Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-12-25 · 52 (25.12.1896) · p. Seite 866

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
52 (25.12.1896)
Date
1896-12-25
Page
Seite 866 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4794838-9609712-9610628--1966-9610642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 866 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 62. , worden. Der Verstorbene nahm hier eine Reihe von Ehrenstellen ein; bei Gründung der Israelitischen Religions- Gesellschaft war er deren Sekretär und gehörte seitdem abwechselnd dem Vorstand und Ausschuß der Gesellschaft an. Er war ferner Mitglied des Schulrats und der meisten Kommissionen der genannten Gesellschaft, sowie der Verwaltungskommission der Israelitischen Volksschule. Auch dem Hilfskomitee zur Unterstützung der aus Rußland ausgewiesenen Juden gehörte er u. a. an. Von Jugend auf zeichnete er sich durch außerordentlichen Wohlthätigkeitssinn aus. Auf Wunsch des Entschlafenen wurde an seiner Bahre weder eine Trauerrede gehalten, noch irgend eine andere Feier vorgenommen. — Unter ansehnlicher Beteiligung vollzogen sich am 17. d. Mts. die Ersatzwahlen zum Ausschuß der Israelitischen (Haupt-)Gemeinde. Zwei Listen kämpften um den Sieg. Der auf beiden figurierende Name, der des Herrn Jakob Hermann Weiller erhielt 867 von den im Ganzen abgegebenen 870 Stimmen. 551 Stimmen erhielt Herr Heinrich Wisloch, 535 Herr Isidor Rottenwieser. Diese drei Herren sind somit gewählt. Die Kandidaten des „Vereins für freisinniges Gemeindeleben", die Herren Gustav Dreyfuß und Emil Rothbarth, erhielten nur je 326 Stimmen. Außerdem zersplitterte eine Anzahl von Stimmen. — Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung waren hier 138 753 evangelische, 68 904 katholische Christen, 19 488 Juden und 2134 Dissidenten ortsanwesend. O Hamburg, 20. Dezember. (Dem „Israelitischen Krankenhause") in der Marienstraße in St. Pauli, welches im Jahre 1841 vom Bankier Salomon Heine zum Andenken an seine Gemahlin gestiftet wurde, hat die kürzlich in Paris verstorbene Frau Furtado-Heine testamentarisch 20 0OO Mk. vermacht. München, 21. Dezember. (Ein interessanter Prozeß) steht uns wieder bevor. Wie ich Ihnen vorige Woche schrieb, ist hier der Gärtner Benno Posch zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, weil er Flugblätter mit einem Talmudauszug nach Rohlings Schmähschrift verteilt hatte. Nun heißt es, der Staatsanwalt habe auch gegen den Verfasser des Flugblattes das Verfahren ausgenommen. Für diese Sache ist dann das Schwurgericht zuständig und es werden bayerische Geschworene über Rohlings Schrift zu befinden haben. Möge es gelingen, objektive Geschworene zu finden! N. Von der Elbe, 21. Dezember. (Erwiderung.) Dem geehrten Kritiker in Nr. 50 dieser Zeitschrift, Herrn Dr. Aschkenaze diene hiermit zur Beruhigung, daß der Verfasser des angegriffenen Artikels, trotzdem ihm die von ihm zitierten Werke mehr als vom Hörensagen bekannt sind, aus gewissem Grunde das Werk so angeführt, wie geschehen. Möge sich Herr Dr. A. ein wenig bemühen, so wird er finden, daß der berühmte Rabbi Ez. Landau im „Noda" und im „Zelach" in Rede stehendes Werk oft mit yicvi zitiert. (Das zweite 1 ist zur richtigen Aussprache für diejenigen Leser hinzugefügt, die dieses Werk noch garnicht kennen. Um deutlich zu sein, bemerke noch, daß der Verfasser obigen Artikels vermeiden wollte, drei Buchstaben des hebräischen Gottesnamens in eine Zeitung zu setzen.) Betreffs der von dem Herrn Dr. A. ohne jeden Beweis aufgestellten Behauptung über die Herkunft dse nx8?n, liegt vorläufig keine Veranlassung vor, derselben entgegenzutreten. X Wien, 20. Dezember. (Der Etat-Entwurf pro 1897) der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde zeigt ein recht trübes Bild. Es ist daraus zu ersehen, daß die Einnahmen in stetem Rückgänge begriffen sind, während die Bedürfnisse ' der Gemeinde sich fortgesetzt steigern. Während der Rechnungs- ' abschluß des Jahres 1895 noch die Einnahmen mit 529 685 fl. auswies, sind die Gesamteinnahmen für das Jahr 1897 mit 499073 fl. präliminiert. Demgegenüber stehen die mutmaßlichen Auslagen von 649 349 fl. (im Jahre 1895 bezifferten.' sich die Auslagen mit 585718 fl.), so daß der Voranschlag mit einem Ausfall von 150276 fl. abschließt. Das Defizit welches sich zu einem chronischen gestaltet hat, weist, wie schon einmal an dieser Stelle mitgeteilt, eine bedeutende Progression aus. Im Jahre 1894 noch unscheinbar mit 1426 fl. beginnend, steigt es 1895 aus 56 032 sl., 1896 auf 83 377 fl., um mit dem pro 1897 präliminierten Ausfall seinen Höhepunkt zu erreichen. Das Defizit des Jahres 1897 resultiert hauptsächlich aus außerordentlichen Ausgaben (Reserven), welche sich auf 121473 fl. beziffern. Die Deckung des präliminierten Ausfalles ist durch die im Zuge befindliche Neuveranlagung der Kultussteuern zu gewärtigen. 13. Wien, 18. Dezember. (Die israelit. Religionslehrer. — Dr. Ed. Mahler.) Die israelit. Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen, Parias unter den anderen Lehr- ■ kräften an diesen Anstalten, nehmen unter ihren christlichen Kollegen, obschon die Katecheten oder katholischen Religionslehrer diesen gleichgestellt sind, eine ganz eigenartige Stellung ' ein. Man hat für die jüdischen, wie auch für die evangelischen? Religionslehrer die Bezeichnung „Aushilfslehrer" erfunden, ‘ die, obwohl sie dieselben Pflichten haben wie die anderen Lehrer an den Mittelschulen und ihre Zensurierung der; Schüler nicht minderwertiger erscheint als die anderen, ohne jede Begründung eine Zurücksetzung erfahren, welche wohl nicht geeignet ist, ihr Ansehen den Schülern gegenüber zu steigern. Um nun gegen dieses Mißverhältnis Stellung zu nehmen, hat am 6. April in Wien eine Vertrauensmänner- Versammlung stattgefunden und beschlossen, ein Komitee einzusetzen, das die Schritte zur Regelung der Rechtsstellung der Lehrer bei den gesetzgebenden Körperschaften durchzuführen, und ein Komitee, welches die Gründung eines Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen vorzubereitcn; hätte. Dieser Verband wird sich nun am 27. und 28. d. M. konstituieren, zu welchem Zwecke an gen. Tagen im Gemeindehause der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn eine Verf sammlung der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen stattfindet. — Dr. Eduard Mahler, eine Autorität auf dem Gebiete des Kalenderwesens, erhielt s einen ehrenvollen Rus nach Budapest als Vorsteher des vom $ ungarischen Finanzministerium ressortierenden Trianguliernngs-! bureau und wird schon nächster Tage seine neue Stellung * antreten. .A Lemberg, 20. Dezember. (Streit in einer Synagoge.) j In der Synagoge in Stryj kam es dieser Tage zu blutigen: Schlägereien zwischen Gymnasiasten, welche eine Trauerj andacht für einen verstorbenen Kollegen veranstalten wollten, s

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.