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Jüdisches Volksblatt · 1921-07-22 · 51 (22.7.1921) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
51 (22.7.1921)
Date
1921-07-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Auch ein bekam >rnalist und Fhakespecich on den Kämpfen und M >len, die^von 187? und 1K den der akademischen Lesehei i Nationen des vereiniß ngarn geschlagen wurden. § ten, im?ahre 1879, mttfc ressing-^ommers und mit» er Akademischen Lesehalle, k . ihr letztes Machtwort » i mir wollten T ist § i. denken. Den stets simck bachtenden jungen Mann« i sehr erbaulichen Kamps-, 1 und Juden einander «f deutsche und slawiiche, « alienische ^en. macht! °- prach er noch gar nMg tionalismus oder Zmm - ae warf er sich auf, me M Streitigkeiten dieser veB 7hm Nation°M SA ° L'rrA LMi»! sichrem Ded'A rer und die laE^r tune orbf eLSZa0^ *£$«*** „ere mich. 'olonisatioa?' "L mich ernst r*unt^ &«> **?& hielte er A O,e°f er seW pj warea e. . iw* ia V1N" .großen Schweiger", denn es eine gewichtige Angelegenheit ut JIiejM tt sich an den politischen Verhandlungen be- > »nd unter meinen losen Notizen teMgte. Eines barte er zuwege gebracht^ (,llif)-eu ^iel? finden, die darauf Bezug haben, sich bei allen Parteien beliebt zu machen.! Namentlich wollte ick, die leidende, verachtete und Man ahnte es, dieser stet« sinnende Mann■ Gruppe der armen Iud.-n im Gegensatz mit dem milden Auge, mit dem Menschen- J Ju den reichen Juden bringen. Diese 'puren kreundlicken Anaesichrc habe bedeutende i nichts vom AntisemltiSmus. »en iy m tn Lrrr säs» SÄ Im. JL& ,?i r“" tt darüber, ck. « «» P-rw. »L "chm «,«*» Juris Promovierte ^ltarbeiter ^^hnte. wie viel ich in hieler Stellung von f«*rrtpnt tnitvVp* großen Blattes geworden, niemand wundert sich, als er von der erhaltenen Idee Herzls hörte, die er in seinem grundlegenden Werke so glänzend vorlegte und verfocht. Sein ehrlicher Idealismus war's, den wir an ihm schätzten, die Selbstlosigkeit, Uneigennützigleit, ^nferwilliakeit seiner reinen Seele. Nur noch einmal habe ich Herzl gesehen und gesprochen. Sein Name hatte bereits Weltruf erlangt, als der Welt sehen imd lernen würde: halte aber m mir ein Bedauern über den verlassenen Plan des Romans. ■Tn Paris aeriet ich — wenigstens als Deobachter — in "der Politik. Ich sah, womit die Welt regiert wird. Ick starrte auch das Phänomen der Menae an, lange Zeit, ebne es zu begreifen. >ch kam auch hier in ein freieres ,md höheres Ver- Halms zum Antisemitismus^ von dem ich wenigstens nicht nnmittelbar zu leiden hatte In Oesterreich oder Deutschland muß ich immer befürchten, ick> bereits im zweiten Jahre seines Berliner Aufent- ■' Haltes 10.000 Mark verdiente. SSojsr verkehrte sehr viel mit Kommerzienrat Goldberger, der cm der Spitze des Berliner Zentralhilsskomilee zur Kolonisation russischer Juden in Brasilien stand. Dieser lud Boxer im Jahre 1890 ein, die Durchführung der Ansiedlung ui Brasilien zu übernehmen, die geeigneten Ländereien ausfindig zu.machen und mit der Megierung wegen Ankaufs zu unterhandeln. Gleichzeitig ließ Baron Hirsch durch seine Leute in Argentinien arbeiten. Erst im Mai 189t entschloß sich Boxer, nacb Brasilien zu gehen, obwohl damals dort vaS gelbe Fieber herrschte. 6 Monate hindurch führte er seine Arbeiten von San Paolo durch, vor seiner Einscbifktma nach Etwopa bcaal> er sich eintägigem Aufenthalt nach Rio de Janeira, wo er sich das gelbe Fieber IpUe, das ihn am 26 Jänner 189? b'Nwegrchfte. er, es mögen wohl mehr als 20 Jahre feitj e,epJfopp“ nachgernfen wird. Hier gelw dem verflossen sein, nach Brünn kam, und j „verkannt" dureb di« Menge. Jn diesem hier, auf einein glänzendsn Kommerse, der „stneriannt" liegt ein furchtbarer Borwurf gegen chm zujubelnden jüdischen Studentenschaft, die Antisemiten. im hiesigen Deutschen Hause — damals war <raS c^p.^pp“ hörte ich mit meinen Ohren dies noch möglich, fettdem haben sich die! ftäher nur 'zweimal. Das erstemal in Mainz cms Zeiten sehr geändert — seine große Idee! der Durcbreise 1388. Ich kam am Abend in ein lnrede sofort in das vertraute Gespräch der Studentenzeit. ... Und e? kam ein fchwAer Sommertag des Jahres 1904, zwei Tage war's, nach dem 17. Thammuz, da erreichte uns die niederschmetternde Nachricht, dieser einzige Mann sei, in der Vollkraft seiner Tätigkeit, plötzlich von uns gegangen, dieser Dichter, Denker, Tatenmensch zugleich. Wer wagt es in weniaen Worten auszudrücken und zusammenzufassen, was uns Herzl gewesen! Freuen wir uns, in unserer Trauer um seinen frühen, allzu früben Hingang, daß er unser gewesen, Lehrer und Leiter des jüdischen Volkes. Inmitten der Finsternis, die uns umgibt. leuchtet sein belle« Bild, ein Weoweiser Ist er uns und strahlend stelgt vor ihm. vor uns empor das heilige Ieruschalem. Dr. Max Grünfeld. Theodor Herzl und das Fudeutum. Ans i'eon Kellner: „Ttzeo!>or Herzls Lehrjahre noch eigenem Bericht Herzls." Dann ich eiaentllch anfing, mich mit der Ju» denftage zu beschäftigen? Wahrscheinlich, seit sie «ttffani. Sicher, seit ich Dührings*l Buch gelesen habe. zweitemal . sud" n.acbgerufen, als ich im Wagen ans den Hinterbriih! vonSpeidel kam. Dieser Ruf traf mich stärker, weil er das merkwürdige Nachwort zu dem Gespräche war, das ich in der Hinterbrüh! geführt hatte, und weil er auf heimischem Boden ertönte. Jn Paris gewann ich ein freieres Verhältnis zum Antisemitismus, den ich historisch zu verstehen und zu entschuldigen anfing. Vor allem erkannte ich die Lehr« und die Nutzlosigkeit der BeÜreb,ingen „zur Abwehr deS Antisemitismus " Mit Deklamationen auf dem Papier oder in geschlossenen Zirkeln ist da nicht das mindeste getan. Es wirkt sogar komisch. Immerhin mögen —"nebst Strebern und Cinsältigen — auch sehr wackere Leute in solckien „Hilfskomitees" sitzen. Sie gleichen den „Hilfskomitees" nach — und vor — > ll eberfchwemmmigen und richten auch Der Fudentag km englkfcheu Parlamente A. Berlin. Der 14. Juni war ein Judentag im englischen Parlament; dies ist wohl nichts mehr neues und überhaupt in den letzten Jahren. Die ruffische Duma hat viele Judendebatten gehabt und gar erst der Sejm des jungen polnischen Staates hat deren sogar zu viel. Wie groß ist jedoch der Unterschied. Gewöhnlich handelte eS sich hier mn Pogrome, Ju> denmetzeleien und Interpellationen oder Proteste. Die englisck>e Jndendebatt« hatte aber einen ganz anderen Charakter. Die g-nze Iudenfraae wurde Juden, andere Weltfrie. wekthisto» ckche Bedeuttmg und hat deutlich die riesige moralische Kraft des' Zionismus bewiesen. Der Kolonialminister Churchill hat nach seiner Orientrerse sein Programm imd sein Bekenntnis über Erez Israel entwickelt. Man kann wohl nicht behaupten, daß uns seine Rede vollkom» men befriedigte und daß sein Programm Mklatsch der zionistischen Bestrebungen wäre. Sie war weit davon entfernt. Die Hauptsache dabei ist. daß er sein Programm der Regierung oorlegen wird rrnd es ilt klar, daß er ein nicht nur auS Pflichtbs. wußtfein, sondern a-uch aus persönlicher Spmpathie. Nach Sir Herbert Samuels Manifest am Königs Gebrrrtstag, konnie man nicht optimistisch sein und mehr erwarten als er sagte. Eines jedoch ist sicher, wenn wir in Palästina noch einmal soviel Juden und noch einmal soviel Kolonien gehabt hätten, als wir sie haben, so wäre seine Rede zu iinlerem Nutzen viel stärker gewesen, weil man Arbeit, von Banen, vom Schaisen, hat dre Wett begonnen aus uns mit ganz anderen Augen zu schauen. Wie klein mick und armsellg unser« Arbeit, unsere selbständige nationale Arbeit ]n Palästina ist, hat sie doch schon eine Bewutiderung, eine Begeisterung und eine Hefe Sympathie hervorgerüfen. Unsere Kolonien, welche zum Vergleich der britischen Kolonien, bloß wie ein Tropfen im großen Meere sind, haben eil«; große Rolle, die' Hauptrolle bei unserem politischen Erfolgen gespielt. Die kleinen Erfolge imseres kleinen Jischuw haben den tiefsten Eindruck auf Churchill und auf die anderen, die rhu gesehen haben und auf das ganze Parlament, da» davon gehört hat, gemacht. Alle die sich an der D-'barie betciliaten, von dem Recküesten biszu dem Linksten lzaben die jüdische Arbeit in Erq Israel gelebt, ihre Svmvathie. ansgedrückt^ Md von der Regierung verlangt, die jüdischen Händc zu stärken, ' die Hände. der Bauern. Rischo« le Zion war für sie ein Symbol, ein Must« jüdischer Arbeitsmöglichkeit. Nicht die schrecklichen Pogrome. Metzelei«^ Plünderungen, die Ms getroffen haben und im# auch noch heute treffen, haben ans die Welt mm Wirkung ausgeübt. Nicht unsere Schwache und Plünderung in Erez Israel selbst konnten uni einen Erfolg bringen, die größte Hilfe Neat im Aufbau, im Schaffen von positiver Arbeit, Das Unglück ruft vielleicht einen Seufzer hervor," aber der Aufbau bot unS Ehre gemacht und die Möglichkeit geschaffen, daß man mit uns rechnet, sowie man mit einem lebendigem Volke reGnet. DaS waS wir in Erez Israel getan haben, ist bloß ein Muster, ein Beispiel von dem, was wir schaffen können und müssen. Die Welt' »lchwt jetzt an unsere Kraft, sie will warten KS nur unsere Fähigkeit gezeigt haben, und wir! soffen das Beispiel fortsetzen, denn von uns, und nur von uns hängt es crb, daß die Welt nicht s« uns enttäuscht wird und daß wir selbst "v? m uns nicht täuschen. den Frieden, als tausend milde Apostel. Dies antwortete ich auch beiläfig dem Baron Leiten berge r, als er mich fragte, was ich von dem F r e i e n BI a t t zur Abwehr usw. hielte. Nichts bielt ich davon. Allerdings ließe sich journalistisch wirken, meinte ich, und entwickelte ihm In einem meiner alten Notizbück)er, das jetzt in s den Plan des von einem unverfälschten Christen Dien irgendwo eingepackt steckt, finden sich di« zu leitenden Nolksblattes zur Bekämpfung ' ‘ ~ ' ' '' I ' “ “. “ ungekähr soviel aus. Die edle Berta voni""? ^ner Rede ersehen konnte, daß er seine Po- Suttner ist!m Irrtum —freilich in einem! "^k nicht aufbaut auf Sentimente, sondern darauf, Irrwm, der fie hoch ehrt — wenn sie glaubt,! wir rn . Erez Israeh geschaffen haben, daß ein solckcs Komitee helfen kann. Ganz der ' - .°Jn5.'u T 1 hat sich lange bei feinem Besuch Fall der Fricdensvereine. Ein Mann, der ein sle Zion aufgehalten, der ihm mächtig furchtbares Sprengmittel ersindct, tut mehr für bezaubert hat, er hat seine Reise von Jaffa dort- "* " 1 n«M 1A .•! f f f y. on _ - . di« ersten Bemerkungen über Dührings Buch und die Frage. Ich hatte damals noch kein Blatt für meine Literatur, das war, glaube ich, 18^1 oder -1882, aber ich weiß, daß ich heute noch öfters einiges von dem sage, was ich dort aufschrieb. Im weiteren Verlauf der Jahre hat die Frgoe au mir gebohrt imd genagt, mich gequält und sehr unglücklich gemacht. Tatsächlich bin ich immer wieder zu ihr zurückgokehrt, wenn mich die Erlebnisse, Leiden und Freuden meiner eigenen Person ins Allgemeinere aussteigen ließen. Natürlich ist mit jedem wandelnden Jahr»' eine Aendcrung in meine Gedanken gekommen, bei aller Einheit des BewußleinS. So sieht mir ja jetzt auch aus dem Spiegel ein -anderer Mann entgegen als 'ruber. Aber die Person ist cnrch mit den verschiedenen Zügen dieselbe. Ich erkenne an dm Alterszeichen meine Reife. Zuerst hat mich di; Juden'raae bitterlich gekränkt. Es gab vielleicht «me Zeit, wo 'ch ihr gerne entwischt wäre, hinüber ins Christentum, irgendwohin. Jedmfaüs Warm das nur unbestimmte Wünsche einer jugend lichen Schwäche. Denn ich sage mir in der Ehrlichkeit dieser Ausschreibung, die völlig wertlos wäre, wenn ich mir etwas vorhenchttte, ich sage mir, daß ich nie ernstlich daran dachte, mich z» tausen, oder meinen Romen zu ändem. Letzter»? ist sogar durch eine Anekdote beglaubigt. Als ich in meinm blutiam Anfängm mit einem Mannskipt girr Wiener DeulschenWvchenschrifi erict mir Dr. Friedjung, einen weniger jüdr- Namen als Federnamen zu wählen. Ich leimte das rundweg ab und sagte, daß ich dm Namen wrinek Vaters weiter tragen wob' und daß ich bereit sei, das Manuskript zurückzuziehen. Friedjung nahm es dann doch. Ich war dann schlecht und recht ein Literat mit kleinem Chrgeiz und geringen Eitelkeitm. Tie Juden frage lauerte mir natürlich cm allm Ecken und Enden auf. Ich seufzte und spöttelte darüber, fühlte mich unglücklich, war aber doch nicht recht davon ergriffm, obwohl ich schon einm Jndmrowan schreiben wollte. Ich wollte ihn auf meiner spanischen Reise verfassen, die ich im Jänner 1891 cmtrat. Es war mein damals nächster großer, litera» Fischer Plcm. Die Hauptfigur lallte mein teuerer Freimd Heinrich Kana werden, der sich im Februar *> Gemeint Ist Tug«« Dayrtna: „Die yuseafrage-'. des udenhaffes. Dies schien dem Baron L. jedoch zu umständlich oder zu kostspielig. Er wollte nur im Kleinen kämpfm. Gegen den Antisemitismus! Heute bin ich freilich der Ansicht, daß eS ein machtloser, törichter Versuch wäre, tvcrs mir dan'als ausreichend vorkam. Der Antisemitismus ist gewachsen, wachst weiter — — und ich auch." Und noch in einer anderen Gestalt trat 1891 die Juden frage persönlich an Herzl heran. Der Journalist Oswald Boxe r, der einzige Fremd Herzls in jener Zeit, starb in Brasilim, wohin er sich im Jntereff» einer großzügigm jüdischen Kolonisation begeben hatte. Boxer war eine auffallende Erscheinung. Er war hoch gewachsen, ein« mächtige Stirne, kühne Nase, ein m die Ferne blickendes Äuge. Seine aroße Liebenswürdigkeit war mit Zurückhaftimq gepaart, er machte aber doch stets den Eindruck der Oflenbeit. Jn Wien am 20. Mai 1860 geboren, besuchte er zunächst die Volksschule, dann das unter der Direktion des Regierungr-aleS Pokorny stellende Kommunal- ^keal-Obergymnasium» worauf er znui Jahre lang Jus studierte. . . . Sein Vater' war Börsenbesucher geringster Kategorie, hatte er einmal einen Ge- >vinn an der Börse zu verzeichnen, lo 'kaufte er auf dem Heimwege ein paar silberne Löfs»! oder sonst etwas, nm EinrichtimgK. und Wirtichastsgegenstände zu vervollständigen. Borer mußte schon in seiner frübelten Jugend dikrch Stnndenaeben seineu Unterhalt verdienen und seine Fanlilie unterstützen. Kaum inS Obergymnasium gelangt, trieb er auch schon Klein-Journalistik. Im Jahre l 886 traf Borer mit der P r e s s e, dem Fremdenblatt und dem Extrablatt, die Abmachima als Korrespondent nach Berlin zu gehen, wofür ihm von den drei Blättern je 60 Gulden monatlich zuaesagt wurden. In Berlin wußte er sich rasch ein« angesehene Stellnng zu verschaffen. Er war — außer einem Engländer — dcr einzige auswärtig« Journalist, der Zutritt ins auswärtige Amt erhielt. Seine Berichte anläßlich des Todes der beiden Kaiser, insbesondre aber sein« Findiakeit, die ihn in den Stand setzt«, der Press« sderen Abendblatt aus diesem Anlaß hin geschildert. 12 Meilen fuhr er zwischen Ruinen und einer kläglichen Umgebung, mit einem Male erblickte er vor sich die Kolonie, wo die Saaten blühte, wo Weinberge und Orangenseldrr das Auge auf sich lenken nnd das Gemüt erfrischen. Wo 60 junge Juden ans ihren Pferden vor ihm galoppierten und wo ihm 800 bis 400 wimderbne Kinder Md Fronen in Weißen Kleidern entgegen Samen. Er versuchte die ausgezeichneten W-nne von den Kellereien, lustwandelte in den -Ä* P» wohin sein Blick sich richtete, sch er indische Arbeit, jüdische Fähigkeit., „Jeder, der diese Arbeit gesehen hat, d»e ein Resultat von Jototel Mühe, Energie und Geschicklichkeit ist, wird nicht zu behaupten wagen, daß die englische Regierung alles wegwerfen' soll um dieS alles dem Haß und den barbarischen Anfällen der fanatischen arabischen Bevölkerima anszusttzen, eS wäre erns Schande dies zu aestatten " Der trockene parlamentarische Bericht konnte nicht dm Moment wiedergeben, wie Mr. Chirrchiss bei dleseiseiner Schilderimg mit der Faust a»l den Dich geklopft hat und die Stimme dabei er- M. Dieienigen die dabei waren, baben es ge- £ mich den Eindruck, den es ans das engli'che Parlament gemacht bat. bemerkt. Mit derselben Begeistertmg über Rischonle?aon haben Lord Winterton ,md Mr. Ormsby Gore gesprochen, welche auch die Kolonie besucht haben. Die/etztere cr vWt, wie er bei einem jüdi- 'men Kolonisten gewobnt habe ,md wie dieser frühmorgens mit seinen Rindern auf das Feld genaugen war ,md bis in die Nacht gearbeitet Die Exlsteni eines iüdikchen Bai-ernstandes — lag»« ZyZ, 2,/twns cn'ßeraewöbnsiches und w-mder b«r^ md ,st sichtlich eine Sache, die nicht nur Nnterstutzimaverdik'nt. sondern auch Darbrinrmg so mancher Opfer ' Da? war wirklich das erstemal in der Gesuchte des jüdischen Golns. wo man vom st-idischen Glirck und nicht vom jüdischen Unglück 'sprechen kann. Mr saben nur. immer ein zweitcn'send. fahriges Unglück. Ja. es ist soweit gekommen, daß wir angefangen haben von unserem Unglück Kapital zu schlagen und es vor der Welt ausstellten: seht doch ihr guten Menschen^ und habt Erbarmen, wie Bettler, wie Invalide, die aus den Straßen sitzen imd ibre körperlichen Gebrechen zur Schau tragen, haben wir unser nationales Unglück vor die Welt gebreitet und um Gnade gebettelt. Wer Erbarmen aeh»bt hat, warf ,m? einen Biffen unter den Tisch . ... . - - ..J* f^ben wir gelebt, wenn man das Leben lckrlratet erschien) eine große Brsmrrckred« tele- \ cmsehen kann. Erst in den letzten Jahrzehnten h'ben wir 1 ' ^Dr3lnllTtt begonnen mr? von unserem nati-walen Unglück kermte, steigerte sem Einkommp« derart, daß er'abjuwende» und bei den ersten Anzeichen von Ae Arbetterbanl ln PMftma. Von Elijahu Muntschik. Die folgenden Ausführungen sind im „Hazefirah" erschienen. Die jungen Arbeiter, die vor ungefähr 15 Jahren ins Land gekommen waren und zuerst die Parole der Eroberung durch die Arbeit ausgegeben hatten, gingen als Taglöhner zu den Kolonisten in JuLSd und Galiläa. Als Gemeinschaft bestand Ihre Arbeit nur darin, daß sie genossenschaftliche Läden, Küchen und Waschanstalten gründeten, um das Leben billiger zu machen, damit sie mit den 3—10 Groschen pro Tag, die sie damals verdienten, auskonnntzn konnten. Aber auch dies ist ihnen, nicht immer gelungen, well ihnen die gewiß nicht großen Summen fehlten. Die A. P. C. verpflichtete sich schriftlich, einen Kredit bis zu 10.000 Franken für diese Genossenschaften zu gewähren, wenn die Arbeiter selbst 20 Prozent der Aktien übernehmen. Die A. P. C. hielt jedoch lücht Wor.^ und die meisten Genossenschaften waren gezwungen, aus Mangel an Grund unh Betriebskapital einzugehen. Trotz der vielen Hindernisse hat der jüdische Arbeiter immer sich seinen Platz bei der Arbeit erkäinpst. Mit unsäglichen Leiden und großen Opfern ist es den jüdischen Arbeitern in den letz, ten 10—12 Jahren gelungen, wichtige Knlonisationspunkte im Lande zu erwerben, Ein- und Verkaufsgenossenschaften zu gründen und die ersten Schritte sind bereits unternommen worden, um Produktivgenosfenschasten zu gründen. Statt der Neigung zu Lohnarbeit ist das Bestreben zu eigener Arbeit, zur Schaffung einer produktiven Gesellschaft zu verzeichnen. Ueber die Wege und Mittel wird noch gestritten. Manche ziehen die Kwuzah oder die Kommune vür, manche dagegen die Mochawah Owdin (Arbeitersiedlungen). Alle sind sich darüber einig, daß der jüdische Arbeiter nicht nur. ein Objekt der Ausbeutung bleiben soll, nicht nur seine Muskeln und Arbeitskraft auf den Markt bringen soll, sondern daß er: sich Produktionsmittel beschaffen muß, um selbständig zu werden. Er muß Unternetz» mer, Erzeuger und Verkäufer in einer Person sein. Daß, diese Entwicklung in unserm Lande nicht nur eine provisorische Erscheinung ist, zeigen uns die Erfahrungen der Arbeiterorganisationen in anderen Ländern, insbesondere der Arbeiterorganisationen Italiens, die wichtige Regierungsarbeiten in eigener Regie durchgeführt ha. ben. Die öffenllichen Arbeiten nehmen-in Palästina bereits heute einen wichtigen Platz ein. Zurzeit find dort zirka'2000 Mann beschäftigt. In dem Maße, in dem die Arbeiter sich an diese Llrbeiten gewöhnen und in dem Maße, in dem sie die firr die Betriebsfilhrung notwendigen Kapitaffett aufbrkngsn werden, wird die Zahl dc"- Arbeiter, die in eigener Regie Regierung-- arbeiten übertragen bekommen, in ftetew

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