Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 6 (21.1.1921)
- Date
- 1921-01-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/9610648-9611118-9610688--038-9610692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Weite 4 iWttcra »Iüdffches Wor?s8latk 21. Jänner 9fr. S \ ,• Bei dieser Art Politik wird Oesterreich nicht gesunden, ja wir möchten sogar, um die Probe aufs Erempel zu machen, Vorschlägen, wirtlich die Ostjuden auszuireisen, auch b'.e rächen natürlich, und was dann? Was wird Ku n t s ch a k dann machen, wenn die öftere. i'VDnt am 20. Jänner 1921 nicht gestiegen tevt wird? Was dann? Dann geht es gegen die anderen Juden. Dcr -steckt die große Gefahr des Lynchparagraphen, den sich die Wiener zurecht gemacht haben, daß man die Juden nicht wird auseinander kennen. Ein trauriges Zeichen der Zeit. Wenn aber Wiener Antisemiten glauben, sie könnten mit den Juden machen, was sie wollen; » irrcri sie. so weit ist es Gort sei gedankt ‘ä doch noch nicht. Tie amerikanische Regierung wird, wie wir an anderer Stelle Mitteilen, dieses B-rgehen gegen die Ostzuden nicht'dulden und Kuntschak und seine roten GesinnungSbrüler werden hof'entlich auch die. Ostjudenfrage in Wien, anders lösen müssen, als auf Galgen und Latcrnenpfählen. Drleziertenlcrp. der jüdiscp.en Studentenschaft Oesterreichs. Kürzlich fand im Saale des Wissenschaftlichen^ Klubs der Telegicrtentag des Gesamtoerbances der jüdischen Hochschüler Oesterreichs „Judaea" für das Studienjahr 1920^21 statt. Wie aus bem Bericht hervorging, konzentrierte sich die Tätigkeit de-s Hochschulausfchusses ün abgelaufenen Jahre — der Not der Studentenschaft entsprechend — hauptsächlich auf die wirtschaftlichen Angelegenheiten. Es-wurde insbesondere die Mensa academica au-Sgebaut, da die Teilnahme an der „Allgemeinen Mensa" den jüdischen Studenten verwehrt wurde. Ferner wurde die Krankenfür- ' sorgestelle und das Rechtsschutzbureau neu organisiert und die Darlehenskasse in k"'"er W ausge altet, da' dm S u enten in dringenden Fällen materiell gehoben we^en konnte. Die Mittel für diese Zwecke wurden deu.zum großen Teil durch Sammlungen im Auslände aufgebracht. Zum anderen Teil verdankte der Hochschulausschuß die Erhaltung seiner wirtschaftlichen Institutionen der Unterstützung des hiesigen Joint Distribution Evmmittee. Mit Bestürzung vernahm der Delegiertentag die Mitteilung über den von der Zentrale des Joint geplanten Abbau der der Studentenhilfsaktiou, was damit begrün- - det wurde, daß die Hilsstätigkeit des Joint Committee sich in .Hinkunft ausschließlich dem Wiederaufbau zuwenden müsse. o Bon den Schöpfunegn des Kulturamtes sind' die Hochschulkurse und die hebräischen Sprachkurse zu erwähnen, jedoch konnte der Referent über deren Frequenz keine günstigen Mitteilungen machen. Befriedigend war der Bericht des Sportreferenten, über die Entwicklung der Sportabteilung „Judaea". ■ ' Hebet Vorschlag des abtretenden Hochschulausschusses wurde als Zeichen der dankbaren Wertschätzung seiner großen Verdienste müssen bjähigen ununterbrochenen Wohnsitz, den wird. Es muß gesagt werden, daß g-ronachweichn und haben ke.n passives Wahlrecht, ßer Mut und Entschlossenheit dazu gehören, Übrigen werden dre Wahlen nach Verin der jetzigen Zerl das Amt des Bizekönig; yalimswapt an. gebundenen ^pren vorgenom vnv Indien zu übernehmen In Lord Neam~nding wird Indien einen außergewöhnlichen und wie wir glauben, einen passenden Mzekönig haben. Es muß dies ein Mann mit!-.gs in Eambridae wt; seit 1910-11 ch:r» ltaatc-iek-etär für Indien. Ehrungen Dr. Ehases. Lberrabbiner Tr. Chajes hi" sich auf seiner Amerika-Rcisi in Englcn-i r drei Tage in London aas. Das engli- Puden» außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten und, tum benützte die Gelegenheit, dem an cnen reifster Erfahrung sein, welch: Eigenschaften! Führer des Wiener Judentums ein -; Herz- Lord Neading ,'n genügendem Maße besitzt.! sichen Willkomm zu bieten. Am Sonntag Er muß. wie Lord Eurzon sagte, fähig sein, j nachmittags fand im Pavillon Theatrc eine ge, „die Wagschalen holanz'ert zu halten" und j waltige Versammlung statt, iw welcher Oberwer könnte dies besser als der Hhef-Iustice rabbiner Tr. Chajes die Hauptrede hielt. Die Polen. Wahlordnung. 7m Polen soll eiste neue Wahlordnung geplant sein, die den Einfluß der Städte und damit der Juden auszuschalten geeignet ist. Es sollen g ößere Stadtwahsi.e s: mit Einbeziehung von Dörfern eingerichtet werden Jüdische Schulen. Das polniftlw llnt rr chtsn.i.i e.'um hm dem jüdischen humanististh-en und Rea g,mnasium für Änafccn und dem Realgymnasium für Mädchen in Lemberg die Elcichberech igung mit den Staatssebulen gegeben. Der Innenminister für ukrainische Flüchtlinge. SnnenmimiteT rasch Beschlüße fassen. Er müß Nar uno! angetane oder zugedachte Unrecht austreten ersuchte das Mtms.enum für Aeußere^ sich an deutlich und mit Autorität auft.eten können und Vergewaltigungen verhindern, jiche-.t ganz von England. Er muß große Parlamentär sche Erfahrung für die neugeschaffenen gesetzgebenden Körperschaften hesizen und auch viel Takt und Snmpathi: und viel Wissen von Welt und Menschen. Er muß geduldig stin alle Klagen anzuhören und bercil s in. einem Versammlung wurde von Hillel Zlatopolsly Direktor des Keren Hajessod, geleitet. Dr. Chajes sprach in seiner, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Rede über die Not, aher auch über das Werl des Wiener Judentums, im besonderen über das Verjeden Zutritt zu sich zu gewähren. Eigenschaft. halten zu den ostjüdischen Flüchtlingen. Die ten, die besonders km Osten geprieen wer- Tatsache, daß die Wiener Nationaljuden mit :n. Er muß gelegentlich entschlossen sein, solchem Erfolg gegen jedes den Flüchtlingen die Washingtoner Regierung mit der Bitte zu wenden, den Emigranten aus der Ukraine, die sich über Polen nach Amerika begeben, keine Schwierigkeiten zu machen. Das jüdische Sekretariat. (I. C. B.) Das Ministerium für Inneres dementiert in aller Form die in manchen in einem Amte, das oft von glänzenden Rednern eingenommen war. Er muß die Eigenschaft besitzen, solche Beziehungen zu schaffen, di« Zutrauen bei den P inzen und Häuptlingen, wie auch den erwählten Führern der Raffen von B it sch Indien erwelen. Er muß ein Mensch mit g oster Selbstk-enlrol: jüdischen Zeitungen erschienene Nachricht über sein und gerecht in allen offenst ch:n Fragen, die Errichtung eines Sekretariates für jüdische-Me war es so nötig wie jetzt, einen Vize- Angelegenheiten. Btzhnexzesse. (I. C. B.) Zufolge Mitteilungen des provisorischen jüdischen Nationalrates in Warkönig zu bestimmen, der im Stande ist, Gerechtigkeit mit Vorsicht und Mitieid zu vereinen, selbst unter dem Druck von Provo- Wien die Sympathien der jüdischen Massen in England, die nicht ohne Einfluß sind. Oberrabbiner Tr. Chajes sprach hierauf in besonders eindringlicher Weise von der Palästina-Sehnsucht des jüdischen Volkes, das aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist, und verlangte aufopferungsvolle Arbeit für den Keren Hajessod. Sämtliche jüdischen Zeitungen Englands, Tagcsblätter und Wochenschriften, in jüdischer und englischer Sprache, bringen spaltenlange Interviews mit Oberrabbiner Tr. Chajes und kationen. Wir haben da hohe Anforderung?n große Berichte über die Versammlung im vPavilion-Theater. schau und des in Bialystok erscheinenden gestellt, haben jedoch das Zutrauen, da?; „Naies Leben" waren letztens die blutigen' Asd Neading ihnen gewachsen sein wird. Ausschreitungen gegen die Juden auf den! weist" auch die Behauptung . zurück, polnischen Bahnen wieder auf der Tagesord« Z"" die Konfession Lord R'adrngs ein HInnung. Die Soldaten, unter denen auch Ossi-^enns für fern hohes Amt wäre, Wir ,,nd ziere Vorkommen, überfallen die jüdischen Pas- ''^eugt. daß d-e Dosier Indiens raschectne%cmse Liste de/ Opfer der polnischen Herausgeber der Plymouther Zeitung ein In Soldaten. Oberrabbiner Dr. Chajes verließ London Sonntag, den 16. ds. abends und traf in Plymouth um 4 Uhr morgenä ein. Er wurde dort von einer Deputation, bestehend aus Mr. King Field und den beiden Rabbinern der Stadt, empfangen und an Bord des Dampfers „Rotterdam" begleitet, wo Dr. Chajes dem Antisemitismus an den Universitäten. (Jüd. Korr.-Bur.) Die jüdischen Studenten werden, angeblich wegen Platzmangels, zum medizinischen Studium an der hiesigen Universität nicht zugelassen. Es hat sich jedoch ' . herausqestellt, daß diese Maßnahme aus den Tmtoleranz rreckzen E-n-ge der fah g. en hrr- Einfluß der antisemitischen Professoren zutychen Verwalter Indiens, geho.^n .«m ,.Irückzuführen ist. Ter Warschauer „Hajnt" bewre es der Lord Read ng ist. merkt dazu, daß dieses Vorgelien an die russi- “ ^as genngste Hmdernr; war. ^re.e sche Taktik erinnert. Tie russischen Bildungs- Frage wurde uberhaup mcht m ,enemLand minister seien jedoch mutiger als ihre polnischen "hoben, wo d.e weiteste To.eranz em Test in England diese Frage aufwerfen, werden. terview gewährte, in welchem er England und sich bald überzeugen, daß gerade di: von i.)u:n | bctrt englischen Volke für die dem Judentum erhobene Gegnerschaft dre be te Empfehlung geleisteten Dienste dankte. Die Zeitung brachte für einen warmen Empfang seitens der ijt;r auch einen Bericht darüber, daß Dr. Chajes schen Gemeinschaft sein ward, w.r. es k.iaen Amerika fährt, um in die Aktion zusichereren^ Weg zu ihren Sympathien tzschgunsten der jüdischen und nichtiübischen Bevölwic Kritiken, dre nach Rasien- und religiöier kerung Oesterreichs, Polens, der Ukraine, Galiziens und Ungarns einzugrcifen. Amerka. Saübathruhe. (I. C. B.) Das Gerichtsverfahren gege„ einen jüdischen Fabrikanten in dessen Fabri- Ichmutzi,» Arbeit d« «M«. de- WLbtEstlÄÄSi' ««rM« W «I merus clausus anlegen. Lttauen. Die politische Mission deS jüdischen Nationalrates. (I. C. B.) Ter Vorsitzende des jüdischen einen vollen Sieg gebracht, der aus i-vct Richtern zusammengesetzte Gerichtshof hat den AngeUagtcn freigesprochen. Im Uriei! worden sind, kein einziger passender wäre, es ausdv'ck i h. daß der Fch-ikani am S HÄtzUj die indische Verwaltung in dieser wichsigen i Zeit zu kontrollieren. D.-e „Times" schließt wir der Ansicht sind, daß unter den zahlreichen berühmten Männern, deren Namen im Zusammenhang mit dstsem Amte genannt Fabrik am Sonntag in vollen Betrieb Zu setzen. Diese Entscheidung des Gerichtes ermu- . vvv _ __ ,_...... .. , „_.......__ tigte die Vereinigungen für Sabbathruhe zu seine tatkr si'e Unterstützung aller Studenten- Nrung für die Anerkennung des Litauischen des Hhief Justice auf u-'eben un> e k ört,! einer ausgedchnicn Aktion unter den jüdium die jüdische Studentenschaft Herr Ober-! Nationalrates für Litauen begibt sich nach ffoen Artikel mit dem Hinweis ayf das große, rabbiner Tr. Chajes zum Ehrenmitglied er-, Amerika,^ um sowohl die amerikanische Oes-, Lord Reading gebrachte Opfer, eines der nannt und Herrn Negierungsrat Taussig für fentlichkeit als auch die Washingtoner Regiehöchsten c#if Lebenstzeit gewährten Aemter. strderungc.., wie auch dem' Abgeordneten H. \ Staates zu gewinnen. In staatlichen Krei- " ~ . ' Nsen Litauens wird auf diese Reise große Hoffnung gesetzt.! gels an Aerzten einen Arzt aus Patäitlna behauptend, dag Ingenieur Robert Stricker für seine wertvolle Unterstützung in allen, die jüdischnatiouale Studentenschaft betrefsendeu Angelegenheiten der wärmste Tank ausgesprochen. ZeAtschlanÄ. Ccge« einen antisemitischen Dozenten. Ter ftühere P:loat-.-zcu in Heioeiberg Dr. Arnold Rüge, der wezen antiiem tis' er Propaganda sinrgen von seii hatte bei der Settel mit belei _ die Universität verteilen lasen. Daraus,ha.' der gende Student , . _ Verhalten des yetu Dr. Rüge bei oer letz en U.ti am 14. Dezember und wendet sich gegen die Beleidiguk.uen der vbilosvphichen F '' -.«nit und de: jüd sthen Stuben en ohne zu dem Streit zwischen Ir Rpge uno jcx philosophischen Fakultät sachlich Sesiung zu nehmen." KtUtusgemeindewahlen in München. Am 13. März werden in Münck en die Wahlen zur jüdischen Gemeinde statchnpen N.ad zwar nach gänzlich reformertem WahlwxK Die Geschäfte der Gemeinden werden durch e'r.en 'Ogl.edrigen Vorstand nnd eine 24 Niedrige Gemeindevertretung g le.tr werden. Zur Wahl für die Gemeindevertretung sind a.-e oosijahrrgen jüd'schen Männer nnd Famen terechligt. die im Jahre der Wahl unv dem ooch'.rgehenden Jahr ununter-: rochen im Geiiremdecheyirk gewohnt haben ohne Ruchrch M die Mhe. der Kte^^kylung. AMlynder GriechenlauL. i Eine Prsklauration nn die Juden Salonikis. Der Stadtpräsidem von Salonki ver ssfentsi hie folgende P oklamai on an di? Bedaß Lord- Reading von allen Klas,en tn Indien wärmstens aufgenom-nen werden wiro. Eleichjzeitig veröffentsickl auch vie „Times" einen von einem Michlieve des indischen Rates unte.fchr eh?n:n P otesi gegen die Behauptungen der „Morning P st", als ob die Ernennung Rradings di: Vorurtrils der 70 Mi.Ihnen Mvhammedaner Hel idi.zen scheu Fabricanten Amerikas ihre Betriebe am Samstag zu schließen, da sie doch ungestört am Sonntag arbeiten dürfen. Joint für abessynrsche Juden. (I. C. 33.) Das American Joint Distribution Evimnittee erhielt von dem im Sommer 1919 nach Abessynien entsendeten würde' dsi'sich k-sii^gs um die Kwif.ss on!2r- Faitlowitsch ein Telegranmr daß tt ihrer Führer kümmern, sondern auss ).ie.,.ich tn jüdischen E meinten Tu went one i au - staatsichen Mitteln für de Gründung hes nperer Schulen unter Wicdcr.el bang de: Hrhräis'hen. Sprache zu gen-ihren. Diese Kundgebung soll in allen Zeitun-'en Fnglartd. Die „Times" über die Eruennuuz SieadingS. ^inem Juden a's einenr >:u und daß di: To.eranz der Hindus unendlich sei. Montagu ktolonialminister. Der bisher ge Staates.k.-tä? fü? Jnei.'n, Montagu, wurde an Sle.le von Loro Milaer zum englischen Kolonialministe: ernannt. M l hingebracht habe, um dort eine jüdische Klinik einzurichten. EZrua. Die Juden in Chin«.. Ein i'ntercssanle; ethnozraphisches Kapitel in her Geschichte des Reichs der Mitte dih Noch vor offiziellen Bestätigung der! Indien. William M.yer. High Kamm Erner.unng von Lord R.alinz zum Vize.önig von Indien. Sir Mathew Nathan, Gouoerpon » bockte die ..Dimes", die diese I -.eni oo.« Bustra'.en uno Sir Herbert Sam .e! legenhekt sei darauf hingewicsen, daß gez-en-j slrahen in das Land gekommen sein, wo sn: sich wärtig außer Mnolagu auch noch andr e Ja-i sippenweise gnsiodeiten. Ob-cvohl i? in Speache, den aus dir ve:antwort;lngs o l ei und s rat- Sitte und Kleidung sich fast völliz affttttl cr> riß e:t P steil des br tis ei K onicl.?ches isten. behielten sie ihre Neligion bei. Heute lasgcste Jt sind- >o Lo d Read ng Bi eköni von' sen sich noch zwei große Stellungsgebiete der - ... - s ig.-ex Juden in China nachwcisen, von denen das eine in Hohenau, das andere bei Peking liegt. Ten Mittelpunkt des südchinesischen Juden- Ernei bedeutsamen tums biidet die al e Hauvtstadt de: Sung-Dq» ist 1870 nastie (960 bis 12781 Kffftug su bi: heule Wir hoffen daß diese Designierung mt als zweiter Sol-n von Lord Swaythling in etwa fünf Mei'en n.om Hwang h. in einer allgemein«. auf^t.ipm.cyvt,E-.-tldpop!r steb«.ea, Er h-ÄiLL« Tciusiy As.-i.Sde» Ebene liest, Eheiuals umgaben ertrag-,