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Jüdisches Volksblatt · 1921-11-25 · 69 (25.11.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
69 (25.11.1921)
Date
1921-11-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Berti Fäll leute und . Mer einse lepfe ' Tele eveir, Uitte : enskc > Uriöi « ensu ' aus.! Huni ' auf nicht ' mach nicht uns tuest Geiß wäre über beiti Lei leite Werl Mäi Tie Leut teit, Ich trau nun icTic feit n) Telle § slL 5 Dollar/ Freitag „JSdWis Dokk-Mtk" §8. November Nr. W Kos 8ui Onli,!*t 28 s /; natfl an T . tio ( lich ‘ ■; zu -ns bi M] d? tun'p daZi H scheA für 's zun/ nie / itrr: für tz urfö. SV ICt- M ■P 3u< As wt -; "1 z S|? vei H | §ul, | wii /;i reits/iä/' f; »wli t1- < l;l"t; ■ w« ,2 li tüd \ -4 r f1 v' f ‘ ln/*; yi-i! An 7^ Ick i ff *«5’ wo *$ 4 S.r- ' 2ck | tet ‘1 chet ■v.äl Aj als 5 Dollar. Die höchst lächerliche Seite der werden kann, versicherte nach dem Kongresse, daß Propaganda ist, daß er sich als Patriot, als'die Wische Arbeiterschaft bei der Kolonisation -ischitdwache für die Freiheit und Wohlfahrt. Palaguias sicher auf die Unterstützung des intsrseines Landes hinstellt. Er ist ein bigotter' nationalen Proletariats rechnen könne. Die Narr, ein Millionär Jgnoramus, der sich mit größte liberale Zeitung Deutschlands, die „Frankseiner Unwissenheit über die Geschichte seines NU^/^I widmete dem Kongreß drei gröseiner^ men anlangt, welche der Kongreß zu lösen ver. »i^gotterie, mit seinem sikschbarelck Mangel an suchte, so will ich zunächst-mit dem Kolonisations» «nfachfter Sympathie mit den Lcg^n einer Problem beginnen. Wenn man die Frage: kol- Herstreuten alten Rasse, die mehr zWRer Zi-. lektive oder individuelle Kolonisation stellt, so dilisation der Erde bcigetragen haWils irantworte ich: Die zionistische Organisation kann zend ein anderes Volk, ist Ford nicht wert, \nur auf kooperativer Grundlage kolonisieren, die Schubbänder der ärmsten, bescheidensten > ff^nn sie nicht ihre Aufgaben unverwirkiicht las. Huden zu lösen, in dessen Seele der schwächste,!^", ff1*/ -i?6 öi* "geheuer UpManeiner Vrovbereiuna nrm i schwere berufliche Um chichtung der einzelnen ÄsUy-L, Juden der Organisation heute nur eine Möglich. Srovf-°f ^-neuigeleuchtet hat. lässt — daß nämlich diejenigen, welche neuen _ ^utbe zu den Juden um Berufen eingegliedert werden sollen, in Genossen» Hufe eilen müssen, wenn ihr Zerstörung schäften vereinigt werden. Wenn auch die Kwudroht; denn wenn die Bibel und der Talmud z^th (Genossenschaften) mit Defizit arbeiten — der Juden mit allem, was darin gelehrt wird die Verhandlungen in Karlsbad haben gezeigt, und ssas es bedeutet, von der Erde verschwindaß die „bewiesenen Defizite" nicht immer als den sollte, würde die Menschheit schnell in 'wirkliche Defizite betrachtet werden dürfen — so Wildheit und barbarische Nacht zurücktauchen. doch dos Kapital welches angeblich auf Die Freiheit bat wobl ein Recht m klaaen : fo,d?e lßei1e verloren gebt, eme gute Investition t)« rooqi ein ^ql gu klagen, bie Zukunft. Denn diese ..Produktionsver- X em\„?Uktn Ö und unterdrückt wer- Uiste" kann ich nur als Lehrgeld für die Chaluden, denn von den Tagen von JaMas und betrochten, die doch — und das müssen die Jeremias an waren sie die ersten großen Re-! Kritiker der Kwuzoth in Betracht ziehen — ihr volutionäre aus Erden, zu den Zeiten Gambet-! wichrigstes Kapital, ihre Energie, investieren. Ich tas und Castelars die kühnsten,, nicht nachbin ferner deshalb Anhänger der Kwuzoth, gebenden Verteidiger des republikanischen! weil ich überzeugt bin, daß die wirtschaf liche Regimes in Frankreich und Spanien. Tie > Gesinnung, welche für die Aufbauarbeit nötig ist, Sache der Freiheit batte keine edleren und! am schnellsten durch genossenschaftliche Arbeit ertapferen Verteidiger als die Söhne Israels/ich es vor ollem allen ^abrbnnderten W tÄmUchie sind: fur wünschenswert, daß die technische Vorbildung beschichte find Chaluzim in größerem Maße als bisher Juden, trotzdem ihnen die Hände gebunden, cuf die Lebrfarmen übertragen werde, damit ihre Herzen mit der bitteren Last des Hasses der junge Chaluz, wenn er in die Genossennnd der Verfolgung beladen waren, doch imschaftsgruppe eintritt, wie ein wirklicher Hilfsarstände gewesen, aus dem Schmutz der Judenbeiter betrachtet werden kann, welcher die Vorgasse und aus der Dunkelheit der elenden.b/ingungcn der landwirtichalllichen Arbeit er- Hutten heraus die schönsten, durlendsten Blül-illt und nicht die Genossenschaftsgruppe durch ten in den Garten des Lebens, in den Boden!leme fass völlige Unersahrenheit schwächt, wähder Seele zu Pflanzen. Die Raffe verdient f^ud'eme Genossen bereiis Vorbildung durchge-!*2tuZ R-ch' wnri”ZW«nS,n- 'S nicht Haß und Verfolgung, Äongr/se und einzige oder wenigstens der wichtigste Kanal Parlamente der gebildeten Nationen, deren > werden, durch welchen man fr» die kooperativen Volker wahrhast dankbar, zivilisiert und frei Grupven gelangt. . sind, werden in Zukunft den Juden, den! Hier'sei bemerkt, daß ch. obwohl ich den größten Segenbringern der Dlenschheit, ganzen Ernst der Loge sehe, doch nicht Pessimist ' ihren Schutz und einem jeden freien Lai/ im bin. wc>er auf dem ^Gebiete der Kolonisation Kampfe des Lebens gewähren.!voch auf dem der politischen Arbeit. Die Tat- -- j sache, daß sich in der letzten Zeit stärkere Kräfte! gegen dos jüdische Ideal regen, beweist nur, daß Dlß AUfZÜbM 665 UüM36M§.^ Äraft Ideals gewachsen ist, daß die vtt, MHigHitvw vw *!»»«♦♦**»*»* Bcuiegung m das Stadium ihrer Verwirklichung Von Dr. Oskar Cohn, Mitglied des Deutschen getreten^ ist und sich vorwärts dem Ziele nä Parlaments. Der bekannte Führer der Unabhängiyen sozialistischen Partei Deutschlands, »velcher am 15. Oktober seinen zwciundfünszchsten Geburtstag feierte, qustert sich zu den Fragen des Zionismus, denen er stets als bewußter Jude regstes Interesse entgeh Arbeiter kann"nicht Gegner des Zionismus sein. hert. Diese Kämpfe beweisen gleichzeitig, dast der friedliche Inhalt des zionistischen Gedankens noch nicht genügend bekannt geworden ist. Man propagiere nur die Idee mit den edelsten Mitteln und man wird über die Gegner obsiegen imtsHie zur Verständigung bereit finden! Der arabische e brachte, anläbstch eines Gr'vröch , Publizisten M. Hindes, dem Vertreter des Jüdischen Korrejponveuzbu.erus, in ebeiu.o klarer tote weitblickender Weise. Wir freuen unS, Gelsgenheir zu haben, die Ausführungen des bekannten Politikers unseren Lesern nachstehend bringen zu können. Ich gehöre nicht der zionistischen Organisation an und meine Anschauungen sind daher als die eines Außenstehenden zu betrachten. Diese Bemerkung soll aber keinen Gnmd geben, an meinem starken Interesse zu zweifeln, das ich ollem entgegenbringe, was sich auf den Zionismi's und auf die Tätigkeit der zionistischen Organisation bezieht. Die Sympathie, die mich heute beherrscht, habe ich stets empfunden. Ich bekenne, daß ich als Jude, das heißt als Pazifist und Soziaidemokrat, mir kein anderes Gefühl als das der Sympathie g>:gen diesen Versuch der Wiederbelebung des jüdischen Volkes vorstellen kann: und ich bin der Ansicht, daß jeder Jude, welcher sich nicht positiv und mit voller Achtung zu diesem Unternehmen verhielte und etwa ihm gleichgültig oder gar feindlich gegenüberstünde, sich an der Verewigung der Wandergeschichte seines Volkes mitschuldig macht, welche ohnehin schon zu lange dauert. Daraus ist klar, warum ich im August alle meine übrigen Arbeiten unterbrochen und am Zionistenkongreß teilgenommen habe. Was ich dort sab, war für mich ein neues Erlebnis. Zum ersten Male hatte ich die Möglichkeit, bei den Derhüiidlungen des einzigen jüdischen Parlaments anwesend zu sein und so einen tiefen Einblick in die Größe der zionistischen Ausgabe zu gewinnen. Als älter Parlamentarier habe ich das Recht, über den Zionistenkongreß das Urteil zu fällen: Eine so tätige Volksvertretung habe ich noch nie gesehen. Welch eine kolossale Arbeit mußte m der kurzen Zeit vom Kongreß geleistet, wieviel .Hoffnungen mußten verwirklicht, wieviqj Enttäuschungen —vermieden werden! Unter diesen Umständen begrüße ich mit besonderer Befriedigung die Tatsache, daß die angesehenen europäischen Publizisten es nicht unterlassen haben, dem Kongreß ihre Anerkennung auszudrucken. Maximilian Harden, mit welcheni mich politische Freundschaft verbindet, hat in seiner „Zukunft aelagt. daß in Karlsbad „im wesentlichen die Grundlagen eines neuen Stetes beraten und beschlossen wurden". D:e Arbeiter. weil dieser ihm Helsen will, es tun kann und muß: das fordert schon der Aufbau selbst. Wenn die arabischen Landbesitzer sich auch weiterhin zwischen ihre arbeitenden Volksgenossen und die Chalustm stellen werden, so werden sie nicht nur den Aufbau des Landes, sondern auch die wirtschaftliche Belebung des arabischen Proletariats verhindern. Aber je mehr Juden ins Land kommen werden, desto mehr wird sich im arabischen Vo'ke das Bewußtsein verbreiten, daß die Arbeitshände der Chaluzim, welche den Boden von Erez Israel aus dem Schlafe wecken, den Frieden bringen: denn die Arbeit hat stets die Völker verbunden. Damit die Arbeit aber diese Wirkung habe, muß sie der kräftigen Unterstützung derjenigen sicher sein, welche aus dem rohen Wert des zionistischen Ideals Nutzen haben, ohne dafür solche Opfer zu bringen wie die Chaluzim, welche diesem Ideal, wenn es nötig ist, auch ihr Leben weihen. Daher haben diejenigen, welche sich nicht auf dem Aufbau beteiligen, die Pflicht, den schweren Weg der Pioniere zu erleichtern, indem sie all das geben, was die jüdische Gemeinschaft mit Nestt von ihnen als ihren Anteil zugunsten cher Chaluzim fordern muß. Selbstverständlich kann der größte Beitrag nicht verglichen werden mit dem kleinsten Opfer der Chaluzim, aber dieser Beitrag wird das Opfer des Chaluzim erleichtern, welches heute so schwer ist, und wird auf diese Weise dazu beitragen, das Wohl der jüdischen — ich möchte richtiger sagen, der jüdischesten — Menschen zu sichern. Ob die Juden außerhalb Palästinas zu Opfern bereit fein werden, davon hängt heute alles ab: der Erfolg der Aufbauarbeit und die Verwirklichung der zionistischen Idee im ganzen. Darum muß jeder Jude den Keren Hajessod als die Verkörperung der gemeinsamen Bestrebungen betrachten. Wer sich bei dieser Aktion sernhält, der entfernt sich geradezu vom jüdischen Volke. Ich bin überzeugt, daß die Juden Amerikas die Hoffnungen, welche auf sie gesetzt werden, nicht enttäuschen werden. Sie müssen aber wissen und darauf vorbereitet sein, daß die finanziellen Bedingungen der Palästina-Arbeit vornehmlich in ihren Händen liegt. Gerade das jüdische Bürgertum der Vereinigten Staaten wird — denn es ist imstande, das zu tun — in der vordersten Reihe schreiten und den übrigen 2ubeschlossen wurden Inden das erhebende Beispiel geben müssen. Ich ***.1.* w°dl. b«6 bi« antenCaniltben 3ub« Volksgenossen in Osteuropa, welche soviel gelitten haben, viel halsen. Im Frühjahr 1920 war ich in Polen und Weißrußland als Mitglied der sozialistischen Kommission, weiche die Ursachen der Pogroms zu untersuchen hatte, und ich begegnete dort auf Schritt und Tritt der amerikanischen HUfstätigkeit. Aber ich weiß auch, daß die Palästina-Arbeit neue Opfer verdient und es notwendig macht, sogar in die Vermögenslage des einzelnen Einblick zu gewinnen. Der Keren Haseffod hat in Amerika die große Aufgabe, der ganzen Welt den starken Strom deutlich zu machen, welcher von den Hilfsorganisationen zu den Chaluzim fließt. Der Erfolg dieser Arbeit wird keinen geringen Einfluß auf die politische Wirkung des Zionismus haben. Indem ich diese meine Sicherheit hier gusdrücke, muß ich bemerken, daß sie sich am stärksten auf das jüdische Proletariat in Amerika gründet. Die Bemühungen der dortigen jüdischen Arbeiterschaft, der Palästina-Arbeit Erfolg zu sichern, werden in den Augen jedes europäischen Sozialisten Zeugnis davon geben, wie stark die Solidaritätsgesühle in der jüdischen Arbeiterschaft selbst sind. Äiese ihre Solidarität mit dem jüdischen Pwletariat in Palästina drückt sich in der Beschaffimg von'Werkzeugen und Arbeitsmaterial für Palästina, in der Erwerbung von Aktien der palästinensischen Arbeiterbank und auf andere Weise aus; und die jüdische Arbeiterschaft darf auch nicht den steten Appell an das jüdische Bürgertum vergessen: in sedem Falle und stets dem großen Gedanken des Sozialismus! des Völkerstiedens zu dienen. Are Schönhekt der valWineufische« Landskdast. Die nachstehenden Bterachtungen sind ' einer Artikelreiho entnommen, di« der amerikanische Jude R a s k i n in der > konservativen New Aorkcr „Evening Post" erscheinen läßt. Raskin ist kürzlich j von einer Palästinareise zurückgekehrt. (Ziko.) Man sagt, daß eine Landschaft vornehmlich durch ihre Lichter und Schatten und weit weniger durch ihre Form auf das menschliche Gefühl einwirke. Viele behaupten sogar, daß nicht der Witterungs-, sondern der Farbenwechsel eine Jahreszeit von der anderen unterscheiden lasse. Nun, in Palästina finden diese Behauptungen gewiß ihre Bestätigung. Wer die Farben dieses Landes einmal gesehen, kann sie nicht wieder aus seinem Gedächtnis bannen. Wenn auch jede Landschaft ihre Farbe mit den Jahreszeiten wechselt, so bleiben doch die Sandflächen und Felsen, die kahlen Berge und Seen unveränderlich. Aber gerade diese geben Palästina seinen Farbencharakter. Der Sand meiner Heimat ist stets weiß wie Kalk, ihre scharfkantigen Felsen legen niemals ihre hellbraune Farbe ab und ihre kahlen Berge erinnerten mich jeden Tag an purpurne Wände, die ein feinsinniger Künstler mit roten, schwarzen und gelben Bändern geschmückt hat. Judäa ist durchwegs gebirgig und steinig. Berge und Steine findet man zwar im ganzen Lande, aber in Judäa scheinen alle Dinge — Stadt und Dorf, Ebene, Feld und Fluß — in Stein gehauen und von einem Gebirgskranz umgeben. Dort kann man das beobachten, was ich einmal örtliche und zeitliche Färbung nennen will. Gaza ist in eine dunkelbraune Gerstenebene getaucht, während die Sharon-Ebene von den grünen und goldhellen Lichtern ihrer Obstgärten und Weinberge beherrscht wird. Altz Jude braucht man nur kurze Zeit die Ebene von Esdraelom zu durchwandern, um durch das glühende Rot des landschaftlichen Bildes an die Schicksale seines Volkes erinnert und zu doppelter Schaffensfreude angeregt zu werden. . Natürlich gibt es auch in Galiläa Berge — wo sind keine in unserer Heimat? — aber ihre Umrisse sind viel schwächer. Das liegt an den Linien der jungen Oelbäume, die dem Gesamtbild jede Strenge nehmen und fast so ausschauen, als ob sie sich durch die Gegenwart ihres Herrn und Meisters, des grauköpfigen Hermon, eingeschüchtert fühlten. Der Gipfel des Hermon ist so weiß, daß auch die Wolken in dem alten Riesen ihren Gebieter sehen und sich nach langer Wanderung auf seinem Haupt uiederlaffen, um dort ihre weißen Zelte aufzusvannen. Dann gleicht der Glanz einem strahlenden Strom geschmolzener Lava. (Vielleicht will Vater Hermon auf diese Weise dem See von Kinereth und den Hügeln von Moab Kunde geben vom Besuch seiner boben Gäste?) Manchmal weint der gastfreundliche Hermon vor Freude, sodaß seine Tränen in langen Schlertnen von stüffigem Silber bis Kincretb rollen ... Wenn die Farbe Frankreichs bezaubernd und heiter, die Farbe Italiens blendend bis' Herausforderung ist. so kommt in der palästinensischen Land'ck>aft eine mrte Bescheidenheit zum Ausdruck. Tatsächlich kann man in Erez Israel nur von Halbravsten. Schattiermigeu, und r-'deu. w!f->"s beim wlgi, daß mau das Land am ehesten mit einem Aquarell vergleichen kann. PM. stinensische Landschaften regen niernM auf. sie besänftigen und schmeicheln. Ich glmffa auch, daß man beim Anblick des Landes leicht eine Erklärung für die innere Ruhe des pa. lästinensischen Juden finden kann; denn ich, als jüdischer Tourist, habe sogleich empfunde«, wie sehr nie Landschaft unserer Heimat die Seele des ernsten Juden zu erquicken imstande Aber die Zartheit der Farben des Jan. I des schließt noch nicht ihre Lebhaftigkeit und Klarheit aus. Du siehst einen Gebirgszug, 20 oder 30 Meilen entfernt, in bestimmten Umrissen und fühlst, in welchem Maße das leichte Farbenspiel den Zauber einer stilisierten Komposition Hervorrust. Diese Fernblicke — man sieht sie überall! — sind die entzükkendsten Aussichten. Ueberall ist eine mystisches Atmosphäre und eine Vorstellung vom gött-1 lichen Inhalt der Natur. Noch ist nicht genau festgestellt, inwie»! weit Klima und Landschaft menschliche Gemüter und Charaktere beeinflußen: aber wenn man nacheinander England, Frankreich, Italien und Palästina besuchte, so würde man. wie mir scheint, leicht vermuten, warum daeine Land die philosophische Erkenntnis, daandere das Entstehen großer Kunstwerke, das ' dritte Musik u. das vierte Erkenntnis, oder Prophetie fördert. Palästinas hohe Hügel und plötzliche Täler, seine scharfen Felsen und dunklen Hök^n, die Stille der benachbarten Wüste und vie tansendsarbigen Sonnenauf» und Untergänge, -alles zwingt zum Sinnen und Betrachten, zur Prüfung und Bewunderung des einzigen Schöpfers dieses wunderbaren Kunstwerkes. Am der khronik der jüdischen Die jüdische Miffion im Orieut. Im Oberlichrsaal der Berliner Philharmonie sprach Dr. Schmarja Levin über das Thema „Der Orient im Weltkriege". Von der Anziehungskraft ausgehend, die, wie die Beobachtung lehre, der Orient auf alle Völker ausübe, legte der Redner dar, aus welchen Gründen in Palästina der kulturelle und wirtschaftliche Schwerpunkt des Morgenlandes sei und bleiben muffe. Das jüdische Volk eben im Begriff, durch Sammlung und angespannte Arbeit die große Entwickelungssäi higkeit seiner Heimat vor aller Welt zu beweisen. Indem die Völker den rechtlichen Anspruch der Judenheit auf Palästina anerkannt hätten, sei dem jüdischen Volk die Miffion er-' wachsen, durch die friedliche Besitznahme Pa-' lästinas die Koinzidenz der Orientintereffen der Mächte auszugleichen und zu seinem Teil am Wiedererwachen des Orients beizutraaen. (Ziko.) Einstein in hebräischer und jiddischer Sprache. Dem Interterritorialen Verlag „Renaissance" in Wien ist es gelungen, das lieber* setzungsrecht der drei Hauptschriften von Einstein: „Die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie", „Aether und Relativitätstheorie", „Geometrie u. Erfabrung" für Hebräisch und Jiddisch zu gewinnen. Tie neuen Uebertragungen werden bereits im Februar 1922 erscheinen. (Ziko.) Die portugiesische» Marauen. Dr. Ariel Ben Zion, ^er im Aufträge des Keren Hajeffod Spanien und Portugal besucht hat, erzählt laut dem „Doar Hayom", daß er dort die Abkömmlinge der Maranen in einer Anzahl von ungefähr 10.000 Seelen entdeckt hat, die in den Städten und Dörfern zerstreut leben. Einer von ihnen bot ihm einen Beitrag für den Keren Hajeffod an und durch diesen hat er die Bekanntschaft mit wei^ teren Maranenkreisen gemacht. Die portu^ giesischen Maranen unterscheiden sich von den spanjschen dadurch, daß während die letzteren fast vollständig im spanischen Volke und in der katholischen Kirche aufgegangen sind, die portugiesischen Maranen sich als Juden betrachten, noch gewisse Gebräuche und Sitten halten, und an den Messias und an die Räch kehr nach Palästina glauben. Sie leben abgc> sondert von den Christen und schließen mit! ihnen keine Ehen. Aus Augst vor der Im quisition, die dreihundert Jahre laug in Pos tugal gewütet hat, mußten sie alle religioien Gebote, die sie nach außen hin als Juds" kennzeichneten, ausgeben. Die hebräist Sprache haben sie gänzlich vergesse», dageM erhielten sich bei ihnen Gebete in portuM sischer Sprache, in denen einzelne Mbewerst uüd hebräische Wörter cuthalten sind. Tr. W» Zion bat alle diese Gebete ausnoti 'rt. E? ‘ff* ben sick, bei ihnen eigenartige Sfiten aebfidn. di» sie »’■ achnmen pflegen: m. ß B. fasten sie am Vom Kippur, essen wt **

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