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Jüdisches Volksblatt · 1921-09-16 · 59 (16.9.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
59 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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5TFv' Beftu Kätt. leuie und Spuert einze lepl>r Tele: eoettj tlnte ensle a«bi ensm «ms. Seite 2, Frettag „Jüdisch:s Vollsblatt 16. Septenite, Nr. 59 Hunr \ % auf . I % ll ü tj l nicht mach nicht uns >• fi w*fft & Ä Geist wäre;!':« über beitu bei leitei Wers MS, Tie Leutlen, Sch trau, nun, jessch seit 'bis t.l! ^on rret^.D lif Mai r! H sage gebe ■» 't sucht } Ein ch fr groß alle jede, *■? Ä botPC $ i $ von >’•! “‘8 1 \i tDiiv f« '!i5 Sie .# rrti; ’.J * acht .«! uns 850 deut ■; 50.0; f kick, ff abc Me J, tunf 1 dar, j sche; für ' Zurr Vf. ,«Ut k; Mt |l| flls bas Aegyptens, das fast keinen Regen kennt. «8c?it£c, größtentells in der Nähe großer Städte, und mir dort kuckivierbar ist, wohin das Nil- > die aber nicht allein für den Verbrauch dieser nasser rer^t, walkend wir etwa 550 i Städte produzieren, sondern vorwiegend für den Negen im Jahre haben, die für die Landwirt-! Export. So Ziehen die Pariser Gemüsezüchter schuft sehr gut verteilt sind. Palästina ist tllma-; ihre schönen Gemüse hauptsächlich für den Lonrtfch unbedingt ein Borzugsgebiet. Es ist dics.doner Markt. Es gibt aber Länder im Fernen ch^ch Lnogranhstch, was jedermann weiß. Was | Osten, deren ganze Landwirtschaft auf Millionen ich in Kürze sage, ist eine Ehrenrettung unseres! von Hektaren nur in der von mir für Palästina Landes oder, wenn Sie wollen. iest^ Ncuentempfohlenen intensiven Weise getrieben wird. Seckrrug. Denn Palästina wi^^M wW, Linen z Das sind China und Japan. Ich habe mich auf bisherigen Kolonisatoren t|iT^/ü£_jjon j meiner letzten Reise überzeugen können, wie! kunstvoll die Landwirtschaft auf kleinsten Flä- Wir haben in PastniinsMsB^mm^VDla ge-scheu in diesen Ländern getrieben wird. Es ist trieben mit Land und Sdyne. Are Imdnsität der' Sonne reichte aus, um auf kleineren Flächen dasselbe Produkt zu erzielen. Man ahmte aber Methoden gemäßigter Zonen und Länder von großer Ausdehnung „ach, gab den Kolonisten Ihnen allen bekannt, daß diese Länder des Ostens die dichteste Bevölkerung auf dem Erdboden einzig und allen durch ihre intensive Landwirtschaft ernähren, die so hoch steht, daß die , , Westler sie noch lange nicht erreichen werden, größere Flächen, als sie selbst haben zweckmäßig! Nicht allein wegen ihrer weisen Gesetzgebung, bearbeiten können. Unsere Kolonisation ist bis die den Großgrundbesitz, die Grundlage des Exjetzt gekennzeichnet durch den Kampf mit derjtensivismus, unmöglich macht, sondern auch we- Fläche und als Folge daraus, durch den Kampf gcn der Intelligenz, mit der sie ihren Boden bemit dem Arbeiter, den-der Kolonist zur Beweist arbeiten, vielmehr pflegen. Was ich aber in Spanien gesehen habe, könnte vielleicht als Prototyp der von mir emp- ' lenen Kolonisation bezeichnet werden. Ich g nach der letztjährigen Londoner Jahreskonferenz nach Spanien, um die bewässerten Kulturen Valencias zu sehen. Als ich in London den spanischen Botschafter, Tenor Alfonso Merry del tigung der Fläche nötig hatte. Wir haben nicht einen Kolonisten angcsetzt, sondern neben ibm den: der Ansiedler erhält eine Fläche, die ihn er!,ähren soll durch feine Hände Arbeit. Ich schasse keine got,gewollte Abhängigkeit, indem 1Pninvi»cr ™ s Sq1 über die Gebietbekravte, die vom Stcmdd?m erstmen in Lohnarbeiten, sondern'ich kenne vuatt* b“ intenfinen Landwirtschaft blonder« nur Kolonisten! Ich gebe dem Kolonisten eine punkte der intensiven Landwirtschaft besonders fchenswürdig feien, nannte er mir Sanlucar de Fläche, die gerade groß genug ist, um mit seiner?Frr0.!?eba in ber Ülätic con leres de IaJJron« und feiner Angehörigen eigener Kraft barbeitet man m>one fte on2n Quf Sanbbunen - * ------ uut Hilfe von Meerwasser zöge. Mich mtercssiertc die Sache ungemein: Sanddünen und Meerwasser haben wir in Palästina mehr als notig. Als ich dann in Madrid im Ministerium zu werden. Die Fläche kann, und muh klein fein, da wir in Palästina ein vorzügliches Klima haben, das die Pflanzenzelle das ganze Jahr hindurch arbeite;, läßt. Ich spreche, wie Sie sehen, in crller Linie von dem Klima, von der Sonne Palästinas. Dis Bodenquolität ist von geringerer Bedert'mg. Wir. können sie aus kleinen Flächen verbeüern. Aber die Sonne durch künstliche'Wärme- und Lichtquellen in einem für die Landwirtschaft nötigen Umfange zu ersetzen, ist bislang unmöglich! Wir haben ein kleines Land. Auch diese Tatsache hat man im Verlauf unserer bisherigen Kolonisation übersehen. Aber unser Land ist nicht stur klein, sondern es ist zum größten Teile im Besitz anderer. Ist dies allein nicht Grund nenstg, nur an die intensivste Ausnutzung des Badens zu denken? Würde Palästina in dem Gebiete der nördlichen Tundren liegen, wo die Sänne größtenteils fehlt, die Verbindnngsivege und alle wirtschaftlichen Loraussetzungen primitiv sind, oder hätten wir ungeheure Flächen vor und. ebenfalls mit unentwickelten wiÄschaftlichen Verhältnissen, wie z. B. im russischen Osten oder in Argentinien, so hätten wir uns erlauben dürfen, den Ansiedlern extensive Wirtschaft aus großes Flächen zu empfehlen. Aber wir haben zum Glück ein Land vor uns, das am Mittelmeer liegt, mit einem wunderbaren Klima bedacht ist, denen stets lachende Sonne Mensch, Tier und Pflanze, besonders die letztere, die nur auf Sonnenwärme angewiesen ist, zur größten Produktivität anspornt. Deshalb ist die Kleinheit Palästinas und der Umstand, daß es zu einem großen Teile schon im Besitz anderer ist, kein Hindernis ür dis Verpflanzung von Millionen neuer Aniedler in Stadt und Land. Seine Kleinheit wird 'ümpensiert durch fein gesegnetes Klima. Nur müssen die richtigen Methoden gewählt werden. Diese Methoden müssen basieren auf der Verwendung der größtmöglichen intelligenten und gelernten Arbeit auf der kleinstmöglichen Fläche. Das ist der Jntcnsivismus, dem gegenwärtig auch andere Völker in klimatisch weniger bevorzugten Ländern nachstreben. Der Intensivismus in der Landwirtschaft ist die modernste ststd, fortschrittlichste Bewegung bei den Völkern 'Europas und Amerikas, ja, auch Amerikas! Die Bereinigten Staaten, die Raum genug haben, um neben hen hundert Millionen Menschen, die sie beherbergen, noch weitere hundert Millionen »uf Flächen von der bisherigen Ausdehnung auzustedeln, gehen jetzt zur Kolonisation auf kleinen Flächen über. Als ich Anfang dieses Jahres mit dem neuen Commissionär General for Immigration in Washington sprach, sagte er mtr, des Auswärtigen erfuhr, daß es in der Nähe von Sanlucar de Barrameda eine Kolonie gibt, die auf der Kultivierung kleiner Parzellen sandigen, sehr sandigen, wie ich mich später überzeugen konnte, Bodensbasiert, und daß diese Kolonie eine von mehreren ist, die das Resultat der erst seit zehn Jahren inaugurierten inneren Kolonisation Spaniens darstellen, beschloß ich, u.och vor Valencia nach Teres zu gehen, um diese Kolonie an Ort und Stelle zu sehen. Was ich in Monte Algaida, das ist der Name der Kolonie, sah, übertraf meine Erwartungen. Es handelte sich nicht um die Bewässerung von Melonen mit Meerwasser, sondern um eine Kleinsiedlung! In der Nähe der kleinen Stadt Sanlucar de Barrameda fand ich auf reinem Dünensand eine Kolonie v.on 200 Familien errichtet, die 1913 ins Leben geruken worden war auf Grund des spanischen Gesetzes über innere Kolonisation in Spanien vom Jahre 1907. Etwa 50 Kolonisten haben Parzellen von 2 Hektar Größe, aus denen sie Weinbau treiben — das ist der Teil, der trockene Kultur betreibt — und 150 stxid im Besitz von je 1 Hektar des erwähnten Dünensandes, in welchem eine Vertiefung von 1 bis 1.5 Meter gemacht wurde, auf deren Grund die angebauten Pflanzen mittels ihrer Wurzeln das Erundwaster erreichen können. Das sind die sogenannten Naoäzos, die feit alten Zeiten in der Nähe von Sanlucar am Meeresstrand bekannt waren und die den spanischen Botschafter in London zur Aeußerung berechtigten, daß aus Meeressand mittels Meermosfer Melonen gezogen werden. In der Tat handelt es sich hier vielmehr um Rezenwetter, das durch den Sand durchsickert und sich in den tieferen Schichten ansammelt. Wird eine genügend tiefe Aushöhlung in der Düne gemacht, so können die auf der Sohle der Aushöhlung — des Navazo — angebauten Kulturen durch ihre Wurzeln Wasser aus der Tiefe holen. Es ist somit gewissermaßen eine unterirdische Bewässerung. Bon dem 1 Hektar Land gehen etwa 0.3 Hektar auf die Bildung der schrägen Wände des Navazo. Der Sand ist so beweglich — stellen Sie sich doch ganz weißen Dünen-Sand vor —, daß die Wände dieser Pfanne sehr schräg sein müssen. Es verbleiben für die intensive Kultivierung durch die Kolonisten etwa 0.7 Hektar. Auf dieser Fläche bauen die Kolonisten Kartoffeln, Melonen, Wassermelonen, Gurken und alle anderen Gemüsearten an. Der Ertrag einer solchen Porzelle ist durchschnittlich 3800 Peseten oder Goldfranken. Dies auf Boden, der fast steril ist und schon anderswo. Es würde zu weit führen, wollte ich Ihnen hier noch mehr Einzelheiten über diese Kolonie Mitteilen. Ich kann aber nur eines sagen: Kolonien, wie ich sie vorschlage, sind möglich und lebensfähig und bilden gewissermaßen das letzte Wort landwirtschaftlicher Technik und sozialer Organisation. lieber die innere Kolonisation Spaniens, über seine Bewässerung, die in der Hauptsache noch auf den Werken der früheren arabischen Erobererberuht, und über die intensive Kultur von Valencia und anderen Orten Süd- und Ostspaniens werde ich ausführlich berichten in einer Arbeit, die noch in Vorbereitung ist. Was ich in Spanien und dann später in China, Japan und Kalifornien sah, hat mich in meinen Ideen über intensive Landwirtschaft und ihre Anwendung auf Palästina noch mehr bestärkt. Was ich vorschlage, ist nicht nur möglich, es ist der einzige Weg. Und hiebei handelt cs sich nicht um die Forderung der Kleinsiedlung auf bewässertem Boden allein. Ich habe die bewässerten Kulturen in den Vordergrund gestellt, weil sie eine durch die Bewässerung bedingte mehrmalige Kultivierung des Bodens im Verlaufe eines Jahres erlauben, und somit die dichteste Ansetzung von Kolonisten ermöglichen. Aber die intensive Kolonisation — ich bin mir bewußt, daß ich hier einen neuen Begriff präge — kann auch auf Böden ohne Bewässerung betrieben werden, und zwar im Ackerbau und in Pflanzungen. Auch unbewässerte Böden müssen in Parzellen von viel kleinerer Ausdehnung den neuen Ansiedlern geboten werden, als es bislang der Fall war. Es sind technische Möglichkeiten vorhanden, auch den sogenannten trockenen Boden, d. h. in Palästina den Boden, der ausschließlich auf den natürlichen Regen ange Twtrtfrtv» «4* twiAi«r««Aamma, errv .:f. schen Farmer — anderseits viel zu wenig de« intensiven Landwirt des europäischen Westens und des asiatischen Ostens. Wenn wir nachah. men — und wir müssen nachahmen — so wäh. len wir doch das Richtige, das. was dem Cha. rakter unseres Volkes viel mehr enrspricht, und dies sind die intensivsten Methoden der Agrikul. tur, gewissermaßen die landwirtschaftliche Industrie. Als ich vor wenigen Monaten mit den sehr erfahrenen Vertretern des Departements of Agriculture, Prof. Swingle und Dr. Cook, in Washington über meinen Vorschlag sprach, setzten die Herren Zweifel in die Fähigkeit der Juden, „die am schnellsten denkenden Stadtlevte", sich auf Landwirtschaft einzustellen, die eine langsame Denkart verlangt. Ich gab den 5)erren zu, daß sie recht haben. Da wir aber eine landwirtschaftliche Schicht in Palästina nötig haben, so müssen wir denjenigen landwirtschaftlichen Zweig für die Juden wählen, der unter allen noch der „am schnellsten denkende" ist, und das Ist die intensive, gewissermaßen industrielle Gärtnerei. Der jüdische Landwirt muß einer Beschäftigung zugeführt werden, bei der seine Intelligenz, sein denkender Kopf Verwendung findet, nicht allein seine Arme und Beine. Und das ist nur beim Jntenswismus erreichbar, bei der Landwirtschaft, die gleichzeitig Industrie und Handel ist. Selbstverständlich ist nicht die Rede davon, daß jeder Kolonist getrennt seine Erzeugnisse verarbeitet und verkauft. Alles das wird genossenschaftlich genracht werden durch die besten Vertreterber Kooperative, aber unter Anteilnahme des Einzelnen. Und nun die Frage, die nicht unwesentlich ist, was kostet die von mir befürwortete intcnnisation. Die Reorganisationskommission, die End daß von nun ab den neuen Kolonisten nur ein ,.ir:.—.:v' ■■ . ' - Viertel des bisherigen Ausmaßes an Land gege-s j>u^ dank der sudipaw.jchen Sonne und dem den werden soll, statt 160 acres nur 40, für Feld-? Grundwasser unter Zuhüfenahme von Dünger bau. Dies in dem unermeßlich großen Nord»: ~ StoUbunger unb Kompost zu etner fo beomerika mit seinem um vieles weniger günstigen trachUu^u^Produktion gebracht mirin Klima als das Palästinas. Daneben werden aber ™ ... Ansätze des intensivsten Anbaues in vielen Gegenden Nordamerikas gemacht, wobei die Betriebsform der Truck farms, der wandernden Gemüsezüchtereien erwähnt sein möge. Eine Farm Citres Corporation sucht die Gartenstadtbewegung auch in den Bereinigten Staaten populär zu machen. Und in Kalifornien gibt es die Durham Colony, organisiert und geleitet von dem auf diesem Gebiete in Amerika sehr bekannten Prof. Elwood Mead in Oakland, dessen Mitarbeit für Palästina wir sichern werden, wo Intensive Agrikultur auf kleinsten Flächen getrieben wird. ' Gibt es denn solche Kolonien, wie ich sie Vorschläge anderswo, höre ich fragen? Ganz genau das Gleiche gibt es nicht und kann es schwerlick, geben. Die intensivste Landwirtschatt kennen Sie schon in vielen Ländern Europas: in den Gemüse- und Obstzüchterverein Hollands, Belgiens, Frankreichs, Englands, z. ,T. Deutschkauds. In diesen europäischen Ländern der landwltlftbaftlicben Hoctstuiiur sinh es nur einzelne in Monte Algaida gewissermaßen den Prototyp meiner Kolonie. Jedes Hans stand auf seiner Parzelle. Es war die Art der Einrichtung, wie ich sie in meiner Schrift empfehle. Und das interessanteste ist dabei, daß das spanische Kolon;» sationsgesetz die Errichtung des Wohnhauses auf der Parzelle vorschreibt. Ebenso macht^ es zur Bedingung für die Gründung von Kolonien, daß ihre Einwohner eine Genossenschaft, eine Kooperative, bilden im weitesten Umfange. Die Kooperative erhält die nötigen Kredite für die kommunalen und industriellen Betriebe der Kolonie, die alle in zentraler Lage in zweckmäßiger Anordnung errichtet waren. Ich fand dort drei Weinkeltern mit dem nötigen Inventar vor, eine Mühle, eine Bäckerei, ein Arzthaus mit Apotheke, eü; Administrationshaus, ein Versammlungslokal Magazine, Schule und Wohnhaus der Lehrer. Fast genau so, wie ich es in meinem Projekt vorsehe. Die Kolonisten bilden eine Genossenschaft für den Vertrieb ihrer Produkte, einen Konsum-, einen Kreditverein usw. Was ich Ihnen für Palästina empfehle, besteht also "t wiesen bleibt, in viel intensiverer Weise anzu-! sive Kolonisation? Wie ich schon bei anderer bauen. Und dies ist wiederum nur möglich, wenn Gelegenheit gesagt habe, ich kann heute noch den Kolonisten eine kleinere Fläche überlassen nicht mit Zahlen aufwarten. Aber Kenner des wird, die er allein ohne fremde Hilfe bearbeiten Landes, die die gegenwärtigen Preise kennen, kann. Ich habe an anderer Stelle über die haben in einer Konferenz, an der ich teilnahm, Ackerbeetkultur gesprochen, die in China feit zugegeben, daß mit 300 Pfund Sterling ein Tausenden von Jahren mit Erfolg betrieben Kolonist nach meinem System angesiedelt werwird. Die Erträge sind um vieles größer, als bei den kann. Und in der Tat glaube ich, daß bei der üblichen extensiven Art des Getreidebaues, einer zweckmäßigen Organisation aller Zweige Der Landwirt, der von einer kleinen Fläch? und insbesondere des Bauwesens mit diesem einen Ertrag haben kann, den er sonst von einer Betrage die Ansiedlung eines Kolonisten beum Mehrfaches größeren Parzelle hat erzielen werkstelligb werden kann. Die wenigen Du» müssen, ist unendlich besser daran. Er braucht nam Land, möge es noch so teuer sein, faklen für seine Wirtschaft weniger Gebäude, weniger nicht ins Gewicht. Die 8lnlage der Bcwässc- Eeräie und er kann seinen Dünger viel besser rung, auf die Fläche verteilt, ist auch rächt ausnützen. Aber auch in Pflanzungen können kostspielig. Der Ansiedler braucht wenig Geröie wir einen höheren Grad der Intensität erzielen, und weing Vieh. Bleibt das Haus, der Haupt» menn der Kolonist eine nur kleine Pflanzung auszabepuickt. Wenn dieses etwa 150 Psd. kostest sein Eigen nennt. In Wlcfkte Algaida haben die was bei gleichzeitiger Errichtung von 500 Hau'cm Kolonisten nur 2 Hektar Weinberge, daneben Pi möglich ist, besonders wenn Bauwesten zur ihren kleinen Selbstversorgegarten für die eige- Anwendung kämmen, bei denen das Material neu Bedürfnisse. Die Art,' wie Fruchtbäume in leicht zu beschaffenZst, so wird cs klar, daß der Japan gepflegt werden, verdient die größw Betrag von 300 Psd. Stper ^om;l;e t;"sre;chen Nachahmung bei uns. Wir müssen eine Oualilann. In der vorhm von m;r stierten spanischen tötsware erzeugen. Wir müssen die Einzel- Kolome Monte Alga;da kosteten dle schmuckeNj pflanze mehr pflegen und das Erzeugnis sorg- Häuschen aus Zementblocken;m Ausmaße jwost^ faltiger behandeln. Kurzum, Intensität auf e*' b‘!\,C’'qnnrf nun-,t° allen Gebieten des Landbaues wird uns eine 00,, Quadratmetern, 3000 Pes te , , - viel bessere Ausnützung unseres Landbesitzes in *Fe‘^rcr deren Palästina gestatten! d i eine intensive Kolotuni* beg Namzo, der Aushöhlung, aus deren l 9etluue,i, v. eine incenstve no;o Sohle die Ku turen angebaut wurden. Es muhten ja 6000 bis 10.000 Kubikmeter Sand per Parzelle ausgegraben und abgefahren werden. Dies vorigen Jahres nach Palästina ging, empfahl fDftcte durchschnittlich 2500 Peseten, d. i. 100 n; ihrem Bericht den langsamen Uebergang von; P»d. Bei uns dürfie der Boden und seine Her- Extensität des Betriebes zur Intensität. Eines! Dichtung samt Bewässerungsanlage nicht mehr als der Mitglieder der Kommission war zwar vor s gy bis' 70 Psd. per Kolonist kosten Der RcstLeseiner Reise nach Palästina unbedingter Anhän- \ trag bis 300 Psd. wird ausreichen, um bas nur ger meiner Forderungen, dort wurde er aber geringe Inventar anzuschaffen und den Mann eines Besseren belehrt. Erst müssen die Ansiedmit Fannlie bis zum Beginn der Produktion zu ler durch schwere Pionierarbeit größere Flächen ' ernähren- Ein Konsumverein muß von vornherein extensiv bearbeiten und dann langsam zu' einem für die billigste Herbcischaffung aller notwendigen höheren Grad der Jntenfivität übergehen. Auf Bedarfsartikel sorgen, wie überhaupt das größte den ersten Blick scheint der Jdeengang plausibel. Gewicht «auf eine gute Organisation der Kolonie Er ist aber falsch. Die Herren hätten vielleicht von Anfang gelegt iverden muß, eine Organisarecht, wenn es sich darum handelte, die schon antion des Äbiatzes in exster Linie, des Kredites, fäffigen Kolonisten oder auch die Fellachen von des Konsumes, der kommunalen Betriebe uswder herkömmlichen Anbauweise zu einer höhe- Moderne Kolonisation ist nicht allein Produktion, rep, vervollkommneten zu überkühren. Hier sondern vor allem Organisation. Wir müssen könnte man nur schrittweise Vorgehen. Aber! tüchtige Organisaioren »mit persönt;ck)er Erwir sollen ja neue Leute ins Land bringen, die fahrung zur Mitarbeit an einer solchen Kolom- *Ahnung von Agrikultur haben. Sollen Nation hcranzichen, wie wir überhaupt die Mit. diesen Leuten 'erst die veralteten schweren! arbeit der besten Sachverständigen, woher wir ste wenig Erfolg bringenden Methoden beii auch bekommen mögen, in Anspruch nehmen nur und wenig Erfolg bringenden Methoden beii bringen und sie später gewissermaßen aus der ' Extensität erlösen? Wäre es plausibel, einen jungen Mann, der Schuster werden will, erlt Holzpantine,; schnitzen zu lassen, die eine einfachere, sagen wir die extensive Fußbekleidung darstellen, dann Flicken aufsetzen lernen usw., statt ihn mit den modernsten Maschinen, Geräten und Methoden zu versehen, um möglichst gute, elegante und möglichst viele Schuhe erzeugen zu lassen? Uebergang in Ländern mit einer bestehenden landwirtschaltlichen konservativen Bauernschaft — das verstehe ich noch. Aber in Palästina mit unserem neuen, landwirtschaftlich vorurteilslosen Siedlungselement ist nur Intensivismus von Erfolg. Ich höre einen weiteren Einwand gegen mein System. Was ich vorschlage, ist ja Nachahmung anderer Länder und Völker. Ich übertrage das, was ich unter anderen Bedingungen und bei Völkern von anderem Charakter gesehen habe, blindlings auf Palästina. Aber war das nicht Nachahmung, was wir bis fetzt in Palästina getrieben haben? Haben wir da nicht den Fellachen nachgeahmt, dessen veraltete unproduktive Wirtschaftsweise? Haben wir nicht den französischen Weinbau nach Palästina cingeführt? Wir haben einerseits z>i viel nachgeahmt und hauptsächlich den extensiven Fellachen . oder den nissischen Bauern oder den argentinimüssen. Wenn wir den Betrag von 300 Psd. per namiste dem bisher als notwendig bczeichiieien Betrag von nicht unter 1000 Psd. — ich fprcfflft j schon gar nicht von den erst neulich geforderten^ 1200 bis 1500 Psd. — gegenüberstellen, so ist die Schlußfolgerung nicht schwer zu ziehen. Wir können intensiv kolonisieren, indem wir Land und Geld sparen- Ich denke, das sind Vorzüge genug für das empfohlene System. Ziehen wir die Schlüsse aus dem Gesagten, so gelangen wir 1. zu dem eingangs des Referates erwahnien Ergebnis, nämlich zu der für uns so ivichtigcn: Möglichkeit des friedlichen Beieinanderlebens inst unseren arabischen Nachbarn. Wir brauchen ihnen das Land nicht zu nehmen, denn wir haben dafür keine Verewndung. Ilnscr Kolonisalionssystem der-! setzt uns in die Lage, auf dem schon in unserem i Besitz befindlichen Land viele Tausende von Fa-'s misten anzusiedeln. Unsere Nachbarn werden i von uns die bessere Ausnützung von Land und s Sonne lernen und so von unserer Arbeit prostj tieren Zusammenstöße nationalen Ursprungs werden somit vermieden werden können, abgesehen von der Tatsache, daß große Kolonien von etM 2500 Einwohnerii, auf einer kleinen Flache konzentriert, ihren Einwohnern viel mehr Siberheu bieten und den Uebelgesinnten Respekt cinklöncn und!o Ueberarikke vermeidbar macken. i t

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