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Jüdisches Volksblatt · 1921-04-22 · 30 (22.4.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
30 (22.4.1921)
Date
1921-04-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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:Ü Island (i, ao •Sr^fäte» H^Tnutioen H fa s?®4*»» ttÄ*-?« .^ewaltM J ,|5er'.:««Stfct elw ®orteiäl„ f1011135 ÄjP, ^rÄet. alle ik?!. ftndtag Ä£f,cb{% 'ÄunigettVift^ &tS? UL^K datnnbot CÄ--bfn^ ■um sinh d!- bvüis s««. -Ment m (% r4 |Üe , •“ j-^uef oerembarfe AM a^ryrtbWk«%tgM» iSt V 9d" WMiHtoi Swilift. ndats iKfcrn- HcMdieieUllchrachesniPgA ^onzeDnen in tyaläjtm : t!t vom Mmättim M i torrefmfa} möffintmi m, '■M auf bk NowmiWn %e$t 'aisgetkten und mit fpejfcifo tuf die mrsopotamilche icn dem ammkamchii „Lftrmd dem „Foreign Lffilft ans« m ijt. itidi der Notcnwcheis Lezietzk resopotamiscße PelwleWftage, r sich von Bedeutung ft aber ina-Frage an sich nur in ke'eihange steht! immerhin ist ein echang vorhanden, da die am?« Mnz ihre Aomnrse Men der eMngrnin MsftMim Md ichtet hat. Auch bezüglich Palm ne fragt bes fßitrelenuis m TisluP'wn gwififien SSaf^ngn, denn die Mereikamiche Reuf dem TtrvndpM, dch die tz «erden En, «eichene CvMeanv dezüM du £& PaiWm von der Een «rden W. Tatsächlich hat schon MtärverreaMg in PalWna Hjj Cvmvanq versucht, mit Boh> )<lvoriommen erWsehen, ft aber ,'tärverivaümg daran verhindm e sich auf den Aandmlt äA > einer üMMkanjiHeN chm ten muß das derarttgr A'Ängiifi genommen nverden Wen iandat rechtsgültig S-mrd^ .iigung aller vorWerte^ gültig sepluft und tarM pMnach lann redenMn di. - %/'#*»&***’ 5fc. SO ^retiag .JLEches SfeRsBTafP 22. WA /■JSSim 8 So. in Mesopotamien keine schlechtere Stellung verlangen als sie selbst für die Standard £Ü Com. m Palästina anstredt, oorausge.es,t. das» die Rechtst tel der beiden Gefell chasten.gleicher Art sind, rras erst untersucht werden mutz.!Audererseits besteht die Frage, ob die englische Regierung den Ansprüchen der Standard- O:l Com. in Palästina leider sieben kann, während gleichzeitig der Türkisch Petroleum. Com. in Mesopotamien den Anspruch auf ihre Rechte rugesteht. vorausgesetzt bleibt imnver, dak in den Rech.tstileln beider Gesellschaften kerne i£nj terschiede sein, sollten und das bis Interessen der Mandatsgebiete seli-st (al'o auch des Iüd. Rat. Heinles) gewahrt werden. Uogeiehsn von dieser ftc teilen B.zugnLhme auf. Palästina enthält der amerUmftchenglische Notenwechsel nur Äu-führunge: nrinxkpieller Art darüber, daß aus Grund der Man-4 date die Staatsangehörigen der MandatarmäÄe in den Mandatargebie- Len keinerlei bevorzugte Stellung gegen-- Mer den Angehörigen anderer Staaten em-- nehmen sollen, die Mitglieder des Völkerbundes find. Dabei entstriht allerdings die Frage, die Amerika aufgeworfen hat, bafj die amerikanischen Staatsbürger eventuell auf diest Weise benachteiligt würden, so lange Amerika nicht Mitglied des VMerbundes ist. Krr Liner zu Ehre» Mfred Mvnds. (Z. C. B.) Anläßlich der Rückkehr Sir Mfred Monds aus Palästina gab das Zentralkomitee des Keren Hajessod ein Diner zu dem auch Vertreter der englischen^ Regier rung erschienen sind. Die erste Bcgrüßungstmrsprache hielt Tr. Weizmanu. Cr trat den Gerüchten entgegen, als hie Erricht miss der jüdischen Heimstätte in Palästina zu Lasten der crlglischcn Steuerträger fallen sollte und betonte, daß lman Äon englischen Steuerträgern nicht ein Pennh Prr den Ausbau Palästinas nchinen wird. Weitere Begrüßungen hielten Mr. Zeitlin, Mr. San:. Glückstein, Bürgermeister von Westennünjter, die einen nachdrücklichen Ap- »-M an die englische Jndenheit richltrten, ihlr Möglichstes für Keren Hajessod zu tun. Colorcell Amery, Unterftaatssckrerär des Ko'onialministeriums bedauerte die Abwesenlieit Mr. Churchills, der mit besonderer Zufriedenheit die. Gelegenheit ergriffen hatte, hier sein lebhaftes Interesse für das Gedeihen der zionistischen Bewegung jauszrfftzrcchen. Mr. Churchills Abwesenheit wird durch seinen Besuch in Palästina und durch seine dort zu treffenden Entscheidungen wettgemacht 'werden. Palästina sei reich an Schätzen, um eine zahlreiche Bevölkerung zu ernähren und das Kolonialnritttsterium rvird mit größter Zufriedenheit die Zusammenarbeit mit dem jüdischen Bold für die erfolgreiche Durchführung vor: England übernommenen Aufgaben begrüßen. Nachdem noch Colonell Meinertzhagcn seine Sympathie für die Bertrirklichung des Zionismus, dessen Erfolge ct in Palästina gesehen hat, ausdrückte, ergriff der gefeierte Gast Sir Alfred Mond /das Wort zur Erwiederung auf die Toaste und führte aus, daß. er nach Palästina bangen Herzens gegangen und von dort als Optimist znrückgekchrt ist. Er sei nun überzeugt, daß der Zionisnrus kein Traum und die nationale Heimstätte keine leere Phrase sei, Palästina ist ein Land voller Möglichkeiten, und wenn wir die Mittel aufbringen, so werden wir daraus eines der größten, schönsten und feinsten Länder schaffen. Es gibt in der ganzen Welt keine Bewegung die soviel Idealismus und bezaubernde Wirkung aufzulösen vermag, wie der Wiederaufbau der nationalen Heimstätte für die Zudem Zum Schluffe teilte Sir Mond mit, daß die Witwe von Mr. Fels einen Betrag von 600.030 Dollar für Bodeneinkauf in PMstina gespendet hat. Die Veranstaltung schloß mit dem Absingen der Hatikwah und der englischen Nationalhymne. Ar Alfred «ond als Minister für ststrsüiche SrsMWeitrlistege. Sir Alfred Mond hat als nenernannter Minister für Gesundheitspflege eine sehr gute Aufnahme im Parlament gefunden. Schon als Minister für öffentliche Arbeiten genoß eu im Parlament den Ruf, sein Amt mit den besonderen Fähigkeiten eines Organisators und Geschäftsmannes zu verwalten, der die Bedürfnisse des wirtschaftlichen Lebens genau kennt. Diese Gaben wird er auch in seinem neuen Amt sehr notwendig brauchen, da dieses Amt voo allen: die Ausgcchc hat, durch die großzügig« Lösung der Wohnungsnot und für die Besserung und Sicherung der sanitären Verhältnisse zu sorgen. Hierbei handelt es sich also wiederum um große organisatorische Aufgaben. Das neue Amt hat Sir Alfred Mond nunmehr den Rang eines Kabinettsministers gebracht, der nicht nur sein Ressort zu verwalten, sondern an allen Sitzungen des Kabinetts teilzunehmen hat, »bei denen die allgemeine Politik der Regierung bestimmt wird. Der (Antritt Sir Alfred Monds in den inneren Kreis des Kabinetts ist von besonderer Bedeutung, toeil dadurch deutlich auf die Uebereinstimmig des Ministerpräsidenten mit dem Verhalten Sir Alfred Monds hingewiesen wird. Dieser Geffchtspunkt wird auch in jüdischen Kreisen beachtet und unterstrichen, die bisher daraus Hinweisen zu können glaubten, daß Sir Alfred Mond energisches und aktives Eintretei: für die zionistische Sache nrehr oder weniger eine Privatangelegenheit Sir Alfred Monds., sei und nicht auf die Stellunes' des Kabinetts selbst schließen lasse. Der „Fetvist) Guardian", der bis in die letzte Zeiti den antizionistischen Standpunkt der „Liga der britischen Juden" vertreten hat, macht selbst in einen: Leitartikel ans die Bedeutung der Ernennung Sir; Alfred Monds aufmerksam und erklärt: „Dieser Eintritt (ins Kabinett) zeigt unseres Erachtens, daß, Si^ Alfred Monds gegenwärtig an den Tag gelegter Eisen ffr der Unterstützung der zionistischen Sache offenbar im Einklang mit den Wünschen der Regierung ist. Sir Alfred hat etwas voiü der Eigenschaft eines Verbindungsoffiziers zwischen der Regierung und den Zionisten in seinen ^Tätigkeit für die Forderung des Zionisums, und sein Vorgehen ist nicht nur verträglich mit seiner politischen Karriere, sondern ist hierbei sogar in Ertvügung gezogen worden." Es scheint, als ob die nichtzioniftischcn Juden Englands allmählich wirklich begreifen, daß die zionistische Politik der Regierung konseauent ist, und daß anderseits die. zionistische Strömung in England amizionistische, sehr nahe Beziehungen zu antisemitischen Kreisen besitzt. Es ist wichtig, daß. die 'Juden, die bisher nicht entschlossen waren, die zionistische Arbeit zu unterstirtzen, begreifen, daß die antizionistischen Aktionen englischer Politiker sehr oft antisemitischen Moftven entspringen. Das erwähnte Organ der „Liga der britischen. Juden", der ,Lew:sh Guardian", hat erstj,jüngst daraust hingewiesen, daß eine gewisse Klasse der Gegner'des Zionismus im Parlament und der öffentlichen Meinung vielleicht antisemitisch ist und deswegen nicht jüdische Sympathien gewinnen wird, wenn ihre Bemühungen vielleicht auch nützlich sind, um zionistischen Extremisten entgegenzuwirken. Inzwischen Hot Lord Sydenham in der Äprilnuntmer des „Kineteenth Century" einen Artikel über das Palastinämmandat geschrieben, in welchem er ähnlich wie in seinen Reden im! Oberhaus gegen die zionistische Politik der Regierung austritt. Der „Jewish Guardian" muß zugeben, daß das Motiv der antizionistischen Stellungnahme Lord Sydenhams offenbar Antisemitismus ist. Lord Sydenham, der sich nicht scheut, für seine Beweisführung die „Protokolle der Aeltesten vop Zion" heranzuziehen, ist allerdings ein überzeugender Beweis für jeden antizionistischen Juden, daß er selbst von antizionistischen Standpunkt aus sehr bedenklich ist, Hoffnungen daraus zu setzen, daß der Radikalismus der zionistischen Bewegung von dem Anti- Zionismus englischer Politiker gemildert werden soll. Es ist demnach begreiflich^ daß unter dem Eindruck solcher Erfahrungen selbst der „Jewish Guardian" feststellt, daß Herzl, und jetzt wieder Dr. Weizmann den wahren Sinn der „Jüdischen Frage" durch das, zionistische Programm umschrieben haben. Ae StzWboltt des Peßachsestes. Von Dr. N. Faerber kn Mähr.-Ostrau.’ Wenn zur Einleitung beS SsberabrnbS das jüdische Kind cm den jüdischen Vater die traditio» j netten vier Fragen richtet, so beginnt es mit Ma Mschiane. Es ist dies ein Wort, welches herkömm. lich übersetzt wird: Warn»: ist m:sgezerchnet. Phi- , lologffch wäre eS richtiger zu übersetzen: Warun: , ist ganz anders dieses Fest, nämlich in seiner Aus- I gesialümg, als alle anderen Feste- Denn tatsächlich sreht das Peffachfest ' in unerkennbarem Gegensatz?.uut Leben. Ja, es widersprickt der ganzen Wirtlichkeit. Darum sollen die Fragen eigentlich picht bloß von dem kleinen Kinde, das kaum iwch den Sinn der Worte und Bräuche verstehen fern:, sondern auch von den erwachsen«: Teilnehmern <m der Sederfeier, wie das Gesetz cs verlangt, gestellt iverden. Fassen wir zunächst die wichtigsten Punkte des Pessachfestcs ins AM. Da ist vor allem jenes, sonst unbegreifliche, oder doch den: Laien toenig einlenchteude Berüot, irg«:d ein gesäuertes Brok zu genießm m:d dafür ungesäuerte Brote als Nahnmg zu nehmen. Werde sich ergänzende Borsctzriftsl:' werden in der Bibel bekanntlich dann t begründet, daß die ans der ägyptische:: Kncnhtschost erlösten Israelit«: kn der Eile keine Zeit fanden,' de» Teig säuern und ordentlich backen zu lassen. Indes ist unsere beilige Schrift mehr ein Buch des Geistes, als der dürr«: Worte. Und wohl zahllos sind die Denker und Erklärer, die sich mit der Auslegung dieser Stelle beschäftigt Hab«:. Der Talmud, der beste Kenner des-menschlichen Wesens imd daher der beste Komm«:tator der Rilwl, sieht in der so scharf betonten Negation des Sauerteiges die Absicht der Religion, die Leidenschaft zu bändigen: die Leidmschaft, bczichungs-, weise die böse Begierde, die im Menschen ähnlich wie der Sauerteig w::chert und ihn ersticke:: würde, cinzudämmen. Aber, da alle Gesetze der Thora aus die Veredelung des Menschen ab,zielen, wäre cs immerhin nicht einzusthen, »oeshalb Verbot de* Ehamez und Gebot der Mazza einen: ganzen Volke für alle Zeilen so sehr aus nie Seele gebunden wurden. Allein, die PstHologie der heilige« Schrift sagt »ms, daß deu: Gottesworie Einzelwesen :md Gesamtheit nicht verschiedene Begriffe sind. Schorr in, dm Schema-Kapiteln wechseln „Du" und „Ihr" imd so beharrlich überall in der Thora. Begreiflich. Ans Individuen setzt sich ein Volk zusammen. Von diesem Gesichtspunkte wrren unsere Weisen geleitet, als sie die Pessach- Hagada zusammmstelltm. Da wird nach einer, kurzen Vorgeschichte über die erst«: zwei Patriarchen der Einzug des Erzvaters Jakob mit seiner Familie nach Aegvptm erzählt, das Anwachsen der Familie zu einem Volksstamme und dessen Bedrückung durch die grausamen Pharaonen misführlich gekennzeichnet, um da? gewaltige Wimder der Erlösung arls der Hand eines »nichtigen Volkes ins rechte Licht zu rücken. Hier haben wir den EwigkeitAvert des erstm Symbols unseres Festes. Wie einst die Ein.zcÜvesen Kain mit Abel, so ringt seit je der Starke mit dem Schivachen, \m ihn niederzuringen. Und im Völkerlebm! Wie strebt daS stärkere Volk »nt all«: Mitteln dem schwächeren dm Todesstoß zu geben. Das Siegervolk kmnt keine Mäßigung, obwohl das besiegte schon-längst zu Boden geworfen ist. Es klingt fort mck> fori durch die Jabrimrseude das Wort Pharaos firttn* nikchakmo! „„Siehe, das Volk wird zahlreicher und mächtiger als wir: üwhlmr, lastet uns List gebrauchen, damit es nicht zahlreich werde!" So feiert das jüdische Volk im Frühling, der Jahreszeit, der ertvachenden Gelüste, die Erlösimq mrs drückender Knechtschaft und huldigt seinem Gotte durch Arlsschaltung des Sauerterges, smvie durch ausschlicß^ lichm Genuß der Mazza, rvelche die Tugend der Genüasamkeit, des Ssibstbeschcidens und des Lebenlassens im Einzellcoen, aber ganz besonder's auch im Völkerlebm verbildlicht. Das jüdische Pessachfest, wann wird es ein Pessachfest der Völker zverden? Jn>allm Ländern des Galuih haben imr es gefeiert, damit es die Kulürrtvelt merke und daraus lerne. Sie hat nichts gelernt und unsere - Galuthleidm wärm am Ende etwa vergebens. Doch »:ein, tvrrd das jüdische Volk erst »nieder in seinem Lande roohne»:, seine große PestäckLeier nach Vorschrift begeh«: »md ihm im Staate nacblebm, eindringlicher als in den Exilm wird der Freist«tsgedanke »muifcstiert sein und die Völker iverd«: erken»:«:, daß auf d«:/Bergm Zions die Fahne der »vahren Freiheit weht. Nicht cintz pürtikulare Thora, eine Weltenthora acht dam: ans vor» Zion und das Wort des WeltmgotteS ans Jemsal«n! Das ist der hoffnungsftcüdiae Zürich deS GederabeudS: Im kommenden Jahre in Jeruschokaim, im kounnenden Jahre Befreiung, Erlösung — für alle! Denn gibt es eine Frcibeit für die Jud«r, so nruß auch die Stu-nde der Freiheit für die gesamte Mmschheit kommen! — Ein weiteres Syn:bol deS Pessachsestch ist las Bitterkrautk Welchem Jrdiscbm ist es drspart geblieben? M«lsch!ichcs Los! Diesen: Umstmrde mag allerdings jeder Bedächtige mitte» .in der Fr-ende gerecht rverdeu. Jedoch in tvelchem Ausmaße wird beim Seder das Bitterkraut genommen! Genügte nicht ein Blatt, ein Stiickcheu? Wozu das Bitterkraut in so großer Menge wch in mannigfacher Form; bald grüner und tveißch, häid fester und zerriebener-Kren, daß beiwche der Msgm keinen Platz für die anderen Sederst^ffea hat? Sind die Juden so uncrsättlick» beim Genuffe des Bitterkrautes? Sagt man nicht im midern „Riivke Beile", sagt er, es ist heute Feiertags Wir feiern den Auszug aus Aegyptem Berstel-e doch! Da darf vran nicht traurig sein. Und es ist doch gar kein Grund dazu. Wenn es dem lieben Gott nicht gefiel, daß wir mrsern eigenen Seder habe»:, dann niüsscn »vir eben init einem fremden vorlieb nehmen. Dann wollen wir anderswohin gehen. Man wird,m:s Kberall hiueinlassm. Alle Türen stehen uns offen. Sagt man doch am Scderabend: „Kol dichsin jejthej tvejehanl" das heißt: wer hungrig ist kvmuu: und esse.... Konun, nimm den Schal um und laß uns Hein: Erstbesten einkchrcn. ltud Riwke Beile tut wie immer nach dem Willen ihres Mannes. Alle Kraft ausweichend um nicht auszuschluchzcn, hüllt sie sich in den zerrissenen Schal. Schm: will fte gehen, als im selben Augenblick stie Tür »vn außeir geöffnet wird. „Guten Abend!" grüßt eS. „Gut Jahr!" antworte:: die Eheleute. Sie sehen nicht, wer es ist. „Ich möchte euer Gast beim Seder lein", lagt der Fremde. „Wir haben selbst keinen Seder," erwidere Ehaiju: Jojne. „T»:t nichts, ich Hab rhu uütgeöracht". „Seder im Finstern", 'schluchzt Zliwke Belle, die sich nun pich; mchx xnrüühalten riÄIUL -‘r —,A.- „Et bcivayre", meint der Gast, ,^-F wird schon Licht werden". s Er winkt und mitten im Zimmer, in der Lust erscheinen zwei silberne Leuchter, in denen schon die ar:gezündeten Stearinkerzen stecken. Es ivird hell. Chajim Jojne und Riivke Beile erkennen den Zauberkünstler, starren ihn an und bringen vor Schreck und Verwunderung^ kein Wort hervor. Sie fassen sich an den Händen, uird so'stehen sie da, mit weit ausgen'sserren Angen und offenen Mündern. Er aber wendet sich nun an den Tisch, der.ganz verschämt in einem Winkel des Zimmers steht: „Na, Kleiner", sagt er zu ihm, deck dich und komnc her!" Und so fort fällt von oben ein schneeweißes Tischtuch herab und deckt den Tisch und dieser selbst setzt sich in Bewegung uird rückt nritten ins Zinmrer, just unter die Leuchter. Und diese wieder schweben hernieder und stellen sich aus ihn. „Jetzt fehlen noch die Sederbetten, sagt der Zauberkünstler, die „Sederbetten sollen komnrcn!" Und sofort nicken, aus drei Ecken des Zimmers drei Stühle an den Tisch heran und stellen sich aus drei Seiten auf. Breiter werden, befiehlt er. Und sofort gehen sie in die Breite und «verwandeln sich in Großvaterstühle. Weicher, ruft er. Und sie sind mit roten: Saint überzogen. Und gleichzeitig falle»: von der Decke schneerveiße Kissen auf sie nieder. Die Scderbetten sind fertig... Eine Sederschüsfel mit allem, was darauf gehört, stellt sich auf den Tisch. Ebenso mmn mt rotem Jtett Md Becher da,»u. Plötzlich liegen auch Mazzoth da und alles andere, was man zu einen: richtigen sund fröhlichen Seder brarrcht, selbst Hagadoth mit Goldschrift. „Und Wasser zum HAndervafcheir habt ihr?" fragt nun der Zauberer. ,Lch kann auch Wasser bringen". Da erch kamen die Leiben zu sich. Und Riivke Beile fragte leise ihren Mann, was er von der Sache halte. Chajim 'Jojne aber wußte keine Llntivort. Sie riet, er solle zun: Rabbi gehen und ihn fragen. Mer sie könne doch nicht mit dem Zauberer allein bleiben, meinte er. Darum solle lieber sie gehen. Ihr, einer Frau, werde der Rabbi nicht trauen, antivortete sie. Er werd? glauben, daß sie verrückt geworden sei. Schließlich kamen sie. überein, zusammen 3:: gehen und inzwischen den Zauberer mit semem Seder allein zu lassen. Der Rabbi gab klugen Rat. Das, was mit imreine,n Zauber gemacht tverde, erklärte er ihm, sei gar tücht »virklich, jvefl! alle Zauberei nur Blendwerk sei. Sie sollte»: also nack Hause gehen, und wann die Mazzoth sich brechen, der Wein sich einschenken ließe, die Sederbetten sich ansühlen ließen usw. darm wäre alles gut, darin iväreir es Geschenke des Himmels und sie dürften alles genießen. Mit diesem Bescheide gingen sie nun klopfenden Herzetls nach Harrsc. Als sic eintraten, war der Zauberkünstler scho,: fort. Ab" de, „Seder" stand da wie sniher. Und äÄÄ M berühre^ ferf Weiü üetz sich gießen, die Mazzoth brechen... Itni* jetzt verstanden sie erst, daß der Prophet Eliah bei ihnen eingekehrt war und batten ei,: 'sröhtickies Fast- Fwer" Blätter de: vereinigten Berlagranstaite» Jüdischer Verlag sWeU-Vcr-ag). Kostenlos ru beziehen durch die „Euer" Gesellschaft sch Buch- und Knnsthandel m. b. H., ■ Serin NW 7, Dorotheenstraße 35. Inhalt de» Februar-März-Hestes: A r n 0 l d Z w c i Bon der Äugend des Ostens, Herman» Struck, Judenlnabe (Lfthogravlffeh Sieg fried Bernfeld. Kinderheim Baum garten, Jakob Klahkin. .ftnsis und Entscheidung. Karl W Uh es^ Iüdffchs Planwirtschaft »n Pälästina. A l e x i s pift üotie Baerwnld. Esther, ein Schattenspiel sSelbstanreige Herzi Worte, SalomD Brrnbaum, Leben und Worte dez Ääad schem (Selbstanzerges Frank, der Verfluchte (JonteffUeder). Antworten auf Briest aus dem Leserkreis. Bibliographie» 1. Neuc/te Judaica. 2. PhilosopMe 'M Naturwiffenschast. Kunst bei läge: Das iLchattcntheater uftt dein Scha'.'enspiek „Esther, einige Figuren ans dem Schäften» sprel. Graph. Darfftflu-m 'w W i l b e, m, Plchtwiftschaft .

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