Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1745 (12.1.1960)
- Date
- 1960-01-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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sgfT?^ LA SEMANA ISRAELITA Ein jüdischer Musiker von F. S. GROSSHUT Salomone Bassi, im Jahre 1587 im norditalienischen Mantua geboren, Sohn des bedeutenden Rabbi und Historikers Azaria de'Rossi, ist eine der grossen Gestalten, die jene Epoche des Renaissance-Judentums in Rabbi Leone da Modena, dem Dichter und Dramatiker Leone de’Sommi, dem Militäringenieur Abraham Colorni hervorbrachte. Salomon Rossi/Hebreo war in Mantua seinen Glaubensgenossen unter seinem hebräischen Namen Schelomo Me-ha-adummim bekannt. Stolz auf sein Judeseia legte er selbst sich die Bezeichnung „Hebreo” bei. Er erfreute sich am herzoglichen Hofe von Gonzaga, wo er Viola spielte, wie wir vernehmen, hoher Wertschätzung. Das üble Judenabzeichen brauchte er nicht zu tragen. Rossi stand in künstlerischem Kontakt mit den führenden Musikern seiner Zeit, darunter den florentinischen Opernkomponisten Caccim und Cagliano; vor allem ab:r mit Claudio Monteverdi, dem musikalischen Riesen des frühen 17. Jahrhunderts, Erneuerer der italienischen Musik und Schöpfer der grandiosen Opern „Orfeo” und „Krönung der Sabina Poppäa”. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass Monteverdi selbst Rossis Lehrer war. Fest steht jedenfalls, dass beide mindest zweimal bei musikdramatischen Werken zusammenarbeiteten. Der bekannte amerikanische Musikwissenschaftler Paul Henry Lang findet in Salomone Rossis Werken jene Elemente der „neuen, intimeren Musik, die wir Kammermusik nennen”. Ihm Zeugen gesucht INTERPOL (Internationale Polizei) / sucht Zeugen gegen den deutschen Kriegsverbrecher KARL MELCHIOR, Kapo aus dem deutschen Konzentrationslager Jar.owska. Meldungen erbeten an die DAIA, Pasteur 633, Buenos Aires. [Apareció ¡La Segunda Edición DE LA FAMOSA BIOGRAFIA NOVELADA De Eliezer Ben Jehuda: El Rebelde de Jerusalem de ROBERT St. JOHN (trad, por Noemi ¡Mibashán de Goldenberg) ¡ Pídalo mi las grandes librerías, y EDITORIAL CANDELABRO] ' (Pasteur 341 P. 3 Tel. 47-01593 í H. ROSENZWEIG TAILOR HENRY Tucumán 563. piso 1 * t Neues Telefon: 32.0913! i > > i Grossie Auswahl in imp. un<? hiesigen Stoffen DAUNENDECKEN j -GARDINEN IMPORT. CHINTZ und VOILE I BENNO DE LEVTE SR.L. i T E. 76.4155 J NUR: ECHEVERRIA 22421 STEUER- UND WIRT¬ SCHAFTSBERATUNG Buchhaltungen — Bilanzen RODOLFO HIRSCHFELD GUn.LERMO FORD ANSKI 25 de Mayo 489, 4’ p., Escr. 20 T. E. 32-9770 Buenos Aires CABLES: TB9COMAR» zufolge erkannte ferner Rossi „als einer der ersten die Bedeutung eines rein instrumentalen Stiles; er schuf kleine Meisterwerke in seinen dreistimmigen .Sonaten’ und leitete damit die Trioso nate als die neue Form deç instrumentalen Erfsemblem sik ein”. Die Musik war damals von der Polyphonie zur Monodie übergegangen und schwenkte wiederum zur Polyphonie über. All dies sp;egelt sich im Werk Rrssss, in dessen Tänzen, „sinfo ie”, kammermusikhaften „canzona ” und „sonata”. Hoch bedeutsam wurde Rossis Anteil an der Entwicklung der synagcgalen Musik. Kühn vorstossend erweiterte er die Hilfsquellen dieser in der Verwendung von Texten der Psalmen und Liturgie im polyphoni.chan Madrigal, und Motette-Stil seiner italienischen Zeitgenossen. Hierbei stiess er teilweise auf Widerspruch, jedoch Rabbi Leone da Modena setzte sich für ihn ein. 1623, fünf Jahre vor seinem Ableben, erschienen in Venedig 33 kleine Kompositionen von Rossi, zusammengefasst als Haschirim li-Schelomo. Es ist die erste hebräische Musik, die je gedruckt wurde. Nicht weniger als dreizehn Bände seiner Musik der Psalmen, Lieder, Kantaten, Hymnen, Sinfonien und Triosonaten wurden zu seinen Lebzeiten gedruckt. Rossis Lebenswerk widerlegt beredt die Lüge Richard Wagners in drssen antisemitischem Pamplet „Das Judentum in der Musik”, da Wagner (wohl wider besseres Wissen) aussagt, dass „bis auf die Zeiten Mozarts und Beethovens” sich „nirgends ein jüdischer Komponist” gefunden habe! Hintergründig nimmt es sich aus, dass ausg: rechnet der fanatische Wagner-Jürger und später wütend antisemitisch sich gebärdende französische Musiker Vincent d’Indy in seiner Jugend zum Ruhme Rossis auftrat! D'Indy, wie sein ausgezeichnet kritischer Biograph Léon j Vallas berichtet, schwärmte damals überschwenglich für Mendelssohn und Meyerbeer, leitete die Chöre unter dem jüdischen Dirigenten Ed uj ard Colonne. César Franck stellte d’Indy dem jüdischen Musiker Samuel Naumbourg der Pariser Synagoge der Rue de la Victoire vor und regte eine Zusammenarbeit beider an. Daraus entstand 1877 ein zweibändiges Wei der Lieder, Psalmen, Hymnen und Madrigale Rossis, genannt l'Ebreo! Vincent d'Indy, zum glühenden Judenhasser geworden und fanatischen Anti-Dreyfusianer, Unterzeichner der elenden Subskriptionsliste des Judenhetzers Drumont zugunsten der Witwe des Obersten Henry, führte nie die beiden Rossi- Bände, an denen er beteiligt war, im Katalog seiner Werke an. Sie „belasteten” ihn, ähnlich wie Wagner einst die Verherrlichungen Meyer. beers. Fachmann für Erziehung Washington. — Zum Vorsitzenden der Erziehungsbehörde des Staates Connecticut wurde Mr, William Horwitz aus New Haven gewählt. Dort amtiert er auch als Präsident der Synagogen. Gemeinde Bne-Jaacob. — Literarische Notizen Leo Baeck-Zentrum Anschliessend an die North Western Reform Synagoge wurde in London ein Leo Baeck-Zentrurr eröffnet. Bei der Eröffnung sprach Sir Basil Henriques die Hoffnung aus, dass die Jugend on dem Gebäude reichlich ebrauch mache und ihre jüdische Erziehung vervollsfendige. Es sei völlig irrig, zu glauben, dass mit der Barmizwah die jüdische Ausbildung der Kinder beendet sein könne. Ein Rekord Bert Brechts und A. Weills „Dreigroschenoper” wird seit fast sechs Jahren in einem newyorker Vorstadltheater ununterbrochen gespielt. Das Theater ist fast immer vollbesetzt. Die bisherigen Einnahmen .des Theaters belaufen sich auf fast zwei Millionen Dollar. Lehrstuhl für USA-Kultur Die Samuel Paley Foundation in Philadelphia stiftete 100.000 Dollar zur Errichtung eines Lehrstuhls für amerikanische Kultur und Zivilisation an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Alljährlich soll ein Gastdozent über dieses Gebiet in Jerusalem Vorlesungen hallen. Leonard Bernstein Der jüdische Dirigent Leonard Bernstein, der mit dem newyorker Philharmonischen Orchester 17 Konzerte in verschiedenen Ländern der Welt gab, wurde bei seiner Rückkehr nach New York enthusiastisch gefeiert. Die 57. StFasse New Yorks, wo das Hauptquartier des Philharmonischen liegt, wird die .Philharmonie Street” genannt, und die meiste n Geschäfte zeigten Abbildungen des Dirigenten, der als Amerikas bedeutendste Persönlichkeit im Musikleben gilt. Hakenkreuze in Buenos Aires Seit einigen Tagc.n erscheinen auch in Buenos A res und verschiedenen Städten der argentinischen Provinz die gleiche hetzerischen Parolen und Hakrnkreuze, d:e in verschiedenen europäischen Städten offens.chtlich aufgrund eines genauen Planes auf tauchten. Unser Bild zeigt die Straßenecke Callao und Avda. Libertador General San Martin, wo während der Nacht ebenso wie in den Sirassetn Tucumán, Viamanie, Pasteur, Uriburu u. a. Hakenkreure angemalt worden sind. Auch die Wände d-s Jüdischen Friedhofes in Tablada, der Esra in La Plata, der Sociedad Hebraica in Córdoba wurden beschmiert. Ausserdem wurden in Buenos Aires beschmiert: die Wände der Synagoge Baron Hirsch, Billinghurst 664, der Bialik Schule, Aguirre 1064, der Synagoge Parque Chacabuco, Asamblea 73, der Tel Aviv-Schule, Seguí 2130, der Tel Aviv-Schule, Helguera 2329, der Harzl-Schule, N. Oroño 1669, sefardische Synagoge, Tucumán y Uriburu, Leo Baeck Synagoge, Vidal 2049, Nueva Comunidad Israelita, Arcos 2319. HOTEL LAGO^D i Río Ceballos Casilla Correo 34 Sierras de Córdoba £ Inh. LEO KAHN Auskünfte: 70-7018!j JETZT IM NEUEN HAUS itPD Pension Familiar M. Flamm 1 Quader von der Laguna! CHASCOMUS F. C. N. G. R. unter Aufsicht Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. Oppenheimer Zimmer mit priv. Bad B CHASCOMUS, CORDOBA 38 Inf. kt Buenos Aires: T. E. 76-2312 und 70-5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten twMwwtmmwvHwwvtmvHvww» 44i! KEREMkAYEMETH SLO DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND TSR a ft; IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL