Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 46 (24.6.1921)
- Date
- 1921-06-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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klMlnummei 1 K, inekoHo» und «dmtntstrativn: SHowlftlpU au(6 ml» Rückvort»' jwr>en «tu» o&ttc GewLdr anflf ramme« und aufbewahr» ®ine Berplltchkuna *ur RücklenSiiu« wird »ich» »ncrkannl SvreltzituvdkN dr^ Ntedaktion» t«ar»w vor, u b» 1 Uhr vermMaa». ttigentnm l>-< Ttüdttchcr. ®et* t«flcS“ rca tfen. nt b. H tn Müdnlch-Lstraa ©etauBfltbe* nnb V'tcntwiUld;" Ncdak.eur Dr. Huft, emwann tn MLür.-Lmrau. Freitag, 24. VI. 1921. 3. Jahr. Rr. 46 r-1- \ MjäTirl.Katt.-« monatl K 7.— sDa» ^üdi.che BolkSblatw t« kei» I Lokalblat» sondern al» Versand? »eitvna da,« vrrute». den natto- ' nalerr kuktnrellen und Wirtschaft.? I» Interessen de, bemühte« -nschak» im «anten tschecho» sü chen Staate und «n Galt, zien su dienen - Inserate CoHttt 30 h füt die Ssach gespaltene Mil^!meter»ctle. Snträar für In» ,ernte übernehmen aubrr der Admintstralton alle größeren An» noncenerveditionen Erscheint se» den DienStag und Irrttag. 18. Siwan 5681. Professor Einstein über den Zweck der Amerr kareise. Professor Einstein ist während seines Aufenthaltes in England bedacht ivorden. Er hielt Vorträge in der Universität von Manchester, die; tfjtt zum Ehrendoktor ernannte, sowie im King's, College, in London. Beide Vorlesungen vereinig-! ten die Elite der englischen geistigen Welt. In! «inein Interview mir dem Korrespondenten des .Daily Erpreß" äußerte Einstein über den Zweck j seiner Amerikarcise, daß sie nicht der Relativi-! tatstheorie gegolten habe, sondern einer anderen j Sache, die ihm sehr am Herzen liege, dem Zionis- > wvs. Er sei mit seinem ganzen Herzen an der Errichtung einer Universität in Jerusalem inter- «Wert nnd es seien bereits die praktischen Sicher-! heiten stir eine medizinische Fakultät geschaffen. Keren Hasessod in Amerika. ' Die Aktion für den Keren Hajessod in Aine rlka hat neuerdings eine gewaltige Ausdehnung erfahren Die Keren Hajessodorgamsatloi arbeitet numher in größtem Stile und mit gutem Erfolge? Die von seiten der bisherigen Exekutive der anglikanischen Landesorganisation bereiteten Schwierigkeiten sind mit dem Sturz dieser Exekutive kortgefaallen der mit zwei Drittel Mehrheit auf der Konvention in Eleveland das Vertrauensvotum verweigert wurde. Ter neuen Leitung gehört der Keren Hajessod-Leiter für Newyork, Richter Noseiblalt an. Samuel Untermeyer teilte auf der Konvention mit. daß er das Präsidimn des Keren Hajessod-Komitces für Amerika übernommen habe. Große Erfolge hatte ferner von Frau Dr. Wetzmann eingerichtete Juwelensammlimg, der schon außerordentlich viel Schmuck zugegangen ist. lament angenommen oder gntgeheißen. Unter den auS diesen Verträgen folgenden Entchließungen haben >vir feierlich vor der ganzen Welt die Stellung einer Mandatarmacht für Palästina und Mesopotamien angenommen. Dies ist eine sehr emfte Verantwortlichkeit. Es ist nicht bloß eine sormale Verantwortlichkeit, fonben: eine wirkliche Verantwortung. Wir sind zurzeit im Besitze dieser Länder. Wir haben die eurzige Regrerungsform, die dort bestand, zerstört. Wir haben den Bewohnern die Versprechungen gemacht, die ich soeben aufgezählt habe, und wir müsien ims be. mühen, unsere Plicht zu tun, und uns aus nüchterne nnd ehreichafte Weise zu halten und Ber m euglffche PalMuapolttiL In einer Komm'issionssitzung des englischen Unterhauses vom 14. Juni ' gab Churchill, Staatssekretär für die Kolonien, seine laiig erwartet und wiederholt verschobene Erklärung über die Politik der britischen Regierung im Mittleren Orient ab. Wir besitzen den offiziellen Bericht über die Sitzrmg» die für uns vieles wichtige gebracht hat. Churchill begann: „Ich muß heute zum Ausgangspunkt die Verpflichtungen und Verantwortl i ch k e i t e n wählen, welche England im Mittleren Orient Übernamen hat und die ich im Einklänge mit der Politik der Regierung zu erfüllen bestrebt bin. Während des Krieges eroberten un» scre Armeen Palästina und Mesopotamien. Sie lese!'ten diele beiden Provinzen des türkischen bleiches. Sie brachten die Araber n. Landesbewohner zum Aufstand gegen die Türken. Wir hoben die türkische Verwaltung ans, und als die Armeen verdrängen, setzten tvir an ihrer Stelle eine Militärverwaltung ein. Um bie Mitwirkung eines möglichst großen Teiles der Landesbewohner zu crfjalte*. gab man Zusagen, die türkische Herrschaft würde in diesen Gegenden nicht wieder ein. geführt werden, lieber diese Zusage ist nicht zu streiten. Sie erfolgte durch Lord Hardinge, durch Sir Peroy-Scott und durch General Maude und sie tvurden während des Krieges von seiten des jetzigen Ministerpräsidenten ausgesprochen. 2. Um die Unterstützung der Araber gegen die Türken zu ccnnnnen, machten wir gemeinsam mit unseren Verbündeten während des Krieges eine weitere Reihe von Versprechungen den Arabern gegenüber. Wir sagten ihnen durch die Person des Köni-zs Hussein und derjenigen, die sich um ihn vereinigt hatten, die Wiedererricktuna der arabischen Nation u. lo weit als möglich die Wiederherstellckng arabischen Einflusses und Ansehens in den eroberten Provinzen oder, wie wir sie nennen, der befreiten Provinzen, zu. Auch über diese Zusagen gibt cs keinen Zweifel. Mit Bezug ans Palästina wurde ein drittes Verspresckien von sehr wichtigem Charakter von seiten der Regierung durch ineinen sehr ehrenwerten Freund, den Präsidenten des Staatsrates sMr. Balfourj am 2. November 19] 7 gemacht, wonach Großbritannien im Falle des Erfolges im Kriege seine besten Kräfte gebrauchen wolle, mn ein "jüdisches nationales Heim in Palästina zu «'.-rechen. Das war die Lage und das waren imsere Verpflichtungen, als der Krieg endete. Nach der schicksalsvollen Kriegszeit treten wir »n die schwierige.Leit der Friedensverhandttmgen «in. Die Gnwdsätze für die Verniaung über "bie rrobertne türkischen Provinzen «nd über die deukschn Kolonien nntcr den siegreichen Verbündeten wurde:: vom Obersten Rate entchiedcm, der tvähsß'nd des Jahres 1919 in Paris tagte, und sein» Beschlüsse wurden. in die Verträge von Versailles nnd Sevres nnd in die Völkerbundakte aufgenomchrn. Diese Verträge wurden für Großbritannien durch das damalig Kriegskabinett gebilligt «nd ihre Bestimmungen wurden durch haü Par« pflichtungen einzulösen, in die wir mit offenen Auge,, ein getreten sind. Wir können incht diese Bemühungen leichtherzig znrückweisen. Wir kön° kken nicht Kehrt machen, unsere Armeen an die Küste marschieren und die Landesbewohner, für deren Sicherheit und Wohlbefinden wir uns selbst in der öffentlichsten seien! ick: sten Weise verpflichtet haben, einer Anarchie und Verwirrung schlimmster Sorte zur Beute lassen. Wir tonnen nicht nach dem, was wir gesagt rrnd getan haben, die Juden in Palästina von den Arabern mißhandeln lasten, die gegen sie aufgehetzt wurden, rvir können auch nicht die große und historische Stadt Bagdad imb' andere Städte nnd Ortschaften in Mesopotamiens den Plünderungen der wilden Beduinen der Wüste .aussetzen. Ein solches Boraeben würde nicht in Einklang mit der Anschauung sein, die das britische Parlament bis haute jederzeit von seiner Pflicht gezeigt hat. Es würde auch icicht im Einklänge mit dem Ansehen stehen, das imser Land sich immer bemüht hat zu gelvinnen und zu erhalte,:. Es ist zwecklos, Zeit und Energie zu verschwenden, nm in dicsern Stadiuu, darüber zu debattieren, ob wir klug oder unklug waren, als wir die Verpflichtungen eingingen, die ich ausgezähkt habe, als wir im Kampfe des großen KinegeS diesen nnd jenen Weg versiicksien, für ,mser Leben brachsten nnd gegen unsere Feinde bald da «nv bald dort, wo es am besten schien, anzukommen i sachten, gewannen wir den Sieg der WalsM und belasteten 'in? mit den Verantwortlichkeiten, bi«?: so oft dem Sieger cmhängen. Wir sind verpslich-s tet, einen ehrlichen, aufrichtigen, geduldigen und! entschlostenen Versuch zu machen, unsere LerPslich-> lunge« einzulösen, und ob dieserWeg nun populär s cder nnpopiilär ist, ich bin sicher, es ist der ein-! zrge Weg, den irgend eine britische Regierung! oder ein britische? Parlament schließlich selbst für j gangbar halten tvird. Ich sage, eine ehrlickze, ge-' dnldige und entschlossene Anstrengung. Ich gebe' zu,' daß die Verpslichlunq nicht "unbegrenzt ist;! icki gebe zu, das; ein Punkt erreicht werden kann, s wo tvir etwa erklären müßten, daß wir einen Mißerfolg hatten und daß mir nicht mehr da? Recht batte», von den britischen Stcuerzablern; weitere Opfdr zu verlangen; daß die Bedingungen unserer Finanzen oder nuferer militärischen Hilfsquellen so wären, daß wir nicht mehr tm, könnten. Das wäre ein sehr erniedrigendes und trübseliges Bekenn'mis, und nach sorgfätigen und, ich glaube, ganz unvoreingenommenen Envägilngen der ganzen Materie glaube ich nicht, daß es richtig wäre, in diesem Augenblick ui saaeu. wir s stünden vor dem Mißerfolg oder unsere Hilfschiel-s len setzen uns nicht in den Stand, imfere Verpflichtungen zu erfüllen. Ich glaube das Gegenteil. Rach allen Tatsachen die wir heute sehen, zu urteilen, ist es unsere Pflicht, ans,zuharren und ich hoffe, daß wir durch Ansbgrreu einen ehrenhaften, regulären und letzten Endes erfokgreichcn Ausgang unserer Angelegenheiten finden werden. ( Aber wenn wir Erfolg' haben sollen, Wem, wir die Beschämung des Mißerfolges vermeiden sollen, wenn tvir unsere Unternebnnmgen zu einem besriMgenden Abschluß bringen sollen, liegt die tsimdamontale B"d>ngima, der einzic-e, Schlüssel in der Herabsetzung der Ausgaben in' diesen beiden Ländern ist innerhalb vernünftiger' nnd praktikabler Grenzen. Tarnm habe ich mich dieser Erwägung zunächst vor allem anderm zuoewendct und daran, will >ch zuerst die Anfmerksamkoit der Kommission lMte lenken. Vielleicht kann ich nebenbei tagen, wie ich in diesen Ausgabenkreis gekommen bin. Ich fcnrd es 'oni K'ieaHamt als ''N'uöalich. die militärischen .* rtgt toitt : absoku . . ..... diese po litiscbe Aktion von andeten Staatsdevartements dlrrchgesührt wurde. Darum drängte ich besonk ders stark darauf, daß die ganze Verantwortung iür den Mittleren Orient einem einzelnen Minisicr mit direkter Verantwortlichkeit dem Parlament gegenüber übertragen und daß ein belon. deres Budact ausgestellt werde, welches dem Barlament. aenau zeigen solle, bis zu ivelchem Maße es mit Bezug auf die Anaelegenbe''en des Miklleren Orients eimagiert ist. Dm war ick, in vollständigem Einklang mit dem Minister-Präsidenten. Unter diesen Umständen bechlos; das Kabinett ein Dck"rtemevt snr den Mittleren Orient schaffen, dieses Departement dem Kolonialamt zu unterstellen sowie ein besonderes Budget auszustellen. Ich hatte sicherlich niemals dre Absicht oder den Wunsch, selbst der verantwortliche Min:- sicr zu werden. Als andererseits mein sehr ehrenwerter Freimd» der Ministerpräsident, mich auf das dringendste bei verschiedenen .Gelegenheiten .aussorderte, dirse Aufgabe auf mich zu nehmen, sü>,Ite ich,' daß ich dies kaum ablehnen konnte, mit Rücksicht ans die Anschauungen, die ich ansgedrückt hatte, nnd auf ihre Annahme durch meine Kollegen und der Regierung. DieS ist die Erklärung dafür, wieso ich mich heute mit dieser Angelegen» heit befaßt finde. Sobald ich im Jänner Bildung eines Departements für den Mittleren Orient vervollstän ui 7;iqi^>LMunuv;u uxuu '^uum vcö jhwuuv» uhv* znarbeiten. Darum ging ich dann auch mit Znjünrmrmg des Kabinetts nach Kairo und berief esiw Konferenz der mit den Angelegenheiten des Mittleren Orients beschäftigten britischen Autoritäten ein. Was ich telegraphisch zustande zu bringen nicht vermocht hatte, zeigte sich' durch Aussprache und Beratung als leicht regulierbar. Ob Pie Beschlüsse, zu denen wir kamen, den Erfolg für sich stoben werde,,, km:n ich nicht sagen, aber jedenfalls waren es Beschlüsse, dre einstimmig von all den 'ehr bedeutenden und verschiedenen Sachverständigen dort gefaßt wurde!:, und. wenn sie Erfolg haben, werden sie den wesMtlichen Teil der 8,'eduküon, den ich mir als Hauptaufgabe gesetzt hatte, znn: Ergebnis haben. Jedenfalls haben wir innerhalb der ganzen arabischen Halbinsel und auf dem gmrzen gewaltigen Gebiete eine einheitliche klare Politik, in der alle militärischen und Zivilautoritäten zurzeit übereinstimmen. Churchill legt sodann die finanzielle, zugleich niiütärpolrtische "Seite des Problems dar Imb begründet eine Herabsetzung der Auslagen für Mesopotamien und Palästina vm: 35 Millionen Pfund Sterling im ursprünglichen Vorm:schlag auf 27,250.000 Pfund Sterling für das lausende Jahr 1920—21; für 1921—22 kündigt er eine weitere Reduktion aus neun bis zehn Millionen Psmto Sterling an. Eine Zwischenfrage des Abgeordneten OrmSby-Gore, wieviel von diese,: Summen aus Mesopotamien und wieviel auf Palästina entfällt, beantwortet der Minister nicht. Cr geht dann zur Politik über, bespricht erst ausfichrlich die Probleme in Meopotamien, wo ein: arabische Reoiemmg, vorcncssichtlich unter Emir F e t f a t errichtet werden soll, und gebt dann ans Palästina über. Churchill sagte wörtlich: , „In Palästina ist augenblicklich das Problem aknier als in Mesopotamien. Anderereits ist es im militärischen Sinne eine weit kleinere Frage. Mesvpvtamieil ist ein großes, unzugängliches Land, Palästina ist an allen Prmkten leicht von der See aus zugänglich, ein Land, .das ein Autonwbil von einem Ende bis zun: andern im Laufe eines Tages oder in noch kürzerer Zeit durch, aueren kann. Obgleich nach meiner Information in Palästina in diesem laufenden Jahre eine größere Gefahr von Unruhen besteht als kn Mesopotamien — ich gebe bloß meine Information wieder — könnte man die Unruhe viel leichter behandeln, wenn sie einmal ausgebrochen wäre. Die Ursache der Unruhen in Palästina und die eisizigc Uusache kommt von der zionistischen Bewegung und von unseren Verspre-chungm und Zusagen mit Bezug auf sie. Aber wegen "dieser Verprechmiaer. und dieser Beweaung könnte die ans britische Koster: gelmltene Besetzung noch beträchtlich herabgefetzt werden. Zu Ende des letzten Jahres, als ich noch im Kriegsamte war, beschlosien wir cinc sehr beträchtliche Herabsetzung der Palästinensischen Garnison. Unsere Truppen wurden von einer Stärke von 16.000 Mann auf eine Stärke von 7000 Mann herabgesetzt, was einer Kampfstärke von 5000 entspricht. So viel sind heute noch dort. Ich kann nicht hoffen, diese Truppenzähl in unmittelbarer Zukunft noch weiter zu verringern. Im Gegenteil ist es möglich, daß sie noch eine ge-' tvisss Verstärkung erfordern kann. Tie G es amt kosten ,d:e wir in Palästina im letzten Jahre batten, waren 6W> Millionen Pfund tmbj im lausenden Jahre 4Vo Millionen Pfund. Von diesen viereinhalb Millionen Pfund aber stellen zwei Millionen die Kosten der ^Früerimg und Demobilisiermig der großen Maste indischer Trnp., Pen dar, die jetzt das Jagd verlassen haben. Daher kcnm man sagen, daß die militärischen Auslagen in Palästina — denn die Zivilverivaltnng erhält sich selbst, das Land erhält sie — aber He Auslagen der britischen militärischen Garn:-, son werden im nächsten Jahre zweieinhalb Mllio,! nen Pfund betrage::. Es ist nicht ganz richtig, z», i sagen, daß diese Auslagen noch reduziert' werden: könnten, Wenn wir zum Beipiel Palästina nicht' bekommen hätten, denn der Großteil der in Palästina stehenden _ Truppen sind reguläre b r iti.s.lbe Einheiten und wenn sie nicht in Pa.j Wma,. stalioWl^ D^rerl,- so würden sie wichr-i scheinlich anderswo stationiert sein, tvenn nuht daS Haus weitere Maßnahmen durch Entlastung der Vorkriegstruppen der britischen Armee beschließen sollte. Nun, die Frage steht vor uns und :ch toill ihre Schwierigkeiten keineswegs gering schätzen. Wir wollten bewachten, wie wir der: Inden :md den Arabern in Palästina gegenüberslchm. Ick, habe bereits die Deklaration des Lord-Präsidenten des Staatsrates erwähnt, die von deni Obersten Rate der Verbündeten in San Remo angenommen wurde. Ter wesentliche Inhalt der Deklaration wurde in den, Mandatentlvurf wiederholt, der binnen kurzem dem Völkerbund vorgelegt wird." \ ( Sir F. Banbury: „Wird der Völkerb:mdH< in Palästina unb- Mesopotamien vertreten sein?" Churchill: „Neii:. Wir haben schon ganz gc, ungend Komplikationen. Die Mai:date rverde» nach dem Völkerbundakte ausgestellt. Die Schwierigkeit dieser Zusagen eines nationalen Heimes für die Juden in Palästina ist, daß sie unserer Politik der Anhörnng der Wünsche der Bevölkerung in den Verivalteten Gebieten unter Ein-.: setzung von Vertretungskörpern, sobald sie dazu , fähig und, widerspricht, weil derartige Bertre^, £ tnngskörper in diesem Falle jede weitere jüdisch«P k Cin'loanderung verhindern würden. Es gibt viele tj Schmierigkeiten, aber so zahlreich und dornig siesind, glaube ich doch, daß wir mit Geduld lleberlegung und ein bißchen Glück einen Weg herauSfinden können. Das britische Reich wurde von Optimisten und durch positive Behauptungenjmbnicht durch Neaw "en erbaut. In Palästina •: gibt es etwa 500.000 Mohammedaner, 65.000 s l Christen und etwa 63.000 Juden. Ans Grund! ' des zioni bi scheu Cinwanderungsplanes sind etwa ' 7000 Juden ins Land gekommen. Diese Einwanderung und die Propaganda, von der sie begleitet' war, hat die arabische Bevölkerung sebr alarmiert und erregt. Es ist incht so sehr die Zahl der Einwanderer, die den Alarm hervorgerilfen hat, son» . dein die ständigen und heftigen Erklärungen der, zionistischen Orgmüsationcn iit der ganzen Welt-—-'' worauf sie ein vollständiges Recht haben — daßsie hoffen nnd streben, Palästina z» einem vor»-> herrschend jüdischen Land zu machen, bevölkert von- Juden aus allen Teilen der Welt und auch die"! Bcsürchtmrg, daß diese Juden haichtsächlich au^ Mitteleuropa und insbe' meu würden. i-cfcnbcre aus Rußland fom-j j Die Araber glauben, daß sie in den nächsimr paar Jahren durch Masten vm: Tausend«: von Einwandereri: ans Zentraleurvpa tveggeschwemmt werden würdei:, die sie vom Lande verdrängen, den ivcrtvollen Teil des Landes besetzten nnd möglicher Weise die absolute Herrschaft über seine Ein»' richtimgen nnd Geschicke gewinnen könnte. Tat»' sächlich sind diese Befürchtungen illusorisch. Um die Begeisterung und Unterstützung, die sie brau, chen, zu erhalten, sind die Zionisten genötigt, ihre! Sache mit äußerster Wärme, Ueberzeugung unds Hoffnung zu verfechten, nnd es sind diese Erklärungen, die die Araber alarmieren, nicht die wirk-! tichen Ausmaße der Eiiuvanderung, die eingetre-.I ten ist oder eintrcten kann. Schließlich habenZ wir Sir Herbert Snmnel dort, der vielen Mitgliedern dieses .Hauses so wohl bekannt ist, cinenst tüchtigen, praktischen, erfahrenen, liberalei: Poli-i tiker-Fähigkeiten, d:e man höchst nottve::dig ins reichen: Bchße für die Regierung eines so weii ge-s dehnten und mannigfaltigen Reiches braucht, Hn:| das unsere ist. Er ist gleichzeitig ein äußers durchdrungener Zionist. Ich folge mit jehgroßem Vertranen seiner Aktton und gebe ihm chdes mögliche Maß von Vertrauen und Ttntcri| snitzimg jin diesen schwierigen Zeiten. Er Iw kilrzlich eine weitere Erklärung an die Völker Val lnstinas erlassen, worin er ihnen seine Aussassuv-I des Ausdruckes „nationales Heim" in der do»I der britischen Negierung 1917' gegebenen Zusag!» erklärte. Er hat folgendes gesagt: „Diese Worte snationales Heims bedeutenI daß die Inder: die ein über die gm:ze Welt vrrl streutes Volk sind, deren Herzen sich aber imuixl nach nach Palästina hinweuden, in die Lage komi nren sollen, ihr Heim zrr sinder: „nd daß eine ge' wisse Anzahl vor: ihnen innerhalb der drrrch ch, ,'sahl und die Jitteressen der gegen -ärtigen Ä; völkerung bestimmten Grenzen, nach Palästtn. kommen sollen, um durch ihre Hilfsquellen uni Anstre>,gnngen an der Entwicklung des Landes zum Vorteil aller seiner Bewohner inrtziihelfen.1 Da ist tatsächlich für die. Araber nichts n fürchte». Die ganze jüdische Einwanderung wir! lehr sorgfältig überwacht nnd kontrolliert 'sotools vom Gesichtspunkt der Zahl als -auch des r* " I tcr3. Kein Jude rvird eingelassen lverden übi dre Zahl hinaus, die durch die fortschreitenll Wohlfahrt und Entwicklung der Hilfsquellen Landes versorgt werder: k-amr. Elerviß besteht keil Ztveifel, daß zurzeit das Land sehr rinterbevölke! rst. Jeder, der die Arbeit der jüdischen Kolonie die während der letzten ttvanzig oder bretM Jahre in Palästina errichtet wurden, gesehen hei imrh erstaunt sein über die gewaltigen prodnkMj I