Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 59 (16.9.1921)
- Date
- 1921-09-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Es handelt sich um 41.160 Dunam im besten '.andwiitschaftlichen Teil Palästinas. Die etwa '00.000 Pstmg betragende Kaufsumme ist in sechs Jahresraten zahlbar. Es ist erfreulich, daß mir jetzt schon trtt Besitz des Rechtsrucks finb" Seit Mitte 1820 ist damit unser Besitz von 21.208 Dunoin auf 69.304 Dunam gestiegen. Durch weitere Käufe ist seitdem unser Besitz auf 72.300 Dunam angewachsen. Beruhigend hat auch in Palästina gewirkt, Laß wir einen Bodenkaus unternommen haben, bei dem der Verläuser ein Jude war. Man war drr Ansicht, daß der Natianalfonds non Juden nicht kaufen dürfe. Ein dc> artiger Beschluß :sr nirgends zu finden. Maßgebend ist für uns nur das Prinzip, daß der Boden des Jüdischen Nationalsonds in das Gemeineigentum des Jüdischen Volkes übergeführt werde. Die Frage der landwirtschaftlich-n Kolonien: In den verschiedenen Landsmannschaften macht sich das Bestreben geltend, das dortfelbst gesammelte Geld nickst dem allgemeinen Fonds zuzusähren, sondern einem Spezialsonds zuzuweisen. Würde dieses Prinzip allgemein angenommen werden, so bedeutete es keinen Zerfall des NatiotMlionds. Es würde dann keine Möglichkeit vork enden sriir, für solche Arbeiter, die im Lande geboren oder dort lange ansässig sind, Kolonien zu gründen. Der Noüonalsonds hat sich prinzipiell eben so wenig wie die Generalversammlung über diese Frage ausgesprochen. Es ist möglich, daß wir schon bald einige Versuche machen "werden. Der Wert der lcmdemaitnscha-tltchen Kolonien hat ihre propagandistische Wirkung. B a u in s p e n d e: Ich beginne mit dem sogenannten Herzlwald. Viele behaupten, cs gebe gar keinen Herzlwald. Das liegt wesentlich daran, daß die irüher gepflanzten Oelbaume, auch wenn sie gut gewachsen sind, keinen Wold ergeben, andererseits daran, daß viele Bäume "nkch den Krieg vernichtet wurden. Es wurden mehrers hunderttausend Bäume gepflanzt, die l'tzte Zählung im Jahre 1920 ergab nur 50.000 Bäume. Wir baden die Pflicht, für jede Baum-' '-ende einen Baum zu pflanzen. Das wird dadurch nachgeholt, daß auch anders Bäume ge pflanzt werden. Gerade diese Baumpslanzungen haben im vorigen Jahre viel dazu beigetragen, den neuen Ankömmlingen Arbeit zu verschaffen. Von keiner anderen kolonisatorischen Arbeit fällt ein so großer Prozentsatz der Kosten (85 Prozent) den Arbeitern zu. Baumspenden sind für das Land außerdem von enormer Wichtigkeit. Palästina, ist ein baumloses, schattenloses, wasserarmes Land. Es fehst nickst an Regen, aber das Regemvasser versickert im Boden. Wir wollen leine oberflächlichen Gcwäfier. Das Wasser muß in einer gewissen Tiefe unter der Oberfläche gehalten werden. Das ist ein Problem Palästinas und zu seiner Lösung tragen in hohem Maße Pflanzungen von Bäumen bei. Der Nationalsonds hat auf seinen Ländereien diese Arbeit zu leisten. Andererseits hat er durch Pflanzungen von Eukalypten und durch Pflanzungen von Bäumen an Hängen und auf Sanddünen das Land teils auszutrockne», teils aufzuforsten. Das Sammelmitts! der Baumspsnden ist von großer Bedeutung, das Geld bleibt erhalten und txnt erwarten mit der Zeit sogar große Einnahmen Eine dritte Form der Ausforstung ist die Anlage von kleinen Hainen bei den Kolonien. Der Arbeiter - Heimstättenfonds ist erschöpft. Von den zur Verfügung stehenden 11.700 Pfund sind 8000 für die Pemiiensiedlungen verwendet worden, der Rest für verschiedene Häuserbauten in Petach Wikwah. Dieser Fonds wird nicht weitergcführt. Der städtische Besitz: Vor der letzten Jahreskonferenz befaß der Nationnlfonvs nur geringen städtischen Besitz. Die Jatzreskonferenz in London hat beschlossen, daß der Nationnlfonds auch städtischen Boden erwerbe, um ouk diese Weise den Kampf gegen dts städtische Bodenspekulation durchzuführen. Cs wurde Boden erworben in Jerusalem, Jaffa und Haifa. Cs sind Anforderungen für Schulbauten, Bibliotheken und andere öffentliche Zwecke an den Nationalfonds gestellt worden. Wir haben uns prinzipiell mit dieser Frage nicht befaßt. Meiner Ansicht nach ist es auch keine prinzipielle Frage. Die momentane Lage des Notionalsonds ist nicht sehr günstig, insofern man die flüssigen Mittel in Betracht zieht. Den flüssigen Geldern (165.000 Pfund) stehen Verpflichtungen in der Höhe von 125.000 Pfund gegenüber. Wir zweifeln aber nicht daran, daß die Ncstionalfondseingängs sich auf einer solchen Höhe erhallen werden, um uns die Erfüllung unserer Verpflichtungen leicht zu machen. Wir müssen uns aber anftrengen, um die Erfolge unserer Sanimettätigkeit rasch zu heben. Wir brauchen aber auch eine Ausgestaltung des Agrarkredites sowie eine leistungsfähige Hypothekenbank, ferner eine kapitalskrästige Landerwerbsgesellschast, weswegen das Kapital der P L. D. C. bedeutend erhöht werden muß. Alle diese Institutionen sind organisch miteinander zu verknüpfen, wozu die Governors untereinander Im cstgften Zusammenhang stehen müssen. Gelingt cs uns. diese Faktoren groß zu machen, so wird in wenigen Jahren die städtische und ländliche Kolonisation Palästinas ein ganz.anderes IHi»rtr.*v»Äivr Vinhiw. . I werden wir Neophyien haben. Haben i fren Gedanken des Zionismus aus der!vir denn traße ge- Koltiirdebatte.?-r *r- “fcr.icit: Zmuismus, der , ftmbett? Unsere Starke liegt in der Tiefe unserer eine Revolution m unterem Leben hervorgeruM -ivnistiieben Fde- J hat, hat auch unsere Erziehungsarbeit völlig um- U... . . gestaltet, aber diese Umwandlung kam sehr spät ... dar) aber mcht jeher agütemt, wie er Tie zionistische Organisation begann sich erst in PropaMnda 0 ««1«e einzige der Zeit des Sprachenkampfes im Jahre 1913/14! ^'e- Wrr wallen auch den Ansdruck Agitation sirr die Erziehungsarbeit in Palästina entftfjaft! imb Propaganda ist mn hozu interessieren. Zu den letzten Jahren ist ein 24 mochte vor,chlagen, daß dieser ganzes Netz von Schiileii begründ;) worden, das &r’,nb* die ganze palästinensische Jugend umsaßt — von ' ^0?" Zionismus fejtzustehen hat. Man kann den Kindergärten bis zu den Mittelschulen. Jetzt { ttl<^ te.r " a' *’l stehen wir vor der Gründung zweier Hochschulm: S"“ Pom,tische ferefutoe fmt.t noch nicht des Technikums in Haifa und der II n i v e r - ' Pr°pagaloren be,tel)en. Dort jind Männer, s i t ä t in Jerusalem. Tie Zionistische Organisation har gegenwärtig unter ihrer Aufsicht fast das ganze ErzichungÄver-k des Landes. Wir ljaben setzt im Lande 53 K i u d e r g ä r t e n, 63 V o l k Ss ch n l e n,. 3 M i r t e l s ch u l e n, 3 Lehrerseminare, 6 T P c z i a l s ch u l e n, 7 .Handw er ker sch u l cn, zusammen 153 Erzichungsanstalten mit 12.830 Schülern. Tic überwiegende Mehrbeit der palästinensischen Jugend bekomnu ihre Erziehung in den hebräischen Schulen. Heute können wir lagen, dtist unsere Arbeit 2röchle getragen hat. Die Jugend, die untere Schulen beendet hat, spricht nur hebräisch. Noch vor 27 Jahren pflegten Lehrer zu zweifeln, das; Ulan die allgemeinen Lehrfächer hebräisch unterrichten könne. Jetzt spricht jedoch der größte Teil der paläftineitsischen Bevölkerung mir hebräisch. Das ganze Judentum in Palästina wird durch die hebräische Sprache verbunden. Diese Entwicklung Hai auch ihren Einiluß auf die Galuchländcr 2 gehabt. Unsere Voiksschnlen sind nach dem Muster der westeuropäischen modernen Volksschulen ausgebaut. Ter wichtigste Unterschied besteht darin, daß wir den meisten Platz den jüdischen Fächern cinränmen. Viel Sorge har uns der Mangel an erfahrenen Lehrern, die die Landesbedingungen lernten, bereitet. Besonders machte sich dieser Mangel in den religiösen Schulen bemerkbar.. Deshalb gründeten!vir in diesem Jahre auch ein religiöses Lehrerseminar. Jede lebendige Sache lorderi Verbesserungen. Unsere Arbeit ist auch nicht frei von Fehlern. Uns fehlen Lehrmittel.?luch die materiellen Bedingnngen der Lehrer sind sehr schwer und das beeinflußt sehr ihre Arbeit. Unserer Meinima nach muß die Schule nicht nur Bildung geben, sondern auch den Schüler, zur Arbeit vorbcrciien. Ich glaube nicht, daß die übertriebenen Hoffnungen, die man mit die soganannten „Arbeitsschulen" setzt, verwirklicht werden können. Was die großen Ausgaben anbelanar, so hadie wissen, in welcher Weise das aufgebrachte Geld verwendet wird. Sie tviffen doch, daß niemand Geld umsonst gibt. Man muß ihm etwas dafirr bieten. Wir sprecheir nur von Massen imd hahcn noch nicht einmal in Wirklichkeit ein Zehntel des jüdischen Volkes auf unserer Seite. Unser Volk ist nicht so unwissend, cs verlangt für alles eine Begründung. Dahermüssen wir die Geister organisieren. Schäften Tic eine Schule der Propagandal 2?och immer müssen wir den Kamps gegen falsche Ideen wie vor 30 Jahren kämpsett. Es mutzte ein Komitee, eingesetzt werden, welches Hmrderte von Vorträgen ausarbeitet, die j als Material zu dienen ljabeit für eventuelle in- - sdividuclle Bearbeitung. Heute machen wir die! dritte große Krise im Zionismus durch. -Der alte j Kaurpf geht immer wieder um den Versuch, die ) mechanische Weltanschauung über die i d e a l i st i s ch e Herr werden zu lassen. Tie erste Krise gmg um das Land. Man sagte uns, wozu brauchen wir das Land, wir brauchen c i n Land. Tie zweite Krise ging um die Sprache. Jetzt aber wird das ganze Volk angegriffen. Bei unserer Propagandatätigkeit haben ivir Palästina nicht berücksichtigt. Palästina aber ist, wie es heule besteht, Galuth. Wir müssen in Palässina noch mehr agitieren, damit dort der zionistische Gedanke begriffen wird. Geschichte wurde bisher immer nur für die Vergangenheit betrieben. Eine Geschichte für die eben verfließende Zeit gibt es nicht. Mich aber interessiert diese lebendige Geschichte. Man kann den Zionismus aber nicht begreifen, wenn man die Geschichte des Volkes nicht kenltt. Tr. tz i l k o v i t s ch (Amerika): Ich möchte den hohen Kongreß im Namen der jüdischen Aerzte in Amerika begrüßen und folgendes Mitteilen. Als Pros. Einstein nrit Dr. Wcitzmann nach Amerika kamen, haben sich die südischeit Aerzte in Aincrika orgmtisiert zwecks Errichtun-g eines Fonds für die jüdische Universität Tic jüdischen Aerzte in Amerika i>i Jerusalem. .. .. ... . haben beschlossen, 1 Million Dollar für diesen bm wir voriges Jahr 118.000 Pfund für die Er- , ^eck anszubringen. Diese Organisation hat aber ziehnng ailsgegebcn. Die englische Regierung gibt! 0^ weitere Bedeutung. In Amerika leben zur in Palästina für in.500 arabisckxe Kinder 103.000 gg00—7000 jüdische Aerzte,, die durch diese Pfund aus. Das Lehrgeld beträgt 15 Prozent des . Arbeit zum Zionismus herangezogen werden kön- Cwziehungsbndget, nämlich int vorigen Jahre; ncit. Tie Univcrsitätsfwge ist für imS wichtig, 9000 Pfund, in diesem Jahre 12.000 mW im'i nicht nur, um dbn jüdisckjen Studenten in Europa nächsten Jahr 15.000 Pfimd. > Möglichkeit zur Fortsetzung ihrer Studien zu ge- Die Aukläger vergessen, daß ein großer Teil j ben, sondern auch, weil dadurch eme Brücke zwi des Jischwv nicht zahlen kann. Allerdings könnte niair von der Regierung mehr verlangen. Tenn sie hat uns bis jetzt nur 2000 Pfund jährlich ge-; geben. Wir müssen von der Regierung fordern, daß sie zwei autonome Erziehungsorganisationen - einrichtet. Diese Sache hängt von der politischen Arbeit ab. Allenfalls haben ivir kein Recht, solange wir keine anderen Mittel haben, das Erzichungswcrk in Palästina zn vernachlässigen. Auch bei anderen Bölrern bat das Schultvescn in ihrem Besreiungskampfe eine sehr große Rolle gespielt. Tie kulturelle 2lrbeit nird das ganze Erziehiingswesen hat uns die. Möglichkeit gegcdcti, uns während der ganzeit Galulh zu erhalten, und diese Arbeit wird mis in unserem Kampfe viel Hilfe leisten für die Auslobung. Dr. T ch e m a r s a h n L e v i n: Ich will hier eine der wichtigsten Fragen der Bewegung, die Frage der Propaganda berühren. Wenn ich die Zionistische Bewegnng und die Organisation betrachte, und mir die Frage stelle, aus welche Weise wir die Inden beeinflußen können, komme ich zu dem Schlüsse, daß wir nur eine einzige Waffe haben. Aus verschiedenm Gebieten der zionistischen Aktivität haben wir Fortschritte gemocht, tvir haben viel mchr Fachmänner ans dem kolonisatorischen Gebiet. Das Gebiet der Propaganda hoben wir aber vernachlässigt. Dieser Z tt st a n d darf nicht niehr weiter bestehen. Vergessen Sie nicht, daß von dem Erfolg unserer Propaganda in den nächsten Jahren alles ab. hängt, lsts ll't unrichtig, wenn beljanplet wird, daß die jisdische Welt den Zionismus ketmt. Die Frage der Erweiterung der zionistischen Orgamsation nimmt nicht nur einen breiten Raimt in den Diskussionen des Kongresses ein, sondern sie ist eine der Fragen, die in allen Landesverbänden auftauchd weil es doch klar ist, daß die Menschen im Durchschnitt nach der Linie des geringsten Widerstandes gehen. Tie ganze Frage ist alt im Judentum. Eine Analogie finden wir in der Zeit des Urchristentums, da die Apostel die Grenzen der jüdischen Religion für alle Völker der Erde öffneten. Auch der Zionismus ist doch letzten Endes eine religiöse Bewaning. Nie hätten wir Erfolge haben könneit, wäre nicht die Grimdlage der zionistischen Bewegung die Religiosität. Und nun kommt man und' sagt uns wie damals: Schließet eure Tore auf. Ich glaube nicht, daß man das Jndentttm gewitmen kann, indem nian Konzessionen ntacht. Nur, wenn wir, eine abgerundetc.ltn sich. geschlossene.WelscmschgUMg/Mn, sck-en dent Okzident und Orient hergestellt werden kann. Nicmirower (Bukarest): Die Bekämpfung der geistigen Judennvt in der Diaspora ist voit unermeßlicher Bedeutung. Man ist zur Erkenntnis gelangt, daß nur durch die Berührung mit dem Mutterboden eine echte jüdische Kultur tnöglich sei. Wir können uns nicht mit Kleinigkeiten begnügen, müssen vielmehr die Hebräisierung des jüdischen Geistes verlangen. Zur Propagondafrage erklärt der Redner, - man müßte weitschauend vorgehen, Engherzigkeiten seien nicht am Platze. Er ist gegen den Entweder-oder-Standpunkt, der gegen dos Interesse des Zionismus fei. (Beifall.) Abgeordneter Dr. Thon (Krakau, spricht hebräisch): Das Aktionskomitee hat in seiner letzten Sitzung in Karlsbad beschlossen, den Kongreß nach Möglichkeit zu hebräisieren. Besonders sollten die Redner, die Hebräisch genügend fließend sprechen, ausschließlich in dieser Sprache sprechen. Sicher sollte dies ausnahmslos in der Kulturdebatte geschehen. Da hat bedauerlicherweise gerade ein Führer des Hsbräismus, Dr. Schinarjahu Letriu, die Waffen gestreckt vor denen, die nicht Hebräisch verstehen und sich einer nichthebräischen Sprache bedient. Das ist bedauerlich. Die Kultur- und Schulsrage ist eine brennende Zeitfrage geworden. Es ist, als ob dieses Stiefkind des Zionisimis gewissermaßen ein Eindringling wäre, dem man die Kost gönnt. Alle Ersparungen fangen bei der Schule an und hören bei ihr auf. Redet einer über die Schule, so gilt cs als interesselos und doch ist die Schule ein sehr wichtiges Politikum in unserem Falle. Man erobert Länder mit Wehrmacht oder mit Kultur. Wir haben nur das zweite Mittel. Uebrigens gibt es keine politische Kundgebung bis zum letzten Bericht Simons, in der nicht die Entwicklung der hebräischen Sprache als unsere stärkste Aktivpost erwähnt wird. Das müssen doch Politiker wissen. Und dann rein organisatorisch genommen: wir können nur durch eine starke Kulturbewegung organisatorisch wachsen. Geben wir der Jugend nicht den Geist, so geht sie fort von uns und wir verdorren. Das Werk in Palästina läuft aber Gefahr, einpn neuen Levantinismus wst'- dcrkoberslächlichstenzMsprachigkeill zuschaf. seit. Wir fordern fachltcheit Unterricht in allen' Disziplinen, wie sie im gesamten Schulwesen der Welt angenommen sind. Unsere hauptsorderung ist die vollkommene Hebräisierung Po, lästinas, besonders durch iittensive Arbeit unter den Arbeitern. Das Schulwesen muß ausgebaut werden vom Kindergarten bis zur Universität/ Wir fordern aber weiter die Gründung einer Fakultät für geistige Wissenschaften, die philosophische Fakultät und die medizinische, für die, wie wir hören, die Mittel bereits gesichert sind/ Wir werden mit unseren Forderungen für da; Schulwesen kommen, die keinen Abstrich gerade aus diesem Gebiete zulassen werden. Mag es heur^> nicht modern sein und etwas blamabel klingen, von Seele zu reden, ich rede von ihr und sage Ihnen: Nehmen Sie dem Zionismus die Seele, die Kultur, die Schule in hebräischer Sprache, dann haben Sie seine Existenz untergraben, dann hilft keine Arbeit und kein poll- Uschcr Erfolg. (Lebhafter Beifall.) Professor Heinrich Löwe (Berlin): Was uns in Palästina fehlt, ist nicht nur die hebräische Sprache, auch die intensive .Kenntnis der arabischen Sprache. Zum politischen und wirtschaftlichen Kampfe brauchen wir ibre Kenntnis. Wenn wir Brücken zum Orient schlagen wollen, können wir das nicht mit Bajonetten, sondern nur auf dem Wege des Gefühks. Dazu soll uns unsere Universität dienen. Wir können den Arabern sehr nahe kommen, weil wir unendlich viel Gemeinsamkeit mit ihnen haben, solche des Blutes und der Tradition. Ich komme zur llniosrsitätsbibliothek. Chasanowitsch hat so viel geleistet, wie ein einzelner Mensch ohne Unterstützung leisten kann. Die derzeitigen Bibliotheksräume in Jerusalem sind überfüllt und das wichtigste Erfordernis ist der Bau eines entsprechenden Gebäudes. Wir brauchen dazu 10 Dunam Boden, die uns der Nationalfonds geben muß. Bauen Sie das Haus, Bücher wird es genug geben. Wenn jeder Jude nur ein Buch herschenkt, dann werden wir die größte Bebliothek der Welt haben. In diesem Gebäude wird auch das Herzl-Mufeum seinen Platz finden. Die Bibliothek ist partellos. jeder Jude ist zur Mitarbeit eingeladrn. Wir müssen Wanderbibliotheken für die Kolonien gründen. Redner, gedenkt der zahlreichen FörÄe» rer der Bibliothek, der Freunde und Spender, insbesondere des großen Wiener Philosophen Josef Popper-Lynkeus, der feine wertvolle Bibliothek. dis Arbeit eines ganzen Lebens, dem jüdischen Volke geschenkt hat. (Stürmischer, minutenlanger Beifall.) Redner beantragt eine Resolution, in der. unter anderem gesagt wird: Der XII. Zionistenkongreh macht die systematische Förderung des gesamten jüdischen Bibiliothekswesens in Erez Israel der Leitung zur Pflicht. Er erblickt in der Gründung, der Förderung und dem Ausbau der Bibliothck ein wichtiges Erfordernis auch des materiellen Aufbaues eines jüdischen Palästina. Er erwartet, daß an dieser allgemeinen, kulturellen,nationalen und jüdischen Sache jeder Jude ohne Unterschied von Partei und Anschauung nach besten Kräften mitarbeite. Jeder Zionist soll Bücher und Geldmittel beisteuern. Die Landmannschasten sollen gehalten sein, Komitees für die Bedürfnisse der Paläftina-Bi< hliothoken einzurichten. Der Kongreß hält ein ganz Palästina umfpanneudes landwirtschaftliches Bersuchswescn für eine der wichtigsten Grundlagen der Kolonisation und ersucht um »Erhöhung der Budgetposten. Der Kongreß ninimt mit Genugtuung Kenntnis von der begonnenen Sammlung für die medizinische Fakultät der Universität und dankt der New« Porter Aerzteschaft sowie Professor Dr. Einstein für ihr Vorangehen in dieser Angelegenheit. Der Kongreß erwartet, daß auch die theoretischen Grundlagen der Naturwissenschaften, insbesondere die Erforschung. Palästinas und des Orients, bald eine gleich (ad kräftige Förderung finden werden. (Lebhafter Beifall.) Professor INossinfohn lJaffa, spricht hebräisch): Er verweist aus $ Notlage der Lehrer in Palästina,'deren Opf^ Willigkeit über jedes Lob erhaben ist. Cr wenÄ sich gegen die Streichung des Schulbudgeh Sinwn und de Lieme, zwei Männer, die niO davon wissen, was dis Kulturarbeit in Pali' stina bedeutet, kommen jetzt und werfen sich 3» Richtern auf. Wir können die Kulturarbeit nicht ausschalten, weil. wir die zionistische Arbeit zerstören würden. (Beifall.) Rabbiner Gold (Aincrika, spricht jüdisch): Sie fragen, was die amerikanischen Bürger für das Schulwesen tu» werden. In einer kritischen Lage ist ein Zusa»>' menschluß aller selbstverständlich. Die Massi" haben aber kein besonderes Zutrauen zu de« Vertretern der zionistischen Organisation in Zug yuf das Schulwesen. Die Massen in üf rika sind gegen die Brandeissche OrganisatM nicht aber igegen seine Methoden. Dieser Kongreß darf nicht schließen, 0 daß die Abseitsstehenden zur Mitarbeit etotp den werden. Die Leitung sucht sich damit zu v>' antworten, mail hätte für das Schulwesen tm allzu viel ausgegeben. Das ist eine komM Verantwortung. Viel mehr hätte ausgezE werden. müssen. / Der - Redners beantvuu d^