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Jüdisches Volksblatt · 1921-05-03 · 32 (3.5.1921) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
32 (3.5.1921)
Date
1921-05-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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?** & »itt.%16» d°, S 1« *t dch s! A»«v »„*'' , '»sA^dir^üf 'ÄeS«*?i> SÄ“««?! ■Jlte m -°Ä JungbeseinnSÄ^erJ UIT9frt keine *faö!Inc' hSThn^ «• feit der feif/i nfl£n Ü 1 Statten Ä und q Er NationenW Nr. 32 Dienstag „Jüdisches DolksSlatt« 3. Mai ’&tm « Was die Verwendung des NF-Bovens machen und zwei Oberr-M ne. wn Palä ina. Ehrenname_un& J”?. (fßS] }£*£ ÄBSs f<for Otto Wardura. 'NF-Nmmer des „Haarez"/ ^REutionen, «M bk £5 blc b-kN- >//e kMkk J ^JWfcn Kktit ft '/* ba.s S^eöen, te/r Tod« aek für da; Kok/ fru «werben Lj* *“ m «- «m ™jmn ttttb, jonbein ^pard ge'chaffen nmtbe, oer “*8*?to >ie HMMMnzen . ich stinr VuttanrnL^ M Ee K rmr fG Ottnanz, duNnnalMmde-MzsMi, :es>ion von M zu va.,r w.iherfcheint der MF jetzt durH men des Keren Lajchod bez^g» Sammelmttel begrenzt, doch D die er vom Keren HMod ei« M Prvrentf. so tzroz. datz K aßt, es mrde dem MF am renzung lein Schaden erdadp, jetzt mitunter hören dch feint tit meHr jn tt'onbcm cnm> den MF rorffcgt. da e: romi öd Gelder genug erha.en ror.de. ung iit jedoch eine gmndfal ^e waren für den NationaljcndS > bedeutendere Kapitalien noch wo wir die Gelegenheit gur Sr» Bodens ergreifen Eisen, eine die oielleichi nie wiederkehtt. i aLldmgs Leck, die glauben, j f$ MHaupt nicht Ri dem aus pdoaten Händen befaz eih vorläufig E der Aedemalm» xßsttnberm begnügen f o.h fn in der %mahm, dag die jei grotze fwfitixxe Bobtn* die mn ibr »urr aus m men braune. Don i>en MguunseWr eine WLon Duna«, etwa ein Met rn Macht, fir.finhet sich der stzMe %-<* -i„ rt|cn \nv QvrdaM. ad« untbJ^ SÄiewnfl^nb««» “f.fi»»“WW6ie . .tj. «'s mäi luu^ MM S->>!>'«L x ohne veuait erreicht ist i eine nnd ««4 it oft,be,Lm®Dientw'tieI datz!re y*. Mdem, nW^ ^wMgeM Soden auf g# ©otl\eu'. m^rnnbettueiW tauften,!j^n *?« il‘* V* § "£22 » ÄÄ ■&+*+* >on ^eine b« %&*[• / um em 1 ielft rnck ,iK 'i ■ti betrifft, )o wird der flJBja Teil fbeit .Siedlern in Erbpacht gegeben werden, und zwar an Genosfensck«ften und FarMon. Die Vergebung aller NF-Lündereien ^erscheint nicht erwünscht. Denn erstens nlbh in allen Sicklungen dem INF genügend Boden für öffentliche Zwecke und später entstehende Bedürfnisse verbleiben. Zweitens ist es nötig, in jeder neuen Siedlnng eine Bodenf.a.He von zirka 300 Dunam fgr Versuchszwecke tzu reservieren, und drittens muh der NF jenen Boden aufforsten, der für Privatpersonen nicht in Betracht kommt. '' Natürlich ist es nicht nötig, ben fo reservierten Böden sofort für Versuchszwecke zu verwenden. Dies wird von den!Mittckn abhängen, die den Versuchsleitem jeweils zur Verfügung stehen und daraus wird sich ergeben, ob sie die Versuche sofort vornehmen sollen oder nickt. Wenn sie den Neseroebooen durch einige Zeit nicht in Mnspruch nehmm, so kann er auch in Erbpacht Vergeben werden, aber immer nur für ein Jahr. Er kann eventuell auch den Kolonisten übergeben werden, damit sie auf ihm »unter Aufsicht von Svezialisten landwirtschaftckche Versuche vornehmen. Die Pflanzung von Wäldern durch den NF ist von großer Wichtigkeit. Nicht -nur daß, sie ein Segen für k>re Kolonien werden, die dadurch Hotz in der Nähe erhalten können, dienen die Wälder auch noch Zur Verbesserung des Klimas, zur Verhinderung von Sturzwafern und St infällen, zur Aa rtrvcknung von Fieber erzeugenden SüMnen und zur Verwandlung von Oedland Ln K»- turboden. Auch können viele Koloniebeivohner bei den Aufforstungsarbeiten Arbeitsgelegenheit und Verdienst finden. Die Bewaldung hat so einen Wert als Mittel, die. Einwohner an den Boden zu fesseln. Dre Kinder fühlen sich beim Spielen in den Wäldern und bei der Pflanzung von Stecklingen mit den Waldbäumen eng verbunden. Die Pflanzung von Wäldern schafft Abwechslung im Landschastsbild. Von Wäldern umgebene Siedlungen entzücken Auge und Herz Mehr als solche, m nur »Getreidefelder und Pflanzungen sind. Touristen pflegen Gegenden, die mit Bäumen bestanden sind, gegenüber der nackten Steppe zu bevorzugen. Ferner sind Baupflanzung"n alte Prrpa gandamfttel zur Erlangung von Gel eru f u den NF nicht zu unterschätzen, 2m .Laufe der Zeit kann der Wald sselbst .als Eirvnahmeauel'le für den NF di'.nen, wenn man dis passenden Baum arten cneswählen wird blnter den Fachleuten herrscht jm Allgemeinen längst Uebereinstimmung über die je nach der betreffenden Zone zu pflanzenden Bäume. Aber es wird lange 'Zeit wissend kchaftlicher Forschungen brauchen, um festzustellen, welche Buumsorten neu einzufühten sind, um sie dem Klima sanzupasfen. iund man wird sich in die Möglichkeiten »der EntwiäLeng dieser Bäume vertiefen mlüssen, damit wir nicht blo'g verhältnismäßig gute, sondern die besten Resultate auch vom ökonomfchen Standpunkt erzielen können. Der INF wird irr seinen Wäldern Versuche in großem Maßstabe Machen, und sobald die Resultate »gute sind, wird auch das zum Segen des Landes gereichen. Darum sage ich: Lastet den iNF nicht verkümmern, suchet ihn vielmehr, soweit als es Euch nur möglich ist, tzu vergrößern uns zu starken. Das Wahl des jüdischen >Erez Israel hängt in hervorragendem Maße von der Entwicklung des 2NF ab, ije nachdeur, iolb sie vor- oder rückschreitet. Jedermann Must unserem Volksschutz beisteuern und andere über die Größe dieser^tufgaVr sauft.ären- Tue jeder seine Pflicht! , «e Wisch« Gerichtsbarkeit in BalWma Don Tr. Duso Bergmann, Jerusalem. (2. S. D.s Eine der wich lgsten inneren Fragen des Iifchuw drängt zur Entscheidung: die Frage des jüdischen Gerichts. Bekanntlich strebt der Jjschuw seit langer Zeit nach der lAutonmnie in Eettchtsangekegenheiten. Praktisch wirkte sich diese Autonomie so aus, dast es einen religiösen, rabbink'chen Gerichtshof gab und den wettlichen M-schpat ha'chalom für diejenigen, die sich nicht deur religiösen Gerichtsverfahren unterwerfen wollten. Beide Gerichtshöfe wirkten inoffiziell, sie waren ni ck gesetzlich anerkannt und w rkten nur durch die freiwillige Anerkennung der Parteien. Dies soll sich nunmehr für einen Teil -der Gerichtsbarkeit ändern. Die Regierung hat für den 14., 15. und 16. Adar eine Berämmüng von 71 Rabbinern und 35 La en na h Irrus löm e nberufen, welche die jüdische Gericht barleit in Sachen des Familienrechtrs ordnen helfen soll. jfDie Versammlung wird außerdem die Aufrabe haben, der herrschenden Anarchie inner Ehachcrm Baschi, zu wäh.en.^Das F mik enrecht haNe bisher in Pa a .irta e ne 'oefonde e Stellung. M e Angelegenheiten der Erbschaft, der Vormundschaft und dergk. gehörten, solange die türkische Herrschaft bestand, vor das moslimifch-religiöse Gesetz, vor den Khadi. Auch die jüdischen Bewohner Palästinas unterstanden dem Khadi. In Wirklichkeit dürften sie ihn nicht al.zu sehr jm,Anspruch genommen haben und erledigten ihre Streitsachen entweder vor dem Beth-Din oder vor ihrem Konsul. 9tunmehr gibt es, da die Kapitu'atio» nen aufgehoben sind, keine Gen'chtsbarke t der fremden Konsuln mehr, und da seit dem Einzug der Engländer Tausende von Nichtmoslems palästinensische Bürger geworden sind, hat die Regierung eingesehcn, daß es unmöglich ist. diese weiter unter der Gerichtsbarkeit des Khadi und seines moslimifchen Gesetzbuches zu lassen, und dentt daran, für die Juden eine besondere Gerichtsi stanz zu fckaf- Wer aber soll diese Instanz sein? Die denselben heran. Aber dieser Fall ist so ungeheuerlich, so tief empörend lind so bezeichnend für die moralische Korruption der Assimilation, das; es dagegen nur eines gibt — Gegenwehr bis zum äußersten. . Juden, die ihr noch einen Funken Liebe und Achtung dem jüdischen Namen und der Religion eurer Väter entgegenbringt, wollt ibr dulden, daß Söhne eures Blutes, auch wenn sie jeden Zusammenhang Mit euch negieren, euer Heiligstes beflecken und besudeln? Wollt ihr es dulden, daß man den Sportplatz, wo jeder Parteienzwist zu schweigen bat, der der körperlichen Erziehung und Ertüchtigung auch eurer Jugend gervidmet. ist, zum Schauplätze derartiger Gemeinheiten macht? Es hat sich noch bei keinem der arischen KluM bier, gegenüber Juden am Spielplane etwas Derartiges zugetragen. Wir protestieren aufs energischeste gegen eine solche Herabsetzung des Judentums — A-.Wer fer ton mt W durch Juden"und der Jude des Sportes Regierung dachte an den rabbrmchhen Betb-- n-w uns nick »> T Din, und an sich wären auch vre ancht religiösen Kreise des Iischuw geneigt, sich der Gerichtsbarkeit der Rabbiner in Familienfach-en zu unterwerfen, um nur die Autonomie der jüdischen Gerichtsbarkeit n'ch zu gefährden. Aber da taucht ein fast unübersteigliches Hindernis auf: die Bestimmungen des jüdischen Rechtstoder, insbesondere die Stellung her Frau innerhalb desselben. Es scheint den fo tschriMchen Kreisen des Iischuw eine unmögliche Forderung, sich einem Gesetz zu unterwerfen, das aus ganz anderen Zeiten stamnrt, das die Kinderehe gestattet, das der Frau nicht erlaubt, nach ihrem Männe zu erben oder ihren Kindern Vormünderin zu fein, das gewissen Witwen verbietst, sich wieder zu verheiraten — aus Gründen, die heute ln nrhts mehr berechtigt sind — und das vor al-'em die Fräu nicht als Zeugin vor Gericht zuläßt. Wie-— argumentieren diese Kreise —. wir haben für das aktive und pasive Wahlrecht der Frauen gekämpft und sollen nun Liä Gesetzbuch anerkennen, das der F an die primitivsten Rechte der neuen Zeit nicht gewähr? Die Rabbiner ihrerfe ts waren g n i'gi, Konzessionen zu geben, aber sie sehen selb:! keinen Weg, um den überkommenen Rechtskoder zu ändern. Aus den fortschrittlichen Kreisen der Iischuw wurde die Forderung laut, daß die Regierung einen füdischsn Gerichtehof ein'v'e. der aus Nich rabbinenr besteht. Di.sen werde es leichter fallen, den Koder dm Bedürfnissen der neilön Zeit anzupaf en. Denn darin sind alle Parteien einig, daß die Rechtssprechung an ein-geschriebenes Geietz geoundenls'n muß, und daß wir nicht ohne weiteres unseren Rechtskoder über Bord werfen dürfest, der eme der größten geistigen Leistungen des Volkes darstellt. Die seit kurzem bestehende Organisation für die Gleichberechtigung der jüdischen Frau hat eine lebhafte Agitation begonnen und sich Mit einem Mit Hungerten von Unterschriften bedeckten Memorandum an die Regierung gewendet, das «men weMchen jüdi« schm Gerichtshof verlangt. Es ist momentan noch nickst abzufehm, wie die Frage gsschlickstet werden wird. In Jerusalem fand am 22. Februar eine yroße Manifestalionsverfammlllng für den welll chen jüdischen Gerichtshof statt, die von der sArbeiterorganisativn und der Fraumorganr a.tta’f zusammen einberufen war. Mische Pssromisten in Dreß ... In Horthy-Ungarn? Nein, aber in Bra- Mlava, jener Stadt, welche schon Grätz in seinem GeschichtSwerke als die antisemitischeste des alten Ungarn bezeichnet. Und er hat richtig geurteilt, wenn auch in etwas modifiziertem Sinne. Denn was diefm Sonntag Judcnsprößlinge an wüstm radauantisemitischen Szenm sich leistetm, könnte jeden Horthyaner mit Stolz und Befriedigung er- Wen. DaS Meisterschaftsmatsch des jüdischen Sportklubs Makkabea gegen den 69 Prozent jüdisch-assimilatorischen P. M. T. K. (Kub der Privatbeamten,, angeblich auch solche mit „akademischer Bildung") war Schauplatz biester traurigen, selbst ehrliche Arier tief degustierenden Szenen. Während des ganzen Spiele« wurde Makkabea von der Gegenseite mit Zurufen wie „Saujuden, Judenbande, stinkende Jnixn ustv., man sollte ein Pogrom veranstalten "sw." traktiert. Besonders zeichnete sich hiebei der Präses der P. M. T. K. aus dev.längst des Spielfeldes, teilweise auch in demcklbeu auf u. ablief u. sich in wüster Iudenbe chimp'ung garnicht gering tun konnte, so daß sein Vorgehen selbst dem anwesenden Vizepräses eines arischen Klubs die Schamröte ins Gesicht trieb und er diesen Herrn mit der Polizei abführen lassen roollte. Für einen Klub, der den Namen Makkabea W an ift tin nd. tm denn unser Judentum steht uns viel zu hoch^ um es durch gewisse Radauelemente in den Kot zerren zu lassen und der Sportplatz ist nicht die Stätte, wo man die Minderwertigkeit der sportlichen Fähigkeiten durch. derartig niedrige Aufreizung von Pöbelinstinkten zu verbergen trachtet.. Die jüdsschen Sportllubs des 2rn* und Auslandes mögen sich den Namen P. M. T. K. gut me-.ken. ■ — Ihren ehrlichen und volksbewußten Empfinden — muß schon die Nennung dieses Namens die Schamröre ins Gesicht treiben. Fuland. Ausweisung jüdischer Flüchtlinge. Das Komitee der jüdischen Delegationen erhielt die Nachricht, daß die tschechoslowakische Regierung, trotz aller Ersuchen verschiedener jüdischer Organisationen, bei ihrer Absicht beharrt, aus der Tschechoslowakei die jüdischen Flüchtlinge auszuweisen. Der Ausweisungsbefehl trifft ungefähr 150 Familien, die 600 bis 800 Menschen umfassen. Von ihnen wird bloß 25 der weitere Aufenthalt in.der Tschechoslowakei gestattet. Unter den ausgewiesenen Flüchtlingen ist eine größere Anzahl von Personen,'die als Handwerker im Besitze von Gewerbescheinen sind oder die sich als Hausbesitzer und Kaufleute in der Tschechoslowakei eine sichere Existenz geschaffen haben. Dieser Kategorie ist zur Liquidation ihres Eigentums ein völlig ungenügender Aufschub bis 31. Mai erteilt worden, in welchem Zeitpunkt sie endgültig die RepMi? verlassen müssen. Unter den Flüchtlingen befindet sich auch eine größere Anzahl von Vollwaisen, welche die einheimischen Juden in Pflege genommen haben; viele Flüchtlinge haben tschechoflowakische Bürgerinnen geheiratet. Ai'.ch sie unterliegen alle der Ausweisung. Deutschland. Nationaldeutsche Juden. Aus Berlin wird gemeldet: Die deutschnationale Judenpropaganda, die seit einiger Zeit von einem Dr. Max Naumann in Deutschland betrieben wird und von der hier bereits berichtet wurde, hat in Berlin zur faktischen Gründung eines „Verbandes nationaldeutscher Juden geführt. In der Gründungsversammlung legte Dr. Naumann die Grundsätze des neuen Verbandes dar. Er sei bestimmt, jene Juden zu vereinen, für die in Fragen des Nationalgefühls ausschliesßlich das deutsche Volkstum .entscheidend sei. Für den Verband könne keinerlei jüdische Einheitsftont, sondern nur eine deutsche in Betracht kommen. Interessant ist, daß hier nicht nur gegen Ostjuden und Zionismus Front gemacht wird, sondern mit ebensolcher Entschiedenheit gegen die jüdischen — Assimilanten in Deutschland und deren Organisation, den „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". Dessen Methoden, so lehrt nämlich Naumann, und seine Richtung sind falsch und würdelos, weil die Assimilanten aus halbem Wege stehen bleiben, und keine strenge Scheidung zwischen Judentum und Deutschtum ziehen. Sie sind die zum, Untjergang verurteilte „Zwischenföjtdjrt!" zwischen durchaus deutschen und nationalen Juden. Sie sind feig und inkonsequent im Kampfe gegen den Antisemitismus, machen Anbiederungsversuche, die ihnen nur Verachtung eintragen, und scheum ein offenes Bekenntnis. Man muß dieser an den jüdischen Assimilanten von den Ueberassimilanten geübten Kritith wenn man 'Objektiv sein will, recht geben. Das Kuriose ist mm, daß diesem Kompromißlertum eine Richtung entgegentritt, welche den von der Assimilation beschritteneu Weg zu Ende gehen will und ihrer: Lehrrneistern Wst. D.i.e nationaldeutschM Juden fordern ein offenes, mutiges und restloses Bekenntnis zur deutschen Sache und lehnen jede Halbheit ab, sie wollen innerhalb der deutschen nationalen und polittschen Vewe^ gung eine besondere jüdische Fraktion etablle-> ren; die Organisationsbasis soll lediglich daS Stannnesgefühl bilden, worunter man nun verstehen mag, was man gerade will. Diese Neuschöpfung ersetzt also die in dem Verhältnis zum Deutschtum liegende Inkonsequenz der Assimilation durch eine andere, die im Verhältnis der neuen Organisation zum Judentum beruht. Es ist übrigens sehr fraglich, ob dieser Neuschöpfung irgendein Erfolg beschieden sein wird, aber sie ist ein llassisches Schulbeispiel dafür, wie ein auf bloßen Pie- Msmvmenten beruhendes Assimilationsjuden- ' tum unweigerlich zur Zersetzung und zum Abfall führt. So ist es eine eigentlich sebstverstündliche Pikanterie, daß dem neuen Verband von gegnerischen Seiten in der konstituierenden Versammlung zum Vorwurf gemacht wurde, daß er auch getaufte Juden, anfnehme, offenbar solche, die ihr jüdisches — StammesgefüU hier betätigen wollen, was aber von dem Verband in Abrede gestellt wird. Vielleicht kommt er doch darauf, daß diese BeschränkunF von seiner Seite eine Inkonsequenz bedeutet, und entschließt sich, sein Programm in diesem Sinn einer Revision zu unterziehen. Italien. k. ’ Jüdischer Memeindekonü '(Iüd. Korr.-Bür.) ' Ende März hat in> Rom der Kongreß der jüdischen Gemeinden Italiens stattgefunden, der sich hanptsächl Ä mit der Reorganisatton der jüdischen Gemeinden. .. mit dem Schutz des jüdischen Kunstältertu.ns in Italien und mit der Em'granlenfürso ge befaßte. Es wurde beschlossen, ein jüdischen Kun't-» ,> museum zu bilden. Weiters wurde al ert G> ’■ mehtben zur Pflicht gemach", d e T'itigkeit des Emigrantenkomitees mft allen Kräften zu Unterstützen. In das neue Zentralkomitee der jüdsichen Gemeinden wurden viee Zi mistm gewählt, voir welchen Felice Ravenna und A ig-llc» Sullam die Posten der Vizepräsidenten fte« kleiden. Ms Präsident wurde Rechtsämoaft Angela Serenr gewählt. Pole». Ein Japaner studiert die Lase der Juden. > Wie der „Nase Hajut" berichtet, werft jetzt der Cheftedafteur der Shanghajer Zer-' tung „Nut-Nut" („Dailp News") Herr T. Ka-fhi-wa-do in Warschau. Er macht Studien über die Lage der Juden in Polen und ha cn Warschau sowie in Lodz, wo er ebenfalls rce ltr, eine Anzahl von Personen der jüdischen Oeft fentllchkeit. wie Dr. Poznanski, Dr. Brande, besucht und sich von ihnen informieren kas en. Herr Ka-lhi-wa-do hat auch dem Iüd. Nationalrcrt in Warschau ecken B-such abgestattet und in mehrstündigem Gespräch mit den A geordneten Grünboum und Hartglas sich über die rechtliche, pol ti'che und wirtschaftliche La r der jüdischen Bevölkerung Polens infrrm «r n lassen. Herr Ka-shi-wacko zeigt eine fü.' ein n Japaner seltene Vertrautheit! mit bi 2u en« frage. Er konnte auch interessante Ausschl ssi über die zionistische Bewegung und d e Jüa n in Japan geben. Ka-sisi-wa-do beobsckt gt. über seine Studienreise ein Buch zu schreiben, in welchem em spezielles Kaptl der Iuckif age in Osteuropa und der zionistischen Beweq-mg gewidmet ist. Amerika. Der Standpunkt Amerikas zur Mandatsfrage. ' 2n der soeben veröffentlichten Note der amerikanischen Regierung an die englische'in der Frage des japanischen Mandats über dir Insel Yap wird eine Erllärung Wilsons an das Staatsdepartement vom 8. März 1921 zitiert, in der Wisson feststellt, daß er niemals der Aebertragung des Mandates übrr die Insel Mp an Japan zugestimmt hat. Die folgende Stelle in seiner Erllärung bezieht sich allgemein auf alle Mandate und ist daher auch für dir Frage des Palästina- Mandats. von Bedeutung. „Tatsächlich waren alle Vereinbarungen bezüglich der Anerkennung von Mandaten abhängig von . einer später zu treffenden Vereinbarung btzi treffs der speziellen Bestimmungen der Mandate und ferner von deren Annahme durch alle alliierten und assoziierten Mächte. Die Zustimmung der Vereinigten Staaten ist wesentlich sowohl in bezug auf die Verteilung als die Bestimmungen und Beoin-- gungen der Mandate, nachdem jhre Verteilung vereinbart worden ist." -Fords antisemitische 'Publikatic^j nen verbo'ten. i Ter Chef der Polizei von St. Louis, Mr. O'Brum, hat erklärt, daß jeder, der die herausgegebene dntikm*- ‘;s-

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