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Jüdische Wochenschau · 1945-11-09 · 344 (9.11.1945) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
6 (1945)
Issue
344 (9.11.1945)
Date
1945-11-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU 9 de Noviembre de 1945 —Año VI —N? 344 Der Juedische Weltkongress teilt mit: DIE IDEOLOGISCHEN FRAGEN SIND VON BEDEUTUNG Nach der Protest-Ver-: Politische und Hilfstaetigkeit: die Arbeitsmethoden des Juedisclien und des Joint Sammlung Die lier.er des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Stephen Wise und Dr. N. Goldmann, nahmen sehr aktiv an den Vorbereitungen und der Durchführung der grandiosen Protestversarruulung im “Madison Square Garden” in New York teil, j Die ganze nordamerikanische j Presse berichtete von dieser Ver- | Sammlung. Das “Morgen Journal” I feemmentiert die Rede von Dr. | ¿£en Wise folgendermassen : bedauern — sagt diese Zeinicht teilen zi^Konnen^dass die Arbeiterregierung in England in kurzer Zeit Palästina in einen Judenstaat verwandeln wird. “Der Präsident Truman empfing zum ersten Mal eine Abordnung, die den Kern des nordamerikanischen Judentums darstellt nach Zahlen etwa 90 Prozent, Sie renräsentierten die Jüdisch-Amerikanische Konferenz mit Ausnahme aller zionistischen Parteien. Aber unmittelbar, wie durch einen Zauber, fand sich eine zweite Delegation des Jüdisch-Nordamerikanischen Comités ein, die dem Präsidenten erklärte, dass Einwanderung nach Palästina und ein Judensfaat nichts miteinander zu tun haben, und dass das Jüdisch-Nordamerikanische 'Comité zu Gunsten der Einwanderung ohne Einschränkungen eintrüt, aber gegen einen Judenstaat ist- “Ausgerechnet Dr. Silver führte diese “Juden”: Mit welcher Absicht kamen sie zum Präsidenten? War es. um Einwanderung zu verlangen, so war dafür keine Notwendigkeit vorhanden, da der Präsident schon einen Brief an den Premier Attlee gesandt hatte, in d^m '■r 100.000 Zertifikate verlangte. Es ist al'so klar, dass sie zum Präsidenten kamen, nicht so um freie Einwanderung nach Paläs ina zu verlangen, sondern einen Judenstaat in ^7 “sprechen. Im gleichen Augenblick trat auch die “Aktiengesellschaft der Feinde Zions” von Lesing Rosenwald mit ihrer Clique von Millionären auf die Bühne, denen die “Time” alle Türen ihrer Zeitung öffnete. Bis heute ha4die “Time” nicht eine bezahlte Anzeige, die der Zionistische Dringlichkeitsrat ihr angeboten hatte. vsröffentlich^ die einen offenen Brief an Herrn Attlee enthielt, fand aber andererseits zwei ganze Kolumnen frei, um die alten Verläumdungen von Morris Lazaron zu bringen und noch hinzuzufügen, dass in ihm ein Direktor des Joint Distribution Committees spräche, si? fand ausserdem Raum für eine ausgedehnte Erklärung von Lesing Rosenwald.” W eltkongresses Wie allgemein bekannt, besteht" der Gegensatz zwischen der Hilfstätigkeit des Joint und der des Jüdischen Weltkongresses in der verschiedenen Haltung der Frage gegenüber, ob die Tätigkeit als rein philantropisch betrachtet werden sie aus einer Verbin düng gegtTi.irt'lr^ iT—Betrurhtung und Intensivierung mit politischen Interventionen und Handlungen bestehen solle- In diesem Sinne ist es sehr charakteristisch, dass sogar die Ideologen des Joint, die bis je.zt als ihr unbeugsames Prinzip ihre Tätigkeit der “reinen Wohlfahrt” oder “Zedokoh” aufrecht erhielten, sich im Augenblick vor diese Notwendigkeit gestellt sehen, zu bekennen, dass, wenn das Hilfswerk nicht auf politischen Handlungen und Ansprüchen aufgebaut werden wird, keine wesentliche und zufriedenstellende Hilfsarbeit möglich sein wird. Herr S. Niger schreibt über dieselbe .Frage in der Zeitung “Der Tog” folgendes: “...Man kann aber die Frage aufstellen, ob es möglich ist, dass eine jüdische Hilfsorganisation, wenn sie auch noch so stark sei, fähig ist, einzig , und allein durch eigene Kraft die riesigen finanziellen Mittel, die zur vollen und zufriedenstellenden Verwirklichung der ungeheueren Hilfs- und Rehabilitierungsarbeit nöt:g sind, zu schaffen. Mir scheint, dass Dr. A- Kubowitzky, Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, ganz recht hatte, als er nach der Rückkehr von einer Rundreise durch Euorpa den Vertretern der jüdischen Presse erklärte, dass es notwendig ist. den Mitteln der jüdischen Wohltätigkeit. die. finanzielle Kraft der Regierungs- und internationalen Organisationen hinzuzufügen. Mit unseren eigenen Mitteln, sagte er. können wir unsere Aufgabe nicht ausführen. Es ist nö ig. mindestens einen Teil der Vermögen derjenigen Juden zu bekommen, die . wie ihre Erben von den Feinden der Menschheit ermordet wurden .. “Also — warum schweigen wir? Warum geben wir uns nrt den rein jüdischen Hilfskampagnen zufrieden, wo wir doch wissen, dass sie ungenügend sind? Und warum hört, man nichts von politischen Forderungen, die sich im besten Falle nur in der furchtsamen Form von “Zukunftsmusik” ausdrüeken, während man von politischen Faktoren, die in unserer Reichweite liegen, keinen Gebrauch macht, 1 um genügend Hilfsmittel zu mobili- 1 sieren und demnach anzufangen,! Pläne wirklicher wirtschaftlicher j und kultureller Rehabilitierung zu i verwirklichen? Warum setzt man nicht die ganze politische Weltmeinung in Bewegung, um eine uni-! verseile und zufriedenstellende | Hilfe zu Gunsten der Juden an I ailen Orten in denen sie sich in; einer gefährlichen Lage befinden, : zu erreichen? Aber es gibt noch viele Juden,! die nicht verstehen oder verstehen; wollen. Noch gibt es Juden, die Angst haben zu verlangen, was! uns gerechterveise zukommt. Zu- 1 viel bemühen wir uns noch unse- I re Feinheit zu zeigen. Wie lange : noch werden wir soviel Geduld und" | soviel “Feinheit” zur Schau sielj len. Wie lange werden wir noch weiter “gut” und “anständig” zum 1 Schaden unserer verlassenen und leidenden Brüder sein? Ein Aufruf an die Welt zur Hilfe fuer die Kinder j Verschiedene internationale Or- 1 j ganisationen, unter denen sich I das Internationale Rote Kreuz, I der Jüdische Weltkongress und; die Internationale Kinderhilfs-! i Union befinden, haben sich zu eij; nem dringenden Aufruf zusamj men ge tan, in dem sie um schneij! ste Hilfe bitten, um Millionen I | verwahrloster Kinder in Europa zu I l retten.! I Dieser Aufruf sagt unter ande- I rem: i “...Der Winter bedroht Millio-J nen von Kindern in Europa mit | dem Tode durch Unterernährung und Kälte... “Sofortige Hilfe mit Lebensmitteln, Vitaminen, Medikamenten, Kleidern ist nötig... Es müssen alle Anstrengungen der offiziellen, privaten, religiösen und weltlichen Organisationen ln Form von Feind,s, Artikeln und jeder anderen Art, vereint werden Nur eine sofortige Aktion kann eine noch nie dagewesene Katastrophe verhueten Wenn man auch die von Regierungen, internationalen und nationalen Organisationen entfalteten Anstrengungen anerkennen muss, so ist es dennoch notwendig. alle Hilfe sofort zu verstärken und zu erweitern in Hinsicht auf Der Kegierungskom-; missar der juedischenj Gemeinden in Italien,; Giuseppe Nathan, dankt rlem Juedischen Weltj kongress Giuseppe Nathan telegraphiert [ aus Rom: “Im Namen der Jüdischen Gemeinden Nordifcaliens teilen wir Ihnen mit, dass wir einen Transport mit Kleidern, Unterwäsche und Schuhen erhalten haben- Herzlichen Dank 'für die wichtigen Artikel, die wir so nötig gebrauchen. Vergessen Sie uns auch in Zukunft nicht.” Unterschrift des Kabels: Giuseppe Nathan, Regierungskommissar der jüdischen Gemeinden Nordi aliens. Herbert Lehman an den Juedischen Weltkongress Viel ist schon geschrieben worden über die schreckliche Lage der in Bergen-Belsen internierten Juden. In Wirklichkeit ist es nicht möglich, die in diesem Marterlager eingeschlossenen Menschenwesen nur einigermassen zu beschreiben. Der Generalsekretär der englischen Abteilung des Jüdischen Weltkongress Herr Alexander Eastman, forderte vom Kongress sofortige Hilfe für Bergen-Belsen. Der Kongress fertigte sofort einen 1 bedeutenden Transport mit Wäi sehe, Schuhen und anderen drinj gend notwendigen Artikeln ab. | Der Direktor der UNRRA. Herr 1! Herbert Lehman, antwortete dar- | | auf in einem sehr herzlichen, an |! den Jüdischen Weltkongress gej richte'en Brief, in dem sich die; r folgenden Sätze befinden: |! “Wir beide können sehr wohl die verzweifelte Lage dieser Leute und ihre tiefe Dankbarkeit für alle Hilfe, die man ihnen darbringen kann. Ich möchte Ihnen in meinem und im Namen der UNRRA für die wertvolle Zusammenarbeit seitens des Jüdischen Weltkongresses mit unserer Verwaltung bei der Aufgabe, die Ueberlebenden in Europa, die schon soviel gelitten haben, zu unterstützen und zu rehabilitieren, danken. Herbert Lehman.” LEBENSMITTEL •*** 4 Jnuibieicd 4 7$e¿#ien ♦ 2ta£ien ♦ 4 'h&ulatneuka . 4 7bJj>4tÍMí % Holland ' RADIO Nur Qualitätsapparate Gelegenheitskäufe Reparaturen Schallplatten, auch jüdische Radio Leon, Lavalle 2760 Ehern, techn. Leiter der Telefunken - Werkstatt, Madrid. A. E. G U. T 48 (Paseo) 0949 das schreckliche Elend, das zur Zeit auf den Kindern lastet- Internationales Comité des Roten Kreuzes Jüdischer Weltkongress International? Kinderhilfsunion Caritas Catholica International^ Ekumänisch?r Kirchenrat. SCHOKOLADEN in allerbester Qualität fiir jeden Geschmack PAMPA 2857 U. T. 73-2462 “Ergos” S. A. CANGALLO 1265 Artikel hir Wiederverkaeufer Bijouterie Fantasien, Uhre* Propaganda-* und Geschenk Artikel. 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