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Jüdische Wochenschau · 1960-01-19 · 1747 (19.1.1960) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1747 (19.1.1960)
Date
1960-01-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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En Bergheims wurde Fege nadi Gezer Fellachen ermor r kein Raubmord; fand bei dem Torr Geld und antegenstände, Das dem Vertanen irgen. — Zur Zeit tsehaftlichen Dinierte, das Barbier Bergbeimsrhe in andere Harde rum ein Marquis .pital in der Bark rat, ist nicht ber] aber, dass er K.onkurserk'ärung im-Villa als Einen Teil sem« tert and als *i mit ei' ler Villa er sie legte eirotwend'»91 ffei'ed“11 ■in ansebnli- 3D T&** _ von» STE s£BIE 1 BRAUN eher moderner Bau an der Stelle. In seinem südlichen Trakt war die Barclay s Bank, im nördlichen waren städtische Aemter. Im Mai 1948 ging das gesamte ehemalige Besitztum der Bergheims in die Hände der Israel-Regierung über. — Eine der Bergheim töchter heiratete den deutschen Konsul, einen Sohn des Prof. Lohegott Friedrich Konstantin von Tischendorf aus Leipzig, der zu besonderem Ansehen gelangte, als er im Jahre 1843 auf dem Sinai 43 Blätter einer aus frühester Zeit stammenden Handschrift entdeckte (als Codex Sinaiticus 1846 veröffentlicht). ★ FAMILIE HESS Mister Hess war deutscher Vizekonsul in Jerusalem. Man sagte, seine Frau sei die bestgeklei-dete Dame in der Stadt. Er war aus Alexandrien, seiner Geburtsstadt, nach Jerusalem berufen worden. Sein übermässig starkes Selbstbewusstsein und sein robustes Auftreten Messen ihn zu einem nicht sonderlich sympathischen Zeitgenossen werden. Die Hess-Familie war zuweilen in der amerikanischen Kolonie au Gast. Bertha Spafford, eine Tochter des Gründers der Kolonie, hatte den Deutschen Friedrich Vesler geheiratet. Als dessen Vater, ein wohlhabender Missionar! an dem Tage, da er 50 Jahre in Palästina wohnte eine Feier veranstaltete, war unter den Festrednern auch Herr Hess. Er redete sich in eine wilde Erregung hinein, schrie seine Worte, mit den Fäusten auf den Tisch schlagend, zu den Gästen hin, gleichsam als ob er eine Anklage gegen sie schleudere. In Wirklichkeit war es nur eine unter den vielen belanglosen Festreden. Zuweilen brachten die Hess ihren kleinen Sohn mit zu den Spafford Vesters. Es war ein unruhiger, vorlauter und überaus neugieriger Bursche, der nicht ruhte und nicht rastete. Um ihn loszuwerden, schickte man ihn mit einem gleichaltrigen Jungen hinaus, der ihm die iihe, Pferde und Schwe ne m den Ställen zeigen solUe Er hatte viel Mühe, den ner. vösen, boshaften Gespielen im Zaume zu halten. Es war kein anderer als der sinistre Rudolf Hess, der noch heute in Spanlau seine Strafe als Kriegsverbrecher abbüsst. ★ eine SPIRITUALISTISCHE MISSION AUS DEUTSCHLAND Eines schöne Morgens als eben das Frühgebet beendet war, klopfte es heftig an der Tur des Vesterschen Hauses, feie ward geöffnet, und hereintraten zehn Deutsche, deren Gang Und Haltung etwas Anormales erkennen liess. ' Der Anführer der Gruppe war ein stämmiger, finster dreinblickender Mensch, dem zur Seite seine schwächliche offensichtlich recht bedruckte, Frau Stand. Drei alte Weiber, die eher Hexen als Menschen glichen, sowie ein junges Ehepaar mit drei Kindern bildeten das Gefolge der beiden. Alle zehn traten, ohne eine Aufforderung abzuwarten, in das Wohnzimmer ein. und nahmen dort Platz. Auf die Frage nach ihrem Begehr, antwortete der Anführer mit dem Pathos einer Botschaft, er sei in spiritualistischer Mission von einem Geist aus Deutschland nach Palästina geführt worden, in eben dies Haus, das er in Besitz zu nehmen berufen sei. Wann es geräumt werden könne, war die weitere Frage des Kerls. Es sei dem Hausbesitzer erlaubt, weiterhin zu bleiben, sofern er sich bereit fände, die Missön zu unterstützen. Herr Vester versuchte ver_ geöens, die Leute loszuwerdea. Es vergingen Stunden, u»d immer noch verharrten sie in dem Wahn, die rechtmässigen Eigentümer seines Hauses zu sein. Es blieb am Ende nichts anderes übrig, als den deutschen Konsul um Hilfe zu bitten. Dieser schickte sofort seinen Kawass, der dafür Sorge trug, däss die Beiästiger abzogen. Nicht lange danach kam das junge Paar mit den drei Kindern zurück; es hatte den Führer durchschaut. Ob. gleich er ihnen materiellen und geistigen Reichtum versprochen hatte, erwies es sieh, dass er seine „Offenbarungen” nur zur Hebung eigener Vorteile ausnutzte. Die enttäuschte Familie bat um Schutz und Hilfe. Die Vesters gewährten beides; sie mieteten nahe am Damaskus-Tor eine Wohnung für sie und beköstigten sie aus der Küche der Kolonie so lange, bis sie sich selber helfen konnte. Der junge Ehemann war von Beruf Schneider und fand Stellung in der Werkstatt des deutschen Templers Eppinger. Die übrigen Mitglieder d:r seltsamen Pilgergruppe blieben vorläufig noch im Banne ihres Anführers. In seiner Wut über die Verweigerung des geforderten Hauses, nahm er vorläufig Wohnung unterhalb der Stadtmauer in einem der „Steinbrüche des Königs Salomo”. Dort wollte er die Stunde erwarten, da der Geist, der ihn trieb „sein Haus” freimache. Auf Veranlassung d"S Schändung einer Gedenktafel Die erste kürzlich in Gegenwart offizieller Persönlichkeiten feierlich enthüllte Gedenktafel für den „Vater” des Esperanto, Dr. Zamenhof, wurde durch Beschmieren derselben geschändet. An derselben Stelle war bereits bis 1938 eine Gedenktafel für Dr. Zamenhof angebracht. Bei der Machtübernahme durch die Nazis wurde sie von diesen entfernt und vernichtet. Enzyklopädie -der Pädagogik Mbssad Bialik hat zusammen mit dem Ministerium für Erziehung und Kultur in Israel einen ersten Band des wichtigen Werks eine? Enzyklopädie der Pädagogik herausgegeben. Der Hei ausgeberstab wird von Martin Buber angeführt; es gehören ihm weiter Chaim Y. Ormian, A. Duschkin, Prof. Dinur, Israel Mehlmur n und Ernst S’mon an, uni nur die bekanntesten au nennen. Das Werk wird fünf Bände umfassen, und es wird noch manches Jahr dauern, bis es zur Gänze vorliegt. Bisher sind nur winige Wer. ke über Pädagogik und Erziehungsprobleme in Israel vorhanden. Blindenausbiidung In Schafr Am in Israel wurde der erste Kurs für Blinde unter den Minderheiten eröffnet. Es gibt im Lande 4.000 Blinde, darunter 1.000 im Arbeitsalter. Die jüdischen Blinden haben fast alle Arbeit. Es musste nun ein erster Schritt unternommen werden, auch die Angehörigen der Minderheiten, die blind sind und keine Ar. beit haben, in den Arbeitsprozess einzuordnen. Dr. Rivka Lehmann s. A. In Jerusalem starb Dr. Rivka Lehmann, die Witwe des Gründers von Ben Schemen, Dr. Siegfried Lehmann. Sie hatte im Kinderdorf seit der Gründung als Aerztin gewirkt. Scherkung Der frühere Präsident der Bundesrepublik, Prof. Heuss, Herrn Vester liess der deutsche Konsul die Leute aus dem ungesunden Steinbruck herausholen und in das deutsche Hospital überführen. Bald verstarben dort de Frau des Anführers und zwei der alten Weiber. Der wahnbefallene Kauz aber wurde nach einer geraumen Zeit nach Deutschland zurückgeschickt. Jltirtutilckt Mo then WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Sonnabend, den 13. Februar Chamischa Assar b’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Donnerstag, den 10. März Fasten Ester Sonntag, den 13. März Purim Montag, den 11. April Erew Pessach Dienstag, den 12. April 1. Tag Pessach Mittwoch, den 13. April 2. Tag Pessach Montag, den 18. April 7. Tag Pessach Dienstag, den 19. April 8. Tag Pessach Montag, den 2. Mai Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstag Israels) Sonntag, den 15. Mai Lag b’Omer Dienstag, den 31. Mai Erew Schawuot Mittwoch, den 1- Juni 1. Tag Schawuot Donnerstag, den 2. Juni 2. Tag Schawuot Dienstag, den 12, Juni 17. Tammus (Fasten) Montag, den 1. August Erew Tischa b’Aw Dienstag, den 2. August Tiseha b’Aw Mittwoch, den 21. September Erew Rosch Haschana - 5721 hat der Bibliothek „Germania Judaica”, die dieses Jahr errichtet wurde, 5.000 Mark geschenkt. Im Ruhestand H. Jacobs, der Direktor der jüdischen Sekundarschule in Amsterdam, deren Name kürzlich in Maimonides- Lyceum umgewandelt wurde, zieht sich nach 31 Dienstjahren zurück. Er wird weiter einige Stunden in den Fächern Holländisch mnd Hebräisch geben. Zwei Mal unternahm der scheidende Direktor den Auf-, bau der Schule, zuerst 1928, und dann wieder nach dem Kriege. Die Zahl der Schüler beträgt heute 180. Dr. S- Cohon gestorben Im Aler von 71 Jahre® starb Dr. Samuel Cohon, der Herausgeber der Universal Jewish Encyclopae d: a. Rabbi Cohon kam vor 55 Jahren aus Russland nach Amerika, wurde Rabbiner am Hebrew Union College in Cincinati im Jahre 1912, wo er seit 1-923 als Professor für jüdische Theologie wirkte. Von 1912—1923 war er Rabbiner in Springfield, Ohio und Chicago. Erziehung der fugend Deutsche Lehrer und Pädagogen, Mitglieder der Vereinigung für Christlich-jüdische Zusammenarbeit, dis. kurierten die politische Erziehung der Jugend. Die Vorschläge, die schon mehrfach von jüdischer Seite gemacht wurden, dass man die Kinder objektiv über den Nazismus orientiere, wurde® besprochen. I® neuen Schulbüchern landet man Abschnitte über die Konzentrationslager hnd über den Reichstagsbrand und dessen Auftraggeber, Gör i tag. Sie ¡beschreiben auch, wie Deutschland unter den Nazis in „eine Periode des Schreck ent versank, tiefer denn je.” Afito XXI. — No. 1717 — 5 Galapremiere Bei der Galapretniei e, in Anwesenheit von 1.000 Gästen, des Anne-Frank-Films wurden 2.000 Pfund Sterlirg gespendet, Ehrengast war der Premier von New South Wales, J. J. Cal tili. Peter Kortner Fritz Kortners Sofa® Peter produziert Televisions-Spiele f ür die Columbia Broadcasting Society im de® USA. Besuch in Berlin, Der dänische Pator Borchsenius, einer der namhaftesten Hebraisten Europas, Biograph von Ben Gurion, Mitglied der Widerstandsbewegung in schwerster Zeit und beteiligt a® der Rettung vieler jüdischer Menschen während der Nazibesetzung, besuchte die jüdische Gemeinde Berlin. Er beschäftigt sich zurzeit mit einer Arbeit über die „Endlösung”. Kürzlich beendete er ein Werk über die Geschichte der Juden i® der Welt seit der Zerstörung des Tempels bis heute unter dem Titel „Die lange Wanderung”. PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES Soeben erschienen: VEROEFFENTLICHUNG DES LEO BAECK INSTITUTES Deutsche Verlags-Anstalt, .Stuttgart (1959) SELMA STERN JOSEL VON ROSHEIM BEFEHLSHABER DER JUDENSCHAFT IM HEILIGEN R OE MISCHEN RET.CH DEUTSCHER NATION Die Geschichte des klugen und mutigen Führers und Anwalts, Trösters und Helfers der deutschen Judenheit ln ihrem Kampf um Recht ¡und Freiheit .gegen Kirche, Kaiser und Volksaberglaiifoen zu Beginn der Neuzeit. (280 Steife®) VEROEFFENTLieHUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. G. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN LEO BAECK AUS DREI JAHRTAUSENDEN Wissenschaftliche Untersuchungen und Abhandlungen zur Geschichte des jüdischen Glaubens MIT EINER E1LNFUEHRUNG VON HANS LIEBESCHUETZ in deutscher Sprache SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 18B0 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine materialreiche sozialpolitische Studie über das Wan der Schicksal einer jüdischen Gruppe im Sehatten des Antisemitismus und zweier Weltkriege. -★- ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung des einzigartigen Kampfes der deutschen Juden um Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung an ge sich’ s der drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts de* Metaphysikers. GesehtcMsiphilosophen und Soziologen — zugleich .ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel Hi -

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