Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 17 (1.3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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BeSe-8 MenÄkas? treten und könnten den interessierten Parlavrenten Zur Besprechung vorgelegt werden. Jmrrj schon hak sich über die Frage der Nafifizicrung des türkischen Friedensrertrages eine Zeitungspolemik zwischen der englischen ' «nd französischen Presse entspannen. Der ».Tenrps" vom 16. Februar lenkt die Aufrnerksamkeit ^uf eine ErMmng des diplomatischen Korrespondenten des „Dailn Telegraph" vom 15^ Februar, das; Italien den Vertrag von. Sevres durch ein königliches Dekrets ratifiziert habe. Ter Temps fragt, vb diese Erklärung richtig sei und fügt hinzu: Asir zögern trotz alldem, dieser Erklärung Mauben zu schenken, da wir sehen, dach gerade jetzt ein türkischer Kongrech in Rom abgo hakten wurde und dach die Türken von An gora in einem italienischen Schiff nach Europa kommen. Der Temps zweifelt auch daran, dach Erochbritannien bereit fein sollte, den Vertrag von Sevres in seiner gegenwärtigen Form zu ratifizieren und erklärt, vom französischen Standpunkt aus gegenwärtig solche hypothetische Annahmen, wie sie im Dailn Telegraph von einem diplomatischen Korrespondenten angeregt worden seien, nicht diskutieren zu wollen. Diese hypothetischen Annahmen aus englischer Quelle sprechen von einer Ratifizierung des Vertrages von Stores Lurch England, Italien und Japan, die zu * einer Ratifizierung des französischen Parlamentes führen würden. Aber die französische Zeitung macht die französische Regierung darauf aufmerksam, dach diese sich! eventuell entscheiden werden müsse, ob sie gröbere oder kleinere Modifikationen des Berträges wählen und sich an der Ratifizierung -'V, Vertrages beteiligen solle oder ob Frank- ' reich an der Ratifizierung des Vertrages sich wirklich nicht beteiligen solle. Es ist kaum anzunehnren, das; die französische Regierung ange'^bts eine.' solchen Situation wirklich iutrani'.ngent Verhandlungen über Modifikationen des türkischen Vertrages ablehnen und guf der vollständigen Revision des Vertrages bestehen sollte, da - sonst tatsächlich die Situation entstehen könne, daß der F.i-b-nsvertrag ohne die Beteiligung ' Frankreich in Kraft ticken und daß eamr /unter anderem Frankreich nicht zur gleichen ,, (Seit wie England in die Lage käme, das . Mandat über Syrien völkerrechtlich in Kraft " 'treten zu lassen. . Die hypothetischen Kombinationen des 'divlomatr scheu Gewährsmannes des Daily!Tclegraph haben daher wohl den Iwck gehakt. zu erreichen, der französischen Regierung nahe zu legen, ihrerseits dafür zu sorgen. ~ das Zn-KLrfl-Tretgn des rürkifchen Vertrages nicht weiter hf-rausgeschoben werde. Am dritten Tage tauchte die Frage der Veröffentlichung de» Mandats über Mesopotamien und damit unausgesprochenerwnse wohl auch das Mandat für Palästina. Sir %. Ioynson - Hicks, der tagszuoor in derfcLen Angelegenheit interpelliert hatte, erklärte, dast er einen Brief des Ministerpräsidenten erhalten habe, mit der Biste, Anfragen über Mesopotamien bis zum ^nächsten Mittwoch zu verschieben. Mit Rücksicht darauf, wünsche er wiederum die Forderung hu stellen, dast das Mandat für MefopolüTtiien vor diesem Datum dem Rat des Völkerbundes übermittelt werde. Bonar Law erwiderte ihm für die Regierung, er könne diese Zusicherung nicht geben. Er wolle nicht die ganze Frage jetzt oiskuüeren, da er versprochen habe, dast sie in Beratung gezogen werde. Die Angefiqenhcit werde mit den Vertretern der alliierten Mächte, die am Montag nach London kommen. diskutier, weroen und das Haus werde daher ersucht, sich zu gedulden, bis die Regierung mit diesen Vertretern beraten habe. Aus diesen Erklärungen geht hervor, dast die englische Regierung damit rechnet, vielleicht schon am nächsten Mittwoch in der j Lage zu sein, dem Parlament weitere Auskünfte jpr erteilen. Inzwischen verbreitet Reuter ein in Rom 'Mw Donnerstag ansgegebenes halb offizielles Dementi folgenden Inhalts: „Einige ausländische Zeitungen verbreiten beharrlich die falsche Nachricht, dast Italien den Friedensvertrag von Seores durch iönrgßiches Dekret ratiftziert habe. Dieses G-.'.ücht vir d von autoritativer Sette kategorisch dementiert und es wird erklärt, dast Italien »en fraglichen Vertrag nicht ratifiziert hat. Das Dementi bezieht sich seinem gantzen Wortlaut nach auf die Vergangenlmt. Ls schließt nicht die Möglichkeit aus, dast die Ratifizierung etwa sofort nach der Londoner Konferenz erfolgt. Es ergibt sich die Möglichteit, daß im Lause der nächsten Tage, da der oberste Rat Zer Alliierten und die Konferenz mit den Türken und Griechen in London und dem Rat r Erledigung nächsten Tage können so für Palästina und den Zionismus hif arische Bedeutung bekommen. Es fährt sich zum zwcitenmale der Tag, da Aeizniann, Sokolow und llssischkin vor die Pariser Konferenz traten, cs wäre möglich, daß die definitive Erledigung des Palastinamandatcs genau zwei Jahre sväter erfolgt. Dom RMinerstrmd. ,\n Nr. 1? L März Selbst mord eines Rab«- oiners. Gestern hat, wie uns gemeldet wird, der Rabbiner der KuE insgemeinde in Malacknft lncm Leben ein Ende bereitet. Der Grund des Selbstmordes li gt in Ernähcungswrgen. Ter Perswrbene war Vater von -chl Kindern und befand sich fit 3wi ich leiten mü s in er Gemcinde. ,.M»w aenzeilung", Mahr.-Ostrau, vom Februar 1N219 dieser kurzen Meldung liegt eine futthtbare Tragödie. Selbst wenn es nicht wahr wRe, was hier die Ostrauer „Morgenzeitung" nceldec, so kann sich der Fall morgen oder übermorgen ereignen. Vor Jahren bereits stürzte sich der Rabbiner einer kleinen mähr. Gemeinde in einen Brunnen, weil er sein Auskommen nicht finden konnte, und weil er mi* den Gemeindegewaltigen nicht harmonierte, böse Zungen behaupteten zwar, er hätte es aus langer Weile getan, da er nicht viel zu tun hatte. Im Vorjahre verstarb einer der ältesten Rabbiner Mährens und die Witloe war aus öffentliche Wohltätigkeit angewiesen, da' die Kultusgemeinde eine Pension zahlte, die selbst für ein Existenzminimum lächerlich war. Der Rabbiner aus Dobris Dr. Eifenberg trat im Sommer für eine Sozialisierung des Rabbinerstandes ein, ein Vorschlag, der überhaupt nicht beachtet wurde und der Landesverband der Kultusgemeinden Mährens hat in seiner Präsidialsitzung vom August 1919 beschlossen, der Rabbinerfrage und Ge-- haltsregnlierung der Kultusfunktionäre näher zu treten. Es wurde damals auch der löbliche Beschluß gefaßt, die kleinen Gemeinden, die, einen Rabbiner zu erhalten nicht imstande wären, tzusammenzusassen, und einen gutbesoldeten Rabbiner für diese Gemeinden zu bestellen. Mähren hatte für solche Zwecke einen Fonds, den aus Judensteuern zu Kaiser Joseph II. ent anl e en mä.risfe/i Landesmas asond h der aber heute nicht imstande ist, die Gemeinden entsprechend zu unterstützen, weil Kuratoren des Massafonds aus Knopflochschmerzen beinahe das ganze Vermögen in Kriegsanleihen angelegt haben, wiewohl sich viele dieser Großkaufleute sehr gehütet hätten, mit ihrem privaten Vermögen, so zu wirtschaften, wie mit öffentlichen Geldern. Und da kre kleinen Gemeinden dies den Großgemeinden abgeguckt hatten, so zeichneten sie über ihre Kräf.e und belehnten S.iftungsgelder, so daß sie noch heute schwer daran zu ftagen haben. Denn das Sprichwort, quil licet Jovi, non licel bovi gilt ja für Römer, aber nicht für Juden. Soviel ist sicher, das Millionenvermögen, teils der Sfiftungen, teils von Kultus gemeinden und auch von 'Vereinen in Kriegsanleihen angelegt sind, und daß diese Gemeinden nun über wenig, oder gar kein Geld verfügen, und so kommt es, daß niemand, mit wenigen Ausnahmen z. B. M.-Ostrau, Brünn, Kremsier usw. so schlecht besoldet ist, wie unsere Kultusfunktionäre. Der Rabbiner ist der geistige Repräsentant unseres geistigen Judentums. Es ist Schande für eine Gemeinde, einen Rabbiner darben und hungern zu lassen und eine Schmach für das slowakische Judentum ist es, wenn einer ihrer Rabbiner sich lieber erhängt, denn er erhungert. Wie ist denn so etwas möglich? In der Tschechoslowakei alles. Wenn es möglich war, daß in Karlsbad zur Zeit der Tagung der Welthilfskonferenz Verzweiflungsschreie von 300.000 Kriegs- und Pogromwaisen, in . ' Trubel und den Orgien des Foxtrottes l>• der Champagnergelage ohne Echo verhallfiu, so wundert es mich gar nicht, wenn Gemeindegewaltige — zumal der Rabbiner mit ihnen nicht harmoniert, zu seinen Mördern werden. Auf der Tagung des Volksverbandes der Juden für die Slowakei am 27. und 28. Dezember 1920 erhob sich auch ein Kullusfunktionär, um über die triste Lage seines Standes zu referieren, es blieb beim Referat. Dagegen erhob sich das Haupt der „Slowaken jüdischer Religion" um dieses Referat, das magyarisch gehalten wurde und von mir nicht verstanden wurde — nur soviel konnte ich entnehmen, daß ein Kultuspräsident seinem Funktionär sagte, wenn er mit seinem Gehalt nicht auskomme, so wolle er seinem Glücke nicht im Wege stehen und er möge sich einen anderen Posten suchen — mit einigen Phrasen abtat und bemerkte, die Frag« _ würde einer Kommission abergeben. ES ist ^'^Völkerbundes in Paris tagen, die definitive mir nicht bekannt, ob diese Kommission eine ^ed-aung des Pchästinamandates erfolgt.. Die Fehaltsregulierung durchgeführt hat, aber scheinbar nicht. Ich weiß nur, daß der Rabbiner aus Malacka sich erhängt haben soll, weil er nicht der Meschores seines Kultuspräsidenten sein wollte. Denn diese Frivolität existiert nur bei uns Juden, daß der Kultusvorstaud die Gemeindesunktior.äre als seine Diener betrachtet und für sie der wunderbare Namen „Domestiken" geprägt ivürde. Ist er oft nicht imstande seinem Rabbiner die Schuhriemen zu lösen, der ihn an Wissen, Bildung und ethischem Gehalt turmhoch überragt, so bildet er sich doch ein, über die Fähigkeit oder Unfähigkeit des Mannes zu urteilen, der ihm Rabbi, Lehrer und Meister sein sollte. Und gerade die Juden, die sich da, Slowaken, Magyaren, Deutsche jüdischer Religion bezeichnen, also solche Juden, die den nationalen Gedanken im Judentum leugnerr, und das Judentum nur als Religion aufiassen wollen von einem lebensmöglichen Gehalt der Kultnsfunkiionäre nicht hören. Es gibt keine Gemeinde, deren Muglieder nicht imstande wären, ihre Funktionäre zu erhalten. Denn ich habe keine Gemeinde auf dem flachen Lande gefunden, die Orlsarme hätte, im Gegenteil, mir sagte einmal ein Kultusvorsteher, er könne keinen Armen finden, dem er eine „Matvne" geben könnte, höchstens die Kultusangestelltcn. Zehn Mitglieder einer Gemeinde sind in der Lage, ihren Rabbiner zu erhalten, der von Existenzsorgen befreit sein könnte, wenn sie jährlich 1500 bis 2000 Kc. zusteuern wollten. Man klagt bei uns so oft darüber, daß unsere Rabbiner dem Judentume eigentlich gar nichts geben. Daß die gesamte moderne Bibelkritik und jüdische Reiigionswisienschasi ihre Förderung und Entwicklung protestantischen filelehrten verdankt. Und wie sollte sich auch ein Rabbiner mit Wissenschaft beschäftigen können, wenn er durch den fiirchtbarsten Kampf ums Dasein derart zermürbt wird, daß er zum Strick greifen muß; und ist er schon fähig, so verläßt er lieber die Tschechoflowakei und geht ins Ausländ. Ter Volksverband der Juden in der Slowakei täte gut daran, endlich der Gehaltsregulicrung der Kultusangestellteir vollstes Augenmerk zu schenken. Die Einberufung eines allgemeinen Gemcindetages aller Kultusgemeinden wäre sehr notwendig, an dem alle Richtungen, Neologen, Orihoio-en und status quo-Gemeinden vertreteic wären. Erstens müßte man in Mähren an eine Neuregelung des Landesmassasonds schreiten und zweitens müßte die große Frage der Kriegsanleihe gemeinsam behandelt werden. Die Zusammenfassung kleiner Kultusgemeinde« zu einer kultischen Einheit, Bestellung von hebräischen. Wanderlch crn uvb Re igiontlehrerir und Stel-. lungnahme zu einer eventuellen. Trennung von Kirche und Staat.! Dr. Gustav Kohn. j Frrland. Die Nobelpreiskandidatur des Präsidenten Masaryk. Einem Londoner Funkspruch zufolge meldet das Jewish K.-B.: Das 3oint Foreign Comitee hat den norwegischen Parlament ein vom Präsidenten des Komitees Sir Stuart- Samu und von Lord Rothschild unterzeichnetes Schreiben gesandt, worin er unter Hei!- vorhebung der liberalen Politik und der Verdienste des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Masoryk dessen Kandidatur für den Nobelfriedenspreis wärmstens empfiehlt. Sesterrelch. Abgeordneter Stricker verreist. Landtagsabgeordneter Stricker reiste nach London und Paris, um in verschiedene,: allgemein-jüdischen Angelegenheiten sowie solchen der zionistischen Organisation ■ mit den dortigen leitenden Stellen ein Einvernehmen zu pflegen. Die vom „Neuen 8-Uhr-Blatt" gebrachte Nachricht, daß Abgeordneter Stricker Über Einladung des Völlerbundrates nach Paris gereist sei, entspricht nicht den Tatsachen. Ungarn. Immanuel Ltzw. Der Szegediner Obenablnner Dr. Immanuel Löw befindet sich nunmehr seit Zehn Monaten in Hast, beziehungsweise unter einer nach allen Regeln der Untersuchungshaft gehandhabten strengen Bewachung in seiner Wolpnung. Formell wird seine Untersuchungshaft durch den Strafsenat von Monat zu Monat verlängert. Dom Untersuchungsrichter des Budapester Sftafgerichtshofes sind bereits die Protokolle eingegangen, welche über die Aussagen des gewesenen Ministerpräsidenten Karl' Huszar und der übrigen Budapestei Z-uggn ausgenommen wurden. Die Verteidiger des Di. Immanuel Lvw. Dr- Marcell Baracz und Dr. Armin Balasia, beantragten in einer Eingabe : an den .SftaffeM de-. SäßrÄin«r KeriKtsh»- fes die Aufhebung der Untersuchungshaft ü£tt Oberrabbiner Dr. Löw. Ter Straffenat wies jedoch dieses Anbieten mit ber Degcünbung ab, daß die Staatsanwaltschs ift um die weitere Verlängerung der Untersuchungshaft cingeschri lett fei; anderereitss könne ber Strafsenat so lange keinen Beschluß fassen, als er nicht in Kenntnis der Anklageschrift der Staatsanwalt'chnft gefetz ist. Es hängt demnach ganz von der Laune und dem Ermessen der Staatsamoaltschast db, wenn sie ihre Anklageschrift fertigstellt, sie dem Strafsenat vorlegt und dieser dann üb« di, Aufrechterho-tung der Untersuchungshaft und darüber entscheidet, wie lange Dr. Immanuel Löw noch in Unsicherheit über fein Sch.clial schweben soll. Ruwauien. W. Tiomkin in Bukarest. lJ. E. B.) Ina. Wladimir Tiomkin, - glicd der Exekutive der jüdischen WerU>üi.-' zentrale, der nach Beßarabien delegierc murne. um im Einvernehmen mit den dortigen rD* ganisationen die Hilssrütigkeit zu Gunsten der ukrainischen Flüchtlinge zu organisieren, mußte nach seinem Eintreffen in Bukarest sich vor allem mit der Lösung verschiedener juridischer Fragen beschäftigen, die den Flüchtlingen ungeheure Schwierigkeiten bieten. Der amerikanische Konsul anerkennt die von einem rem ancrilä ische, Notrr leg'au igten,„A fidavids" nicht und verlang., daß diese von einer administrativen Behörde legalisiert sein sollen. Wenn diese Schwierigkeiten nicht unverzüglich beseitigt werden, wird für die Emigrentcnmassen eine schauderliche Situation geschaffen werden, da ihnen die Gefahr einer Internierung droht. In dieser Angelezenfeit, sowie auch in den anderen, den Emigranten seitens des mucrikanischen Konsuls bereiteten Schwierigkeiten ittitbte sich Herr Tiomkin direkt an die amerikanischen Organisationen. In Bukarest befinden sich zurzeit 3000 jüdische Flüchtlinge, aus der Ukraine. Ein in Bukarest gebildetes Komitee ist an die Organisierung der Hilfe ^ür diese Flüchtlinge berairgetreten und har bereits'große Erfolge erzielt. Tic Hanptschwierigke.it besteht darin, daß zwischen den Hilfsorganisationen in Bukarest, Jassy, Äischcriiel und Galatz keine Fühlungnahme vorhanden ist. Diesen Kontakt zwischen den verschicdc.,rn Hilsoorganisationen im Lande herzustellen, fit eine der Hauptaufgaben Ing. Tomkins. — Tee Organisation nach Argentinien stellen sich ftnne großen Schwierigkeiten in den Weg, nur ist die Reise viel kostspie'iger, da sie den bedeutenden Betrag von 8090 Lei erfordert. Bei Vorhandensein der erforderlichen Geldmittel könnte man dorthin eine bedeutende Zahl von Emigranten wegschicken. Nach Palästina haben sich auf Bukarest 40 Emigranten begeben, weitere 60 fahren dorthin in den nächsten Tagen ab. Inzwischen sind bereits 14.000 Flüchtlinge über Galatz nach verschiedenen Ländern ^rusgewandert. -- Am 16. Februar begab sich Tiomkin nach Kischeniew. Finnland. Jüdischer M i n o r i t ä t e n s ch u tz. (Jüd. Korr.-Bnr.) Anläßlich der vor die Völkerbundratsitzung gebrachten Fmgc, betreffend den Schutz der nationalen Mnderheiten in Finnland, hat der bevollmc chtigte finnische Minister in Paris dem Vorsitzenden des Komitees der jüdischen Delegationen. Herrn Sokolow, einen Besuch abgestattet und effuÄe ihn. die nach dem Ermessen der jüdi'chen Delegationen notwendigen gesetzlichen Schutzmaßnahinen zugunsten der jüdischen Wsinontöt in Fin'. and vorzuschlagen und deren genauen Txrt zu ' rinulieren. Die fimiländische Regierung geht nun raran, die währeno der VölkerbunLucsiammi "ng in Genf übernommenen Minoritätsshni'.'-erpf.ichtungen nach jeder Richtung zu ersüklcn. I! allen. Jüdische Emigranten. (I. C. B.) Seit einigen Mona-n: größert sich der Emigrantenstrom, der sich von Beßarabien durch Italien nach Amerika richtet. Diese Transmigration bat das imsie« nische Judentum völlig unvorbereitet gesunden und deshalb wurde den Emigranten an- , sanglich fast feine organisierte Hilfe geleistet. - Nach 3 oder 4 Monaten als endlich eingeselzen wurde, daß dieser Strom keine Zufalls-, sondem ein. Dauererscheinung ist, hat dce Osernel: bibund Schritte unternommen, uni diese .ficlfe zu organisieren. In, Jänner hak ' in Bologna eine Zusammenkunft von Gewe'ndcveUlrlern stattgejunden, der otc Lei* Nlvg dcr gonzc., Arbeit dem Rechtsauwaft , Sullam-Penedig (der Vizepräsident der sioum lstrichen Fstderatton ist) anvertram ha'; daraufhin wurde ein Emigrantenamt in Neapel orponisiert; in Triest war ein solche'- schon vorhanden und in^ Genua wird ebenso deisen