Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 52 (29.7.1921)
- Date
- 1921-07-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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ficfturt, SpfiHe leiitcrt, und bl Meile einzeln lepho» Telex-> Event. Unteri enskeu «nd üb ensma aus. Hmwe. auf ei nicht t machte nicht c uns ir wagte Geist waren übern beitun bei il keilen jVerfu März Tie ' Leute, ten, l 2ch i» trauet — et nun , feit w bi- 3h? fluit * w tt Mark sage: geDc.ii sucht Ein , grotzc alle i jeder. davor von wege wisse; gie i wich ' . acht und i 850.( deuts. 50.0! kick, alle zwei Rcdw. Brcl ich D.-. weil«' die M ausuft 'Zirk^ tung' - dazu , scheu; für zum " (Sttte 2 „Jüdisches VollsLIat!" < ccfaniiatipn, und es bebeu'.et einen Manzei tes geistigen Einflusses, das; sie kein jüngeres gemein?u Anhängern haben. Düse ^„le"maien, seitdem fte sich für das politische Leben teressieren, von 'dem Waad Hair Gebrauch; ner Körperschaft von 70 Mitgliedern aller Kranen, die aber wenig vermag, weil ihr die .-ührung fehlt und weil ihr hingebende, fähige Atarbeher und Mistel fehlen. Wie so viele iserer Institutionen, erhält sie ihr Budget von r Zionistischen Komm s ron. Ter Wand Hair <aucht nötig junge Elemente, die ihn zu einer bendigeii Insütnrion machen würden. Sein . räsiüent und sein Aizepräsidsirt find bereits anderen öffentlichen Angelegenheiten /beide : 'ad Schnlüireireren) zu sehr bchckiftiat, und bleicht der Wand Harr eine 'Dekoration, die . einem formalen Sinne das jüdische Le'.ula.em präsentiert. Wir finden keinerlei vom Wand -air inspiriertes pol t schrs Leben. Die Sephareim bi.de» weder eine reich öse »ch eine poliii.dio Körperschaft /obgleich sewohi au Religion wie an Politik intereisien!. och ein Ko lei. Sie haben sich einfach als 'Sehard'im organisiert, um solche sepbardisch-m Inressen zu schützen, die, nach ihrer Ansicht, von er 'mefcinenben Anzahl von Ankömmlingen beeobt werden, vor allem von den Ajchlcnassiu .sie haben ihre rclchivscn und wohltätigen Ein- .chtungen zu uruerßüzcn und halten Ben. »'gen zu anderen sephard scheu Körrerscha ten ajrecht, so z. B. zu eenen iin 'Aegyo en!UNÜ ta'.oiiiki. Ihre Organisation ist noch n ch lauge e»u; auf eine Bast; gestellt, um ffchon,cme mo-? ora e Kraftquelle da zügelten. Dir Se Herden t. Samen alle heinLischr aber all uvie'e sind, nerv m t ibrem spanischen .Dialekt heim sch. Es gibt hier eine jüdische Kaufmannschaft, on der cinzeme Männer am religiösen -oder olitischen Leben teilnehmm. Ihre ^eoenswefte t?ie?e;be wie unter türkischer Herrschaft, wit er Aufnahme, daß sie etwas reicher geworrei. uö u.iü aus Geschäftsgründen engst ck eeleriu ch eben. f'“' ' Der andere polnische Flügel, der linke, -esteht -«> Arbeiterparteien. Ich bra ch' hierbcch' stcht, u.1 den Unterschied zwischen de.i jüsilchen i .IrLesterprrteien fest « .eLen. auf eas Gebiet der- Neeuphystk hinzule: ke.r. Vergleich. man pie Barrien mit den anderen Parteien, jo finde: mau s ls vorherrschen.en Typ starkenN a ionalid-mus lnglauben, scharfen Sozialismus. So baden :um etwas gemeinsam mit den anderen, tai** , ' steich der Waad Halenmi alle vereiingt. Ihre! Zrgamsalion ist leine rein lokale. In Icrn-- alem büssen sie durch die gröbesAwzahlSersortho- * oien ,T »den e.was an Bedeutung einstSie haden s . B. die beste Organisation an sich und lieber-^ ' lust an fleißigen jungen Mitgliedern, at-er vom, ü-stschen Standpunl: aus üetrache: -jnd sie rech.{ t :.rsruchlbar. Sie eröffne, ert 11 Jecusaftut ine Ärbenerküche, die am Sabbath trefenr ■ ppeiken verkauft. Man braucht nich: orthodor on i ein, um den Affront gegenüber dem »Judenlum i;u crsassen Jüdisches -eben finden wir in den jf,;- Arbeiterparteien nicht. ft ch And wenn wir Jerus alem sozial einteilen? ' jL.anz unten ijt die graste Zahl der Challula- Irmxfänger, deren Belastung man nur. mit i ,Slums" bezeichnen kann. Idr -eoen bringen E n* ia‘.).v zwischen der Synagoge und Iesch'.wast E'" kumlist iu schfech: gelüfteten Ränmm. Die >ü- ..stche Fra» dieser Klasse verharrt in umcrge-' . sirdneter Luge, die sie vom sozialen Leben fernst stäln Weiierhui h-.ken wir die Msttelklaise. d e : «^e ucher le-i Kinos, der öffentlichen Bergnä* f u.'ssstäuen, zucieich die Förderer oer hebrär- - 'chcn Sprc«e. Sie eilen immer zu einer Borlef eluag oder zu einem Kvi.zert, besonder; zu einem .' /stasiischen, und das junge Bol: freut M, wenn ie Bcranstaftungen in fröhlichem Tanz enden, s fster Beth Haam, eine einzige soziale Einriach b t nng, wird meistens von Mitgliedern der .Aroei-- erparteiei: unterstützt, und sie machen ihre Ar- ' ^eir sehr cm. Der Beth Haam stsjj imtt der Ä'>srcii l*r ^Äst oder Kommunal Hall einer jüdischen 'Ge- Sui st- «meinde in einer englischen Stadt zu vergleichen. " j Ganz oben bildet sich jetzt aus wen hinzunHlli 23c^ntineuei: Ankömmstnzea an; England ein m;!? „oberer Zirkel Dieser Kreis befolgt die -e- „ja- ' oensregeln der englischen oberen Klassen und l-lttj fcfüftrt nicht wenig von deren Snobismus ein.' tcerJ ' b Das Gemeinsame. Charakteristische des sotüch ' tftolen Lebens aller Stufen scheint der Wunsch gelte 1 2'rr Tctn, möglichst europäische Art nachzuahmen, fett ftjufc das ist es gerade, woran wir leiden. Unser lunc ^Borbikd ist in jeder Beziehung das Galmh, doch Anl \ uüs sch vergeblich nach jüdischem Leben in!Ie- Jch tztusalem. ube », Ker , I;e Arbetterbank in Paiöstina. 5 Von Eli sahn Dl >i n s ch i k. - « 79-r lassen bier den Lchlich des Artikels folgen, den der Verfasser in der „Hazesirah" veröffentlicht hat. 29. Juli Mtz'. 84s- Arbeiter in Palästina ist jedoch noch sehr gering, ihre sinanziclle Lage unklar. Woher soll also diese Bank in der ersten Zeit die Summen aufbrinaen, die für den Beginn der Arbeit notwewdig sind? Tr. A u p p i n, einer der Schöpfer des Gedcutkens der Arbeiterbanf, hat sich auch uw die Berwirklichiing fthr verdient gemacht. Dank seiner energischen Tätigkeit hat die Zionijnsche Organisation sah au dem neuen Unternehwen beteiligt. In der M'meiistämen Sitzung vom 29. Oktober 1919 zwilchkii den Vertretern der' Erekutive. Llchduth Has« ioodah. und Hapoel Hazair wurde beschlossen, eine iärbeiterbank in Palästina zu griindm, 'wobei sich iibrigens die Erekutive zur "Investierung von tO.O'H) £ vcrvstichtft hat. Aus verschiedenen Gründen wurden die Berh-andlmigen unterbrochen, und erst während des Aufenthaltes von Simon und d e 2 t c m e in Iertchrlem sind sie wieder auf- «nnommeit worden. Aach langen Auseinander-. ittzunaen einigle man sich auf folgende Bedingnngen: Die Zionistische Lraanis-ation verpflichtet sich, soviel -Aktien von dieser Bank zu kaufen, ivie die Arbeiterschaft cufbringen kann. Als Mindestbetrag sind \t 1000 £ ftir beide Teile festgesetzt. Außer,, dem gewährt die Zionistische Organis-atiou ein Darleben in der Höhe von 30.000 £ sofort, 9000 £ im Laute dos ersten Jahres und weitere 10.000 i im zweiten Jahre, alles in Form eines Darlehens. Je mehr l'lktien die Arbeiterschaft im Lande und außerhalb des Landes verkanson wird, umso großer wird die Zahl der Aktien fein, die die Orgaui'ation kansen wird, sodai; das Grundkapital der Bank in einem Alaße steigen wird, in welchem sich das Tarlehen verringeri. bis es gänzlich znrückgezahlt lein wird. Tie tionistifche Organisation wird dann mer ein Aktionär bleiben, der sovieke Aktien bentzt, wie die Arbeiterschaft ihrerseits aufgebracht bat. Tie Zionistische Organisation hat sich die?lu<sicht über die Gewährnng von Krediten aus dem Kapital, das sie -n die Bank investiert, vorbehalren. Es ist nicht lminteressant, hier mit einigen Worten auf die Staüit-eit der Bank einzugeben. Im ersten Teil wird in -8 Paragraphen der ÄnfgabeiikreiZ der Bank darqelegt. Er umfaßt eigenttich sämtliche Bankgeschäfte. Tieist nicht in der Ablickt aeichehen, mis der Bank einen Faktor in Handel 'und Industrie zu machen, sondern hängt uät der Tatsache zusammen, daß die englische Gesotzgebnng einer Bank die Beschächiaimg mit Angeiogenbeilen verbi-etet, die in de,-. Statuten nicht erwabnt lind. Da nach englrühenn iltecht auch citte Aendcrung der Staiittat s-hr schwierig ist, mußte man voit vornherein alles Mögliche in die Statuten hineinbringen. Tie Statuten befassen sich ferner mit den Aktien. Das Kavital betragt 90.000 £, das man aber vergrößern kann, sobald die ersten 30 000 Aktien aufgebracht sind. Die Aktien werden eingeteilt in 109 Grunderaktien von se i £. bihnlich wie bei Grimderaktien des „Jewish Colonial Trust", verbleiben diese Akucn in den Händen der Tlrbeiterorganisation, damit der Charakter der Bank immer gewahrt bleibe '.md nicht von den anderen Aktionären geändert toerden könne), 14.900 gewöhnliche und 16003 Vorzugsaktie n. Nach den Statuten kann die Bank ihre Tätigkeit beginnen, nachdem sie bestätigt 'nnd die Arbeiteroraanisation nicht tveiiiger als 5000 ge» wohnliche Aktien verkanft bat, von denen aber 20 Prozent, d. h. 1000 £, bereit? eingezahlt feilt müssen. Die Zionistische Organimtion z.chlt dann, gleichfalls 1000 £ a Conto von 5000 Vorzugsiiktien. Tie Erhöhung des Aktieitk-apita'.s ist bereits oben erwäbnt worden,' sobald die ß.rbeiterschast alle h(:.Or'Q £, die die Ban? non der Zionistisckten. Organisaticht als Tarlehen erhalten hat, anfbringi, wird die Zionistische Organisation v:r diese Summe 'Vorzugsaktien übernehmeil. a -ie Organisation erhält für ibc Tarleben 5 Prozeitt und hat das die t uck für uns svd-.' Iug Hektr übel beite woli chen danach wurde Frankreich in Ostjordanien die Jude» Die?krbefterb.ank wird nur bann zu einem ^wichtigen Finanzinstrliment lverdeii, wenn sie sich klein größeres Grundkapital berschasst, und zwar . Mdurch den Verlauf von Aktien. Tie .Zahl der beiferlcfant selbständig ausbringen we'den.. Die Organiiatloii ist berechtigt, das T.metehen ganz oder teilweise zu kündigen: ch wenn die Bank zwsl Jahre lang keine Zinsen gezahlt hat; bj wenn die Bank während der ersten drei Ialp'e nicht 10.000 £ an gewöhnlicheit Aktien etuaebracht hat, oder wenn i:n Lailte von 12 Jahren die Bank ihr Kapital aus gewöhnlichen Aktien nicht.nur 40.000 £ erhöben konnte Die Kündigung ist stchsmonatlich, wird aber unaüliig, wenn im. Laufe der angegebenen Zeit diechenannten Bediitgungen erfüllt werden. Es werden 7 Dierftoren ernannt, 4 von der Arbeiterschaft und 8 von der Organisation. Die GründiingsversammlUng der Aktionäre wählt dann neue Dftektoren, wobei 4 von den gewöhnlichen Aktionären und 3 von den Vorzugsaktionären ernannt werden. Einer der letzteren ist auch der <8eneraldtrektor, der die Interessen der Orgmiisation zu wahren hat. Daraus ist zu ersehen, daß die Bmik, so lange sie mit dem Darlehenskapital der Organisation arbeiten muß, nur dem Namen nach eine Arbeiterbank sein wird. Die Arbeiterschaft muß daher alle Anstreuaungeii machen, um die Bank vom Vetorecht des Generaldirektors zu befreien. Dazu gibt cs nur ein Mittel: bett Verkauf der Bankaktien in möglichst großer Anzahl. Die Fudenfrage auf dem »l. guter» nalionalen Frauen-Kongreß. Nachdem die Frage des Minoritätsschutzes besprachen war erteilte die Vorsitzende der Bnkarester Fr.au Dr O r n st e i n das Wort zur J-ndensrage. Frau Tr. Nadja Ornstein sBnkarests spricht über die Kompliziertheit des südischen Problems. So mancher Jntetnalionalist müsse sich erst einen inneren N»ck geben, bevor er das jüdische Problem als nationales und Minderbeiisproblem gelten lasse. Die Ursache hietur sei, daß hier insclge der eigenartigen jüdischen Geschichtsentwick. lang nur ein Teil des Volkes hinter den nationalen Forderungen steht und in bezug auf das Judentum noch viele Mißverständnisse herrschen. Ter Wille zur Nation inüjie in erster Reihe in dieser Frage enllcheiden.WeUe Schichten des jüdischen Volkes bekennen sich zur nationalen Auffassung und führen eiiren heißen Kampf imi Selbübestimmnng. Es sei begreiflich, daß eine internationale Bewegeimg etwas zurückhaltend sei geqenüber austauck>enden nationalen Bestrebungen, aber mau dürfe, »veil Inden ein Volk ohne Territorium sind, nicht glauben, unser nationales Bekenntttis wäre künstlich gezüchtet. Tie jüdiichnationale Bewegung dürfe tächt mit einer chauvinistischen Bewegung vnwechstlt ircrben, sie lehne jeden engherigen Cbauvinismns ab und sei durchaus von den alten universalistischen Grundsätzen des Jndentnins inspiziert. Die Okednerin bespricht die Enttäuschung welche die Emanzipationsbewegung dem Judentum gebracht habe, die vielfachen Zurücksetzungen und den 7lntiscni:tismns, unter dem unser Volk leide, die Leiden des Judentums im Weltkrieg und die Versolamtgeii nach dem Krieg, eine Fölgeerscheinuna der Politischen Uinwälzung. Wir haben unser Schickial in die eigene Hand genommen, nnd seit dem Krieae hat die nationale Bewegung unter uns an Lfttsdehnung und leidenschaftlicher Forderung gewonnen TasStreben des jüdischen Volkes gehe nach cinem eigenen Stück Land in der alten Heimat, auf dem es nach eigenen Gesetzen leben nnd den alten südischen Geist neu anslebcn lassen könne, Es gehe tim den Wiederaufbau eines jüdischen Kulturzentrums, von wo unser Volk und die ganze Welt neue moralische Stärkung erfahren könne. Aber auch dieses Stück Land werde uns bc-stritten. Rednerin erörtert die Arabersrage, spricht ferner von den Ehatuzim, unter denen sich der Geist von Gomeinsinn tmb Idealismus zeige. Ter Zionismus habe stets nur auf pazisistisch->n Wege sein^ Ziel verfolgt, und die Frauenliga müsir dafür eintre» ten, daß die Beschlüsse von San Remo unsgesührt trerden, sie müsse Protest e.'hebeu gegen die barbarischen Pogrome und den Kanipf gegen den Antisemiiismus äusnehmen Die Ansführnngen der Rednerin, welche mit größtem Interesse angehöri wurden, ernteten den lebhaftesten Beifall. Sehr eindrucksvoll tvaren die folgenden Aussührunaen der ukraiuischeu Vizepräsidentin des Konarcsses, Frau S n r o w z o w a, welche erklärte, sie wolle nicht über die Leiden ihres Volkes sprechen, sondern über Die Pogrome. Die Ukraine l>abe »ationale Autonomie gewährt, ein jüdisches Ministerium geschaffen, jetzt aber sei das 38-Millionenvolk der Ukrmne selbst eine n-Oerdrückte Minorität. ..Mir ist es gleich, daß dir Pogrome tmter fremder Hetrschast geschehen sind zu einer Zeit, da das tikrriinische Volk nicht der Herr seiner Geschicke istDlknd die Schande brennt mir auf den Wangen, daß diese schrecklichen Tinge in meinem Vaterland geschehen lind. Unsere Resolutionen können dem jüdischen Volke sehr wenig helfen. Nur die Machtl-aber können etwas tim. Jm^ Osten herrscln> überall Haß, Kampf und Krieg unter den Völkren, und es gebe nur eines' den Opsecn des Krieges, den tmolücküchen Waisen müsse mau an Ort und Stelle helfen". Sie legt eine Resolution vor, in der schärfster Protest gegen die Rassenhetze und vor allem gec/n die scheußlick>en Pogrome eingelegt wird tmd die lltegierungen aufgefordert werden, diesen Scheußlichkeiten ein Ende zu machen. Ter Oberste Rat müsse die Pogrome nnterdücken und es dürfe kein Volk in den Völkerbund ausgenommen irerden, welches solche Untaten gestatte. sWiener Morgenzeitung.s Man muß es hören. Von Chajim Ahron K r u p n i k. Bor kurzem verösfentlichte die „Times" einen Protest gegen den neuen „«Port" von Monako, der darin besteht, zahme Vögel aus dem Käfig zu befreien und sie bei dem ersten Versuch, die gastliche Stätte des geöffneten Käfigs zu verlassen, zu erschießen. Wje gut haben es doch die „vogelsreien"Vögel! Wären sie simple Menschen, mit tinfack-en Reisepässen verselteu, aus denen zu ersehen wäre, daß sie fürstlich monakisch.' Bürger sind, so hätte sich kein Tierschtitzvxreiit ihrer annehmen wollen, um sich nicht in die „ini»eren Angelegenheiten der souveränen Macht" zu mischen. Itt einer solchen Lage von vogelsrelen Menscheu befinden sich seit fast zwei Jahren ntehr als zwei Millionen Inden in der Ukraine. Die Ukraim irnrde mehrere Male hintereinander „befreit": dic. Türken befreiten sie von den Tataren, die Polen von den Türken, die Russen von den Polen, dit Deutschen von den Russen, die Ukrai.aer von den Deutschen, die Bolschewik! von Petljura, Denikin von den Bolschewiki, nsw. Aber alle versuchten, sie von den Juden zu „befreien", die bekanntlich an allem Schuld sind. Im Gegensatz zu Monako tverden hier die Käfige nicht geöffnet. Tie Grenzen Europas sind hermetisch geschlossen, dainit da2 srömme Europa umso sicherer swie langetzs diese»! tu unserem gottlosen Zeitalter seltenen Schauspiel zuschanen kann. Dieses Schauspiel ist in der Tat sehr fetten; nur noch die Kreuzzüge konnten ein ähnliches bieten. Die ukrainischen Pogrome lassen aber die der Kreuzfahrer weit im Schatten. Jene waren zu mint; ihr Judenhaß erlosch mit der Taufe ihrer Opfer. Im Zeitalter des Ketzertums ist auch der Jnöenh<tß gottlos geworden. Weder die Taufe, noch irgend etwas außer dem nackten Leben wird heute von den Juden der Ukraine verlangt. sDas Bcrtuögen fällt den Mördern als „verdienter Lobn" Von selbst zu.) Aber auch die Grans-amkeiteii des RtiuelalterS verblassen im Vergleich zu den heutigen. Man hatte damals z. P. noch feine Zigaretten, um sie brennend i» die Wunden per Opfer zu stecken! 'Nan hatte, noch keinen Begriff vom llü'nnstwrt, wie ihn die nlr-a:nischen .Kosalen heute haben, die in dem Städtchen Teplik ftPodolienl die ganze jiidische Geineiiide gebunden auf den Marktplatz legier., um auf ihren Leibern ein Picrdereni-.e» zu veransialteu, bis alles zu einem Brei von Nlenschcnfleijch, Blut, Kleiderfetzen und Pserdekvt gewvrdett war. Auch im Mittelaller wurden oft jüdilche Frauen und Mädchen, denen gegenüber schon die Kreuzfabrer und christlichen Geistlichen ntehr christlickze „Liebe" zeigten, als den jüdischen Männern und Brüdern, vergewaltigt. Tie gesteigerte Erolik imserer Zeit kommt auch bier zum Ausdruck. Jüdische Männer, Väter und Brüder wmrden geseffelt. um vor ihren Angen ihre Frauen, Töchter und Schwestern zu vergewaltigen, wofür die Opfer zum Dank noch mit der leider nicht mehr nur französischen Krankheit beschenkt wurden. Tabei hat manche Frau ihreit Verstand verloren, und manches Mädchen hat ihre vor Wut nnd Scham abgebissene Zunge dem Vergewaltiger ins tAesicht gespuckt. Was alle gelehrten Äntisemhten nicht zu beweisen vermögen, haben die nkrainischcn Manditen bewiesen, nämlich, daß die Juden, nicht nur Menschenblut, sondern auch Nienschenfleisch genießen, und zwar ihr eigenes. Das tvcn. leicht zn beweisen: man fesselte den Rabbiner, schnitt ibm ein Stück Fleisch aus dem Leibe und sütterte ihn gewaltsam damit. Dieses Entsttzen dauert nun bald zwei Jahre lieber 800 jüdische Siedelnngen und. in 2000 Pogromen vernichtet worden. Mehrere htlnderttansend Juden sind durch Mord, Hunger und Kr-onkheiten umgekommen, Tausende irren wabnsinnig in den Wäldern herum. Ueber hunderttausend' Waisenkinder sind schütz- und obdachlos. Wenn ein großer Prozentsatz von ihnen mangels jealicher Pflege ut,d Erziehung einst Verbrecher schlimmster Art werden und die ganze Kulturwelt überfluten, wird dies nur eine gerechte, wenn auch geringe, Strafe für die Teilnahmslosigkeit Europas'einem Unglück gegenüber sein, das es selbst verschuldet hat. Das blühende ukrainische Judentum ist fast gänzlich vernichtet, und zwar buchsiäblich dtwch Feuer und Sckpvert, abgesehen von der Wirtschaftlickzen Vernichtung durch die Sowset-Regierung, der ganz Rußland zum Opfer fiel. Die Juden in der Ukraine leben tn steter Angst, sie sind jedem Banditen ansgeliefert. Aber Europa schweigt, Europa wäscht seine Hände in Unschuld und bedauert mit der Frömmigkeitsmiene eines Tier» schutzvereinlers, sich nicht in fremde Angelegenheiten hineintnischen zu können. Europa will auch von all dem Elend gar nichts hören. Selbst die Zeitungen, die von Juden geschrieben. und gelesen werden, haben für den Brand eines Warenhauses in Amerika oder für ein Erdbeben in den Philippinen mehr Interesse, als für. die unerhörte Vernichtung von drei Millionen Inden in der Ukraine. Das „Berliner Tageblatt" brachte kürz, lich einen I'-4 Spalten langen Artikel über die Füßgröße der deutschen Frauen rmd bemerkte dabei mit nationalem Stolz, daß die englischen Da. men größere Füße hätten. Merkwürdige deutsche Juden! Seit l-en Tagen Heines hören sie nicht auf, sich für die große der Füße der deutschen Frauen zu interessierett, und merken nicht die Fußtritte, die den Juden versetzt werden! Erzählt man hier von den ukramischen Greueln, so bekommt man zur Antwort: „Belgische Schauermärchen!" Das deutsche Volk, das den ülrettelmärcheu von Ostpreußen Glauben schenkte, wollte die ihm zngeschriebenen Greuel in Belgien nicht zugebcn. Während des Krieges wtrrden zu viel Schauergeschichten von anderen erzählt, INN die eigenen Greueltaten zn verhehlen oder wenige stens zu rechtfertigen. Die Juden des Ostens haben gelviß keinen Grund, Grenelmärchen zn erfinden. Keiner will die an ihnen verübten Greueltaten rächen, keiner wird sie büßen. Was sie von der Welt verlmtaen, ist, daß sie ihre Lage kennt, daß sie ihren Notschrei hört. Tie Welt muß ihn vernebmcn, die Welt nuih ihn hören; will sie ihnen nicht bellen, so soll sie doch willen, was da geschieht. Man muß es hören! ' Znland. o m I ü d ls ch e n N a t i o n a l r ci t. In der letzten Zeit ,nehren sich bi« Fälle, daß aus allen Teilen der Republik insbesondere aus der Slowakei und Kar« pathorußland seitens auswärtiger Mitglieder der Vereinigten jüdischen Parteien unk ganzer Gruppen derselben, Beschwerden und Bitten an einzelne Mitglieder des Rationalrates entlaufen, mit dem Ersuchen, iw Namen des Jüd. Nationalrates ztt intsrnenieren, mit Umgehung des Sekretariates desselben — wahrscheinlich in der irriger. Auffassung heraus, daß dadurch eine beschleunigte luid bevorzugte Erledigung desselben erzielt wird. Der Nationalrat siebt sich daher au! Grnnd des Beschlusses der Präsidialkon^ Mission vom 19. d. M. veranlaßt, in Erinnerung zu bringen, daß Interventionen bei Regiertingsstellen im Namen des Isidifcheit Nationalrates nur mit Genehmigung de< Präsidiums desselben erfolgen dürfen unv der Nationalrat mir für solche Interventionen die Verantwortung übernimmt. Es wird demnach twka'mtgemacht, daß alle Ansuchen dieser Art und insbesander-