihren Verpflichtungen nachkommen zu können. Die Kehilla hat grosse Schwierigkeiten beim Einkassieren der ihr übergebenen Wechsel ihrer Mitglieder, sodass sie nie genau kalkulieren kann und schwer um die Durchführung ihres Programms kämpfen muss. Der Präsident der Kehilla, Herr Gutkin, ist als Vertreter der Jüdischen Gemeinschaft zur Claims Conference, die jetzt ihre Sitzungen in Amsterdam abhalten wird, bestimmt worden und wird am 26. ds. Mts. nach Holland abfahren und dann Israel besuchen, um für die Kehilla einen Oberrabbiner zu engagieren, da zur Zeit kein Oberrabbiner noch Aw Bet Din in Buenos Aires bei der Wehilla tätig ist. Die Kehilla will versuchen, eine Persönlichkeit zu finden, die das Oberrabbinat organisieren und das religiöse Leben hier aufbauen kann. Der frühere Aw Bet Din ist nicht mehr aus New York zurückgekommen. Es ist unbedingt notwendig, so schnell wie möglich einen geeigneten Rabbiner zu finden, der das Rabbinat der Kehilla und das Jüdische Schiedsgericht bei der Kehilla reorganisieren kann. ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina WIR BITTEN ‘MrTt’SGI'G 'LßS&Z't* auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueberweisung der fälligen Abono-Gebühren frdl, Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono-Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAELITÄ Pueyiredon 2190, 1? izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen den Betrag von m$n . aus nachstehender Abrechnung In Erwartung Ihrer Quittung begrüsse ich Sie (Name) (Adresse) N B.: Wir bitten, Einzahlungen zu richten an: LA SEMANA ISRAE¬ LITA. 1. u. 2. Quartal 1959 m$n 80.- Jahr 1959 .. m$n 160.- 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120.- Jahr 1960 .. m$n 240.- (Nicht gewünschte Zahlung bitte ausstreicjien)

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