Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 49 (8.7.1921)
- Date
- 1921-07-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Freitag a. 3uK priW^. „ fn <%r jM.-, " *«t t, iiÄfn% das feir * Gch ufä b lallen. §z :i ®l! fc '?r?7ÄLH ypptfit i? -en Unter,1r,t!nb’m<! nit her» f°^n auch ^OefegteJt Ic« öerfüoit,,/J. Wfiter („ f** Mefm UnMirdei, h- . ■^fl hon fimtW ■ bllc^c 'litt ^°WgeE?'"b SMkie^ »«Wen feBrfÜe®i " Al ArSchÄ-e Arbeit?5 .?« I«tbtoir5Lfer,Ite <$« ^chmheln Ä ÄieM“% Grsde Utt SS. ttwb fei» sanier mth G Kapitel 5; -nnbtoirtf^aft. LH-ML #„7 als ent DrM h» #JL ßönbe ju fitihen. ,•„ . JS??* un^m 'm As \ S S J ÄJteäMi twf in i w nicht Msch unit NfS MsnM Heim wird nicht, schien tmr MW, inwichern K lchMche Mdt toju Ment ta > l fel&ft echÄtmtde JirÄmtA ju fjtj; .nW leicht. ba§ PMem in PM >er Seite ms anMhen. Die Z« ion ttmr -er NanMg, -aß nie M :cMe mbpoft sei, Kein W, bd< Arbeiter betreten hatte, dürfe ach lM. Die Fmge, »b die AM die K inaHanMrLebenWMg ftr biete, tvor mich ihrer Remmg mit t(e Gle-ümM kl Wsche» M« v fitpii/ßen lal kt ton krjw mfctian ptkfjUim laM m, mitm wir diesen befand«« A t zu. Famn be- MW» DaÄMch firMfche» WKr ch erifchm DMezsaMii. Er ldmite jrächch in Frage gezogen weihen, e> ung unserer Siedlungen ein«, t chm Werl besaß und ob nicht -in 8 etter und konzentrierter SieÄuM n Werte gewesen wäre. ere Unters,ichimgen über Me tag . dieser Manien st-eM auf SW lei! hie NechnMgsschrMg mgffl tt hie in der folgenden Tabelle twi ict -lionit Emnusson gegebem, -ZM Statistik «ine -8-rsteLm Ader AWimg m ta» *#* des Jüdischen NmaalM Nr. 4. „Iüdisches Bolksblak^ Se'che 5 schnei werden, nicht aber die gommte Ernte, vie dies jetzt üblich ist. Mit Rücksicht auf die verschiedenen einiger* ircfeen widersprechenden Erklärungen über die Zukunst der Farmen des Jüdischen NaimnalfondS' nab men wir alle Ziffern mit einer gewissen Reserve ans und unsere Prüfung überzeugte uns nicht, daß die vorgelegten Pläne ans einer sorgfältig cmsgcarbeiteten Politik dauernder Ansiedlung beruhten. Wir glauben nicht, daß diese Pläne vom -Jüdischen Nationalionds au§ge- Mrt werden sollten, der nach ' unserem Urteil seine Mittel für die Erwerbung von Land und die Vorbereitung des Bodens im Einklänge^ mit d<tr von der Jahecskonferenz im vergagenen 2ommer bestätigten Politik Vorbehalten muß. Btir waren nicht übcraeuflt, d<aß durch die vorgefchlagdnen Pläne'dauernde Siedlung so gefördert werden würde, daß die ssionistische Orgauisatiön zugeben könnte, daß dic großen vom Vermögen des Jüdischen Nationalfonds geforderten Summen ausgegeben n. erden. Unsere Unürchichiingen über die Arbeiisweife der Farmen des Jüdi^wn RakinnalfondS waten bemnd*>rs lebrreich von .einem negntivw Standpunkt. Wir kamen zirr Ueberzeugung, daß oas derzeitige Kolon,sattonSjhstem, deffen Beispiel wir in den Farmen des Jüdischen Nationalfonds faden, schlecht sei und nicht tie Basis unserer künftigen Arbeil bilden könne. Die Methode, für die Siedler die volle Ausstattung zu liefern und den Charakter der Sirdtuno vonoegzunebtncn, die in der Vergangenheit durch den Jüdischen Nation'alfonds angeivendet wurde, ist nach imserein Urteil für ein gefimdes Kolo- NlsationSprogra,nm verhäng,svosi Es ist viellelcht n,öglich, mit hchen Kosten «in paar zerstreute Ansieldlurgen in Palästina auf der Basis der „full cquipmenl" svolle Anssmttunal zu gründen und zu erhalten. Es ist aber durchaus klar, laß auf dieser Grundlage eine ausgedchnte Kolonisation nicht entwickeltJverden kamt. Obgleich wir nicht ertnarlen, daß landwülichafUiaie slnüedluttg von Anbeginn an einen Ertrag vrincen wird, io muß sie doch nichtsdestoweniger wnischaftltch produktiv werden. Eine billig ausoestattete Farm für eine einzelne Fanu.'ie beizustellen. tvürde auf Grund der jetzigen Cchntzunoen mindestens -0NY Pfund kosten.^Wenn man in Betracht zieht, daß die meisten Siedler heute irack Paläüina kommen, ohne irgendwelche eigencit Milt,l zu besitzen, ist es klar, daß selbst bei weitestgehender Freigebigkeit von seiten unsares Volkes nicht die nötigen Beträge aufzubvingcn sein werden, um ausg-debnte Ansiodlungen dieseä. Charakters zit finanzicreu. Alle imsere Berechnungen waren bisher auf die Annahme bastcrt, de.ß die Siedler irgendwelche eigenen Mittel babru würben und mit ihrem Kaprinl ebensogut wie mit ihrer Arbeit Sicherheit für einen zrealich untsengreichen Kredit geben könnten. Der Krieg hat nicht nur unseie früheren Bercchnimzeit überholt, sondern auch die Basis zerstört, auf der ne anoestellt werden waren. Die?,tonist Commission bat es aber nicht verstanden, ihre Pläne den netten .Bedingungen anzupassen. Während man vor dem Kriege die Anstedlungskosten für eine Familie auf tausend Pnmo schätzt?, nimmt hie Kotoinission jetzt einen Betrag vo>tzweitausend Pfund an und während vor ^.em Kliege damit gerechnet wurde, daß die Siedler mit eigenent Kapital kommen würden, ersetzt d'e Kommission jetzt eiests .K.avi'.al einfach an.s nationalen Fonds, rhu? 31t begreif.,,, daß ne dadurch die ganze Kredttöasis de? früherwt Kosoni'ationZpläne ändert und für unsere nationalen Fonds Lasten überirin.mt, als oh diese unbegrenzt wäre,:,. Es ist sicher, daß mach dem Kriege großzügige Kolonisaston auf der Basis derartiger Berechltuirgen nicht durchgesührt werden kann. Doch ist cs klar, daß wir einen ftavteu jüdischen Bauernstand «u, den, Lande anzusi.cheln haben. Andere Kolctrisa:- vnä gesell schäften mögen sich mit der Anstedlung weniger Familien begnügen und mögen sich auf die Anstodlung von zehn Famiilen pro Jahr mit denselben Kosten beschränken, mit denen sie vor dem. Krieg zwanzig oder dreißig Familien «kngesitdclt hatten, als dir Preise nur.halb so hoch marcn wie heute und die Ansiedler etwa ein Trtttol dc? erforderlichen Kapitals selbst beizubtinaen pflegtent aber wir können dies nicht. E sist ^doch eine Tatsache, daß andere Kofomsation'gcsellsthasten auch verstehen, daß die Kosten landn irst'chastltchcr Ansiedluug aus EEundlage des .fusi. eanipmcnt" heute unerschwinglich sind. Und es ist höchste Zeit, daß tvir die nationale Kor.scaüenzen des Systems, da? wir verfolgt haben. erwägen. Die Mißstände des Systems des .full eguipment" unter den heutigen Bedingungen würden nur hurL jene Leute'verschärft werden, dir uns in Palästina erzählten, der Fehler liege wcht «m System als solchem, sondern darin, daß das ..full eqnipmetrl" erst im Laufe einiger -aahre und nicht von Anfang an beigestellt wird. Da? System der „full equipment" ist nicht nur schlecht, wcst es Summen erfordert, die weit über untere Mittel hinausgehen. Es ist nicht nur schlecht, Ml es nur für wenige und nicht' für die vielen Anfledlungsinöglichkeiten schafft, fotzdern es ist verderblich, weil cs nicht darauf hir.ztclr, daß die Ansiedler ihre Anwesen für sich ft'bst .und unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit entivickelii. Da? Svstem untergräbt ihren Iluab- VingigkeiiSsinn und schwächt ihr Selbstvertrauen, vs b'etet kr,üe Möglichkeit für eine wirkliche Ent- «Mung wed-r der Einzelnoch der Gruvyen- »crantwertl'chkeit. Es liefert keine Möglichkeit, W« wirkliche Eignung der Ansiedler, ihre Anwern zu lntc», zu erproben. Es zielt sogar darauf «o-.k-ie Selbstachtung zu untergraben Die sch'cchte psychologilche Wirkung des Sh- \ fttinS kann in vielen Fällen beobachtet^ werden. Die Ansiedler lermteu von der Zionistischen Organijatio.a alles erwarten, nicht mtt notwendige Dinge und -die Mittel sich selbst zu helftn, sondertt ebenso auch Bequemlichkeiten und Lux'as. In Nachlalh Ich ad ah zum Betsptcl vcrlanatcn die Kolonisten gleichzeitig mit den Bedingungen, die ihnen eine ständige Ensteuz möglich machen sollten, auch ein eigenes Schulhans, obgleich^ Rasch on in zwanzig Minuten zu Fuß zu erreichen ist und einen Versammlimgssaal für ihre 15 Familien, weil es ihnen nicht paßte, in ihren Privarhäusern zusammenzulammen. In Daganiay A, das vielleicht unser erfolgreichster Versuch ist, tvar die Kwuzah aus eigener Initiative in Verhandlungen rmt dem Jüdischen 'Nabionalfond? eingeircten, um einen Teil des Bodens und der «stebäude füd dauernde Ansiedlung zu übernehmen, als wir sie aber besuchten, weigerten sie sich, die Farm zu übernchinen, weim sie nicht gemäß den Pläneir des landwirtschaftlichen Tcpartcments der Zionistischen Konnnission voll ausgestaitet »väre Dem System des „still equipineitst ist cs ferner nicht gelungen, eine Basis für landwirrfchaftliche Kredite zu entwickeln, ohne welche eine dauernde sich selbst ethaltenide Kolottisation unmöglich ist. Kredite können nur gegeben nterben, wenn Menschen ihren Wert und ihr Verantwortungsgefühl erwiesen haben. Das System des „full eauipment" gibt den Ansiedlern nicht die Möglichkeit, -hro Haushalittngsg.abe zu zeigen, die der wahre Beweis der Kreditwürdigkeit ist. Die Sicherheit von Anleihen kann nicht nach dem Werte des Besitzes allein herirteilt werden, die. Vertmucnswürdigkeit des Schuldrers und seine Fähigkeit, mit feinen Mitteln hauSzuhalten, sind von gleicher, wenn nicht von größerer Bedeutung. Mit dauernder Ansiodlung kann man nur firr jene rechnen/ die ihre Fähigkeit und ihr VerantttortungSgefühl beweisen, ihren festm Willen tnu einem Minimum an nationalen Mitteln zu beginnen und sich mit einem Maximum an Schwierigkeiten abuifindm. Ein System muß entwickelt trerden, das gnalifzierte Ansiedler befähigen soll, besch/iden zu beginnen und durch ihre Sparsamkeit und Tüchtigteit sich das Vertrauen zu erwerben, daß sie auch mit fremden Geldern umgehen können. Das jetzige System des „full eouipment" hat keine wirkliche genossenschaftliche Unternehmung hervorgeüeacht. Es ist kein Versuch gemacht worden, den Gruppen Betriebskapital auf Kreditbasis zu geben, wie dies bei den öfstmtlichm Arbeiten geschieht. Die Gmtppen arbestM für einen Lohn, der ursprünglich vier ägyptische. Pfttnd pro Monat betrug, dann aber auf siebeneinbalb und - acht ägyptische Pfimd erhöht wtwde Die Arbeiter können die Produkte de-r Farmen* filr ihren eigenen Gebrauch kaufen, deren Preis wurde aber nicht im Verhältnis zu dieser Lohnerhöht'ng gesteigert. Das System ist in Wirklichkeit nicht die Koopea-ation von Produzenten, sondern ein versteckte? Lohnshstew, und benachteiligt letzten Endes am schärfften gerade die Anstc-dler, denen wir helfen wollen. Tie von uns so schädlich gefundene Methode, den Charakter der Ansiedlung vorwegzunchmen und den Ansiedlern ihren Enstvicklungsmodus vorzusthreiben, ist bis ztt eintm gewissen Grade nur das Gegenstück zu dem System des -„füll equipment". Der Charakter fast aller Farmen des Jüdischen Rationalsonds wurde ztt früh firieri. Von allem Anfang wurden-die Arbeiter mit dauernden Gebäuden und anderen höchst kost-. -spieligcn Dingen beschenkt. Detl Arbeitern ivurde wenig Spie-lro'rm für die Bestimmung des künftigem CharaAers ihrer Arbeit gelassen. Sie wurden im Gegenteil verletzet zu erwarten, daß ans die schweren Anfangsinvestitior.eit ausgiebige Verbesseruugen und die »olle Arbcitsausstattung folgen würden. Es war nnr natürlich, daß die Arbeiter das von uns ohne Beratung mit ihnen investierte Kapital nicht als Vorschüsse ansehen kounten. die mit der Zeck aus ihren Gewinnen und Ersparniffen zurückgezahlt, werden folljen. Das System reduzierte st: zu tvechselndeit Gruppen von Lohnarbeitern und durchkreuzteihre Entwicklung zu auf sich selbst vertrauenden und sich selbst . erhaltenden Ansiedlern. Merchawiqh ist ein Beispiel des Systems, den Charakter der künftigen Ansiedlung vorweg-- zunehmen und die Ansirdlex jeder ^wirklichen Wahlfrechett zu berauben. Es wurden schwere Steinbauten in einem Rechteck errichiet, so daß sie vernünftigerweise nur von einer genossenschaftlich arbeitettdeu Grtwpe benützt werden konntet. Wenn die Mitglieder der ursprünglichett Gruppe nachträglich gewünscht hätten, ihre Anwesen zu teilen und auf Einzelstellen zu arbeiten und zu sitdtln, wäre ein sehr großer Teil der Ursprunglachen Investition nutzlos geworden. Marchawiah wurde, das muß gesagt werden, erklärtermaßen 'als ein genossenschaftliches ErpL'iwtnt aeoründet und sollte vielleicht aus diesem Grunde nicht kritisiert werden. Aber es scheint klar, daß in Zukunft Eaperimente. die den Charaktcr der Ansied, lung vorweg bestimmen, einzelnen Hhilantropen überlassen werden müssen und nicht zur Gnindlage unserer nationalen Kolonisation gemacht werden dürfen. Auch der' Charakter von Einzel- oder Gcnossenschaftssiedlunaen kann nicht mit Sicherheit von Anfang an festgrlegt werden. Die Vorbereitung des Bodens ditrch He Arbeiter beansprucht einige Jahre und diese Arbeit hat wenig cder nichts mit dem Charakter der endzültgen Anstcdlnna, dir j<uis ihr erwächst, zu trm. Während der Borbereitm-aZAeit sollte nuter den Arbeitern ein schritt- '.nciser Prozeß stattfinden, der mir die für di: landwirtschaftliche Kolontsatiou am besten geeigmcten für dauernde Ansiedluitg bestimmt. Der Charakter der endgültigen Siedlung sollte in weitem Maße den durch diesen Ausleseprozeß Gewählten überlassen bleiben. In der Praxis aber wurde der Siedlungscharakter mtf den Farmen des Jiidischen Natiomalfond-s bestimmt, bevor die Periode der Boden- Vorbereitung beendet und bevor -die Gruppe, dec die wirkliche Arbeit der dauernden Ansiedlung übertragen ioerden sollte, gegründet war. Natürlich erwartete man, daß die ursprüngliche Grupve bleiben sollte. Aber in Wirklickckcit tvaren diese Gruppen nicht konstant, sondern fluktuierten tmd wechselten beträchtlich Während des letzten Dezenniums zionistischer Arbeit in Palästina wurde nur bei einer einzigen der ursprünglichen Gruppen die Identität gewahrt. Die neuen Gruppen waren bereit, die Farmen zu günstigen Bevintgungen zu übernehmen, aber die Arbeiter sind, wenn atich ohne Schtild, nicht in der Lage, irgendwelche Garcnttie für ihr Verbleiben aus der Faomt oder für ihre Eignung, für die Verwalttmg des werwollen Besitzes, den man ihnen anvertrcmt, zu bieten. Ae neuen Gruppen, die alles vorbereitet finden, könneti schwerlich denselben Eifer tmd Ehrgeiz entwickelntote die ursprünglichen Gruppen, für welche die kostspieligen ständigen Gebäude von genossenschaftlichem Ehnrakter errichtet.wirrden. Kommt dann die Zeit für endgültige Ansiedlung, dann sind die neuen Gruppen unfähig, die Farmen als etwas ditrch ihre eigene Arbeit geschaffenes anzusehen, von dem sie sich nicht trennen können. Sie sind geneigt, um die Bediatgtwgen, unter denen sie sich aarsiedeln wollen oder nicht ansiedeln wollen, zu feilschen. Selbst in Daganiah, wo die Identität der ursprüttglichen Gruppe fast aitsrechterhalten wurde, bestand bei den Arbeitern eine Tendenz, ans der Fortführttng des Systems des „full equipment" zu bestehen, und sie lehnte ab, von ihr selbst gepflanzte Bäume zu übernehmen, weil die Pflanztmgennichts tragen würden. Sie sahen ofsenftindig die Farmen als Ganzes nicht als ihre asnosienschaftliche ltirternehmung cm. Das System des „full equipment" und die Methode, den Charakter der endgültigen Siedlung vorzeitig zu bestiutmen, sollte entnehmen lassen, daß ein höheres Maßadministrativer Kontrolle nötig ist als bei einem Svstem, das auf der er» probiert Fähigkeit und dem Verantwortungsgefühl der Gruppen beruht. Wir fanden jedoch die administrative Kontrolle und Beanfsichtigmtg der Farmen fchlerl-aft tmd ungeeignet. Das Verwaltungssystem im allgemeinen zeigte viele Mängel. Wir waren erstaunt über die Tatsache, daß die shemeniken, dia man ausaeforderi. hatte, bei der Errichtung tteuer Gebäude für die Ansiedltmg in Nachfatf) Jehndah zum Preise von je 350 Pftmd zu helfen, zur gleichen Zeit selbst in Hütten elendster Art bei Rischon tmtergebracht waren. Und dies ließ man weiter zu, während gleichzeitig tmsere gesamten jährlichen Ausgaben mehr als 300.000 Pfimd betrugen. Es gab dort keine Wassertetiamg, obgleich e3 sicher ist, daß der Jüdische Nationalfonds eine eingerichtet bätte, wenn man die Dinge seinem Hauptbnreau mitgeteilt hätte. In Karkvr verdarb eine Ernte im Werte von 600 Pfund infolge Mangels cm Näumlichkeiten für die Unterbringung. Die Farmen witrden vom landwirtschaftlichen Departement der Kommission aus nur zwei» b's dreimal Im Jahre besucht. Mangels einer richtigen Aufsicht entwickelten die Farmen ihre eigene bürokratische Verwaltung. Ihre Bücher entstielten lange Listen von" Gläubigern, denen tmier einer verantwortlichen Leitung oder bei richtiger administrativer Anfsicht niemals Dar» lchen.gegeben worden wären. Die Gruppen machten auch Schulden beim „Hantaschbir" und emdereit Privütparteien, die, wenn überhaupt, nur mit den größten Schwierigkeiten zitrückaezahlt tverdcnt können. Um die zeitweise Verwendung arabischer Arbeiter zu vermeiden, Haaren die Grnp. ven größer als normal nötig tmd dadurch wttrde für sie jede Möglichkeit, auf eigeiten Füßen zn stehen, ausaeschlossen. Doch als wir Bett Schemen besuchten, fanden wir ein paar arabische Frauen bei einer Arbeit, die man für mtgecigitet für Jatden erklärte, obgleich uns schien, daß anan den Kindern mft Leichtigkeit hätte beibritrgm könnett. diese Arbeit zit leisten. Von seiten der Gruppen beobachteten wir die allgemeine Tendenz, Freiheit von administrativer Kontrolle zn erlangen, noch bevor sie Beweise für ihre Fästiigkett gegebwt halten, das istnen anvertraitte Eigentum zu verwalten. In Merschaw'iah ztrm Beispiel, wo der Zeit- Punkt der endgültigen Ansiedltmg noch nicht erreicht war, arbeitete die neue Gruppe oder, richtiger gesagt, die Taglöbner, denn mtf einer von der Grupve war länger als ein paar Wochen dort, ohne Anfsicht und ohne verantwortliche eigene Dra-'nisatwn aiff einem Besitz, in dent annähernd 40.000 Pfund investiert sind. Dieses Sysient ist imierer Meintmg nach nur dem Namen nach prodttktiv.genossenschastlich. Es führte dazu, daß die Arbeiter aewisse Privilegien beanspruchen, die einem System genossenschaftlicher' Produktion eigen sind, bevor sie noch die Berantwortunaen iib,rnvmmett haben, die jedem wirklich aenosseitschaftlichm Plane zn Grunde liegen. In Hinkunft müssen die Arbeiter entweder einen Verwalter von außen her annebmen oder durch ihre Arbeiterarganiiationen ausreichende Garantien für dic richtige Verwalttmg de? nationalen Eiaentam-s apben. Die Fehler der Vergangenbett lagett arößientetls in dem System, das durch zu fn'ihe Festlegtmg des Stedlmtgscharakters und zu vollständiger Ausstatttmg der Farme» die Arbeiter ihrer Nnabhängiake! und ihrer Initiative beraubte und sie zu Tagiv..-t:rn reduzierte. Das heißt nicht, daß die Gruppen nicht in den ersten Stadien ausgezeichnet Pionierdienste geleistet l>aben. Viele haben der Arbeit ihre Gesundheit und ihr Leben geopfert. Das tragische ist, daß jene, die gesät ltaben, nicht immer ernten. . Ebenso wie die admiaaistrative war auch die technische Seite der ükationalfondSfarmen mangelhaft organisiert. Die Gruppen besaßet! nicht dis nötige Kenntnis der palästinensischen Landwirtichaft. Nach sachverständiger Meinung verstand man nichts vom Fruchtwechsel imd wmtdte ein kostspieliges tmd unwirtschaftliches System tiefer Pslügung an. bevor man 'auch nur einen Bersuch machte, seinen Wert sestzustellen. Trotz der hohen Investitionen und der Anwendung von vermeintlich modernen Methoden hob sich das Niveau der Produktivität sehr langsam Mmi) erst im Laufe der Jahre erreichte oder überschritt es da? arabische Niveau. Wir begannen mit der Investion von Geld statt mit der Jnvestion von Arbeit. Nur mit tiefem Bedauern sahen wir uns verpflichtet, den Schluß zu ziehen, daß die Farmen des Jüdischen Nationalfonds, von denen man alle Zionisten gelehrt hatte mit Stolz zu sprechet«,. vom Standpunkt der künftigen nationalen Kolonisation nur geringen Wert haben. Als erste Erperimente in Palästina, wo jüdische Arbeiter unterrichtet wurden, den Boden mit eigenen Händen zu bearbeiten, steht ihre historische Bedeuttmg fest. Aber als Grundlage unseres künftigen Programms sür dauernde tmd großzügige Kolonisation können sie nicht dienen. Von diesem Standpunkt sind sie hauptsächlich von- Wert wegen des Lichtes, das sie aus die Jrrtümer wertett, -die in Hinhmft vermieden werden müssen. Wir kommen jetzt zu der Kolonisation der landwirtschaftlichen Arbeit der Zionist Commission, die durch ihr landwirtschaftliches Departetnent mit Unterstützung ihres technischen Deparrements eingeleitet wurde. -Tie Kommission scheint keine genaue Prüfung der Arbeitsiveise der Na ttonalsonds-Fäarmen angestellt zu haben. Sie Iahm als erwiesen an, daß alle bisherigen Arhei. ten gut seien und erweitert werden sollten. Während des Krieges und später wurden verschiedene Kwuzoth geschaffen. Wie alle Arbeiten der Zionistischen Kommission war auch diesem Ar-l! beit improvisiert und trug einen Notstatidscharakfl! ker. Sie erfolgte zum Teil auf Boden der Jca zum Teil auf Boden privater jüdischer Besitzer, zum Teil aus Boden von Nichtjndeu und zu sch' geringem Tetl auch ans Boden de° Nationalfonds. Die Gruppen arbeiten und weithin verstreuten Bodenslrichen beit hat, soweit wir dies feftstellen kannten, ge-s ringen wirtschaftlichen Wert. Die Gruppen kom' meh dem selbständigen Charakter nicht eiitma nahe. Sie scheinen vom Gesichisptmki dauerndes Ansiedlung aus keine Zukunft zn haben. Die Zionist Commission hatte bereits beschlos sen, die Gemüsebau-Gruppen cntszugeben, we> ihre Produkte keinen Markt fanden. Tie Bevo! kertmg könne, so sagte man, nicht dazu erzöget werden, mehr Gemüse zu essen, aber es ist jeh zweifelhaft, ob die Mitglieder der Gruppe mi gutem Beispiel vorangingen. Wenn die Gemüse^ bau-Gruppen näher an den Städten konzentrier gewesen wärm, würde man wahrscheinlich vie bessere Ergebnisse erzielt habm. In jedem Fass glauben wir, daß der Gemüsebait nt Palästin eine Zukunft hat. Wir fanden, daß die Zionist Commission &e|| irächtliche landwirtschaftliche Arbeit auf Bode des Jüdischen Nationalfonds, der Palestine L»n Development Company und von Privatpersonen, geleistet hatte, ohne im voraus Bereinbarunqe^! über eine Vergütung für iho^e bedeutenden Äusy lagett zu treffen. Wr versnchen, einige dieser AnsZ tagen ersetzt zu erhalten. Dem Jüdischen Nass * nalsonds haben wir vorgeschlagen, die auf seine Boden ertvlochsetten Kosten, die wirklich als ft die Verbessertmg des Bodens gemacht anznsehe^ sind, zu übernehmen, währmd die Zionist Comt onssio» sür die zu andn-en Zwecken ansgegebenef Fonds verantwortlich sein soll. Da anaenontm toird, daß der Jüdische Nationalfonds sich auf d Erwerb voit Boden imd seine erste Vvrbereitun fiir Ansiedltmg beschränken wird, hcflten wir tm nicht berechtigt, ueeiter zu gehen. Aber die zur Beispiel in Taaauiah Bj und Cj geleistete Arbei Katoden Charakter von erftcn Verbesserungen ttt so schlugen wir vor, daß sie vom Jüdischen' Natt nalsonds übernommett werden solle. Eine Arbeit von großer Anssassting wttrde 1 Tilb begründet. Diele Arbeit, die im Jahre 19 begann, stellte bereits eine Investition voit 2!k Pfund dar, wovon ein Drittel für die Erwerbmt des Landes gedient hatte. Mer die endmiltü. üedlnng von 50 Familien würde nach ded. Pb der Zionist-Commission, mindesten? weitere 50/ Pfund kosten. Wir beschlossen eine genaue Prt fnng des Unternehmens. Wir konnten den Vor eines Versuchs mit dem Anbau gebirgigen Lodeiß in der Nabe einer Stadt sJerusalemj nicht len um. Doch hätten wir den. Versuch lieber auf scheidmer und wev't»:r kostspieliger Grund angestellt gesehen und nicht nach den disk^edit«' ten GrnMätzen des „full equipment". Wir schlossen daber, die Vnteritehmnng in Dilb zu duzieren.'Wtr erklärten tms bereit, die Untern, mnng nur bis zu dem nötigen Umschnae zu sina zieren. ttra 20 Familien die Möglichkeit der N derlnssung zu geben. Wir verpflichteten die Zi nisiische Organisation nicht zur Beistellung einj vollattsaestatteten Siedlnna. Diele muß durch Tüchtigkeit tmd Sparsamkeit der Grnpvo b« >nit Hilfe der aus einer produktiven Jnvestieioc