Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1921-06-24 · 46 (24.6.1921) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
46 (24.6.1921)
Date
1921-06-24
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/9610648-9611118-9610887--235-9610889
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

t=fttc Freitag ..,3üd isches VolksL! a &r.'4i crgeinifff, die sie erzielen kann. Ich hatte die Gelegenheit, die Kolonie Rischon le Zion, eiw« jitJülf Meilen von Jaffa, zn besuchen und da tan. ' - ich ans dem unwirtlichsten Boden, rings umgeben i ron Wildnis uno elendster Form der Bodendearbei tun g, in ein -srnchlbares und üppiges Tors, wo I der fette Boden schöne Früchte bringt. Zwischen ft Weingärten und den schönsten prachtvollen Oran- *1' ' Henpflanzungcti, alles in zwanzig oder dreißig 5:' Jahren durch die Anstrengungen der jüdischen Ge- , ft vieinde, die hier lebt, geschaffen. Als wir an* f£!■ p kamen, mnringten uns fünfzig bis sechzig junge rirjgl'iIukcn zu Pferd und Bauern aus dem Dorfe, Zcft die von der Arbeit kamen. Als wir endlich den Mittelpunkt erreichten, waren dreihundert oder vierhundert der prachtvollsten Kinder aller Größen uitd Geschlechter und etwa eine ebenso , i große Zahl weißgekleideter Mädchen ausgestellt. . | Wir wurden eingeladen, die ausgezeichneten sei^? ^ute zu kosten, die die Ansicdlung hervorbringi und die vielen Schönheiten der Pflanzungen zu v& h.'-ckstigcn. Ich warne jeden, nach dem Anblick dieser Ar- Das hauptsächlichste Ziel, das wir verfolgten, > land die Beurteilung meiner Theorie von und ,eit Monaten verfolgt haben, ivar, einen! fcer Parteistettmlg der Blätter abhing, Hot Frieden nüt der Türke: l z-)0>tung der eitglischcn Wissenschaftler Fräens 'kann'die Aussich! ans wesentlich L! bewieftudaß ihr Sinn fiirObjeZwitätstch Mäßigung der-schweren Lasten die beide Lände, nicht durch polftische Gesichtspunkte truoen ÜUZ rhreu mittelorientalischen Veroflichruttsien zu ■ Die Engländer haben — was lch hl er iragen haben, verwirklicht werden. Ich muß diese hinzufügen möchte — überhaupt auf die Angelegenheit hier erwähnen, daß sie für d!e Entwicklung unserer Wissenschaft iil hohem - "r ^. - ..und d mit Ich Mm nickü d^rÄtiftmm7uwS liegend/unbekannt^ Zukunft uns diese Politik l wus nur soziale Fonneil annimmt, macht des Abbaues und Friedens mit vollständigeiit Er. flch in Deutschland der gesellschaftliche Anuwlg wird durchführen lassen, aber ich glaube. ftnut-SMUS rroch viel starker als der soziale daß die Maßnahmen, welche wir ergreifen, für 'bemerkbar. Ich sehe die Sache so an, daß die j mus dieses Ergebnis wohlüberlegt siltd. Ich habe Tatsache der rassenhaften Besonderheit der 1 dam großes Vertrauen *•* ~-x.'"'v'c' v “ ' i-ohen Autoritäten^ I zn den Sachverständigen uitd Juden notwendigerweise ihre gesellschaftli' . die sich in dieser Meinung gc-! Beziehungen zn den Nichtsüden beein- ,,-nden haben, und ich empfehle der Kommt„t°tr,, Konsequenz, die die Juden ihre Zmtimmiing dazu zu geben und uns ihre Nn- L rc , ----- » KGKAD Ki i **"“•"**j1 '"f*, timg eingenommen hat. alt das beiseite schieben! $*e 'borfjintercrfanta Tebalte, die auf die müßten sie eine gewisse vornehme Zurückvnd durch einen mnat,,chen UeberM sertms derft^hr «ls zweistündige Rede Elanchitts folgte, Haltung zur Schl ' arabischen Bevölkerung von autzen roh und bruta. j^y *n £er Nunnncr le$ „Iüdic\r\o fokale zerstören lagen soll. Es wäre schandttch, wenn wrr, „ Bolksblattes" [Z.I s~- mvwn»> mm* »nr? / 1 J ev etwas derartiges zulicßen. Ich spreche hier von Tingen, die ich mit eigenen Jlugen gesehen habe. 'Rund um die jüdische Kolonie waren die arabischen, Häuser aus Ziegeln statt aus Lehm gebaut, so daßdie Kultur von diesem Mittelpunkt aus sich in! den umgebenden Bezirk verbreitet hat. Ich Meiste! nicht, daß mit-der eigentlichen Entwicklung der! Hilfsquellen Palästinas und jvenn jüdisches Kapital für die Entwicklung in Palästina verfügbar ist» was ja sein kann für die Schaffung großer Be- Wasserimgsarbeiten an: Jordan nnd für die Er- ' richtung elektrischer Kraftstationen im Iordantah die dort sehr rasch geschaffen werden könnten, daß dann I-alw um Jahr neue Mittel-für eine gute Eristenz für eine mäßige Zahl von Inden geschaffen werden und die Tatsache, daß sie ihren Ilntcrhalt durch diese neuen Mittel erwerben, wird aus die allgemeine Wohlfahrt der ganzen Bevölkerung, der Araber und der Ehristen ebenso gri: wie der Juden, einen Einfluß haben. Ich sehe keinen Grrmd, w-arum hier nicht mit Vorsicht und Wie ich Zionist wurde. Von Albert Einstein. Schau tragen und nicht so sehr siale Vermischung erpicht sein, von der die anderen nicht oder sehr wenig -wissen wollen. Andererseits hat der Antisc- "'I em'.'.2 in Deutschland Wirkungen, dm man voni jüdischen Standpunkt begrüßen!! sollte. Ich olaube, daß das deutsche Iuden- Jn öer SonntagLnummcr wmt 19. a-mi; tnni dem Antisemitismus seinen Fortbe- Awert mustern ,°-°eno-.tverdankt. Die religiösen Formen, welme früher die Vermischung der Juden sich die Juden Deutichlmrds nicht als A.me-^'U'd )dre Auflösung in U)rc ^Sejjtna ücr* chkL!ügÜed^^n^'EUonLS - W^staild und ^er wachsenden BilLg im me nschaft und^ viel-von b7ell s begrifft,t. So bleibt nichts anbeute auf als dieser ®ea.nfa& 8ur UmBebunfl den inan als Anttjemitismus behente auf diesem Standpunkt. Sie sind in } der Tat-viel assimilierter als die russischen ^r Anden. t»ie sitid in aerniicttte Slcbiilen ronrnt ‘ '■ ' > ’ meulebens mit den Nichtsüden gelegen. Dg war das Hauptmotiv meines" Anschlüsse an die zionistische Bewegung. Für mich' is der Zionisinus nicht etwa bloß eine au Palästina gerichtete kolonisatorische Bewe gling. Die jüdische Nation ist eine lebendig» Tatsache in Palästina^ sowohl wie in de, Diaspora und der jüdische Nationalismu- „„iß in Palästina sowohl wie in allen ge genwärtrgen Wohnländern zur Entfaltung gebracht werden. Seine Nationalität in der Diaspora zu verleugnen oder nicht zu betätigen, ist eine schlechte und halbe Sache. Wenn man aus dem Standpunkt steht, seinen Nationalrs-. mus nur auf Palästina zu beschränken, dann verneint man die Tatsache der Existenz des jüdischen Volkes und in diesen- Falle sollte n,an den Mut haben, alle Konsequenzen aus dieser Anschauung zu ziehen, und die schnellste und vollkommenste Vermischung anstreben und dmchführen. Wir leben in einer Zeit der Uebertreibung des Nationalismus. Mein Zionisnnis schließtnicht kosmopolitische Anschauungen aus. Ich gehe von der Realität der jüdischen Nationalität aus und glaube, daß jeder Jude Pflichten gegenüber seinen Mitjuden hat. Die Bedeutung des Zionismus ist übrigens vielfacher Art. Er eröffnet heute vielen Juden, die in der ukrainischen Hölle schinachten oder in Polen ökonomisch verkonunen, Aussichten auf eine menschen. würdigere Existenz. Durch die Zurückführmzq der Juden nach Palästina und ihre Rückkehr zu einem gesunden, normalen Wirtschaftsleben bedeutet der Zionismus eine produktive Tätigkeit, welche die mensch liche Gesellschaft bereichert. Aber die Hauptsache ist, daß der Zionismus die für dir, Existenz der Juden in der Diaspora not- Juden Sie sind in aemi'ckcke Scbi,l->u aenm, ‘ ver eine Trennung in, sozialen wendige Würde und ihr Selbstgefühl stärkt, gen und haben sich dem deutschen Volks..^nc ^sen Gegensatz j Ich habe, die würdelose Anpassungssucht und Kulturleben angepaßt. Dennoch und sämel?'und^ ungehindert vö^ Standesgenosien rmmer als . .., .. ... .; irofe der ostlziellen Gleracherechügung, 1 Fortickn-itt ein ständioer Strom jüdischer Einwan.l sie gemetzen, besteht ein kräftiger sozialer,' , derer ins Land kqmmen könnte, der in jeder Bhase Antisemitismus. Und es sind gerade d-e ge-! Dch habe oas an imr selbst beobachtet. - - - --' ' - . - - l=;sB,6uor zwei Jahren lebte ich m der sehr abstoßend empfunden. Durch die Gründung eines freien jüdischen Gemeinwesens in Palästina wird das jüdische Volk wieder in die Lage kom- , und solange ich dort war, war ich! n,en, seine schöpferischen Fähigkeiten zu .... . s ... . in,«» t„« „«„.»„lumu UK* meines Judentunis nicht bewußt und! ungehinderter und voller Entfaltung zu _ bQS ,ntc{. oin das imr lossteuern,> chitismus aufaebaut, während die Gebilde--^"','''' uichts in meinem Leben vorbanden.l bringen. Durch die Errichtung der hebrä- vnd das wir. meiner Meinung nach verpllichiet -- - - luuyituu ree wtuwe s-. '-,.„s sf,„r?A«v P sind, ju verfolgen. Wir können unmöglich b' lassen, daß die jüdischen ü-olonlen zerstört T.,.. .. H alle künftige Einwanderung eingestellt werde, oljne! hatlftg ehrltä,-,.„—ö .. v " endgültig zuznqeben, daß das Wort Englands irn j antisemitische Bewegung zu bekämpfen. Das '-art sah ich lue Not vreler. jungen Juden. sondern k Orient nnd im Mittleren Orient nicht länger! bängt mit verschiedenen. Ursachen zusam-! Wle ihnen durch ihre antisemitische \ zählt. Wenn den Arabern in Palästina VertreZ men. Zum Teile hat diese Erscheinung time'Umgebung unmöglich gemacht wurde, zu £ tttnaskörper zuqestanden werden, was ßesfentlick^ Ursache darin daß die Juden einen weit' ei mm acordneten Studium zu gelangen einmal geschehen wird, so werden in dem Vertrag.ihre Zahl hinausgehenden Einfluß auf und sich zu einer gesicherten Existenz durch- .**-«,*- S/ow* hAfttUAH TA/t*4-»vwv^*4-rt STirtv/»-»v»K.v»*4«-v»/-t-svr l. O ) ** l -%U V*MI Ä L, — ^. — * - - — - ->< -«♦ '-l M-*: t-,i'Vi?»rtvrt rtilr nrtA HrtVt nöH auf dem sie beruhen, bestimmte Vereinbartmgen zu treffen sein, welche innerhalb vernünftiger das geistige Leben des deutschen Volkes 7-urmaen. Insbesondere g,lt das von den al'.süben. Während man nach n,einem Da- Ostjuden, die unaufhörlich Schikanen aus- - -■ - ~~ -- - f«v«S ,-i\ **Xr**ti\t\ Vlt/4-k+ NrtR 1^VÖ OrtM nnd ein vermin ft tges Maß von Macht lins vor znbebalten. dts nötig ilt, uni die Annahnie unserer Vorschläge durch beide Parteien zu sichern. Tie Unruhen, die in Jaffa und der Um gebung vor zwei Wochen stnttscmden, waren ibrem Ebarakter nach ernst. Etwa vierhundert Personen wurden aetötet oder verwundet. Obake-ch nnS die Laae noch, immer mit einer gewisser, Sorge ermllt, halte ich doch die Situation nicht Nr unhaltbar oder kür derart, daß sie unhaltbar '7v>-*den könnte, ich alaube aber, daß ne mis ver.. . . an laßt, ims einarisfsbereit zu halten, gemäß! laud, üben die englischen Juden sicherlich i unseren Wünkchen und dlbsichten, natürlich i^nernicht die gleiche Wirkung aus die enülis' ' halb der Grenzen der Kosten, die ich angedentel Gesellschaft und Kultur aus, obwohl ihr flobe. j höchsten amtlichen Stellen zugäna- Ehi^cchill beschäftigt sich dann mit der Lage in nch sind und ein Jude Transiordanien, wo ein Großteil der Verant* i land nahezu undenkbar flachlichen Beobachlcr auf. Es gibt sehr? fentlick!eit in wachsendem Grade beschäftigt, viele, die eigentlich keine Antisemiten sind!! "" bereichern und wie vor Iahrtansenden in neue, bessere Bahnen lenken. Jude» und Araber in Palästina. Die Auffassung der „Times". ' L Kurz nach dem Ausbruch der Anruhen in 3ciffa veröffentlicht „Times" einen grund;ätz" lichcn Artikel ihres palästinensischen Bericht" - -^ . erslalters zur Arabersrage. Es heißt ,'n den Versammlungen, Konferenzen. Zeitun- \ bemerkenswerten Ausführnugen: „Die arabifch- ------ —-!»—- —'f-- -I ,.-s. — it*-. « OlWr* l>r« tiK bedroht ■; Meinung gegen die ostjüdifchen Ein-! hat niemals irgendwelche Sympathie für den zentsatz der Juden in England zum Bestmel^ nicht viel unbedeutender ist als in Deursch-!s rer zu stimmen. Man inacht die Ost- \ Monismus gezeigt. Die türkische Herrschaft zun, Sündenbock für alle Gebrechen; vor fern Kriege war in Paläßina Mt um V 1 r f.•-ff.,. - CU! X... " - ‘ V*’Ts»r\ «IrtVrtV» T+rt-f-X Richter oder zum nannt werden kann. s i wortvng Emir Mdullab, dem Bruder Feisals. f l übertragen worden ist. Cr schließt: t' „Tie Politik, welche ich versucht habe, der st; Kommission darzuleaen, und in deren Anhörung i‘% Sie mir so besondere Freundlichkeit und Nachsicht 1;:;• ae-eiat haben, war durchaus von dem ausrichtiqen -4Wunsche beseelt, eine Interessengemeinschaft zwist scheu den Arabern einerseits und Großbritannien und ,einen Verbündeten anderersetts zu schaffen i jpnd zu befestiaen. Aber all diese Bemühimgen x s würden znnickte aem-acht, wenn wir sie nicht mit. , P-' riner friedlichen und dauernden Regelung des Bei den Konservativen tt. Verhältnisses zur Türkei —rcs :r* »izu erwarten, daß eine -erden kann durch die Vielsack ist der Ankisemstismus einp! Demagogen' erfolgreich angewendet wird.! und daher nicht waMereck.tkgr war. B-amteftl» Frage politischen Kalküls. Es hängt oft nur?^ ¥*,^,8 Austreibung der Ostjuden! Zumute Bramte. Dürgerm iter und S adö von der Partei ab, der jemand angehört. ^er Regierung erwogen wurde, eme! rate, waren damak. wegm n,d„n-er Konkuv. ,g< w!! Nickt bekenueu oder betätigen weil dies» Zuasnnnen nüt einigen Kollegen, Ju-! - .... >-• nicht in das Progranun seiner Partei paßt, j den und Nichtsüden, veranstaltete ich Un,-!^^ Kaulle'H'uw^ Bei den Konseroativeil Mn. nbj «rfitÄto* f:“LSf'IÄ tatiJ fi«S Kl* Sm i \ P-'fTot’n iunn uiuuj vic «uw*, . rc>rT „ hm*». ,„6„ ££t 3ÄI,ft Ki, £cr .-.. Ä'jLkLL'WLL"! der Bestand alter, eingewurzelter liberaler! Ich bin in diesem Sinne nationaler Jude ' iUn »in ,Ö,tl unter nrchimstandf Traditionen das schnelle Wachstum des! daß ich die Erhaltung der jüdischen oder ^HracS t Antisemitrsmus. Ich sage das, ohne mich ftr-endwelcher Nationalität als'Selbstzweck!,Erft e/- ein menschlck w auf persönliche Kenntnis des Landes berr^ fordere. Ich betrachte die jüdische Raüonaden^r «V LmV'lite Ä fen zu können. Ich war me ,n England., «tat als eine Tatsache und bin der Mei-! stark belaßen Gruntbesttz m verka.sien, voü imscre Lebensinteressen' zu verteidigen und wir ,! müssen jeiacn, daß wir diese Mittel besitzen und daß wir letzten Endes nicht unfähig sind, sie auch;u gebrauchen. Sonst gibt es keine Grenze der ' Erniedrigung nnd iülißhandluna, die diesen gro- - fen siegreichen Verbündeten, die eben erst das «-s aan--- tü'ck'sche Rc-ich ur Boden aeworien haben, wi con Gegnern m,getan werden, die ebenso eingebil- M het wie' schwach sind. Wenn ivir uns aber machilos oder unfähig zeigen, werden wir nicht die ■y , ftiedlicbe Regierung finden, die das Ziel unterer ucuö. WLxelÄ uu- «llüks-vemyn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.