Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1959-12-22 · 1741 (22.12.1959) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
20 (1959)
Issue
1741 (22.12.1959)
Date
1959-12-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9611176-9611195--0077-9611198
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Marte«, 22 de Diciembre de 1959 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AS« XX, — Mo. 17dl — 3 Israel und seine Botschafter Mit der Ernennung von N. Shye (der früher ein hoher ' Beamter im Aussenministerium und zuletzt Generalkonsul in Istambul war) ist die Zahl der israelischen Botschafter auf 25 gestiegen. Auch in der Diplomatenliste Israels macht sich die Verwischung des Unterschieds zwischen Botschafter und Gesandter bemerkbar, die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges für die ganze internationale Diplomatie charakteristisch ist. In den ersten Jahren nach Staatsgründung hatte Israel nur in einigen grossen Staaten Botschafter, dann folgten immer mehr gegenseitige Rangerhöhungen, bis die Zahl von 25 Botschaftern erreicht wurde, und wahrscheinlich wird ihre Zahl weiter anwachsen, um auf diese Weise die „Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen” zu gewissen Staaten zu unterstreichen. Das Jahrbuch der Regierung, das die Zahl der Botschafter angibt, war in gewissem Umfange sogar prophetisch. Es nannte bereits Dr. Walter Eytan als Botschafter in Paris, obwohl seine Ernennung in der französischen Hauptstadt noch nicht offiziell bestätigt war. Da das Aussenministerium mit dem Agreement jedoch fest rechnen konnte, wurde der Namen von Dr. Eytan schon vorher gedruckt. Hier war das Jahrbuch bei Erscheinen „up to date”, während die Ernennung von Shye erst nach Herauskommen des Jahrbuches bestätigt wurde. GESANDTSCHAFTEN UND KONSULATE Zu den 25 Botschaften kommen Gesandtschaften hinzu, die jedoch nicht alle voll besetzt sind, d. h. ein Botschafter oder Gesandter, der in einem anderen Staate EINEN SCHOTTLAENDER MUESSTE MAN HABEN Der Schottländer von Carlton — das ist der Carlton-Anzug mit Mehrwert und einem Rabatt von 30 % bei Barzahlung: 15 % bei Zahlungserleichterurigen in unserem Total - Ausverkauf der sich bald dem Ende nähert. Mit einem „Schottländer” von Carlton kaufen Sie Vorteile über Vorteile: Gediegene Stoffe der besten Webereien, Haltbarkeit, Innenausstattung und gutes Aussehen. Hohe Werte bietet Ihnn Ihr Kleiderberater, selbst ein Schotte würde diese Preise mit Vergnügen bezahlen Wir bieten Ihnen eine reichhaltige Auswahl in Fertigkleidung wie: Anzüge aus Alpacca, Tropical, Leinen, Raylin, Uebergangsanzüge, Winteranzüge, Hosen aller Art. Sportsakkos, Gabardin-, Regen, und Wintermäntel, weisse Sakkos aus Leinen und Raylin. UND WENN SIE MASSKLEIDUNG WUENCHEN, ERST RECHT ZU UNS! Carlton-Kleidung ist Kleidung guten Stils, meisterhaft gearbeitet und billiger als gewöhnliche Kleidung. Sie ist die Kleidung mit der ständigen Passformkontrolle. Praktisch denken, Carlton-Kleidung kaufen! rmtm Lavalle 870 T. E. 35-1110 AUTO - R1PARATUR . WERKSTATT „BEÑO“ BBfO HUTSCHNECEER Avd». CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Motar©e) T. E. 51 - 2205 luán Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 seinen Amtssitz hat, betreut ausserdem einen weiteren oder sogar mehrere weitere Staaten als Gesandter. Zwei Staaten, nämlieh Griechenland und Abessinien, haben bis heute Israel nur de facto und noch nicht de jure anerkannt, und dies wirkt sich auch in der Form der diplomatischen Beziehungen aus. In Griechenland besteht eine „diplomatische Vertretung” und in Addis Abeba unterhält Israel ein Generalkonsulat. Indien dagegen hat Israel zwar de jure anerkannt, hat sich jedoch bisher nicht entschliessen können, diplomatische Beziehungen aufzunehmen, und Israel lässt sich in Bombay (nicht in der Hauptstadt New Delhi) durch einen Konsul vertreten. Eine besondere Art von Vertretung besteht auch in Westdeutschland. Die israelische Einkaufs-Mission fungiert auch als diplomatische Repräsentation, obwohl es an sich noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Bonn gibt. Der Leiter der Mission Elieser Shinar hat Botschafter-Rang und ausser ihm sind fünf Mitglieder der Mission als Diplomaten anerkannt. Israel unterhielt ausserdem 34 konsularische Vertretungen, 19 von ihnen wurden von Ehrenkonsuln (meist asässigen jüdischen Bürgern) geleitet. So gibt es Ehrenkonsulate Israels in Gibraltar, in Panama, der Dominikanischen Republik, den Philippinen usw. Am 1. September 1959 waren beim Aussenministerium in Jerusalem insgesamt 371 Beamte tätig, in den diplomatischen Vertretungen im Ausland wurden 310 israelische Beamte und ausser ihnen noch 412 örtliche Angestellte beschäftigt. Die Besetzung einer israelischen Auslandsvertretung muss immer auch die Tatsache berücksichtigen, dass die betreffende Gesandtschaft Faschistische Inschriften bleiben Rom. — Die italienische Regierung lehnte es ab, die noch aus der Zeit Mussolinis stammenden und zum Teil den Faschismus verherrlichenden Inschriften im Foro Italico beseitigen zu lassen. Das Foro Italico wird im nächsten Jahr Teil der olym_ pischen Sportanlagen sein. Die negative Antwort gab Staatssekretär Magri in der römischen Abgeordnetenkammer, als ein Abgeordneter wissen wollte, ob es die Regierung nicht für opportun halte, wegen der bevorstehenden Olympischen Spie, le diese Erinnerung an eine vom italienischen Volk verurteilten Vergangenheit zu beseitigen. Magri begründete sein Nein mit dem Argument, jeder Besucher des Foro Italico solle durch die faschistische Lobeshymnen zum Nachdenken veranlasst werden, über die Risiken, denen sich die Menschen aussetzen, wenn sie allzu unüberlegt Daten und Ereignisse in Marmor und Bronze eingravieren, bevor die Geschichte ihr Urteil gesprochen hat. Es sei ein Zeichen von Selbstvertrauen, wenn die italienische Demokratie die Steine im Foro Italico unangetastet lasse. (AWZ) oder das Konsulat auch die Verbindung mit der örtlichen jüdischen Gemeinschaft aufrecht zu erhalten hat. So kommt es z. B., dass im newyorker Generalkonsulat etwa ebenso viel israelische Beamte wie in der Botschaft in Washington tätig sind. Das Generalkonsulat im grössten jüdischen Zentrum der Welt hat eben den Kontakt mit den Juden von New York und den Organisationen zu sichern. Im Laufe des Jahres sind eine Reihe von wichtigen Veränderungen im Aussenministerium selbst und im diplomatischen Dienst zu erwarten. Doch werden die wichtigen Umbesetzungen erst jetzt nach den Wahlen vorgenommen werden, wenn der „neue Hausherr” ins Au. ssenministerium eingezogen sein wird. „Nicht ini Repertoire” Bonn. — Das Lied „Stolz weht die Flagge schwarzweiss-rot’' ist nicht in das Repertoire der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes aufgenommen worden, erklärte im Bundestag Verteidigungsminister Strauss auf eine Anfrage des SPD- Abgeordneten Schmidt. In dem Liederbuch der Bundeswehr sei dieses Lied nicht enthalten. Es gehöre allerdings auch nicht zu den Liedern, die ausdrücklich verboten seien. Strauss vertrat die Ansicht, dass man dieses Lied nicht mit den typischen Produkten des Dritten Reiches identifizieren könne. Es sei vielmehr Ausdruck einer Zeit die man nicht leugnen könne. Von den Bundeswehrmusikzügen werde das Lied jedoch nicht öffentlich gespielt. (AWZ) Demnächst Auschwitz-Prozess In Frankfurt am Main burger Zentralstelle zur Ver. wird gegenwärtig einer der folgung von NS-Verbrechen grössten Konzentrationslager-Prozesse der Nachkriegszeit vorbereitet. Es handelt sich dabei um ein Sammelverfahren gegen verschiedene Schuldige aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Das Verfahren ist durch das Internationale Auschwitz- Comité in Gang gebracht worden. Die frankfurter Staatsanwaltschaft führt gegenwärtig unter Leitung von Oberstaatsanwalt Wolf eine Reihe von Vernehmungen ehemaliger Insassen des Konzentrationslagers durch. Das Auschwitz-Comité hat bisher mehr als 130 ehemalige Auschwitz-Häftlinge als Zeugen namhaft gemacht. Die meisten der gegenwärtig Gehörten kommen aus Polen. Unter den bisher Vernommenen sind so wichige Zeugen wie der ehemalige Schreiber des Bunkerblocks Ingenieur Jan Pilecki und der Rapportschreiber des Häftlings _ Krankenhauses im Stammlager, Dr. Tedeusz : Paczula. Pilecki führte seinerzeit das Bunker^uch, in dem sowohl die Einlieferung als auch die Erschiessung von Häftlingen festgehalten wurde, Paczula registrierte sämtliche Todesmeldungen. Das Verfahren wurde vor rund einem Jahr durch eine Strafanzeige des Internationalen Auschwitz-Comités gegen den ehemaligen SS- Oberscharführer in der Politischen Abteilung des Konzentrationslagers, Wilhelm Boger, ausgelöst. Schon bald, darauf konnten auf Veranlassung der ludwigs- Boger und auch der frühere Schutzhaftlagerführer von Auschwitz, ÖS - Obersturmführer Franz Hoffmann, ver. haftet werden. Im Frühjahr dieses Jahres war es aufgrund neuer Strafanzeigen des Comités möglich, das Verfahren auf den ehemaligen Rapportführer im Lager Oswald Kaduk und den ehemaligen SS-Unterscharführer der Politischen Abteilung in Auschwitz, Klaus Dylewsky, auszudehnen. Beide wurden ebenfalls verhaftet. Dylewsky befindet sich inzwischen jedoch bereits wieder auf freiem Fuss, obwohl ihm durch Zeugenaussagen einwandfrei nachgewiesen werden konnte, dass er an den Erschiessungen beteiligt war, die von der politischen Abteilung regelmässig an der „Schwarzen Wand” neben dem Bunkerblock 11 im Stammlager Auschwitz vorgenommen wurden. Der Stuttgarter Hafirichter, der, bevor das Verfahren von Ludwigsburg nach Frankfurt gegeben wurde, für Dylewsky zuständig war, ist für seine Freilassung verantwortlich. Gegen sie ist unverständlicherweise auch vom Stuttgarter Staatsanwalt Weber nicht protestiert worden. Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen dieses Prozesses bittet das Internationale Auschwitz-Comité alle ehemaligen Häftlinge, die Aussagen machen können, sich an die Adresse Wien 10, Weigandhof 5, zu wenden. ISRAEL-BRIEFMARKEN AK WXEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Bueaos Aires, Rep. Argentina ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ::iTmwr<r»Tr Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN SPRECHSTUNDEN TAEGLICH VON IS—19 UHR »» MW * ___ BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS - T. E. 83-2613 Korrespondenzanwälte in Israel und einigen europäischen Ländern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.