Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 51 (18.12.1896)
- Date
- 1896-12-18
- Page
- Seite 839 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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fon, baS ist iibetaU, im Mums, unabänderliches Bischen Volksschulen nkinderbewahr-Anstalten. assen, ober — Armennsche Elementarschulen 25600schuWchtigen unbemittelter Eltern » besuchen und dort j die über das Niveau | chen. Außerdem giebt j do das Verhältnis ein t sämtliche größeren Breslau, Königsberg, \ bestehenden Elementart orgsaltdem Religions- Bremen gehören nicht f M, hat zwei Mesche jüdischen Elementars aüjährlich verringert, Judentums und der Dersasser jenes Artikels 1 en Gemeinden, die 40 Elementarschulen erreicht, daß von den f. mchts zu erwarten sei, hrerbund' diese Sache k gen müßten vor dieser l stet werden, bis wir , Nr. 51. * Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 839. t )er, die wie der lerband, einmal! die Ge- | erartige len, die | Kinder e aßcrt einem engagieren seit einigen Jahren solche Beamte, die als Kantoren, Religionslehrer und Prediger zu fungieren imstande sind, und diese haben überall ein weit besseres Einkommen als in ihrer Eigenschaft als Elernentarlehrer. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, daß, anstatt fünf neue Seminare zur Ausbildung von überflüssigen Seminarlehrern, ebenso viele Seminare für Kultusbeamten ins Leben gerufen werden. Die angeregte Frage wegen Vermehrung der jüdischen Volksschulen darf von dem Verband der Deutsch - Israelitischen Lehrervereine nicht einmal diskutiert werden, wenn er sich nicht unsterblich blamieren will. *) _ Lion Wolfs. Aus dem Serliner Gmeiii-kparlament. Die Neugierde ist ein Laster und nicht einmal ein schönes, so scheint man in den Kreisen unserer Gemeindeverwaltung zu denken. Denn als nach langem Hangen und Bangen endlich die Frage der Vorstandswahlen zur Entscheidung reif war, da zeigte sich wieder einmal, daß die Freunde der Arbeit hinter den Koulissen noch immer in unserer Gemeinde obenauf sind. Aus den öffentlichen Ankündigungen war nicht zu entnehmen, daß auch dieses Stück hinter verschlossenen Thüren sich abspielen sollte, auch das Gemeindestatut enthält nichts derartiges, als aber das ziemlich zahlreich erschienene Publikum Einlaß begehrte, da gewahrte es am Eingang der Pforte, wenn auch nicht einen Engel mit feurigem Schwerte, so doch einen Gemetndesunktionär, der sich schützend und wehrend am Eingänge des Paradieses der Heimlichkeit ausgestellt hatte. So hatten denn die Erschienenen das Vergnügen, fast eine volle Stunde in der angenehmen Temperatur eines regnerischen Dezembermorgens, in eifriger Diskussion ihre Wünsche, Befürchtungen und Hoffnungen gegenseitig auszutauschen. Und als endlich nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit das Publikum die Tribüne betreten durste in der sicheren Hoffnung, daß wenigstens das Resultat der Wahl öffentlich verkündet werde, da wurde auch diese Hoffnung getäuscht und die Zeichendeuter und Konjekturalpolitiker auf der Tribüne mußten sich damit begnügen, aus den Mienen und Gesten der in zwangslosen Gruppen umherstehenden und eifrige Zwiesprache pflegenden Herren Repräsentanten das Wahlresultat herauslesen zu wollen. Erst später, als man bereits in die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung eingetrelen war, wurde auf der Tribüne das Ergebnis der Wahl bekannt. Dieses Ergebnis ist fast genau so ausgefallen, wie wir es bereits unseren Lesern vor- *) Wir stellen diese wichtige Frage zur Diskussion und wollen unsererseits bemerken, daß wir allezeit für jüdische Volksschulen, wo sie irgend lebensfähig erhalten oder gemacht werden können, eintreten werden. Ohne die Bedeutung dieser Schulen zu überschätzen, erblicken wir in ihnen die Gewähr für einen guten und regelmäßigen Religionsunterricht. Vorausgesetzt freilich, daß der Volksschullehrer zugleich ein guter und unterrichteter Religionslehrer ist. Doch damit haben wir unversehens den in dem letzten Absatz angeregten Gedanken berührt, den wir nicht hier unter dem Strich kurz abthun möchten, weil wir ihm über dem Strich einen größeren Raum zu widmen gedenken. Red. auszusagen in der Lage waren; zu Vorstehern wurden die Herren Jakobi, Dr. Fuchs und Martin Simon mit 14, 13 und 12 Stimmen, zu Stellvertretern die Herren Dr. Boas, Lilienthal und Goldschmidt mit 20, 14 und 12 Stimmen gewählt. Einen Kommentar zu diesem Ergebnisse finden die Leser an anderer Stelle. Die öffentliche Sitzung hatte nur zwei Gegenstände der Beratung und dauerte demzufolge nicht sehr lange. Herr Leichtentritt erstattete das Referat über den gegenwärtigen Stand der Gemeinde-Hauptkasse. Der Bericht giebt mit seinen Zahlen und Daten ein interessantes Bild unserer Gemeindeverhältnisse, zu bedauern ist nur, daß wir bei der bekannten schlechten Akustik des Sitzungssaales und dem schnellen und undeutlichen Vortrag des Referenten diesem nicht immer folgen konnten. Demzufolge besitzt die Gemeinde ein Vermögen in Grundstücken von 5 368443 Mk., an sonstigem Vermögen 2 247436 Mk. Auch im verflossenen Rechnungsjahr war ein Ueberschuß von 108136 Mk. zu verzeichnen, mit den Ueberschüssen vergangener Jahre zusammen beträgt derselbe 607 273 Mk? Fast alle Ressorts der Verwaltung haben Minderausgaben bezw. Mehreinnahmen gehabt. An Zinsen betrug diese Mehreinnahme 24 374 Mk., an Grundstücken 6451 Mk., an Gemeindesteuern 20428 Mk. aus 607 273 Mk. im Voranschlag. Die Zahl der Zensiten ist von 16 235 auf 17 261 gestiegen, der Amortisationsfonds beträgt zur Zeit 213 234 Mk. Für die Knabenschule wurden ausgegeben 58 683 Mk., für die Mädchenschule 66445 Mk., für die erste Religionsschule 7100 Mk., für die zweite Religionsschule 3400 Mk., für die vierte Religionsschule 2400 Mk., für den Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten 1800 Mk., für die Talmud-Thora-Stiftung 7400 Mk., für die Präparandenklasse 5000 Mk., an Subventionen 25000 Mk. Auch ist jetzt ein Pensionsfonds vorhanden, der vorläufig 65 840 Mk. beträgt. Die Versammlung beschäftigte sich sodann wieder mit dem Statut der Armenkommission. Heute stand die Frage, ob Zentralisation oder Dezentralisation zur Entscheidung. Die Kommission hat einen bescheidenen Anfang mit der Dezentralisation gemacht, sie will versuchsweise zwei Unterkommissionen schaffen. Herr Louis Sachs, der beredteste und wohl auch sachkundigste Verfechter der Dezentralisation, trat mit voller Entschiedenheit und warmer Begeisterung für die Dezentralisation ein. Redner, der speziell als Berliner Stadtverordneter, wo ebenfalls, und nicht nur auf dem Gebiete der Armenpflege, jene Frage zur Zeit im Vordergrund des Interesses steht, eine reiche Erfahrung gerade auf dem Gebiete des Armenwesens sich gesammelt hat, verlangt 6 solche Unterkommissionen, unter der Aufsicht der Armenkommission natürlich, aber mit einer gewissen Selbständigkeit. Mit Recht hebt der Redner hervor, daß eine einzige Kommission, und möge sie noch so viel Mitglieder haben, nur schematisch und untergroßen Schwierigkeiten arbeiten könne. Bei dem stetigen Anwachsen der Bevölkerung und der sich häufenden Arbeitslast könne die erforderliche Recherche, die notwendige Kontrolle, die Individualisierung des einzelnen Falles nur ganz unvollkommen sein. Die jetzige Armenpflege der jüdischen Gemeinde stehe nicht viel höher als die von der Kommune geübte, sie i /