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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-27 · 48 (27.11.1896) · p. Seite 793

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
48 (27.11.1896)
Date
1896-11-27
Page
Seite 793 (sequence 5)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 793. kl» w«t i ««Wate tinrttfcatäi e Frage nicht gestellt." M hier mit dankenswerter dm Gipfel seiner jüdisch- -Mrzwah-Junge eneicht hat, rs ist doch wohl dem Schatz! i entnommen. Er war dam ntwortung unserer Frage er- - Doch das macht ihm wohl N' sich um Dinge zü kümmern, und da, wo er keine Schule d Lehrer zu spielen. So kam 8" sein, und zionistische Ausdavor scheut er nicht zurück, er Lehrer Vorsitzender zu sein ahe übertriebener Tankbarkeil, hat er selbst vor seiner S8arhun gehabt, daß es der Rede Frage „ob das Judentum in, d meint, sie hatte niemals zm >crden dürfen. er Ansicht zu sein. Nicht die Antwort kann es unter Ito Mich nicht an Kleinmütigen, c Israels hinwegstehlen oder irtbringen, wobei sie sich noch nicht einmal den Mut des Adh solche Leute, Herr Minden, e Augen nicht zuzuhalten, Gerade die Beantwortung zu angethan sein, den Kleinniui daß wir an denen, dre sich°°« en Versteckens Spielenlstunsen ,aß andere dafür Vorlieb-h->b« ißt aus Nr. 48 Willen zur Antwort gezwungen. Das ist höflich. Er antwortet also aus Höflichkeit. Aber er antwortet in so unhöflicher Weise, daß wir ihm, wenn wir ihn für naiv hielten, die Goetheschen Worte entgegenhalten könnten: „Du weißt wohl nicht, mein Freund, wie grob du bist?" Doch wir halten ihn nicht für naiv, vielmehr für aufrichtig und bewußt grob. Und indem Herr Minden so ungehörigen groben Ton anschlägt, hält er sich über den Ton aus, in dem — unsere Zeitung redigiert wird! Es ist dem Herrn Syndikus einmal begegnet, daß er einen jüdischen Gelehrten zu einer Diskussion provozierte. Dieser lehnte mit der Erklärung ab. er werde die Unterhaltung des Herrn Syndikus suchen, sobald er über Pfandbriefe Auskunft haben wollte. Herr Minden darf sicher sein, daß auch wir nach der oben abgelegten Probe seines Verständnisses von jüdischen Dingen ihn für — einen Psandbriefkenner ansehen werden. Das soll uns nicht hindern, ihm überall zu dienen, wo wir ihm in der Oeffentlichkeit begegnen, und auf den groben Klotz einen groben Keil zu setzen. Im btt ßftlintt Gemeinde. I. Sitzung der Repräsentanten. Ueber der Sitzung der Repräsentanten-Versammlung am 22. d. M. schwebten die Ergänzungswahlen zum Vorstande. Noch sind dieselben nicht vollzogen, denn die Kommission nimmt sich reichlich Zeit. Aber große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus, und nach manchen Vorkommnissen in der diesmaligen Sitzung zu urteilen, scheinen Dinge im Entstehen begriffen zu sein, die dem Vorstand und seiner Gefolgschaft Bringer bitterer Schmerzen sein dürften. Herr Martin Simon hat sein Amt in der Kommission niedergelegt, weil er für ein vakantes Vorsteheramt designiert ist. An seine Stelle wurde Herr Leichtentritt gewählt, der 10 Stimmen erhielt, während 7 Stimmen auf Herrn Dr. Tiktin fielen. Als diese Wahl vollzogen war, trat etwas ganz Unerwartetes ein. Herr Manheimer erhob sich nämlich und teilte der sichtlich überraschten Versammlung mit, daß auch er aus der Kommission, deren Vorsitzender er sei, ausscheiden müsse, da er sich mit der Majorität derselben nicht mehr in Uebereinstimmung befinde. Daß die Kommission, die doch in ihrer Mehrheit aus Herren der „neuen Majorität" zusammengesetzt ist, in schon einmal geübter bescheidener Selbstverleugnung ein Mitglied aus der Minorität zu ihrem Vorsitzenden wählte, setzt uns allerdings weiter nicht in Erstaunen, aber der eben erwähnte Vorgang läßt doch tief blicken, wie Sabor einmal sagte. Nach jener Erklärung des Herrn Manheimer befand sich die Versammlung zunächst in einer gewissen Verlegenheit. Man war im Zweifel, ob man berechtigt sei, auf der Stelle die erforderliche Neuwahl vorzunehmen, und als dieser Zweifel gelöst war, da entstanden neue Schwierigkeiten, indem der Reihe nach sämtliche zur Wahl vorgeschlagenen Herren ein Mandat dankend ablehnten. Da empfand Herr Geheimrat Marcuse ein menschliches Rühren und erklärte, in die Kommission eintreten zu wollen, selbst auf die Gefahr hin, beständig in der Minorität zu bleiben. Die Versammlung ehrte diese Gesinnungstüchtigkeit, indem sie Herrn Marcuse wählte, und nun kann der Herr Geheimrat sich trösten mit dem Bewußtsein, an geschehenen Dingen nicht das Geringste mehr ändern zu können. Die Beratung über die Vorlage, betreffend das Reglement der Armenkommission, wird vertagt. Es scheinen hier Differenzpunkte hinsichtlich der Behandlung sogenannter verschämter Armer und der Frage, ob Zentralisation oder Dezentralisation, vorzuliegen. Wieder einmal gelangte alsdann die schon oft ventilierte Angelegenheit der schlechten akustischen Verhältnisse des Sitzungssaales zur Erörterung. Die Baukommission hat ohne besonderen Erfolg alle möglichen Versuche zur Verbesserung angestellt. Man will es jetzt mit Teppichen versuchen und werden zu diesem Zweck 2250 Mk. bewilligt. Sodann bewilligt die Versammlung für die Errichtung eines Schulhauses der jüdischen Gemeinde zu Calcar am Niederrhein die Summe von 500 Mk. und zwar — ein vielleicht noch nicht dagewesener Fall — auf Grund einer Bitte des dortigen evangelischen Pfarrers und Lokalschul-Jnspektors. In seinem diesbezüglichen Schreiben weist der Herr darauf hin, daß die jüdische Gemeinde in Calcar nicht imstande sei, aus eigenen Mitteln den Bau vorzunehmen, da sie namentlich durch die Ereignisse in Xanten schwer getroffen sei. Er rühmt dann weiter das Ausharren der Gemeinde in schwerer Zeit, ihr freies Zusammenhalten mit andersgläubigen Bürgern und ihren rechtschaffenen Lebenswandel. Das Eintreten eines evangelisch-christlichen Geistlichen für eine jüdische Gemeinde begründet der wackere Geistliche damit, daß er sich dazu für verpflichtet halte, als Repräsentant und Mund der Minorität der Evangelischen und Juden in jener sonst durchaus katholischen Gegend, zumal seine Glaubensüberzeugung ihm gebiete, alle Menschen zu lieben und ihnen zu helfen. — Unsere vollste Anerkennung und wärmsten Dank dem braven Manne, aber er wird sich daraus gefaßt machen müssen, daß nun die ganze antisemitische Meute gegen ihn losgelassen wird und Herr Stöcker den großen Kirchenbann über ihn verhängt. Für zwei neu anzustellende Kassenboten bewilligt die Versammlung ein Gehalt von je 1500 Mk. Der Rechnungsabschluß der Waisenkommission weist einen Minderverbrauch von 3208 Mk. aus. Damit ist die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erledigt. Nun werden wohl das nächste Mal endlich die Vorstandswahlen an die Reihe kommen und einige der in Frage kommenden Herren werden dann wohl in der Versenkung verschwinden. * * * H. Das Erkenntnis des Gkernerwaltungsgerichts in dem Prozesse Löwenstein c/a. Gemeindevorstand, (cfr. „Wochen-Chronik" in Nr. 42 d. Bl.,) wegen Gewährung des Wahlrechts, liegt uns jetzt im Wortlaut vor. Die Wichtigkeit des Falles auch für andere Gemeinden in Preußen veranlaßt uns, die Gründe, die für die Entscheidung des Obermrwaltungsgerichts maßgebend waren, hier wörtlich folgen zu lassen: Das Statut für die jüdische Gemeinde zu Berlin vom TOaV 1860 bestimmt: 81- «ugust in § 12 Absatz 1: Das Recht zur Teilnahme an den Wahlen der Repräsentanten steht sämtlichen beitragenden männlichen, volljährigen und unbescholtenen Gemeinde-Mitgliedern zu, welche beitragspflichtig

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