Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 48 (1.7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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rferner M 5’ Dol? Ä. 45. tfretraa „2 uvr! ä; es 1. ^liT UU IC-«re r. 3°fi% Ir Bnen r' r«n ti» -bk'ZVs ^SUd) de; fszwsckk l>en übriaen3 VÄfS ft,?,-«ft n . E Sicherheit errair auch versucht k- ”h TinnitoiW öiird) fiteferuna ton' glücklichen iü\$, ufP|°^|n9" (sich selbstfid) selbst erhaltenden)!s zu machen, so ist die- >ch keineswegs erreicht ^ia besannt ist, vom rummen bereitgestellt, len Juden dazu zuverchledenen Vaterländern >e Bürger des Staates s ja in vielen Ländern, nheit hatten, geworden >ng van so vorzüglichen wie der Vorsitzende de; iitee, Colonel Herbert s Lesters der Exekutive :r Alexander Landeseo. Plan, den der letztere .r Durchführung gelam >ird nicht pauperiiieren, ) durchgefiihrt werden auch den Echlg haben nserer Feinde, daß int. j großer Prozentsatz in; und keine produktiv, ens in der Zukunft zu- . Ehe dieser detailliert, Mion Evmitee des I ist, ist es für mich nicht ie rekonftruk' die selbstauf. ivn Leutnant -bung für M» ch Jnchiration Herrn Decker eraus tüchtiger waldirettvr des eiben imd der Fußball nicht die Wissenschaft und -juien oft bessere Meirichen sind, als mrsere Ver-?N,ik erscklagen. Denn ivrr bedürfen heute, mehr spvtter. Ter Wilde, in Seunies Gedrcht, ist auch enn je, der qeistiqeir lind fitttid>en Charaktere, ein besierer Mensch, als der Europäer imt ferner ^amit sind wir z» nnserer Itldrschen Schule ge- Übertünck-len Bildiina. Ans unseren Schulen werdamit sind wir zu unserer itldrschen ... — , ... , immen. Tenn worin kömrte mehr ihre hehre Aus» ven .Juden und Menschen zugleich hervorgehen, rbe bestehen, als airsrechte Juden zu .. ioIIe Dr. Juvolles Jchk auch leidet stundheit geleitere sstawea Wunsche her- Ihrer so fG ch zu nehim , hindert, alle amen zu ntn> st der Not für t denen fa ffl« el Friedländer durch Mörderm lasten muß- , auch, nuf.M nd ihre Leck" i denen es uns so sehr mangelt. „Wähle uns länncr aus," sagt« einst Mmes zu Josua, „und rette gegen Auralek." Ter Streit gegen Arnalek no<b lau^e nicht anKgefochten. In der verschie* nartigsten Masken tritt uns der alte Feind ent zen. Heuchlerisch birgt er sich in unserer Mitte, tterlistrg greift er uns an,wir leiden an tückrichen scheu Freuden nicht weniger, denn an offenen, erbittlicken Gcanern. Besonders unsere Jugend ibnen allen ausge'eyt. Ta gilt es mm, diele t den stärksten nationalen Waffen zu rüsten, : den Gegnern muligstavfer, aufrecht begegnen können. 'Tie Güter unseres jüdischen Volkes llen wir ihr übergeben, stuf daß sie diese hege , pflege, schätze >nrd schütze. Mit Stolz soll sie en, diese Güter sind unsere Weisheit und Verist in den Augen der Völker. Ties waren die nrnken. von denen erfüllt, ein Fähnlein muti- Männer und Frauen daran aing, in Brünn, - einstiaen Hockburc heuchlerischer.Anbiederung fremde, sogenannte Ideale, eine jüdische lksickule. ein' indisches Gymnasium zu gründen, r Jahr ist verflossen, sagen wir es gleich, ein )r schwerer Arbeit, aber auch zielbewnstter, unnegrer Tätigkeit. Und siebe, die hämischen Reum'erer getauften und ungetauften Gecgter, verstummen nach und nach, — denn sie schär sich. Tie jüdische Schule in Brünn hat^die erprobe glänzerrd bestanden. Sie blüht, wäckst wird weiter wockscit, wie wir zuversichtlich en. „Wollt ihr uns wieder mit der konfessioen' Sckule be.-llcken, uns zurückstoßen ins ■tio?" Das war dw erste Frage der einen. Wir tcn dw Weise, wir kennen den Text. Einwände - billiger, als Brombeeren, besonders heute, selbst Beeren teuer bezeihlt werden. Nein, ihr >.uten Frager Wir sind andere Menschen, wir en das Rad der Zeit nicht auf. Die immer Konfession sprechen, besitzen sie am allerwenig- und was wissen sie vom Ghetto? Höchstens, .'sie, nach dem Gesetze des Atavismus, die Fehdcs Ghettos anfweiSn, dessen unleugbare Bor» e sind ibnen, denn sic haben sich angepaszt, für ner verloren gegangen. In die Finsternis, in's nkel alter Zetten wollen wir unsere, bewußte -ische Jugend nicht zurückführen. Das Licht unrr Wissenschaft leuchte ihr, mit all' dem Großen, 8 Menschen gedacht, ersonnen, wollen wir sie tränt machen, „Das geschieht doch auch in anrat Schulen, dazu bedarf es der jüdischen Schule ht/' ertönt der spöttische Urikenrus. Gemach, ihr zlsendmal Weisen. Es geschieht, manchmal mich cht ganz. Menschenwerk ist imvollkommen. Mer, is wir wollen, ist. daß imsere Jugend auch sie, was Juden auf den Gebieten der Wisfenaft leisteten, wie wichtig die Stellung des jüdi- M Volkes ist, mitten ' in dem Völkergetriebe, r wollen unsere Jugend für die Zukunft nnse- Volkes erziehen, sie geistig und körperlich erftigen. Dazu gehört vor allem die Kenntnis hebräischen Sprache. Die Landessprachen Ziten, ist eine Notwendigkeit. Wer leugttete die htigkeit der Kenntnis der klassischen und moten Sprachen? Und der Jude, der nationale e soll seine Sprache, wie eine StiefmZitter behten? Das mag den Anbiederern, den Anpasi recht sein, dem Nationaliuden ist die Sprache >s Volkes ein Erbgut, ein heiliger Besitz, deswollen wir sie lernen mrd lehren. Und, so en wir gleich an, daß in der!. Klasse unseres >rm-Real.Gvmnasiums, das ist unser Schnlanf diesem Gebiete erfreulickes. ersprießliches stet wurde. Die Saat, mit Mühsal wurde sie anzk. und mit Jubel werden wir, so hoffen die Ernte einführen. In allen Gegenständen, men dies möglich war, besonders in der Gele, Geographie, in den Sprachen wurde imder Anteil der Juden an der Entwicklung Menschheit Hervorgeboben. Natürlich wird diesen späteren Jahrgängen, wenn die Kinder, Knaben und Mädchen, herangereift sein wer, im erhöhten und ausqedchnterem Maße ge- -n. Wir werden dazu auch der nötigen Schulx, Lehrbehelfe. Anschauungsmittel bedürfen, ist nicht an einem Tage erbaut worden und ^der jüdischen Schule kcmn MM dies auch nicht '■ ngen. Wir legten mir den Grund, das Gee wird ersteben. Mit Zuversicht blicken wir e Zukunft. „Ihr wollt die Jiiden noch mebr den anderen absondern, als es bereits gescheist." Ein anderer Einwand und, ein noch er abzuweisender. Wer will absondern? c gewiß nicht. Wer, weitn das jüdische Kind en Schulen geschmält und verhöhnt wird von chülern und den Herrn Lehrern und Profes. r» wenn imter deren Augen mit hämischer, r Billimmq, Zettel verteilt werden, auf denen send die Worte uns entgegenstarren „Jude ns," fühlt sich der jüdische Schüler nickst als s abgesondertes, fühlt er sich nicht in seinen gsten Gefühlen verletzt? Früher sagte man, Unterricht in der Religion sondere die Schnton einander ab. Den Religionsunterricht hat .z in den höheren Klassen abaesckasft. Der borke Haß ist aber nicht abgeschafft worden, die de Gegnerschcist der Dühring. und Chamber. -Jünaer. Tie wollen die reinliche oder unrein- Scheidung in den Schulzimmern, auf den tu und Sportplätzen. Sie sollen sie haben, I r m unseren jüdischen Schule lehren wir keitierischen Chauvinismus. Unsere Jugend soll en, was die Größen aller Völker leisteten, wird hier menschlich erzogen, wir wünsckwn wn Haß großzuziehen, aber wir haben das Ehr- 3'toenb, indem wir reizen, was wir MetLfchheit aeschnckt haben nnb. — üatz wir erziehen, ag'Z. Lehrer Haben dafür zu'sorgen, daß der iü bische Schüler sich an Zucht «nd Ordnung gewöhne. CS ist dies, mit gutem Gewissen kann ich es sagen, von unstrem vortreiflichen Leiter mrd allen Leh. rern an der Volksschule und dem Gymnasium gesckeben. Man war streng und wohlwollend zugleich. Nichts geacn die gute Sitte ließ man den Schülern hingehen. Es wurde an ihr Ehrgefiihl, als Juden appelliert. Wir waren wohlwollend. Nickt, wie an anderen Schulen, wurde jedes kindliche und kindische Vorgehen, sofort zum Gegenstand einer hochnotpeinlichen konferenziellen Verbmidlnng gemacht. Gewiß, unsere Jugeyd ist stebhast. sagen wjr, manchmal auch unruhig. Sie ist wißbegierig, zeiat auch gerne,' daß sie etwas weiß. Auch die Schwatzhaftigkeit ist bei ihr, ^manchmal nnangeneb.m, zu vermerken. Tesbalb nnrß aber die Lehrerkonserenz nicht gleich zum Tribunal werden. Dies hielten wir'uns vor Augen und sind damit mit gefahren. Was bett_ wissensckaftlichen Stand innerer Schüler anlanqt, so haben wir niemand etw'as aeschenkt und wir bebanvten es, er ist vielfach besser, als an anderen zScknlen. Dies wirrde -auch Vom Herrn Lmideftschnl-Jnspektor, als er die Sckule sehr eingehend besichtigte, wohlwollend anerkannt. Und die Schule bekam, das n'uß besonders bervoraeboben werden, auf seinen Berickt hin, sofort das Oeffcntlickteitsrecht. Ist dies nicht die einzig richtige Antwort auf die Einwände der getauften Gegner? Nrrr eines tvollen wir noch hervorbeben. Man hört oft von den Lehrern des Zeichnens an unseren Anstalten, den Juden leble zn dieser Fertigkeit sede Fähigkeit- Wir erst-chen diese Herren, die schnell fertig mit U'ren- Urlc-fc sind, sich gefälligst die Zeichnungen uns-rer Mimaner am Resorm-Real-Gymnasium caizüschauen. und sie werden anderes Sinnes werden, wenn ihnen dies mögsick ist, und sie werden ein anderes Urteil fällen. Manche unter den Kindern. Mädchen imd Knaben, zeigten geradezu künstlerische Beaabima, besonders in der Wiedergabe nationaler Motive. — Dach genug davon. Lehrer und Schüler waren bestrebt, ihr möglichstes zn leisten und die südi-chc Schule, einmal in den Sattel gesetzt, vsird vorwärtsreiten- Nicht ihre Ueberflüssigkeit, sondern ihre Notwendigkeit ist klar erwiesen. — Natürlich haben wir noch manches auf dem Herzen. Da wenden wir uns zunächst an die Eltern, wie es auf den von der Leitung der Schule veranstalteten Elternabenden schon geschah imd wie es mich mit dem von uns verfaßten Schulprogramm-Aiifsatz bezweckt ist Wir wünschen demnach, und es soll dies kein frommer Wunsch bleiben,, eine kräftigere, nachhaltigere moralische Nnterstiitzung von Seite der Estern, wie dies, bei einer jüdischen Schule, besonders notwendig und vom Judentmn geboten ist. iln'ere Schule soll eine große Fmnilie bilden, wir Lehrer betrachten uns als Väter rmserer Scküler, bje Eltern mögen dies anerkennen imd vns bei tmserem ErziehnngSwerke kräftigliche ■dtlie leisten. Schule und Haus, in inniger Ver- Linigung, sollen sie Mitwirken an dem großen K n l t n r w e r k e, das wir planen imd miszugeiwlten hossen. Eltern, scksickt eure Kinder in die ■ndiscke Schale. Leiber hören mif diesen Ruf gar inancke nicht. Auch die nicht, die berufen sein solltcn, die geistigen Führer der hiesigen Gemeinde zu sein. Ein trmrriges Kapitel dies,.das besonders behandelt werden sollte. Daß, soll «die jüdische Schule gedeihen, reiche Geldmitiel notwendig sind, bedarf nicht der Erwähnung. Die Opferwilligkeit unseresVolkes zeige sich hier im erhöhten Maße :md wir ruren,' wohl nicht vergebens, die Bemittelten zur Ersüllnnq ihrer Pslichicn. — Daran schließt sich auch die in unserer Zeit so schwicriae Lokalfraae, das l,eißt die Frage, unserer Schule ein würdiges .Heim zu schaffen, an. Wir glauben, n'it gutem Willen und starkem Können, wird auch diese Frage der endgültigen, ersteulichen Lösung znaeftihrt werden. Tie jüdische Sckule in Briinn hat die Berechtigung und Fähigkeit ihres Bestandes glänzend erwiesen. 9ficfit am wenigsten ist dies der unermüdlichen. zielbewußten Leitung zuzuschreiben. Ihr und dem rührigen Schulkon-itee sei der Dank aller indisch Denkenden und Fichlenden. im Namen unserer Jugend, mlsgesprochen. Zn weiteren erfreuiicken Taten lind Fortschritten auf dem Gebiete unserer Schule rufe wir ihren Leiterrr lind Lehrern, Führern und Fördererir eil', kräftiges „Cba. sak" zn.. Brünn, Tr. Grünfeld. Ans der „heUigm" KehM FM«. Im Eisenbahnzuge, der von Iglau nach Brünn fuhr, traf an einem schönen Smnstagvormittag ein deutsch-arischer Fabrikant einen ihm wohlbekannten Jglauer Kaufmann^ sogenannten mosaischen Glaubens, behaglich eine Zigarre schmauchend. Neckend fragte er ihn: „Aber, aber, geehrter Herr israelitischer Zeitgenosse, was muß ich sehen? Am Schabbes fahren und rauchen?" „Das verstehen Sie eben nicht," antwortete würdevoll der Gefragte, „bei uns in Iglau ist der Schabbes schon langst vorüber." Diese bekannte Anekdote ist für Iglau vollkommen zutreffend. Nicht der Schabbes allein, auch alle wirklich tiefe Empfinden und jede Kenntnis jüdischen Wesens ist in Iglau vorüber. Zumindest bei den ae-hrten Herrs«, die der Zglauer Kullusvörsteher nicht nur repräsentiert, sondern auch beherrscht. Sie folgen ihm auf den Wink, sie bilden zu seinem Schutze eine „eiserne Mauer", sie betrachten es als „Felonie", gegen seinen Willen einen Antrag anzunehmen oder abzulehnen, fie_ sind so ganz überzeugt, ohne ihn die bösen Zionisten nicht bestehen zu können, daß sie blindlings erfüllen, was er verlangt, denn sonst, Gott behüte, könnte einmal ein zionistischer Antrag angenommen werden und das muß nach der Meinung der Herren unter jeder Bedingung vermieden werden, es sei denn, daß her Herr Killtusvorsteher es gestattet. Der Herr Kultusvorsteher! Der Mann ist vielleicht ein wenig besser, vielleicht ein wenig -schlechter als so viele andere Kultusvorsteher der Aera „Deutsche Nation — israelitische Konfession." Also durchaus ein Typus. Und aewiß kein hervorragender. Er spottet sein und weiß selber nicht wie. wenn er mit dem berühmten Brustton advokatorischer Beredsamkeit — er ist natürlich Advokat — verkündet, er sei nur ein primus unter pares, d. h. der erste unter seinesgleichen. Wahrhaftig, er hat Recht! Sie gleichen einander wie ein Ei dem andern. In irgendeinem mehr oder weniger tschechischen Orte geboren sind sie stramm Gefolgsleute, wenn möglich die Macher des deutsch-demokratisch - antisemitischen Klüngels und dabei Männer israelitischer Konfession. deren Verständnis und Interesse für jüdische Angelegenbeiten genau bis zu ihrem Tempelsitz reicht. An den hohen Feiertagen wird dem Herrgott eine Anstandsvistte abgestattet — ihr Benehmen dabei ^eigt oft eine merkwürdige Auffassung einer Anstands-Visite — sonst, wenn's hoch geht, ist man noch Miglied der Chewra Kodischah, um die man sich notgedrungen kümmert, wemi man in ihrem Ausschuß sitzt, und deren Dollversammluna man dann besucht, wenn ein zionistischer Antrag auf der Tagesordnung steht, den man selbstverständlich Unbedingt oblehnen muß. Nicht einmal zu der ganz selbstverständlichen, sogar durch das berühmte alte Statut als Pflicht auserlegten Armenfürsorge können sie sich ernstlich anfraffen. Warunr auch? Nach diesem schönen Statut sind die Armen und alle diejenigen, die keine Kultussteuer bezahlen, keine Kultusgemeindewähler. Was für ein besonderes Interesse soll also so ein treudeutscher, israelitischer Glaubensmann an solchen Leuten nehmen? Das tun höchstens die Zionisten, die ja auch den in den Augen der Herren, „nur Konfeffionsisraeliten" höchst lästerlichen Antrag eingebracht haben, das allgemeine, gleiche, direkte Proportionalwahlrecht!n der Kultusgemeinde einzuführen. Nun, wozu ist der KEusvorsteher da und feine getreue Majorität? Es ist ihnen gelungen, trotz des Drängens der zion. Vertreter in der Kultusstube diesen schmählichen Angriff auf das Vorrecht urrd die Ruhe der Bessersituierten durch zwei Jahre lang durch Verschleppung abzuwebren. Erst als die zionistischen Vertreter jede Mitarbeit verweigerten, so lange nicht ein Statutenkonritee das von ihnen eingebrachte neue Statut durchberaten habe, kam es zur Bestellung und zu einigen Sitzunaon dieses Komitees. Der Zufall — es war nicht mehr! — wollte es, daß rn einer dieser Sitzungen sich eine Majorität (allerdings nur von einer Stimrne) fand, welche das Prinzipielle des zionistischen Antrages annahm. Zur Entschuldigung des Kultusvorstehers muß wahrheitsgemäß bemerkt werden, daß er verhindert war, dieser Sitzung beizuwohnen, sonst wäre das Unerhörte nicht passiert. Er fand auch sofort die Remedur. Er ließ einfach den Krlltusausschuß, dessen Sitzungen laut ihrem Beschlüsse die zionistischen Vertreter nicht niehr beiwohnen, beschließen, das Komitee durch einiae sichere Leute seiner Partei zu verstärken. Als man daraufhin vom Kultusausschuffe verlangte, das Kotnstee aus gleichviel Mitgliedern jeder Partei zusammenzusstzen. erfolgte auf dieses Verlangen überhaupt keine Antwort. Die Vertrauensmänner der nationaljüdischen und zionistischen Korporationen Jglans erklärten nun, dieses Spieles satt zu sein, beauftragte die zionistischen Vertreter, ihre Mandate im Ktlltusausschuß niederzuleaen und beriefen eine öffentliche jüdische Protestversammlung ein; der Kultusausschuß wurde zu dieser Dersammluna m einem höflichen rekommandierten Briefe geladen. Es kam kein Mann des Kultusausschusses und auch keiner seiner getreuen Anhänger. Die überaus gut besuchte Versammlung billigte in einem Dankesvotum vas Vorgehen der zion. Vertreter und gab ihrer Kritik über das Verhalten des Kultusausschusses in drei Resolutionen Ausdruck. Auch diese Resolutionen wurden dem Kultusausschuß rekommandiert übermittelt. Die Antwort des Kultusausschusses bestand in der Einberufung einer Versammlung der beitragenden 5ruttusgemeink'«- Mitglieder; einziger Punkt der Tagesord. nung dieser Versamnllung war Beratung über die Renovierung des baufälligen Tempels. lieber andere Dinge sollte nicht ge» sprachen werden. In einem Flugblatt verständigte der jüd. Volksrat die Jglauer Iu» denschaft, daß sie bei diesem offenbaren Ausweichen vor einer jeden Aussprackis keinen Anlaß hätte, diese Versammlung zu besuchen, lieber diese Versammlung und die ganze merkwürdige Angelegenheit des baufälligen Tempels wollen wir ein nächstes Mal berichten. «r v. Ne neue Wische Partei in der Slowakei. Anschließend an die Notiz in Nr. 47 unseres Blattes „Mauschel in der Slowakei" bringen wir heute auszugsweise einen Artikel der LeskoSlovenska Republika. In einem, mit der Aufschrift „Die jüdische Frage in der Slowakei" betittelten Leitartikel ihrer Nummer vom 28. Juni gibt die Prager offiziöse „Ceskoslovenska Republika", nachdem sie den „Hirado", die „Slovenska Politika", sowie auszugsweise die Erklärung der „Bereinigten jüdischen Parteien" wiedergegeben hat, über die neue, durch Dr. Spirer versuchte Parteigründung und dessen erstes Auftreten vor der Oeffentlichkeit, folgende, ihr aus Prager > jüdisch-nationalen Kreisen zugehende Aeui ßerungen wieder: j „Die Verdächtigungen, welche bei die-! ser Gelegenheit gegen die jüdisch-nationale ' isiartei vorgebracht wurden, sind vollkominen haltlos und widersprechen allen Deni, was man bisher über das Wirken dieser Partei, welche im „Svaz Zidov pre Slovensko" organisiert und politisch durch die Vereinigten jüdischen Parteien" vertret-n erscheint, erfahren hat. Diese Partei wurde bald nach dem Umstürze und zu einer Zeit, wo die Besetzung der Slowakei noch im- Gange war, über Initiative des bekannten jüdisch-nationalen Politikers Marek Ungar aus Prag gegründet. Ungarn hat sich vorher mit den maßgebendsten Stellen unseres Staatswesens bezüglich seines Planes, die Juden in der Slowakei auf jüdischnationaler Grundlage zu organisieren, in i Verbindung gesetzt und deren rückhaltslose j Billigung gefunden. Auch führende flowa-! tische Politiker haben die Ansicht vertreten, l daß sie die Orientierung der Juden nach dieser Richtung durchaus richtig und ehrlich finden und betont, daß sie selbst es für bedenklich und unerwünscht finden würden, wenn sich die Juden, die bis zum Umstürze als Exponenten des Magyarentums giriert haben, plötzlich versuchen würden, sich als Slowaken zu deklarieren. Die Juden selbst haben auch in ihrer westaus überwiegenden Mehrheit sich entschlossen, sich zur jüdischen Nationalität ehrlich zu bekennen. Nachdem über Initiative des jüdischen Nationalrates in Prag und durch die 'Vorstellungen, welche die beiden Präsidenten desselben, Dr. Ludwia Singer und Marek Ungar, zur Zeit der Friedensverhandlungen in Paris gemacht hatten, die Anerkennung der jüdischen Nationalstät in der tschechoslowakischen Republik durchgesetzt wc^r. nahmen auch die Juden der Slowakei gelegentlich der Parlamentswahlen sogleich in diesem Sinne Stellung und vereinigten nicht weniaer als 45.000 Stimmen auf' die Liste der ^Verei» nieten jüdischen Partei". In jünaster Zeit haben sie in ähnlicher Weise angesichts der Volkszählung sich zur jüdischen Nationalität bekannt. Letzteres aeschah, nebenbei be« merkt, zum großen Verdruße der Magyaren und diese Tatsache allein beweist dit völlige Halllosiqkeit der Beschuldigungen Dr. Spirers und Konsorten, die soweit sie in der Slowakei ansäßig waren, vor dem Umstürze sich selbst ausschließlich die Ma. gyaren giriert haben. Bei den nacbgesolg» tcn Munizipal- und Zupanatswablen ha. den Juden wiederum ihre eigenen Kandi. daten aufZestellt und dieselben auch durch, gesetzt, während bekanntlich bei den Parla. mentswablen infolge der allseits zuaegedenen Mängel unserer Wahlordnung'trotz der überaus großen Zahl von 80.000 Stimmen, (in der ganzen Republik) kein jüdisches Sr'tL errungen wurde. Ich möchte fckstsßllch noch darauf Hinweisen, dgß di-ser, zudisch-nntiongleu Vertretern bei den Mu.