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Jüdische Wochenschau · 1960-01-19 · 1747 (19.1.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1747 (19.1.1960)
Date
1960-01-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Maries, 19 de Enere de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Añe XXI. — Ne. 1747 I Noch einmal Theresienstadt LITERATUS H. G. Adler, dessen Geschichte des Lagers Theresienstadt (Theresienstadt 1941/1915 Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft I. C. B. Mohr (Paul Siebecke) Tübingen 1955) soviel berechtigte Anerkennung fand, legt nun ein weiteres Ergebnis seiner Forschung zur Geschichte der von den Nazis geplanten Vernichtung der Juden Europas vor. Sein neues Buch („Die verheimlichte Wahrheit, Theresienstadter Dokumente” I. C. B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen 1958) ist keine Fortsetzung des vorher erschienenen, vielmehr eine Ergänzung deseiben, der dokumentarische Beleg für viele der im ersten Buch aufgestellten Behauptungen. Die in dem Band gedruckten 241 Dokumente und Bilder verdeutlichen nicht nur das Bild, das wir bereits von dem Leben im „Musterlager” hatten, sondern geben auch einen Einblick in die Vorbereitungen in Deutschland, die den Deportationen ins Lager vorangingen. Der Verfasser beschränkt sich dabei auf eine Einleitung von wenigen Seiten und lässt, im übrigen die Dokumente für sich selber sprechen, wobei jedem Dokument Quellenangabe urd kurzer Kommentar folgen. Die Dokumente, deren Echtheit nicht angezweifelt werden kann, zeigen in dem harten Kanzlei-Deutsch, in dem sie abgefasst sind, bis zum letzten Detail die brutale Systematik, mit der die Nazis bei der Verwirklichung ihres Planes zur Ausrottung der Juden vorgegangen sind. Wie es möglich war, dass ein Volk, das um seine Existenz kämpfte und gegen eine Welt im Kriege stand, Zeit fand, ein so kompliziertes System zu entwikkeln, soviele Menschen, Aemter und Transportmit'el damit zu beschäftigen, um die Deportationen in die Lager durchzuführen, gehört in das Kapitel der Psychologie des deutschen Volkes, mit der wir uns hier nicht beschäftigen. Man kann aber nicht umhin festzustellen, wie sehr eäch der deutsche Ördnungssirm auch hier austobte. Das Gegeneinander- Ar%>eiten der verschiedenen ffazi-Häüptlinge und der von jijnen geleiteten Aemter, sowie die Versuche, einander von G. ADLER-RUDEL die Beute abzujagen, werden mit unheimlicher Klarheit sichtbar. Es ist nicht so sehr die verheimlichte Wahrheit, die sich aus den hier mit grosser Mühe und Sorgfalt gesammelten Dokumenten ergibt, sondern die Entschleierung einer Lüge von so unheimlichem Ausmass, dass wohl kein Gegenstück menschlicher Verlogenheit zu finden sein dürfte. Aus dem vorliegenden Material ergeben sich auch in einem gewissen Umfang die Bemühungen der Juden in den freien Ländern, die vorbereiteten Verbrechen auf zudecken, sowie die Versuche, den Opfern irgendwie beizustehen. Besonders wichtig erscheint uns hier eine Anzahl von Telegrammen, Briefen und Notizen von Gerhard Riegner, dem Leiter des Büros des Jüdischen Weltkongresses in Genf, der als einer der ersten von der Tatsache des Beginns der Vemichtungs - Massnahmen der Nazis erfuhr und sich mit ausserordentlicher Energie bemühte, die Welt auf das sich vorbereitende Verbrechen aufmerksam zu machen. Zum ersten Mal erfuhren wir aus den Morgenthauschen Tagebüchern, die im Jahre 1947 veröffentlicht wurden, von seinen Bemühungen; jetzt jedoch können wir eine Anzahl von Dokumenten im Wortlaut einsehen. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich H. G. Adler in der Einleitung des Buches mit dem Gesamtproblem der „Endlösung”, wie sie den Nazis vor schwebte. Er tat dies bereits früher in seiner kleineren Arbeit: „Der Kampf gegen die Endlösung der Judenfrage” (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Heimatdienst, Heft 34, Bonn 1958), in der er von den Bemühungen berichtet, die von jüdischer und nicht-jüdischer Seite in und ausserhalb Deutschlands gemacht wurden, um die Durchführung der Mordpläne der Nazis zu verhindern. Gerade weil wir darin zustimmen, dass „bevor nicht die Staatsarchive Englands, der USA, der Schweiz, Schwedens und anderer Länder, sowie die Archive der jüdischen Haupt- Organisationen -und vieler ÜiAIMÖNlDES! ih'h »v ß*1* ill-l . M4 * ynjgctfraktach * 600.- VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES OURRUCKAGA MM — T. E. 71-6700 Im b—iohan durch alle einschlägigen 8ucR> handlunges und durch die JUEDISCHE WOCHENSCHAU NUETRAZDOH »60 l* — T. E. H UM RHMH anderer Stellen zugänglich sind”, die Geschichte dieses Kampfes nicht geschrieben werden kann, scheint es uns notwendig, gegen bestimmte Auffassungen des Verfassers in beiden obenerwähnten Arbeiten Einwände zu erheben. Es handelt sich hierbei vor allem um den Brief, den Prof. Chaim Weizmann bei Kriegsausbruch, am 29. 8. 1939, im Namen der Jewish Agency an den britischen Premierminister schrieb und in dem er erklärte, dass die Juden, ungeachtet aller Differenzen mit der britischen Regierung über deren Palästina-Politik, in diesem Kriege auf Seiten Grossbritanniens und der Demokratien stehen. Aus den beiden hier erwähnten Büchern geht klar hervor, dass der Verfasser von dem lange vor Kriegsausbruch feststehenden Plan der Nazis zur Vernichtung der Juden weiss, und „dass es erst gar nicht dieses Briefes bedurft hatte, um die Naionalsozialisten scheinbare, wie auch rein erfundene Gründe für ihre „Abwehrmassnahmen” gegen die Juden heranziehen zu lassen” (S. 321). Trotzdem hält er es für angebracht, die Legitimation Dr. Weizmanns, eine derartige Erklärung im Namen der Juden abzugeben, anzuzweifeln und den Brief, „der kein diplomatisches Meisterwerk war” (S 321) als „einen taktisch bedenklichen und in der Formulierung unglücklichen” (S. 45 „Kampf gegen die Endlösung”) zu beurteilen. verschiedentlich darüber, wie ungenügend der Kampf gegen die Durchführung der Endlösung von den Juden und den freien Völkern geführt wurde. Gerade weil wir dieser Meinung in vieler Beziehung zustimmen, glauben wir, dass seine Beurteilung des Weizmann-Briefes unrichtig ist, und dass der Brief in jener Stunde eine Notwendigkeit, ja a gar eine verspätete Antwort auf die Kriegserklärungen der Nazis speziell gegen die Juden war, die bereits viel früher erfolgten. Abgesehsn davon, dass wir also in der Bewertung und Beurteilung dieses Briefes dem Verfasser nicht folgen können, scheint es uns verfehlt, ein so wichtiges Moment nur nebenbei und ausserhalb des eigentlichen Zusammenhanges zu erwähnen. Nur wer, wie der Autor der beiden Schriften, dem jüdischen Leben jener Tage fernstand und bereits in den Händen der Nazis war, konnte und kann die Situation derart verkennen. Dr. Weizmann war formal nur der Präsident der Jewish Agency for Palestine, tatsächlich aber die zentrale Figur der Juden in den freien Ländern. Er sprach zweifellos in jener Stunde aus, was die Juden der Welt bei Ausbruch des Krieges empfanden. Trotz der Verschiedenheit der Meinungen im jüdischen Leben ist keine kritische Stimme gegen die Erklärung Dr. Weizmanns bekannt. Konnten die Juden der freien Welt anders handeln? Gerade wenn man die furchtbare Gefahr des Nazismus erkannte und den Kampf gegen ihn als die heiligste Aufgabe aller Juden empfand, musste der Sprecher des jüdischen Volkes dies unverhohlen und klar und ohne alle taktischen Erwägungen zum Ausdruck bringen. Eine derartige Erklärung war umso selbstverständlicher im Hinblick auf die Rede des Führers in der Sitzung des ersten Reichstages Gross-Deutschlands vom 30. Juni 1939, in der er unbekümmert um die öffentliche Meinung des Auslandes, die Vernichtung der Juden Europas ankündigte: „Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und ausserhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa." H. G. Adler äussert sich Die offenbar nicht genügende Vertrautheit des Verfassers mit dem jüdischen politischen Leben der Vorkriegszeit trübt leider auch seinen Blick für die Baurtei. lung der führenden Männer des Lagers. Bereits in den Besprechungen seines ersten Buches über Theresienstadt ist verschiedentlich angedeutet wordeni dass nur jemand, der vor Theresenstadt keine Beziehung zum jüdischen Leben hatte und später passiver Lagrr-InsESse war, in der Beurteilung der führenden Menschen des Lagers, namentlich Jakcb Edelsteins, aber auch Paul Epsteins, weit über das Zulässige hinausgehen konnte. Zwar versucht er auf S. 136 sein Urteil über Edelstein zu mildern, doch geschieht dies so unwillig und mit halbem Herzen> dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass er nach wie vor von der Richtigkeit seines y früheren harten Urteils überzeugt ist. Es scheint uns, dass der Verfasser wie jeder, der über diese Opfer eines unheimlich grauenvollen Schicksals urteilt, dies nur dann darf, wenn er sich völlig klar darüber ist, wie er sich an deren Stelle verhalten hätte. Diese Einwände, die inner-jüdische Meinungsverschiedenheiten über Menschen und Situationen andeuten, beeinträchtigen in keiner Weise unsere Meinung über den ausserordentlich wichtigen Beitrag den der Verfasser auch mit seinem neuen Buch zu unserem Wissen um den Verlauf der Judenvernichtung geleistet hat. Seine - Arbeit ist nicht nur ein Kapitel zu der Geschichte der Vernichtung, sondern auch ein wichtiges Dokument zur neuzeitlichen Geschichte des deutschen Volkes. Verfasser und Verlag haben mit dieser Veröffentlichung einen bedeutsamen Beitrag zur Verbreitung der Wahrheit über dieses furchtbare Kapitel der jüdischen und der deutschen Geschichte geleistet. Geschichten aus Die folgenden „Kurzgeschichten” sind dem in London erschienenen Buch „Our Jerusalem, an American Family in the Holy City 1881— 1949” von Bertha Spafford Vester entnommen. Sie wurden nicht übersetzt, sondern frei umgeformt. Die Autorin hat als Tochter der Gründer der amerikanischen Kolonie und als deren Mitarbeiterin viele Jahrzehnte in Jerusalem gelebt. Ihre Erinnerungen stellen — gleich allen Erinnerungen — keine streng wissenschaftliche Arbeit dar. Wenn auch die eine oder andere Angabe nicht völlig dem, was gewesen ist. ent- - spricht, so mindert das den W'ert des fesselnd geschriebenen Buches nicht. Es lässt ein farbenreiches Bild der Stadt und seiner Bewohner vor unserem Auge erstehen und bedeutet — als Werk/einer christlichen Autorin — einen wichtigen Zuwachs zu der Literatur über die Heilige Stadt. ★ EINE SELTSAME TOTENFEIER von Dr. S. die Mutter vor dem Paar zu tanzen, wobei sie zwei brennende Kerzen in den Händen hielt. „Ich muss tanzen, so will es der Brauch!” rief sie unter dem Beifall der Umherstehenden aus, indem ihre Bewegungen und ihr Schreien an Wildheit Zunahmen. Erschöpft hielt se schliesslich inne, zerriss ihr Kleid und löste den Schleier von dem Angesicht der Braut. Den Toten legte man in einen Sarg, und dann setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Infolge der Aufregungen und der Unbezämtheit. in der die Mutter ihrem Schmerz Ausdruck gegeben, starb sie bald. Und deshalb liess man das Haus unfertig stehen. MEA SCHEAR1M Im äussersten Westen der Jaffastrasse, in dem Gebäude, das von zwei Gips-Löwen flankiert wird, befand sich während der Mandatszeit eine englische Polizeistation. Ihr gegenüber stand lange Jahre hindurch ein unvollendetes Haus. Es wurde dann später fertiggestellt und in ihm ein städtisches Hospital installiert. Nach der Besetzung Jerusalems im Jahre 1917 wurde es die Zentrale der Gesundheitsabteilung. Warum die Bauarbeit lange Zeit nicht fortgesetzt wurde, hierüber erzählten sich die Jerusalemer folgende Begebenheiten: Mit dem Bau begann man um das Jahr 1880. Es sollte ein Heim für ein junges Paar werden, das vor der Hochzeit stand. Der Bräutigam entstammte einer arabischrömiseh-katholiscLen Familie und war des einzige Kind seiner Eltern. Schon waren die Vorbereitungen für die Eheschliessung getroffen, da starb er plötzlich. Statt der Hochzeitsgäste versammelten sich in dem Hause Freunde und Verwandte zur Totenklage und zur Teilnahme am Leichenzug. In der Stube, in welcher man den Toten auf einen Lehnstuhl gesetzt hatte, wurden sie Zeugen und Mitspieler einer gespenstisch wirkenden Szene. Die wehglagenden Eltern führten die schöne Braut vor den Leichnam hin. Sie war in kostbare Gewänder gehüllt und trug reiche Juwelen — und Blumenschmuck. Der Brautschleier verdeck'e ihr Antlitz. Begleitet von hysterischem Geheule der Frauen begann Dieses Stadtviertel ist keineswegs von Juden errichtet worden, wie vielfach angenommen wird. Sein Begründer war vielmehr ein christlicher Bankier aus der Schweiz, der des Glaubens war, es stehe die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland unmittelbar bevor. Seine religiöse Schwärmerei reichte nicht so weit, als dass er nicht auch materielle Gewinnabsichten im Auge gehabt hätte. ★ DIE BERGHEIMS Da war eine reiche Juden- Christen-Familie aus England, deren Oberhaupt in Jerusalem eine Privatbank errichtet hatte. Ihm gehörten weite Eodenflächen in der Stadt und um sie her, unter andern auch das historisch bedeutsame Dorf Gezer. Ein Sohn der Bergheims wurde auf dem Wege nach Gezer von einem Fellachen ermordet. Es war kein Raubmord; denn man fand bei dem Toten die Uhr. Geld und andere Wertgegenstände. Das Motiv zu dem Verbrechen blieb verborgen. — Zur Zeit einer wirtschaftlichen Depression fallierte, das Bankhaus und der Bergheims:he Besitz ging in andere Här.de über. Warum ein Marqu.s of Bute Kapital in der Bark investiert hat, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass er nach der Konkurserklärung die Bergheim-Villa als Ersatz für einen Teil semes Goldes erhielt. In der Mandatszeit wurde das Haus erweitert und als Regierungshospital m t einem besonderen britischen Flügel eingerichtet. Den Bo. den gegenüber der Villa erhielt die Stadt. Sie legte einen dringend notwendigen Park darauf an. Wei'erhin erhob sich bald ein ansehnlif VVWMHWWHUMWWWU \ ******* Israel - Marken ln grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM¬ MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL- STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Aifonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 US. CABILDO j,er , » In SteUe’ Trakt vlt.. ., ‘ „i. in »ora] Bank AeIB| städtische "Ä» malige ö®"* heims in die jael-RegierungJ der tele den deutscl einen Sohn des «ott friedn* ion Tischendod der zu besondei als e wf dem S ¡er einer aus f> mtdeckte (ais c veröfii ★ FAMILIE HESS Mister Hess * Vizekonsul in Man sagte, seine bestgekieidete I Stadt. Er Arien, seiner nach Jerusalem den, Sein übern Seibstbewusstse robustes Auftr ihn zu einem i lieh sympathia nossen werden, milie war zu* amerikanischen Gast. Bertha S Tochter des G Kolonie, hatte sehen Friedrid heiratet Als c ein wohlhabend an dem Tage, d re in Palästina Feier veranstalt ter den Festre Herr Hess. Er r eine wilde Err« schrie seine Wt Fäusten auf den N, zu den gleichsam als ol % gegen sie In Wirklichkeit eine unter de, langlosen Festn Zuweilen bi Hess ihren kleir a Spafforc *ar ein unruhig und überaus Bursche, der ni( “Idit rastete. U »erden schick mit einem Jungen hinaus Pferde u;D(ien Ställen «hatte viel M ,äsen, boshafte 1® Zaume zu h «in anderer al , Hess, m Spanlau to Krieg »«sst. isgsverl * jjE SPIRXTU MISSION ati« schöne das Früh. SW ""bester, 5 Ward Uatt eiiltraten Sf JSlundi fteí Sei* Heiitaus di<

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