Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 57 (2.9.1921)
- Date
- 1921-09-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Marmorek bekanntstjetzige zionistische Leitung und das, tretene System einnehmen — HM, erst vor kurzem iin Jcwish ChronW Artikel, betitelt: „J'accure" veröffe>WWW»---v suchte der Pariser Korrespondent der I. P. Z. Dr. Mar Nordan und Prof Dr. Alex. Marmorek »m die Mitieiluna, ob sie am Kongreß teilnehmen, resp. welche Stellung sie dort vertreten rvürden, da sie ja heute von der Zionistischen Föderation Frankreichs zu Kongreßdclegierten ge» wählt worden sind. Nordan erklärte, daß'er aus verschiedenen Gründen, vor allem aus Gesundheitsgründen, nicht nach Karlsbad gehen werde. Prof. Dr. A. Marmorek äußerte u. a., daß das hanprsachlichste Motiv seines Fernbleibens die unerhörte Art sei, in der die Kongreßdebatten gemacht tvorden seien. Man habe die Föderationen in große und kleine cingcteilt, den ersten Privilegien gewährt und die lohten ihrer Rechte beraubt. Nirgends habe man derart die Macht mißbraucht; es sei dies nur nrit der Absicht geschehen, die Stimmen der Opposition zu ersticken. Der Exekutive mrd dein Großen A. E. sei sehr wohl bekannt, daß es auf dem Konareß sebr viel Dinge zu lagen geben würde, sie fürchteten sie und batten deshalb den Weg versperrt. Der belle Protest aegen dieses Vorgehen sei das Fernbleiben. Ans die Frage, welches die Situation der Bewegung sei, antwortete Marmorek: Die Situation ill schlecht und daran sind nur die Führer Weizwann und Usnschkin schuld. Sie tragen die Schuld an allen Krisen, die die Bewegung seht durchmacht. Nachdem sie Jules Simon und de Lieme non der Spitze der Ora-nisation entfernt batten, habensie sich in willkürlicher Weise der Macht bemächtigt. Da sic stets unter dem Geist der leercn Ambition leben, überall als abwlute Herr-n m handeln, sind sie selbst nach Amerika gegangen, um auch dort Mißstimmung zu säen, während sich »n Palästina die tragischen Ereignisse abspielten und ihre Gegenwart andcrNwitig notwendig mach-1 ten. Ter Rücktritt von Persönlichkeiten wie! Brmidci?. Mack und Wise wird deitaströse Rück-' Wirkungen auf die Weltbetvequng haben, lvas leicht . vorauszusehen ist. Prof Marmorek fügte hinzu, j daß er verwnlich keinwlei Groll neuen Weizmann imd Ussischkin hege, trotz, ihrer Meinungsverschicj densieiteu. Er konstatiere nur die Folaen ihrer! Tätigkeit. Man habe Millionen in den Wind ge-! streut, man habe die mit vielen Opfern vom Volke znsammcngebrachten Fonds vergeudet. Er glaubtdaß es erste Pflicht des Konaresies sein muß. Kommissionen von unabhängigen Personen einzusetzen, um die politische und finanzielle Führuna der Exekutive und des Waad Hazirim in Jerusalem zu prüfen. Er leat besonderen Wert auf das letzte. Das ist das einzige, was die Opposition von dem Kongreß verlangt. Tie russischen FirdeMmd de? Zionisten« krmgreß. I. P. Z. Wie verlautet, haben die russischen Zionisten den Plan, nach dem Kongreß den russischen „Alerlas" nach Berlin zu verlegen, und eine Expositur in Kowno einzurichten. Es hat sich erwiesen, daß London nicht der geeignete Ort ist, weil von dort aus ein Kontakt mit den russischen Zionisten sehr schwer aufrecht zu halten ist.. Es nisten sehr schwer aufrecht zuhalten ist. Es geht apch das Gerücht, daß deren ehemaliges Zentralorgan der „Raßwjet", in Berlin wieder erscheinen soll, u. zw. unter Redaktion seines früheren Redakteurs, Jdelsohn, der gegenwärtig den „Haolam" leitet. Alle ' }c P ’ ' ” ' ‘ ' . fller beite, % rac1 11 vorh mit verff " t »ich . 3 . k-ich--v WSk i lüch' ' : gena ij. fen litnc1 Aul 2ch übet Äet. man. 21|: ■ M' diese Projekte sind jedoch noch ganz vage, und es soll noch vor dem Kongreß diesbezüglich in Berlin eine Besprechung führender russischer Zionisten stattfinden. Me viele Delegierte aus Towjetrutzland zum Kon-> greß kommen werden, ist bis heute nicht mit . Sicherheit zu sagen. Ein russischer Delegierter, der erst vor drei Wochen Rußland verlasien hat, äußerte sich denr Berliner R.-Korrespondenten der „ZPZ" gegenüber, darüber sehr pessimistisch. Die Rerse aus Sowjetrußland ist in den meisten Fallen kehr langwierig und man kann daher nicht wißen, ob selbst die bereits unterwegs befindlichen Delegierten rechtzitig in Karlsbad eintreffen werden. Ueber die zronistifchen Verhatlnisie in Rußland äußerte sich der erwähnte Delegierte, der der jüngeren zionistischen Generation angehört, folgendermaßen: _ Seitdem im vorigen Sommer die ganze russische Delegiertenkonferenz verhaftet worden war Tauch unser Gewährsmann kam j damals ins Gefängnis), wurde die Ziomstifche Organisation verboten; dre Delegierten wurden im Juli wieder ftergelasien. Die Zionisten können daher kerne offene Oraanisationsarbeit leisten, sondern sichren; die Arbeit unter verschiedenen Formen in fast allen Städten Rußlands. Jede zionistische Arbeit ist sehr erschwert durch Mangel an jeglicher Information, sodaß sich dredortigen^Zionisten vor allem vom polrtrschen^ Problem keine Vorstellung machen können. Es gibt auch eine Reihe von Sonderorganisationen, vor allem den „Hechawer", die Organisation der Studenten und Gymnasialen, mit mehr als 50 Gruppen und 1500 Mitgliedern, vor allem in Weißrußland, roßrußland und Sibirien. Der „Hechawer" 'tte vor kurzem eine Konferenz in Moskau, welcher sogar Delegierte aus Sibirien kamen; das bedeutet eine Reise von 3 Wochen hin und ebensoviel wieder zurück. Ferner existiert die Tckrnororganisation „Makabi" mit vielen Vereinen. In Odesia wurde ein zionistisches Merkas gegründet. Die >,Zeire Zion" sind gespalten, die Rechten sind volkssozialistisch und gehören der Landesorganisation an, ihr Rierkas ist in Odessa. Daneben gibt es die linke Zeire Zion, die im Mai vorigen Jahres eine Konferenz in Charkow hatten u,rd dort beschlossen, als zionistisch-sozialistische Partei eine Föderation zu bilden. Die Zeire Zion sind in Südrußland und der Ukraine stark, während es in Eroßnißland beinahe keine gibt, daher auch keine Reibungen zwischen allgemeinen und Zeire Zion. Der „Chaluz" ist stark verbreitet, arbeitet beinahe in allen Städten, seine Chawerim arbeiten auf dem Lande und in Werkstätten, wofür jetzt in Rußland sehx günstige Möglichkeiten sind. Ueber die Vertreticng Rußlands auf dein Kongreß äußerte unser Gewährsmann: „Da es in Rußland unmöglich ist, Schkolim zu sammeln, habetr die russischen Zionisten als Maßstab ihrer Stärke die Wählerzahl zur 7. russischen Landeskonferenz angenomncen, welche 1917 stattfand. Damals gab es in Rußland 140.000 Schekelzahler. Danach, hätte Rußland Anspruch auf 70 Delegierte, über deren Zulassung freilich erst der Kongreß entscheiden muß. Davon wurden 22 Mandate den russischen Führern übertragen, die jetzt schon im Ausland sind. Von den übrigen Delegierten werden wahrscheinlich nur sehr wenige rechtzeitig zum Kongreß in Karlsbad eintreffen können. Eine Anzahl Delegierter ist bekanntlich noch K-'nlltinopcl gekommen und wird von dort erwartet. In wirtschaftlichen Fragen ist die Stimmung ausgesprochen reaktionär. Man ist gegen jede Art von Nationalisierung und Sozialisierung mißtrauisch. Die meisten Gestimungsk-enossen stehen aus dem Standpunkt. daß Palästina privatkapitalistisch oufgebaut werden soll. Die russischen Juden können allerdings jetzt wenig beitragen, aber es gibt eine ganze Anzahl Leute mit 200—600 Pfund, die etwas in Palästina unternehmen wollen. Die zentrale Frage, die die russischen Zionisten interessiert, ist die Legalisierung der Emigration. Das ist auch die einzige Forderung, die wir zum Kongreß mitbringen. Wir wünschen, daß Verhandlungen darüber mit der Sowietregierung eingeleitet werden. Wir sind überzeugt, daß die Regierung uns entgegenkommen würde, bestünden nicht die störenden Einflüsse des jüdischen Kommissariates. Als vor drei Monaten eine Delegation zu Kamenew kam, die für die 12.000 Flüchtlinge an der rumänischen Grenze die Ausreiseerlaubnis verlangte, erteilte Kamenew die Bewilligung, aber in der Ukraine wurde die Sache durch jüdische Komimmisteu wieder Hintertrieben." Ueber die Zukunft der Juden in Rußland äußerte sich der Gewährsmann sehr pessimistisch. Er meint, Rußland werde ein zweites Spanien werden und seine ganze Judenheit verlieren. Der Antisemitismus ist zwar jetzt unterdrückt, aber er ist sehr stark. Das sonstige jüdische Leben erstreckt sich aus Kulturarbeit, besonders für die hebräische Sprache, zu erwähnen ist auch speziell die jüdische Universität in Petrograd, die von der Regierung subventioniert wird. Die religiösen Gemeinden, die erlaubt sind, leisten große soziale Arbeit. Ae Aionistenkongresie. Von Adolf Böhm, SBku. Weltkonserenz der Hitachduth. Sonntag, den 28. August wurde die zweite Weltkonferenz der jüdisch-sozialistischen Volkspartei „Hitachduth" in Anwesenheit von etwa 60 Delegierten eröffnet. Sprinzak (Palästina) berichtete über die Aufgaben und Ziele der Partei. Nach ihm referierte Dr. Martin V u b er iiber zionistische Politik. (W. M. Z.) Die Schaffung des aLwMichen Zioi.is.cmTnorcsses war die er)\ 0>oit organisatorische Dal Herzls. Zum ersten in der judisclien Diasporagoschichte sollten wählte Detegierc, non Juden aller Länder, die das zionistische Vrogramni akzeptiert hatten, zusammentr-'ten, um offen vor aller Welt über die Lösung «der Judenfrage durch Scsschslhilfe der Juden zu beraten. Nach großen Schlvierigkeitan gelang cs Herzl, den ersten Zwnistenkongreß zusmnmcnzubri'-gen. Der erste Kongreß tagte in Basel vom 2? bis ZI. August 1897. Alterspräsident war Doktor Lippe, ei'm Führer der rumänischen Chowewc Zion. Herzl entwickelte in einer kurzen Rede von lapidarem Stil tas zionistische Progrmmn. Die seither berühmt gcwovd.men Sätze: „Der Zionismus ist die Heimkehr zum Judeirtinn noch vor der Rückkchr ins Fudenland", „Ein Voll kann nur sich s.'lbst helfen; kann es das nicht, dann ist ihm nicht zu helfen", stammen aus dieser Rede ES folgte eine solche Max Nordaus, in welcher er in scharf pointiert.-r Weise die gsistiac, sittliche und materielle Judennot entrollte. "Nathan Bmi. bäum hielt das K rliurrestrat. In verschiedenen Redcn von Berichterstattern ans den wichtigsten Ländern wardein Bild der traurigen Lage der Juden entrollt. Die wichtigsten Beschlüffe des KorgrcsieS betrafen die Festsetzung des zionistischen („Baseler") Programms und die Schaffung der Grundlaym für die Organisation. Zu ihrem Pläsidentmr wurde Theodor Herzl gewichlt. Professor Schapira (Heidelbrra) hat schon am ersten Kongreß die Gründung einer jüdischen Universität in Jerusalem und die Schaffung «ineS Jüdischen NatienalfmdS bsrntrazr. Der zw'iite Kongreß tagte vom 28. bis 3t. August 1898 in Basel Motzkin hielt das Referat über dm Stand der jüdischen Siedlung in Palästina, Wolffsohn bericht tc iller die Voravbciteir zur Gründung der Jüdischen Kolonicißkmi. Der dritte Kongreß tagte vom 15. bis 14. August 1899 in Basel. In seiner Eröffnungsrede spiach Herzl zrmr ersten Mal in offizieller Welle dar-oir, daß er beabsichtige, von der Türkei einnr „Charter" zu verlangen. Der vierte Kongreß tagte vonr 13. bi? 13. August >900 in London. Herzl hatte diesen Ort gewählt, weil er die englische öffentliche Mcrrmq für de» Zionismus gewinnen wollte, was ec in seiner Eröffnungsrede an deutete. Der fiinfte Kongreß tagt!: vom 26. ibiiZ 30. Dezember 1901 in Bakel. Auf rhnr trat zum crstvr. Male die „Demokratlsch-z-owlsüsche Fraktion", der unter anderen Buber, Fciwcl, Motzkin, Weizmann, anaehörten, in Aktion. Ihr Programm tdar jenes, das später unier den Bezeichnungen „evolutlonistischer", „praktischer", „synthetischer" Zionismus zum Siege gelangte. Durch Gcgeilwortsarbeit in der Diaspora, kulturelle und kcloni'atorische Arbeit in Palästina sollen Poll und Land entwickelt werden, denn der Zionismus könne nicht durch einen blosen diplomacHichen Erfolg, sondern nur durch stetige Arbckt verwirklicht rverdm. Am fünften Kongreß war aber diese Richtung noch zu schwach, die Zeit war noch nicht reis dafür, daß -diese Forderungen allgemein hätten an. erkannt werden können. Es wurde nur die Parole von der nötigen Arbeit zur „Hebimy" der Juden auSgegeben. Weizmann verlangte die Schafftcng einer jüdischen Universität in Jerusalem Am fünften Kongreß wurde ferner der Jüdische Nationälfonds gvschaffen. Es wurde beschlossen, die Kongrefle wcitfrhin nicht mehr alljährlich, sondern icdcS zweite Jahr abzuhalten. Der sechste Kongreß tagte vom 23. bis 28. August 1903 in Basel. Ihm lag das Unganda- Angebot der britischen Regit rung vor, wodurch sich di« Verhandlungm sehr stürmisch gestaltete» Tie strengen Palästinenser vdrlretzen zum Teil unter Führung TschlenowS den Saal, aber trotzdem wurdü der prinzipiell wenig besagende Antrag, -das Aktionskomitee möge ein« Expedition znr Erforschung -des von England angebotenm Territoriums enlsende», nur mit 295 gegen 178 Stimmen angmommcn. Von Wichtigkeit war auch ein Rcferat Oppenheimer», der die Schaffung von SiedlungSgenossenschastit in Palästina empfahl. Der Kongreß beschloß die Eü'.sttzung einer Palästina- Kommsston, bestehend aus Profeflor Warbmg, Dr. Franz Oppenheimer und Dr. Soskin. Die letzte Entscheidung über das Aganda- Projckt fiel erst am siebenten Kongreß. Herzl war inzwischen am 3. Juli 1904 gestorben. Der siebente Kongreß tagte vom 27. Juli bis 2. August 1905 in Basel Nor-dau hielt die. Gedenkrede auf Herzl. In einer außerordentlichen Tagung wurde die Uganda-Frage erledigt Der Bericht" der Kommission über die Eignung des Territoriums lautet: sehr ungünstig. Zangwill und sein Anhang verlangten, daß von der britischen Regierung ein anderes Territorium verlangt twwSfl« frtIT* "tM it) J rvt... Ui Ml" unter StÜibrunn «B jiftnb fio Hejsnung, ihre ..usmerkiamteit t«1 - du Alha-llung des K.>n,..flcs auf die Sä ru lci-ken, was aber nicht gelang. Ach diesm K°n b,t« pefe ti-mb: endgültig zugunsten der ffiS •» M der praMichen Palätt'na-arbeit entschieden j«. toMch, pnzchielle Debatte stand auf großer. Höhe seit»,' M KP der Pmktiker hätte besonders Wc-izmann mit eimr tief auftührendcn R:d: gcwiikl. Von!« L- , frFbTiitff'ti nvjv hnn VaC. l.. " Beschlüssen war von Wichi^rert, daß die fcU sche Sprache als offizielle' Sprache der"Beweom-W- & \ erklärt wurde. Auf diesem Kongreß spielte sich M zum ersten Mal ein Kampf um die Leitung eü. Wolffsohn t erlangte, um die Leitung zu machen, daß sie nur aus drei Personen hm solle, er wollte die russischen Zionisten aus ihr ausichalten, was ihm nur mit 50!% eine erhebliche Opposition gelang. Es nnnden nJ wählt: Wolffsohn, Wrrburg (Palästtna-Asig^Z- und Kmi». Der neunte Kongreß tagte vom U. y na. riech r-'ck dm Di hiesig sa, s-« .ober /ä, 0i «i! Mi» ä 30. Dezember 1909 in Hamburg. Nordan, da <™ allen Kongressen bis zum zehnten eine große i«. Icm'. .flenefe. Mjual 'Palästi: He ®n? Swgrc? ‘jur mtt‘1 scher S? Ibber ü« ,n Pg n str StnüB tatf d: £c; -irrten tot« © jjinHitn # ret ein miun! « -nie. ßt eil im! . . große piogvammatlsche Rede nach der Eröffnung hielt, Sr faßte sich diesmal mit -dem durch die im Juli M erfolgte jungtürkisch« Revolution eingetrefcnetij poirtöschen Un.schwnng in der Türkei. Er ecklörti in Uebercinstimmung mit dem Alt-ionskomitee ein« Aenderung des Baseler Programms für uuniliz. Den Ebartirge-dankm muffe man achtungSogs ins Archiv des modernen politisch n ZioniS legen und dürfe r,icht mdjt davon sprechen, gab er eine Deutung des Wortes .öfseuW rechtltch" im Bastler Programm. Dieses ha bloß den Sinn, daß die Zionisten nur auf GimI eines Vertrages mit der Worte Palästina best dl ln wollten. Franz Oppenheimer hielt sin Rch rat über di« Siedlungsgenossinschaft, woraus ein«] stimmig leschlossen wurde, einen Versuch mit einn solchen in Palästina zu machen. Das Hanchtiitteiesse des Kongresses galt der L.idmgsfm-ge. Di, evolutioitisiische Richtung hatte schon auf dsism Kongreß Wolffsohn zu stürzen versucht; sie bchtz die Mehrheit zwar im Permanenzausschuß, ck : nicht im Plenum des Kongressis. So konnte I» mit ihrer Liste nicht durchdringen, h Vorgcschh igelten erklärten, eine eventuelle Wahl nicht amih! men zu wollen, und so mußte die bisherige Lei.] . tung unter Wolffsohn in vorgerückter Nachtstunde] gebeten wcvdeit, die Geschäfte bis zum zehnteijs Kongreß weiterzuführm. Dieses Ergebnis zsitigteH^ kies«' Niedergeschlagenheit in den Raihcn der aus-Wkist i strebenden nationalradiklalen Richtung, und übe diese hinaus war in der ganzen Bewegung di- Entnmtigung allgemein Man fürchtete eine Späh rung der Organsiatioil. Der neunte Könnest blieb -den Delegierten in sehr peinlicher Erinnerungi Ein „zweites Hamburg" mußte unbedingt vermie den werden — das war das Gefühl aller Zioni sten, was -dazu beitrug, das auf der JahreSlonferenz 1910 die Einigung erfolgte, j Der zehnte Kongreß konnte daher unter glü lichi'ren Auspizien abgehalten werden. Er san .vom 9. bis 15. August 1911 in Basel statt. Auch ersten llllale war auf diesem Kongreß ein Refera j über Emigration angesetzt Leo Motzkin entwickelt dm zioniistischen Standpunkt in bezug auf dv, jüdische Wanderuvesproblem. Er befürwortete di>! Einberufung eines allgemeinen jüdischen Auswa» n«z d ] dercrkongressts und sagte, di« Parole der Zions üfrurm sten in bezug aus die Emigrationsfrage ksi: 1. Oe iwil t! ganisterung und Regelung der Wmil'vrtmg; jhr stl 2. Konzentration, nicht Zerstreuung der SiMer; 3. Ausnührmg aller Ansiedlungsmöglichkeilen int nahen Ori-ilt. Davis Triesch verlangte die Scho fung eines zion-iftlschen Emigrationsamtes. Auf dem zehnten Kongreß wurde zim ersiu Male ein Teil der Verhandlungen (jener übn t") die Kulturfrage) ausschsieUcch in ßebraischeM^chitr Sprache geführt. Die Angehörigen der Misrochi- Grupp: wollten die Kulturfrage überhaupt »ich bchandelt wiffen. Auf ihren Antrag winde dc schlossen, daß in dm von der monistischen Orgt nisation geschasfcnm Institutionen für Kultmarbcii nicht? untern.mtmm werden sollte, m lÖHtttei -sistist rdrn iUn ii stM i(f l r jsw r,§tn £ Kongreß der Studentenschaft. Seit Freitag, den 26. August tagt in Karlsbad der Weltkongreß der zionistischen Studentenschaft, auf dem 50 Delegierte aus allen Weltteilen vertreten sind, sowie seit Samstag die jüdische Turnerschaft vieler Länder. iverden solle. Die „Zione Zion" unter Führung Üssischkins schlugen alle Versuche der T-erritori".- ftften, derartige Beschlüsse zu erreichen, unter großen Stünnen ab; in dm gefaßten Resolutionen wurde die Organisation unverrückbar auf Palästina festg iegt, und nach dem eindrucksvollen Be» picht der Palästina-Kommission tvurde beschlossen, in Palästina praktische Lltbcit zu leisten Dies war der erste Erfolg der „Praktiker" gegen die rsin „politischen" Zionisten. Die Leitung wurde paritätisch cm? Praktik'wn (Warbürg. Kohan- Bcrrstsin, Uffischkinl und Politikern (G einherg, Kann, Marmorek^ unter Vorsitz David Wolsf« sohns zusammengesetzt Kaiuc »Aß i jÄscho zur 8 lNsill 11 «visch TOC feine! schiche -der jüdischen Religion widerst reche. Die auf di «ii i» Jahreskonferenz 191.0 »weinbarte Reuregelu»! -der Organisation wurde zum Beschluß erhöbe» Nach ihnen wurde der Sitz der Leitung in ein größeres jüdisches Zentrum verlegt, die Zahl ihr« Mitglieder auf fünf bis feint festgesetzt und k stimmt, daß das Engere Aktionskomitee sich D einen Vorsitzenden wäolon solle, so daß niK^ Kongreß einen Präsidenten der OrganistM.^ wählen habe. Wolffsohn erklärte f.inen fteinnur gen Rücktritt. In bezug auf die praktische stircmrbeit wurde eine Reihe von Vorschlägen M Beschluß erhoben. Die neue Leitung imn'ö* ral3‘ schließlich den Ruhen der Praktiker eninonnne». Sie bestand ans Warburg (Vorsitzender), 2^"* sohn (iiellvertretender Vorsitzender), Hantle, min, Sokolow. Der nenguvählten Leitung gelang-eine le'bnng, Stärkung und Nationalisierung dee dum den jahrelangen Streit zwischen Politikern ttf> Praktikern und den dadurch verursachten um die Leitung geschwächten Organisation, so da" der nächste Kongreß unter günjtigm Ansch^ abgehalt.'n werden konnte. Dar elfte Kongreß, dem eine Welikonf! der Hebräisten vorangcgangcir war, tagte 2. bis 9. September 1913 in Wim ti»ter Präsidium Wcklfisohns. Zur Eröffnung w« zum erstm Mal auch eine hebräische Rede t Mitglied des E A. C. Dr. Levin) gechalt n Nordau war zum erstm Mal dem Kottgre„ n geblieben. Er sandte ein BegrttßungSfchrel'N, d»m er «. a. sagte, .daß di« mit harter ß t Bsttnr Irng j torfm kiff ei -- de, % i 'ä til; Jf'itttf biifnii klrzq %ci; W’cii idf> d| «eiche doliiz,!M dme s Ätle s Gliche ttirt, litrte «ch! sum i