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Jüdische Wochenschau · 1960-01-19 · 1747 (19.1.1960) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1747 (19.1.1960)
Date
1960-01-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Maries, 19 de Enero de 1960 Año XXI. — No. 1747 — 5 Die Lage in Russland Dem in der New York Times erschienenen Bericht ihres früheren Russlandkorrespondenten Harrisori E. Salisbury entnehmen wir folgende> für die Lage der Juden in der Sowjetunion offenbar leider charakteristische Stellen: ... Aktiver Antisemitismus oder aktive Judenverfolgungen werden von der sowjetischen Regierung heute allerdings nicht in Szene gesetzt. Insofern ist die Lage der Juden in Russland — ebenso wie die Lage der sowjetischen Nichtjuden — jetzt wesentlich besser als in den letzten Jahren vor Stalins Tod. Aber der damals offiziell bestätigte Judenhass hat in der Bevölkerung seine Spuren bis zur Stunde hinterlassen, und die Regierung hat nur halbherzige, nicht konsequent durchgeführte Massnahmen dagegen unternommen. ... Vom Ausmass der ungelösten Judenfrage in der USSR macht man sich am besten eine Vorstellung, wenn dem Leser dargestellt i wird, wie es beispielsweise •- auf einer Kundgebung jüdischer Mitglieder der Moskauer Eisenbahnarbeiter zuging, an der ich teilgenommen habe. Im Saal befanden sich etwa 1.200 Menschen aus allen Schichten der Moskauer jüdischen Bevölkerung, darunter viele Jugendliche, die nicht mehr jiddisch verstehen. Einer der Aelteren sprach mich an- Er sagte: „Vor den letzten Jahren des Lebens Stalins hätten viele von uns gar nicht daran gedacht, dass sie Juden sind. Nehmen Sie mich, ich betrachtete mich als reinen Russen. Aber nach dem Weltkrieg stellte ich fest, dass es nicht darauf ankam, wie ich mich betrachtete; ich war für meine Umwelt nun einmal ein Jude.” Lebhaft wurde gelacht, als einer der Redner einen Witz aus der „guten alten Zeit”, vor dem Aufkommen des antisemitischen Kurses Stalins, wiedergab. In den Jahren der „grossen Säuberungen” habe ein Häftling im Gefängnis zu seinem neueingelieferten Zellengenossen gei AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO" BEÑO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. W - 2206 Juan Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 sagt: „Du bist kein Trotzkist und kein Jude; warum also hat man dich verhaftet ”... ... Die sowjetischen Behörden pflegen jetzt zu behaupten, dass es die Nazi- Okkupanten gewesen seien, die den Antisemitismus erst in den Sowjetstaat gebracht hätten. Selbst wenn das so sein sollte, haben Stalin und seine Mitarbeiter keinen Versuch gemacht, dagegen aufzutreten. In Moskau hiess es im Jahre 1941, als die deutschen Truppen in Russland vorrückten, ständig: „Die Juden bringen sich in Sicherheit, sie haben Bestechungsgelder gezahlt, um in die nach dem Osten fahrenden Züge zu kommen” und dergleichen. Nein, der Antisemitismus Stalins’ fiel auf fruchtbaren Boden — wie mir jemand sagte, der lange Jahre in Moskau gelebt hat —, weil antisemitische Strömungen schon vorher im Volke umgingen. ... Auch heute glauben viele Leute in Russland zwar noch, dass Stalin im Wahnsinn handelte, als er kurz vur seinem Tode die sowjetjüdischen Aerzte verfolgte und „liquidieren” lassen wollte. In Wirklichkeit war es schon seit 1948 insgeheim auf Stalins Anordnung zu Judenverfolgungen grossen Ausmasses gekommen; Hunderte prominenter Juden waren seit damals in die Folterzellen der Moskauer Lubyanka geworfen und dort gequält worden. Ein anderer meiner russischen Gewährsleute gestar.d mir: „Nur wer im Jahre 1949 als Jude in Moskau gelebt hat, weiss, was das für unsereinen bedeutete. In unseren für Inlandsreisen erforderlichen Pässen waren wir ausdrücklich als Juden bezeichnet. Ich zerriss meinen Pass, spülte die Fetzen im Klosett hinunter, beantragte bei der Polizei einen neuen ESTUDIO JURIDICO WTERNACI0NA1! ■---——- t Dr. Har dl Swarsensky j Asuntos Europeos exclusivamente $ Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr P Pass und sorgte dafür, dass meine Nationalität diesmal als „russisch” eingetragen wurde. Und so taten es viele von uns — aus reinem Selbsterhaltungstrieb...” Aber prominente jüdische Persönlichkeiten konnten so natürlich nicht verfahren; man kannte sie zu genau. Und so wurden sie besonders von Kulturinstitutionen, wissenschaftlichen Akademien usw. entlassen, weil sie Juden waren... ★ Nach einer Russlandreise erklärte Mr. Alfred J. Marrow, der Vorsitzende des New Yorker Städtischen Ausschusses „für Beziehungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen”, er sei in die Sowjetunion in der Hoffnung gefahren, u. a. festzustellen, wie die Probleme von Bevölkerungsminderheiten dort gelöst werden. Diese Hoffnung habe er aber aufgegeben, als er feststellte, dass den russischen Juden die Bezeichnung „Jude” in ihre zu Inlandsreisen bestimmte Pässe eingestempelt wird. ★ Eine ungemein pessimistische Analyse der Lage des russischen Judentums gelangte kürzlich aus der Feder des INA-Korrespondenten David Miller, der sich in Moskau aufgehalten hatte, an die Oeffentlichkeit. Er bestätigt im Ganzen, was über den Niedergang des religiösen und sonstigen jüdischen Gemeinschaftslebens und jüdischen Bewusstseins aus zahlreichen Veröffentlichungen der letzten Monate bereits bekannt ist; aber er lässt erkennen, dass dieser Niedergang nur teilweise auf behördliche Zwangsmassnah-; men zurückzuführen ist, und zum anderen Teil einem gleichsam natürlichen Assimilationsprozess entspricht. Junge Juden, mit denen er sprach, so ein 18jähriger Moskauer Student, erklärten ihm, ihre jüdische Abstam- Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN $ IMMMNMMMM .. I-1 ... VERREIST VOM 6. bis 24. JANUAR ....”..... ...,ul,uuÍ BUEROZEIT: 18—12 und 15—18 Uhr PUEfRREDON 2190 e*q. Ar. LAS HERAS - T. E. 81-201$ Botschaft aus Moskau Rom. — Eine Friedensbotschaft des Rabbiners Jehuda Lewin aus Moskau wurde vom Korrespondenten der ITA nach einem längeren Besuch in Moskau der westlichen Welt überbracht. Der Moskauer Rabbiner bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich alle religiösen Völker im Zeichen des Friedens auf Erden vereinen tnögen. Es heisst dann weiter: „Ich freue mich, den italienischen Juden einen Gruss senden zu können, sowie allen Italienern, ob sie nun Juden sind oder nicht, die im Ebenbild Gottes geboren wurden. Allen, die mich um eine Botschaft ersuchen, sage ich, dass ich die Hoffnung hege dass sich alle Völker im Frieden auf Erden zusammenfinden werden.”_ mung sei ihnen zwar bekannt, aber sie hätten keine Vorstellung, was darunter zu verstehen sei. ★ Zum ersten Mal wurden in Riga jiddische Volkslieder auf Schallplatten aufgenommen. Die Platten wurden von dem Chasan Michael Alexandrowitsch und seinem Chor, dem sogen. „Frejlich- Orehester besungen. ★ Im staatlichen Buchverlag der Stadt Chawarowsk (Sibirien) erschien eine Sammlung jüdischer Lieder und ProsascRriften aus Biröbidjan. ■■'♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦ »♦♦♦♦»< <> * CATECA S. A. Directorio 5555 <► <► <> Buenos Aires^ T. E. 68 - 1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas ANDONAEGUI 1270 Buenos Aires T. E.: 51.4810 Vom Guten bis zum Besten finden Sie in unserem Hause modische Herrenbekleidung in einer Auswahl, wie sie nur ein grosses Spezialgeschäft bietenkann. 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