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Jüdisches Volksblatt · 1921-09-16 · 59 (16.9.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
59 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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«•80,95 ^“«112,-® r" TO m/:: E^iaab lOfls» 4 9.60, Reiber 48, Jtoto^ 18 5 »wen e der g. -LZ KONGRESS-AUSGABE ^8 ftWÄMW»«« 2 K. ättflS*«»1* 38.60, Emst iJf'M '^tel Schulz 16, Dr.^rA '^N'4 TÄ U t»Ü*&§ I ■ |10,1«!m£ H **„ ' «** ■' if' w!M Hirdvkm n Huppert 87.36, D,;U|amtneit uptc3ü RebakOo» nnd Administration: Nstb-isch-Ostrau. Lan«e«affc S4. Manuskript, an» mit »rr-eo nur ob«« Gewähr a«acn«mme> und oukbewahrt. Eine Verpsltchtun« zur Rüikirnduna wirb nicht »»erkannt. Sprechstunden de' Redaktion täalich von N bis vt Uhr vormittag«. Etaenlum d»< jüdischen KerlaaeSreg, Ge», m. b> H. in Mährtlch-OKraa, HelouSaeber nnd »erantwortlicher Redakteur Dr. Hugo Herrmonn t„ Mädr.-Oktrau. 3. Jahr. ff Nr. 59 Mormemeril Ä I DaS jüdisch« Xeimitctr IR kein sondern al» Versand^ j ‘hmb harnten, den »atioxüirellen und Wirtschafr» ereilen der bewuhten t» im ganzen tschecho- § Staate und in Galt» nen. — Inserate koste« stfach gespaltene Mil» limeterreile. Aniräae iür Inserate übernehmen außer der Administration alle »rötzeren «»- noncenervrditionen. Erscheint reden Freitag. Freitag, 16. IX. 1921. 13. Clrrl 5681. »SM! 66, ®wfer 5, §. Gm ix?-r- Steichwer 12.76!^r 7-3.. jutomtnen? te|: EinMa ■htm folgt " ■ der Buchsmlceninq Nr. 82 i-geiriesm . Me biZ ZI. STu^utt aliem E.&mtfc Zionisten-Kongreß. K & K 174*: K 54SL4 K 178.2S5’> K 383.711.; K 28.-. Dr. Weitzmann „Billa Jasolt", Karlsbad. Ncbermitteln Sie bitte dem Kongreß die herzlichsten Wünsche von Seiner Majestät Regierung, die zuversichtlich glaubt, daß Ihre Bemühungen, Palästina als ein blühendes nnd glück- , liches Land wieder aufzubaue», wo Juden und Araber in gleicher Weise an der Sicherung des gemeinsamen Gedeihens Zusammenarbeiten, von Erfolg gekrönt sein werden. Churchill. rKL 24— iben bei \iw STEMPEI- ERZEUGUNG omum, wm-osmy r it\, wyw, l Palästina-Referat. »...!***, >} ' Artur Ruppin: Seitdem ich dem Kongreß vor acht J-ahren zum»ersten Male über unsere wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina berichtete, hat sich die Welt für uns gewandoft; gewandelt zum Besseren nnd zum Schlechteren. Vor acht Jahren waren wir nicht viel mehr als eine private Sekte tind stießen nur zu häufig mit unseren wirtschaftlichen Anregungen auf die Geringschätzung, welche man in den Kreisen der Regierungen und in den Kreisen der gefestigten Traditionen jedem Sektenwesen entgegenbrütgt. Jetzt haben wir durch die Balfvur-Teklaration einen locus standi im Rate der Völker. Das spöttische Lächebi vieler unter unseren eigenen Volksgenossen ist der Achtung und der Bewunderung für . die Wucht unserer Ideale gewichen. Die Zahl "der Inden, die unserer Sache zimcigen, hat sich bedeutend vermehrt und danüt auch die Stoßkraft und die wirtschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten unserer Bewegung. Ein anderer . .Vorteil, den die Gegenwart gegenüber der Ver äftteiffidl ttO$ettili& W flanqenficit, ist, daß wir jetzt in Palästina im GcgT oensatze zu früher eine Verwaltung haben, die unfokmi-rt Ke o,fc»iijf bestechlich ist und wirtschaftlichen Fragen Ski jtfWlfcfl Ml>^ * Verständnis entgegenbrütgt. Mil-MA.. . itrolorg«« ' volles --Ls SSÄlSf 2, iSBS®® le ne«« 1 übiläB Üiarken. n ui®. : *»***g&l J ii* 11H. H*„ jpr, B slOtWSf^ Wenn unsere Opfcrwilligkeit und LeisistnMfähiqkeit versagen, dann tvird sich die Balfoik^ Deklaration und der Beschlitß von San Atemü für uns aus einem Segen in einen Fluch" verwandeln. Wir müssen uns auf Schwierigkeiten aller Art gefaßt machen- Mehr als die kleinste Schwierigkeit sehe ich dabei eine an, die erst sin den letzten Jahren manifest geworden ist, näinkich die verstärkte und organisierte Gegnerschaft lichter den Arabern gegen die zionistische Bewegung, °bic wie Sie wissen, schon zu beklagenswerten Crcigniste geführt hat. Ich gebe Ihnen vorerst in kurzen Strichen ein Bild der fetzigen ökörwmilchen Struktur Palästinas. Palästina umfaßt heute nach den leider sehr verengten Grenzen weniger als 20.000 Km- Tie Bevölkerung ist aus 600M0 bis 700.000 zu schätzen, darunter sind 80.000 bis 90.000 Juden. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Dörfern von der Landwirtschaft, die sie in recht primitiver Weise betreiben nnd die zur Befriedigung ihrer sehr geringen Lebensansprüche gerade eben hinreicht. Das übrige Drittel lebt in Stcü>1en. Tie einzig größeren Jndnstrien sind einige Mühlen, teils in jüdischer, teils in nichtjüdischen Händen, ferner die Rothschildschen Weinkellcreien, einige Maschinenfabriken, schließlich die fast durchans nichtjüdische Oel- und Seisenfabrikation- Mineralien nnirden im Lande bis jetzt nicht gewognen. Das Verkehrswesen hat durch die im Kriege erfolgte Eisenbahnverbindung von Haifa nach Aegypten und durch, die damit gleichzeitig erreichte Verbindung zwischen Nordilnd Südpalästina eine große Verbesserung crfahrwt. leider aber noch immer unter dcni Mangel ausgebauter Häfen. Tie H a n d e l s b i l a n z ist eine sehr un- 200 «a“&; günstige. Die Einfuhr betrüg im Finanzjahre 1920 und 1921 zirka 5,200.000 Pfd. St., die Ausfuhr 770.000 Pfd. St. Neben biefen allgemeinen Angaben, welche sich auf das ganze Palästina nnd seine ganze Bevölkerung ohne Rücksicht auf ihre nationale und religiöse Zusammensetzung beziehen, möchte ich einige spezielle Angaben über die Inden machen. 15.000 von ihnen leben in den landwirtschaftlichen Kolonien, etwa 3000 sind bei den öflentlichen Arbeiten der Regierung und der Zionlstischen^ Gesellschaften beschäftigt, während die übrigen in den 6 Städten Jerusalem, Jaffa, Hatfa, Tiberias, Sasel und Hebron wohnen- Ter «rvnte Teil dieser Juden hwmea in «erusalem. 35.000 bis 40-000. Ihre ökonomische Lage ist nicht stabil. Die Jtideu in den Städten haben nur zum Teil als Kanflentc, Handwerker und Beamte — von 2490 Beamten in Palästina sind 616 Jtlden — eine halbwegs unabhängige Eristenzi die übrigen sind auf Unterstützung angewiesen. So sieht Palästina heute anS. Es ist volkswirtschaftlich klar, daß wir. bei unserer Wirtschaftspolitik in Palästina nicht dartuf zu rechnen haben oder jedenfalls nur zum kleinsten Teil, daß die Einwanderer durch Handel ihre Eristenz sinden können. Sie können mir Produzenten, sei cs in der Landnnrlschaft, in der Industrie,^ in öffentlichen Arbeiten oder im Verkehrswesen sein. Tic Einwanderer müssen alle Berufe ergreifen,. an denen sie dauernd ihreti Lebenstintexhalt ziehen können. Unser Weg im letzten Jahr tvar ein Leidensweg. Tie Zionistische -Lrganisation hatte uns zu großen Taten nach Palästina gesandt, aber sie gab uns keine Mittel, um diese Taten zu tun überließ uns dort der Verziveitlung. Wenn trotzdem das letzte Jahr nicht ganz als verloren zu betrachten ist, sondern einige tvich^ tige Posten in seiner Krcditseitc hat, so ist das die Folge außergewöhnlicher Anstrengungen und Umschau. Ich sehe zwei große Krcditpvsten: Tie Einwmtdernitg von mehreren 1000 Ehalnzim und Erwerb großer Bodenftächen in Stadt und Land. Der Kauf von Boden hat uns 80.000 Dmnan erstkl-assigen landwirtschaftlichen Bodeits gebracht. Wenn wir heute in der Lage sind, überhaupt über landwirtschaftliche Kolonisation als von etwas realem zu sprechen und nicht leere Theorie zu betreiben, so verdanken mir das diesen Käufen. Auch alle Versuche mit intensiver Kultur ans bewässertem Boden hat erst durch diese Käufe eine reale Basis bekommen, denn erst durch sie verfügen wir über große Flächen leicht bewässcrbaren Bodens in guter Berkchrslage. Außer den von zionistischen Gesellschaften er- Wvrbcncn Böden ist der jüdische Beruf auch dadurch vermehrt worden, daß die palästinensische Regierung das große Sumpf- und Dünnengebiet zwischen Sachron Jacob und Athlith der I. C. A. atif langjährige Pacht überließ. Tie I. E. A. wird dieses Gedieh durch großzügige Entsumpfungsarbciten der Kultur erschließen. Die Mittel dafür sind von dem größten Freunde Palästinas, dem Baron E d m u n d von Rothschild zur Verfügung gestellt nwrden. Was Boden in Städten anbelangt, "so hat der jüdische Besitz durch große Käufe der Palcstine Land Development-Company einen solchen Zuwachs erfahren, daß jetzt in und bei den Städten Jerusalem, Jaffa, Hgifa, Tilberias Bauplätze für ettva 12.000 neue Häuser vorhanden siitd. Ich will noch einen Posten erwähnen. Tie Gründung der Arbeiterbank. Diese Bank, an welcher sich die Zionistische Organisation mit 40.000 Pfund und die Arbeiter vorläufig mit 10.000 Pfd. beteiligen, soll den Arbeiten in Palästina die Möglichkeit geben, im Wege genossenschaftlichen Zusammenschlusses große Arbeiten in Akkord zit übcrnehinen. Schließlich will ich an dieser Stelle auch ansühren, das; die Verhandlttng des Ingenieurs R u t e n b e r g für eine Konzession zur Benützung der And ja für die Krastgewinnung dem Abschluß nahe sind. Mit den Arbeiten zur Durchführung dieser Konzession kann schon in nächster Zeit be^zonnen werden. Ich war mir bewußt, als wir die wirtsckiaftliche Tätigkeit in Palästina begannen, daß es eine schwierige Arbeit sein mW daß der landlvirtschastliche Teil mit schwierigsten sein würde, dlbcr die Wirklichkeit hat ineine Ertvartungen noch übertroffcn. Wir stehen jetzt dirrch den Kauf großer Terrains und durch die viel höheren Anfordermtgen die an uns gestellt werden, vor einer neuen Epoche der palästinensisckien Kolonisation. Aus diesem Grunde sind wir entschlossen, eine allererste Autorität auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Kolonisation, möglichst ans einem Lande, das ähnliche Bedingtutgen wie Palästina answeist, B. aus Kalifornien nach Palästina zu Berit, Aufklärung mancher Punkte zunächst gcwifle Versuche technischer Art verlangen wird. Das kann einige Jahre dauern. Aber die Zeit ist für uns in Palästina ein wichtiger "Faktor und nur tonnen sie nicht verstreichen lassen. Wir müssen daher zu einer Entscheidung kommen, welche landwirtschaftlichen Betriebsformen wir bevorzugen sollen. Wir stehen in Palästina heute eigcntllch aut demselben Punkte, wie vor dem Kriege- Wir haben noch keine Betriebsform gcsnilden, welche ohne Heranziehung fremder Arbeitskräfte ein gewisses Eristenzminimnm verbürgt. Mein Standpunkt isst daß wir jetzt sofort einen großen Veriuch mft intensiver Wirtschaft auf bewässertem Boden unternehmen. Zu diesem Zwecke werden wir in Form der Jndividu-alsiedlunq aus einer Fläche von 50—U>0 Dnnam, einige der' von uns gekauften nicht bewässerten Böden in der Emck Israel mit besten Arbeitern zu besiedeln. Wir beabsichtigen auch die laudwirtjchastlicheu Ansiedlungen' der Jemeniten iin Lause der nächsten drei Jahre systematisch anszubauen imD und sofort damit zu begiitnen. Neben der Landwirtschaft kann man die Einwanderer beim Bauwesen beschäftigen. Zur Zeit haben in Palästina die Industrien die besten Slussichten: .a) lvelche Rohstoffe verarbeiren, die in Pasästina selbst reichlich und billig vorhanden sind, b) welche solche Waren prodnzieren, für die in Palästina selbst genug Llbsatz ist, cs w kche 2lrbeitsbedingungen answeisen, welche "der luvische Arbeiter bereits gewöhnt ist oder sich leicht gewöhnen kann, also z. B. Mühlen, Konservenindnstrien, Oelsabrikcn, Gerbereien, Znckcrsabriken, Alloholfabriken, Zigarettenfabriken: ferner Industrien, welche Brennmaterialien produzieren; Tertilinditstric, Bekleidungsindustrie, Ban- und Möbeltischlerei, Uhrenindustrie. Manche Einsätze für die industrielle Entwicklung sind in letzter Zeit gemacht worden. Die Tätigkeit Boris G o l d b e r g s mit Johann K r e m e z k y mit einer Silikatzicgelfabrik in Jaffa und einer Zementfabrik in Haifa wäre rühmend hervorzuheben. Weiters kann ich Mitteilen, daß die Oelfabrik der Herren P a e n s c n und W i l dusch e w i t sch in Haifa gesichert ist. Ferner soll der größte Förderer Palästinas Baron Eduard von Rothschild die Herstellimg einer großen Mahlmichle und einer Fabrik für ätherische Oele zugesagt haben. Tann tvären zu ertvähncn die Vorarbeiten für die Errichtung einer Dachziegelfabrik, einer Zigarettenfabrik, einer Gerberei, Spiritusfabrik, Uhrenindustrie, die Voraebciten für die Gewinnung von Salz am Meeresstrande, für die Exploitiernng des Toten Meeres. Viele dieser Industrien sind auch wichtig, weil sie landwirtschaftliche Produkte z. B. Rizinus, Sesam, Johannisbrot tisw. als Roh. stoffe brauchen, und dadurch unseren neuen Siedlern einen neuen und sicheren Absatz bieten. Tic Privatinitiative in der Industrie ist nicht abznwcisen, leider war sie bis nun klein. Ich setze besondere Hoffnung auf unsere a m e r i k a - Nischen Freunde. Ich erwarte, daß sie dirrch ihre Sachverständigen alle industriellen Ehaneen in Palästina erforschen und ohne Rücksicht auf ihre Ptirteistellung die Ausführnug der Projekte betreiben für den ch'irtschastlichen Aufbau Palästinas durch Privatinitiative sollte cs keine Part e i st e l l u n g geben. Zllszr einen wichtigen Vorschlag zur Hebung der Kleinindirstrie und des Handwerkes möchte ich das Projekt des Ing. S e i ch n e r zur Er. richtimg von WeHkstättenhälisern erwähnen. Außer der Landwirtschaft, dem Bauwesen und der Jndnstrie bietet in Palästina auch das Verkehrswcseu durch Errichtung von Hotels, durch die Ausgestaltung des Transportwesens Eriverbsmöglichkciten, die leider von privaten Unternehmern bisher noch wenig aiisgenntzt worden sind. Es gibt in Palästina kein einziges^ Hotel, das in eigenen Hotelränmen untergebracht wäre. Ich hoffe, daß es nns wie bisher auch in Znkunft gelingen tvird, einige tausend jnnge Leute bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung zu beschäftigen. Das Budget für Palästina," das die Sitzung der A. E. angenomnien hat und das tvir Ihnen zur Getiehmigima vorlegcn schließt mit einer Gesamtsumme von 1,500.000 6, die sich sol- 100.000 r 200.000 „ 100.000 100.000 „ 50.000 100.000 25.000 10.000 5000 10.000 100.QOO 100.000 25.000 25.000 2. Kreditinstitute. A. P; E. für kommerzielle Kredite Städtische Hypochekenbank für Bankkredite Agrarfonds für landwirtschaftliche 'Hypvthekenkredite Kredite für Industrie und Genossenschaften 3. Sonstige wirtschaftliche Änsgabcn. KolonimtionZfonds _ 25<>.000 £ Beteiligung am Androhaprojckt 1. Rationale Ausgaben. Schulwesen Schulgebände Techiiiktim in Haifa Nationalbiblidthek in Jerusalem Landwirtschaftliches Versuchswescn SanilätZwesen Erste Hilfe für Einwandermig Besondere und trMwrhergesehene 2lnsgabcn Administration in Palästina Wir legen ihnen dieses Budget nur für ein Jahr vor, tveil wir erst unsere finanziellen Möglichkeiten erproben müssen und uns nicht der Gefahr anssetzen wollen, durch Vorlage eines Budgets ans viele Jahre" mit Ziffern zu operieren, von denen wir nicht tvisseit, inwieiveit sie der Wirklichkeit uachkommeu. Sie iverdcn vielleicht fragen, tvelche Zahl von Eiinvanderern sich in Palästina eine Eristenz wird schaffen können. Ick) halte es nicht für nnmöglich, etwa 30.000 Einwanderer nach Palästina jährlich zu bringen. Es ist viel schwerer die ersten 100.000 Einwanderer hinein zu bringen, als die zweiten. Gehen Sie von dieseni Kongreß nach Hanse, verbreiten sie die Eekenntnis von - der Größe unserer Aufgaben, schassen Sie das Geld, das uns ermöglicht," diese ersten 100.000 Einlvanderer nach Palästina zu bringen — dann können wir mit Vertrauen der Zukunft entgegensetzen. Dr. Soskin referiert über die intensive KolÜnisation Palästinas. Die Ereignisse des letzten Jahres, die allen in frischer Erinnerung sind, haben uns in noch viel höherem Matze von der Unzulänglichkeit unserer bisherigen Kolonifations - Methoden überzeugen müssen, als ihr ökonomischer Misterfolg. Ich meine den nationalen Kampf mit den Arabern, die behaupten, wir möchten ihnen das Land nehmen und sie letzten Endes aus Palästina verdrängen. Wir müssen unsere Nachbarn in Palästina überzeugen, daß wir es nicht notwendig haben und daß es nicht unsere Absicht ist, sie zu verdrängen, daß es Raum genug gibt in unserem Lande für ein friedliches Zusammenarbeiten beider Nationen. Ä t feit. Dieser Experte soll nach Möglichkeit ein volles Jahr in Palästina bleiben. Aber es ist zu gendermaßen verteilt: befürchten, daß das Gutachten dieses Sachvexstäni digen auch nicht aus alle Fragen der Kolonisation L *• 3- “ Ffür Bodenkaus. eine bündige ÄntwÄkt. setzen kanir,. sondernzur tzlv Prozent der Gesamtsumme) Das, was ich als vorwiegendes System für i unsere Kolonisation in Palästina aufstelle, ist Jntensivismus. Das will sagen, daß der unver- - rnehrbare Faktor, die Unterlage, auf der dis j landwirtschaftliche Produktion vor sich geht, dertst Boden, in der intensivsten Weise nusgenützt wer- * den muß. Ich fordere, daß mit ihm die größte Sparsamkeit getrieben wird. Die Jntensivität der Landwirtschaft und somit auch der Kolon!- I sation ist in nur wenigen Ländern so leicht durchführbar, wie in Palästina. Hier ist d'e; Stärke der Sonnenstrahlen das kostbarste Ele-^^ ment für das organische Leben. Und wir haben 5 . bislang nicht allein Land, sondern auch Sonne! in Palästina vergeudet. Rur wenig Länder gc-" nießen den Vorzug einer intensiven Sonne wäh-: rend des größten Teiles des Jahres und die Be» \ mühungen der Landwirte in den gegenwärtigen: Zonen sind darauf gerichtet, auf künstliche Weise-' Wärme und Licht zu beschaffeir. Und dann Fehlen von Frösten, die völlige Trockenheit etwcrl 6 Monate lang! Das sind überaus wertvotts' Vorzüge Palästinas, die leider bislang nicht ge- ‘ nügend geschätzt wurden. Sie alle haben vvns $ Kalifornien gehört mit seinen wundervollen Pflanzungen, die ich zu Anfang dieses Jahres' l besucht habe. Wir können Besseres schaffen, denn! f das Klima Palästinas ist besser als das Kalifar-' V niens; wir haben fast nie Temperaturen unter' f Null, während dort Nachtsrösto nicht selten sind., ’ ©ie kennen Aegypten. Unser Klima ist Nff* 11211220

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