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Jüdisches Volksblatt · 1921-05-27 · 39 (27.5.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
39 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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27. 3Ra\ Skr. 89 r^> ©5tte 3 ffretras, „Jüdkfches asoirsDjorr 't iic £ö: ' »L'^en. ifc: , st° V t tß »*«;) i R" 3e | « lö 8cJ \; N' S?! h & l •« fer''< ür;. r ® v ’ « Kl /:: »och »ich: gelegt ist. ist die Zionistisch) Orgapsation berufen, diese Grundiere zu ersetzen. Lt'.rbt der Her. l che nationnl-p litiche Or a- Msätionsgedanke ach so wir,) d.e Jude.heit ga .$ kewih die seelischen und materel c;r Äräfie ui t Lufbringen, die zübr Anbau Palästinas nö. g find, und der national judichen Polin' wild kein weiterer Erfolg befchieden sein. Ta wir sicher sind, daß diele hohe Bedeu-> rurtg der Organisation nirgends bester als Lei den deutschen Zionisten verstanden wird, so erwarten w:r, das; hie deutschen Zionisten sich allen Tendenzen enteegenstel'en werden, die die Einheit und Kraft der Organisation bedro - hen. Auch da- Part-iwesen sollte bei uns nicht Lu sehr überwuchern. Es kann bet urs leine atzsgeorägten Ktas engegen'Ltze neben. W si d nom nicht die neue Gemeinschaft in Palästina, wir sind auf dem Marsche nach einem noch fernen .Hel. Das s irrerikanische Programm. Grundsciilch mutz sest'estellt werden, dass itfe jüdischen Angelegenheiten uns au gehen. Ter zweite Punft, di: Forderung, datz die Zionistische Organisation als „Jmifl, Age cy" figurieren soll und nicht eine neuaedildüs Körperschaft oder die Vertretung eines Weltkongresses, bezeichnet Lichtheim im heutigen Sadrum als nicht aktuell. Tie dritte Fo.tnul eruag sich Schwerwiegend ist die Kr>ttk, Sic Segen das Ko! onisa: ir nssystem richtet. Es ist wahr, hast es noch immer nicht gelungen ist, zu wirklcher Setzhaftnra'chu g von Kolon.sten in rentierenden Betrieben zu, gelangen. Aber wenn der Bericht sagt, datz^ die Nativnolfondsfarmen vom wirtskaftstchen Standpunkt ffft wertlos sind, sc sollte man die Schuld nicht nur bei der jetzigen Palast-na kommission, sondern auch bei der Ratio >alfondsverwaltung suchen. Und wenn w"r rrrchi 'mNier nicht zu einem brauchbaren Ansiedlungsfnstem gelangt sind, so wüsste ich nicht, wen die Schuld dafür in höherem Matze trifft, als Herrn Julius Simon, H:r seit der Einrichtungder Londoner Leitung vis jetzt an der Spitze des Kolonisaäonsdepartsnrents gestanden hat. Ich kenne keinen prn i'/esten Standpunkt in Koloniscttionsftag«n'. Es ist mir vol kommen gleichgültig, ob Palästina sozialistisch oder am andere Weise aufgeba -t wird. Wenn es ein« scZialistiscke Wirtschaftsweise gibt, auf deren Grundlage sich eine blühende Wirt.chrft entwickelt, so werde ich sie annehmen. Niemand von uns hat Dorl'ebe für das privatkapitalistische System. Aber wir müssen erst sehen, datz es cfeht, und das haben wir nicht gesehen. D« Vorwurf ist dmjen'gen Stele» 'der dag vie ökonomische Basis d.e notwendigste des Aufb ues Palästinas ist. Doraussetzun- Es kann sich höchstens um die Frage handeln, ob ein paar Schulen mehr oder weniger gemacht werden sollen. Viertens: dis Trennung der Fonds für ökonomisch rentable und unrentable Zwecke ist ganz nicht g. Tech betrifft dies nur die Verwendung der Gelder. kein, swegs die Aufbringung. Der Be- Mutz für Keren Häsestod ist in London ein- Mmmig g cfatzt worden, und bei einigem guien Millen wäre die Einigkeit zu erzielen gewesen. Die Verhandlungen in Amerika sche terleci M etz'.ich an der Forderung der Amerikaner hegüZch eigener Kontrolle der Gelder. Dne Forderung einer ö onomffh richt gen M:th dH der Arbeit in Palästina wird jeder unter scheelben; die Amerikaner sollten aber, statt zu kritisieren, positiv Mitarbeiten. Was die Forderung der Oekononrie der Föderation «nlangt, so mutz erklärt werden, datz in Wirklichkeit eine weitgehende Selbständigkeit der Landesorgünhatione'r besteht. Ein Mehr wirre den Bestand der Weltorxrmffat on gefährden. Manche Forderungen des am:r ka.tischen Programms nehmen wir auf. aber ein grotzer Teil beruht auf Mitzverständmffen « d un- Äktuelkrn PoleMk'N. Trotz allem ho fen w r, datz die amerikanische Eonvmt on am 5. Juni eine Verständigung bring.n w.rd. <Dde iRseprsanisationskomMission. In feinen positiven Teilen deckt sich das Memorandum der Amer kaner in den meisten Punkten mit den Vorschlägen der Reocganisativnskommisjion. Der Bericht die.er Kommffswn, der demnächst veröffentlicht werden Unsere Kolonisation ist nationale Kolonisation. Die Erekut-vwird dem Kongreß ihre kolonisatorischen Piän: uutrrbre t n Hete kann ick) nochnicht' im einzelnen sag.n, aber meines Erachtens i , es gar nicht so schwer, einen brauchbaren Plan auszristellen. Unsere Organisation ist die nationale Organisation. Wir sind kein Derkein. fein Notodeln-Koimt e, keE i Geschäft um er ehm n, wir sind die Erben Herzls, das jüdische Volk unterwegs. So versteht die Erekutive Kolonisation. Pol'tik und Organisat on. Gerade in der gegenwärtigen Krise halten mir es für nötig, diesen grundsätzlichen nationalSu Standpunkt schwf zu betonen. Die künftigie Leitung. Auf dem Kongretz wird die Leitung?- frage eme grotze Rolle spielen. Es bandelt sich dabei nicht mti um Personen fragen, sondern um die Frage des Systems der Leitung. Wir müssen Personen wählen, in die wir f s Vertrauen setzen, datz sie die Säcke der Ration führen können. W'r müssen unsere Leiter so wählen, wie ein Parlanrent das Ministerium. Nicht etwa gesinnungslüchtige Rhetoren brauchen wir. aber Leute, die als Pecsönlichkeiier. etwas sind und Restarts leiten können. Für Politik haben wir den ifhemikrr Wki'Mann und den Journalisten Sokolow gefunden. Wir brancken tüchtige Männer und für Speziala'ufgaben naturlick auch Fachleute. Aber das neueste Schagwort smd, gor nickt die Fachleute, sondern die NotabelN. j Auch solche wären uns willkommen, wenn sie wirkliche Zionisten sind. Alle Erfahrungen lehren aber, datz auch für die praktische Armut am besten solche Zionisten sind, die wir als nationale Führer anerkennen können. Flute» wir keine überragenden Persöukickäetm. io unüsten wir uns mit dem guten Durch-chnick begnügen. Mein Vorschlag ist kolg-mder -! ■ ' x 5 tive besteht aus 8 bis 12 vom Ko narrst gewählt:' Personen, wovon 5 bis 1 in London, die anderen in Palästina fitzen. In be'ug auf die Frage des Sitzes der Leitung: b:gründet LiMeim eingehend, warum die Leitung heute noch nicht in Palästina, sitzen kann. Die Kräfte des Volkes liegen! heute noch autzerhelb Palästinas. Der Sitz! der Leitung mutz London Fm, weil dort das' politische Zentrum ist, aber auch die an:e-: ren Ressorts können n'cht abgetrennt werden.' Die eigentliche Paläst naarbeit ist von den in, Palästina wohnenden Miigl edern der Ereku-r , r ,c ,twe zu letten, mit Zuziehung von Dertredw Bevölkerung mutz wett mehr as dicker! Utn bes Maad Leumi. Von London aus kann! zum Schulwerk bertragen. Nicht ber-.ch gk scheel^ Kolonisation nicht geleitet werden, jeeoch! nen m'.r die Angriffe des Beruhte; auf ^ine Dudgetkonice TT: non London aus. Lanlk ufpK tt d-r palästmmMeu Nai.rn l--g^^.^^, Die Treasury der Exekutive befvndsoertreter. Es mag ,em. datz diese bettn f0mmt eine vesondere Abteil mg. Der! der Eegenübersteilung „-'omm. nweälth und - palästinensischen BerwckLmg zu machen, die kultureÄenr Zent.uM" ist eine u-.richtige Proin ihrer schwächlichm Nachgiebigkeit inftner ll mstcti mg. In W:k ichiei: leugnet niemand, augenblicklichen Stimm «gm »nd Tendenzen nackkgeben, datz sie ein S' stem untet'iützrn, das kein System ist. Es -ist eine Tatsache, datz selbst Taganiah heute einen Zu-chutz bratthi. Es herrscht hier eure Wirtschaftsform, in der es kein Familienleben und ke n: Kinder ^ibt. Merckawja ist nicht die Spur einer Wirtschastsgenos'enschaft. H er wu'den "40.000 e"gl. Pfund investiert. Verwalt st wird es von zufällig dort zusammengela. fenen Erir-peu von Arbeitern, von denen ein 'einiger länger al» drei Monate dort ist. Diese Leute verhinoera die Kontrolle eines Verwalters, wnl bas em's „kapitalistisch: W rischastswei e" wäre und ir: haben diese Polilik se t Jahren betrieben und di« Naiionalfondsverwaltung im Haag hat rs i>«it Jahrs?', geduldet, und die Beamten dr-, Nativnalfonds und hie dortigen Herren trogen die Verantwortung dafür. Berechtigt erscheint a' ck die Kritik, wenn sie beanstandet, datz ein Drittel unseres Äudgets für Scku l roecke verausgabt wird. Alle.'- dmgs ist zu bemerken, datz mit ste'geNder Einwanderung dch Anforderungen an das Sckul-' wesen ständig wach'en. Das gegenm-rtge Za> lenverhältnis ist aber Zweiftl.os ungesund, und Kauf eines grotzan Terrains kürzlich ihre DoNmackten überschritten haben. Aber in dem Verlangen des Berichtes, den Landkauf zunächst ganz auf den Süden zu beschränken, sehe ich eine theoretische Einseitigkeit. Vollkommen verfehlt f nd d! jmi)«F Bor- . schsAae des Berichts, die a;A die Umw-znüwird.^is^überzeugend m der Krstrk einer Rechezionistischen Erekutioe in eine Art ~ r” v“ ' c “** "'"'palästinensische Jca Hinzielen. .Das hängt mit der verkehrten Auffassung der Zionistischen Organisation Mfammm, die schon früher b:i Besprechung des amerikanischen Progranbns kritisiert wurde. Der Arbeitsplan für die Zukunft. Der Abstellung erkannter Mitzstände mutz endlich eine Periode fruchtbarer kolonisatorischer Arbeit folgen. Auch hier gibt der Bericht der Reorgani'sationskommi s on wertvolle Hinweise, rtT rt«rr6itl rt6i/rrtf von Fehlern, die in Palästina begangen wurden. Erstaunlich ist nur die Tendenz des Berichtes. bcstinttnt: Personen in Palästina, die er als „Palast nakomm sst.n" b.zeO net, auf die Anklagebant zu setzen, auf die sie zumindest auch gehören. Die PalästmakoinMissivn bestand in Wahrheit aus den verschiedensten Personen, die im Lauf, der Zeit wechieltrn. Heute werden die Angriffe vor allem gegen llssischkin und R-p.i c grr chtet, aber die Hauptübelstände l egen riet: Jahre zurück, und befcc tbtrs der Vorwurf der schlechren W rt chaft trifft, soweit er überhaupt gerechtfertigt ist, diejenigen, wffche die nach der kkial our-Deklaration gefanrmeiten Gelder unzweckrnäfffz Verwender haben. Bor al em Eingehen auf die wirklich bsrechiigte Kr iik nrutz ich ent c.ffedsn der Meinung entgegrntreten, als ob bei uns ptrzeit grobe Verwatt'ngs-Mitzwirkschaft herrscht. Es ist natürlich richtig, datz unsere Derwaitung in Palästina Geld kostet, und wahr'Minlich sind a: ch organisatorisch Fehler tzemackst worden. Nun ha. die R organisaitonsidonM.sffon eine genaue Unters» « .g angestelit, die Zahl d-er Beamten von 116 auf Bl herabgesetzt und dadurch Erfp.rnisse erffelt. Dabei wurden «der auch gewisse Zweige der Tätigkeit eingesteckt und eine Anzahl Beamten auf di« P. L. D. C. übertragen. Die ReorgaiNlsatwnskommission Hit anerkannt, datz die fSeamten der Paiäst nak mm s ion sehr medri'.e Vehätter beziehen. Wenn es auf diese Weise ««lang, von einem Eckstmtbudget von 300 080 Pfund jährlich etwa 8^00 Pfund, affo 3^ an Gehältern, zu ersparen, so ist das ssewitz «fteulick, aber es zeigt, wie unbegründet der tn manchen Kreisen verbreitete Borwurf ist, datz zuvor unsere Gelder durch em Uelwrmah R-amton veraeudet morden lind we)mgleich vieles nur sehr al gemein gesagt wird. In der landwirifchaftk'chim K^vnisat ön erblicken wir die schwierigfte, aber wicht gste Seite unserer Aufgabe. Das zentrale wirstckaf.- ricke Problem besteht in der dauernden Ansievlung unserer Ohackzim in rentierenden selbständigen Bettieben. Hierzu sind eine Reihe von GesEckaften und Instituten nötig. Was die Reorganisationskommission und mit ihr die Amerikaner darüber sagen, ist nicht neu, aber richtig. Das Problem besteht in der Finanzierung dieser Institute, und da weiß die Reorganisationskommission leider gar nichts zu sagen. Die Methode der Geldaufbrins:W darf nicht verwechselt werden mit der Methode der Geldverrvendung. D ie Exekutive tritt darum m t alter Kraft für den Keren Hajesfod-Gedunken e n. de sen Einzelheiten gewitz zu diskutieren u.d ß verbessern sind, der aber das richtige Grundprinzip der Gestaufbrinuung enthält. Die Voraussetzung aller unserer Arbeit ist die Ausbringung der Mitt-j durch den Keren üaie’iW Vorschlag der Reorg nffatronskomM sion. die ganz« Leitung mit Ausnahme der Ressorts für Pol tik und Finanzen nach Palästina zu legen, beruht puf Verkennung der Bedrr rmg der Organisatton und ihres nat onalpoli r cken Tharatters. Die palästinenst che Crff.1 v: kontrolliert alle zionistiscken Institutionen durch Governors, die von £et Ge amterekutioe ernannt werden. Die Institut vnen selbst. Banken, Landgesellfchaften uiw. sollen möglichst selbständig sein: ihre Dirc-toren bilden einen Rat. der dxr E kut've zur Seite steht. Dieser Plan berührt fick stark mit dem Borchlag d-r R organ at nsk! mmis on. mi d-m Unterschied, dag der pstv.st?i.)en>i chrn bre ut ve als einem Teil der EssaMterekutive auch politische und nationale Aufgaben gegenüber der Verwaltung und der Bcoöl eruug u al.cn Alle wirtschaftlichen Unternehmungen sind in Palästina zu konzentrieren. Dagegen mutz die Finanzierung, die ganz neu v ganisiert werden mutz, und die Propagand von London aus erfvlgen. Auch die vöffige Verlegung de; Nativnalfonds nach Palästina wäre fastch: die fvlonisatorichen Aufgaben des Naiionalf nds sind der palästinensischen Erekutive zu überttasen. Dies ffnd die Grundzhg« ff>es Lichtheimschen Vorschlages, welche die Landsmannschaften und Verbände rechtzeitig vor dem Kongjreh diskutieren sollen. Ltchthvkm fchlietzt sein Referat mit den Worten: Ich habe Ihnen 'in ungefähren Strichen gezeigt, wie die provisorische Erekutive über di« Grundsätze der zionistischen Arbeit und die nächsten Ausgaben dentt. Das Land der Frelhett. „Haarez" veröffentlicht a«s einem Vrtefwech'i'el zwischen Pchrd-Haam »>v rein berühmten Historiker S. M,«bnow, der bekanntlich in rrächster Zeit sein ivierczigjähriges Schck>1stcilerjubiläum feiern wird, zwei Briefe, die Dut- . juub an Mvad-Laüm! Werichtst LottlDte Leide» m hebräischer Sprache abgefatzten ch. eiben die wir hier in Uebersetzuggckviede ge n. sind wertvolle Kulturdokumcnte aus der letzten Zeh: fPattüLrad. 6. Feb.uir. Al; ich heute morgens zu Meiner üblichen Sonntagsvorlffung in die jüdische Universität kam, überbrachte 'man mir Ihr ^Schreiben vom 7. Jänner. Dreieinhalb Jahre tan^ wartete ich dararr^ lind grotz war Mejn« Freude als ich> Ihre Handschrift auf dem .Um Wie und mm enthält der Brief die betrübende Mibtetfcm: von Ihrer Krankheit, die sich «nunmehr seit^ fünfzehn Monaten hinzieht. Ich war von dieser Mitteilung so bewegt, datz Ich, sje zu Veginn der Vorlesung dneinen Hörern übermittelte. Vielleicht würde)) Sie wieder gesund werden können, wenn Sie Ihren standigc« Wohnsitz nachi Ere; Israel verlegen, bor? im Kreise liebender Freunde, mit denen Sie Ihre besten Lebensjahre gemeinsam verbrachten, ein normales, ruhiges Leben führen würden. ÄH meinerseits träume immer von dem Wiedersehen mit Ihnen in Palästina »nd dies allein wäre für mich ein Hauptgrund, meine Reise dahin zu beschleunigen, soweit dies nur in den Grenzen der Möglichkeit liegt. In den letzten Jahren batte ich vi le. übleraus große Kämpfe und Widerwärtig'eiien! durMumachen, aus denen ck nunmehe unversehrt hervorgegangen bin. Dächte ich nick' ot die psychplooi.chen Urs ach m undBew^gg.ünde, müßte ich es als wahres Wunder betrachten, datz es so gekommen ist: Ich «rbeitet.' wäb erd dieser ganzen drei Jahre ununterbrochen an der Nouausgabe meiner allgemeinen „Ee'chtchte". Frierend, hungernd, unter -Kn primitivsten Lebensbedingungen. unter unausgesetzten schweren Sorgen, erlangte ich die g ötzte.Selbstüberwindung, die ihre Quelle ausschl ehlich jkn dem Selbsterhalurgstriek» hat, schrieb mein wissenschaftliches Werk und fügte noch drei bis vier grotze Bände hniz» In wenigen Monaten werde ich das sechsbändige Gescktcktswerk vollenden, das ich im Jahre 1914, dem Jahre der Wiedergeburt der W.üt. zu schreiten begonnen habe. D-ann, nach dem kommenden Petzachfest. werde ich, mick entscheiden, wohin icke «reinen Wohnsitz verleben soll, u.n dieses mein Werk abzufckl'etzen und es in russischer und hebräischer Sprache, haupt'äÄ i y aber tn bel räischer, drucken zu lasten uns auch ime ne übrigen literarischen Arbeiten um Ab ch utz zu br.ngen. Im Frühjahr oder im Sommer wird diese bei den gegenwärligen Verhältnissen sckiwtere Frage gelöst werden. Ich lese nur einmal in bec Woche über die Geschichte der Juden in der Jüdischen Dalleuniversität, die wir im Jahre 1819 gründeten und in welcher ungefähr zwanzig Dozenten vor eenem oechältnismätzig n cht groben Auditorium Vorlesungen halten. Ich arbeitete auch in einzelnen archivarischen Arbeitsausschüssen, aber das alles sind nur unwesentlich« Kleinigkeiten, die mir keine gei- Itiß« Befriedigung geben. Petrograd, 26. Februar. Ich 'schrieb Ihnen bereits, datz ich hoffe, km Sommer Ihnen hinsichtlich her Postverbindung näher zu sein, und nunmehr bietet sich glücklicherweise die Möglichkeit, m.t Ihnen durch den Minister für jüdische Angetegenheihen in Litauen, Dr. Svloweitsch-ik, einen Briefwechsel „» un(erhalten. Denken Sie daran, im Sommer einen Kurort in Deutschland au z sri.en, wenn ja, so könnten wir uns dort treffen, denn wenn es mir gelingt, von hier nach Litauen hu kommen, fo werde ich auch iin Berlin fein. 4üie imti* mir jüngst mittestie, bereitet dort der Jüdisch« Verlag die deutsche Ausgabe meinte „Geschichte" z«.n Druck vor. Viellffcht wir: es mrr gelingen, das Werk dort ln einer Umarbeitung auch in hebräischer und russiM Sprach« heranszubringen. Es fehlen mir nur noch tzwei Mmt« zur Vollendung, der siebenjährigen Arb.it. NM Petzach werde ich so weit lein, meine Reisevarbereitungen zu tteffen. Die Hoffnung bM mrr neues Leben ein und hält mt.h fc) diesen schweren Tagen curteci i. kEndl ch werde ick beftett werden von dieser völligen Einsamkrck und Abgeschlossenheit. Hatte ich doch bis M letzten Zeit fast kern« Ahnung, von all denk, was in diesen letzten Jahren tni Mesten und überhaupt aus dem Gebiete unseres öffenltlidjen Lebens, unserer Wissenschaft! chen und kite^ rarischcn Bestrebungen sich zugettag n hat. Auck nicht «in eimiges neues Buch tam mir zu Gesicht. Selbst mein Buch „Tie Gech ckte der Juden in Polen und Rutzkgnd" in der amerikanischen kengtifchen tz « g be koNr.t: ich nicht selten, denn die mir zugesandten Erem I ue erreichten mich mch seil dem Jahre 1917 ckrll in den letzten Tagen find :nrtr e n g' Rach w fjm m« atoMi yins-tten SB U zugekvnMhen . -« ♦

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