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Jüdische Wochenschau · 1960-01-05 · 1744 (5.1.1960) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1744 (5.1.1960)
Date
1960-01-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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— Martes, 5 de Enero de 1960 L A SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1744 Zeichnung Dosh 1 ' ■ 'i KHMÖJJG1 EDÜ »,Der Professor und seine, Schwester" (Lincolns - Prager, London, 1959). Leon Bernstein gehört zu den Dichtern des Staates Israel, die auch in der Diaspora bekannt sind. Während | des letzten Krieges entging er tausendmal dem Tode, kämpfte gegen die Truppen Hitlers und schrieb Gedichte in den Wäldern. Durch Schicksal, Erlebnisse und Leiden wurde er Erzähler, ¡Lyriker und Dramatiker. ^Nach der Befreiung tauchte ¡sein Name in literarischen I Zeitschriften auf, und sein ■ Theaterstück „Morgen" wurde durch einen Preis ge- Die Tragödie der Anneke Beekinan Seit Jahren kämpfen die Verwandten der kleinen Jüdin Anneke Beekman um das jetzt 15 Jahre alte Kind, dessen Eltern in Hitlers Gaskammern im Jahre 1943 umgebracht worden sind. Die Schwestern van Moorst hatten das Kind aufgezogen und es katholisch taufen lassen. Als die Verwandten die Vollwaise im Glauben ihrer Eltern erziehen wollten und die Rückgabe der kleinen Anneke verlangten, weigerten sich die beiden Schwestern, Anneke frei zu geben. Sie flüchteten mit dem Kind, brachten es kurzfristig in Klöstern unter und verschwanden immer von neuem, um die Spuren zu verwischen. Als man sie endlich stellen konnte, wurden sie von einem Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt, wobei ihnen aufgetragen wurde, Anneke zurückzugeben. Sie entzogen sich aber der Vollstreckung des Urteils, indem sie ins Ausland verschwanden. Das Kind blieb weiterhin unauffindbar. Nach langwierigen Besprechungen schlossen die katholischen Behörden, die die Schwestern van Moorst zum Verhandeln autorisiert hatten, mit den Verwandten Annekes einen Akkord, nach dem die kleine Beekman von den beiden Schwestern zu einem festgesetzten Trmin einem jüdischen Waisenhaus in Holland zu übergehen sei. Die Familie Beekman wollte sich in diesem Falle dafür einsetzen, dass die im Jahre 1956 ausgesprochene Gefängnisstrafe, zu der die Schwestern van Moorst von einem holländischen Gericht verurteilt worden waren, nicht vollstreckt werde. Die Schwestern van Moorst haben diesen Kontrakt nicht eingehalten und versteckten weiterhin die kleine Jüdin. Der Bruch der Vereinbarung durch die beiden Schwestern hat in den jüdischen Kreisen Hollands eine heftige Erregung ausgelöst. Die Bemühungen, das Kind seiner Familie zurückzugeben, ziehen sü;h seit mehr als drei Jahren ohne Erfolg hin. Die Gerichte haben die Forderungen der Familie voll anerkannt. Aber es ist offensichtlich, dass die Schwestern van Moorst geschickte Komplizen haben. Sie befinden sich zur Zeit in einem gesicherten Zufluchtsort im Auslande, die Haftstrafe ist nicht vollstreckbar. Was Anneke angeht, so ist sie offenbar nicht mit ihnen. Man nimmt an, dass das Kind noch immer in Holland versteckt ist. KURT KAISER-RLUETH Vidal 2049 und Cangallo 1479 j vom 11. bis 31. Januar J < Ferienhalber geschlossen sind. | ASOC. FILANTROPICA ISRAELITA] Wi? alachen unsere Leser darauf aufmerksam, dass die : ACE ACE Anmeldungen für die I Ferien-Kolonie der Arbeitsgemeinschaft in t „LOS CARDALES” Noch einige Plätze für Februar } j Anmeldungen im Sekretariat der; Achdus Jisroel, Moldes 2449, von t 9—12 und 16—20 Uhr J t krönt. Bald nach der Entstehung des Staates Israel liess er sich in Tel Aviv nieder, wo er als führendes Mitglied des Jüdischen Weltkongres. ses tätig ist und auch Vorlesungen an der telaviver Universität hält. Er beschäftigt sich mit Politik und Wissenschaft und ist dabei Künstler und Dichter geblieben. In Israel arbeitet er für die Diaspora und wenn in der Diaspora weilt, inspiriert er für Israel. Als sein Büchlein „Und der Tod kniet vor unserer Liebe" (Europa Verlag, Zürich) erschien, meldeten sich Kritiker, die ihn und seine Gedichte lobten. Auch Thomas Mann war tief beeindruckt. Sein Stück „Schwarze und Weisse” wurde vor einigen Jahren in London aufgeführt und rief damals eine lebhafte Diskussion in journalistischen Kreisen hervor. Soll man komplizierte Probleme der Zeit, soziale Konflikte zwischen Jemeniten und Aschkenasim in Israel in einem londoner Theater behandeln? Oder soll man in der Diaspora nur Gutes und Schönes über Israel erzählen? Bernstein, der das Problem aufrollte, aber auch ei_ ne Lösung brachte, fand in London viel Verständnis. Das Stück hatte Erfolg und wurde auch in anderen Ländern aufgeführt. Um ein soziales Uebel zu beseitigen, muss man sich zuerst bewusst sein, dass es existiert, dann ist es natürlich viel leichter, beide Gruppen zu versöhnen und den Weg der Toleranz zu befestigen. „Kalum — Schicksal und Freiheit” war das nächste Theaterstück, welches er, ge. meinsam mit der Schrfitstellerin Selda Kolitz, geschrieben hatte. Eine Mischung von Humor, Intrigen unter Angestellten in Israel, Philosophie und schliesslich ein erschütterndes Ende. In diesem Schicksalsdrama wird die 'Leidensgeschichte von Jakob Kalum dargestellt. Auch sein neues Stück „Der Professor und seine Schwester’’ spielt in Israel. Leon Bernstein formte seine Tppen nach einer Erzählung von Selda Kolitz-Sonnenfeld. Die Handlung ist lebhaft und Bernstein ist ein Meister der Konversation. Geistreich, pikant und schlgfertig. Das Drama in vier Akten wird den Leser oder Zuhörer fesseln. Es ist reich an Spannung, mit leidenschaftlichen Dialogen, konzentrierten Handlungen, voll von tragikomischen Seelenstimmungen und wirkungsvollen Szenen. Leon Bernstein ist ein schaffender Dichter, der zuerst einsam für Einsame, nun aber gemeinsam für Gemeinsame wirkt. Josef Fraenkel EMPFANG IN DER BOTSCHAFT VON ISRAEL r « y/-' mm Ein uralter Brauch in Israel zu Zeiten des zweiten Tempels war es, einmal im Jahre alle Bar Mizwa-Knaben nach der Hauptstadt Jerusalem zu bringen, damit die Chachamim die Kinder segnen sollten. Heute will man versuchen, diesen uralten schönen Brauch wenigstens te lweise wieder aufleben zu lassen. Die Weltvereinigung für die Hebräische Sprache „Brit Iwrit Olamit” hat durch ihre Vertreter in Argentinien eine Reise von Bar Mizwa-Kindern nach Israel zusammengestellt, die in Israel Gäste des Jischuw in Tel Aviv und auch von Kibbuzim sein werden. Die erste Reise dieser Art umfasst zwanzig Kinder, die bereits nach Israel unter der Aufsicht eines Lehrers des Brit Iwrit Olamit abgeflogen sind. Die Kinder werden in Israel sieben Wochen Gäste der Kinder in Israel sein. Drei Wochen werden die Kinder in Tel Aviv bleiben, wo sie einen intensiven Kurs in Hebräisch absolvieren werden und die andere Zeit werden die Kinder verschiedene Kibbuzim besuchen und das ganze Land bereisen. Die kleinen Turisten besuchten noch vor ihrer Abfahrt die israelische Botschaft in Begleitung ihrer Eltern und Freunde und wurden von dem Geschäftsträger Dr. Mor. dechai Awida herzlich empfangen, der zu ihnen in spanischer Sprache sprach. Diese Reise soll, so sagte Dr. Awida, einen alten Brauch Wiederaufleben lassen, ihr gehört zu den ersten, die eine solche Reise unternehmen. Wir hoffen, dass inr den Sinn dessen verstehen werdet. 22 jüdische Abgeordnete Dank des Präsidenten Feier für Scholem Alechera London. — Im neuen britischen Unterhaus sitzen 22 jüdische Abgeordnete — die gleiche Anzahl wie bisher. Während es vor den Wahlen 20 Vertreter der Labour Party und zwei Konservative waren, sind es jetzt 19 Lebaur-Vertreter und 3 Konservative. (AWZ) Mexiko City. — Der Präsident der mexikanischen Republik beglückwünschte die Tanztruppe „Karmon”, die in der Landeshauptstadt aufgetreten ist. Präsident Lopez Mateos brachte seinen Dank nach Beendigung der Aufführung zum Ausdruck. (ITA) London. — Anfang Januar wird auf Initiative des Jüdischen Weltkongresses eine 100-Jahrfeier für den jüdischen Dichter Scholem Alechem veranstaltet werden, auf der u. a. der Oberrabbiner Israel Brodie sprechen wird. Es sind Rezitationen in englischer und jiddischer Sprache vorgesehen. (ITA) Israel - Marken (n grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 •eq. CABILDO WIR BITTEN unsere Leser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueber- ^weisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. Juden in chinesischen Städten Direkte Einsendung des Abono-Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL New York. — Einem Bericht des Rates der jüdischen Gemeinde von Schanghai zufolge zählt diese Gemeinde gegenwärtig noch 72 Mitglieder. Die grösste jüdische Gemeinde Chinas mit 153 Mitgliedern besteht in Charbin, während in Tientsin 26 Juden lebes. Der Schanghaier Gemeinderat organisiert Gottesdienste in einem Betraum, unterhält ein Heim für Alte und Kranke, eine koschere Küche sowie ein Kulturzentrum und leisttet Erziehungs¬ und Unterstützungsarbeit. Die Gemeinde in Charbin entfaltet eine ähnliche Tätigkeit. (AWZ) LA SEMANA ISRAELITA Pueyrredön 2190, 1? izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen den Betrag von m$n . aus nachstehender Abrechnung. In Erwartung Ihrer Quittung begrüsse ich Sie (Name) (Adresse) N. B.: Wir bitten, Einzahlungen zu richten an: LA SEMANA ISRAE- LITA. 4 1. u. 2. Quartal 1959 m$n 80.— Jahr 1959 .. m$n 160.— 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120.— Jahr 1960 .. m$n 240.— (Nicht gewünschte Zahlung bitte ausstreichen)

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