Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 48 (27.11.1896)
- Date
- 1896-11-27
- Page
- Seite 791 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 48. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 791. Marktbude zu Plur M'ch nur die Iesm mzusehen, jene Weiß! Oderts sich ru drapieren, um , eln Zeitalter sein, wie n solchen Dutzendmenschen Prozeß wollten die daeisühren. Das Judentum verden. Jerusalem sollte nlturgeschichte der Menschnde Filiale des Tionysos- Lempelchen, ein schöner - dies sollte dem Volke ihren des Judentums, die jsgeschichte der menschlichen n jüdischen Stamme zu, er nofür ihm in Aussicht gee, „herrlich" geschmückt, das Volk lebenskräftig :s ganze Heer von faden Dem Volke waren die de- >en Funken von nationaler c>as Volk konnte sich nicht zu ivingen, wonach die Ideale, ldertlange treue Pflege gevoll lüftenter Komödianten Dorfen werden sollten! Die Verachtung von diesem ent* ie materielle Herrschaft im Volk ausüben durste, aber em Stamme verloren hatte, r diesen zähen, wenn auch , unternahm es der gewiflenil, das Volk zu bezwingen t. unterliegen. Wäre dies um jene Zeit in der Judenheit geschehen — die jüdische Geschichte hätte damals ihren Abschluß gefunden! Es grenzt in der That an Wunder, daß das jüdische Volk diese gefährliche Katastrophe überwunden hat und der Verführung nicht erlegen ist. Wenn wir das Chanukahfest feiern, so sollen wir dies nicht ohne Selbstschau thun, ohne die Frage an uns zu richten, ob wir uns unserer ruhmbedeckten Vorfahren erinnern dürfen. Wir leben in einem Zeitalter, in dem der sittliche Inhalt des Judentums in einem Meer von Materialismus verloren zu gehen droht. Ueberall lauert „die Hündin Wollust", wie sich Nietzsche ausdrückt, das Hasten und Jagen nach sinnlichen Genüssen; die ideale Lebensanschauung, ehedem ein Gemeingut des ganzen jüdischen Stammes, wird immer seltener. Schuldig an diesem immer mehr überhand nehmendem Uebel ist das böse Beispiel, welches zumeist von den sogenannten Führern der Judenheit gegeben wird. Soll die Chanukahfeier für uns nicht eine leere, inhaltlose Form sein so muß sie in uns den Wunsch wachrufen, zu der alten Lebensweise unseres Stammes zurückzukehren Auch wir müssen uns von einer bösen Herrschaft befreien, von der des geistigen Niederganges und der inneren Zersetzung. Dies kann in einer Epoche des Verfalls, wie das Beispiel der Makkabäer zeigt, auch eine kleine Schar erreichen. Aber dann muß diese kleine Schar unverzagt und uneingeschüchtert den Kampf ausnehmen. Das Bewußtsein, für eine gute, für eine erhabene Sache zu streiten, muß uns den Mut geben, schonungs- und rücksichtslos gegen alle Parasiten, die an dem jüdischen Stamme nagen und ihm Verderben drohen, den Kampf zu führen. Den Trost gewährt uns unsere Geschichte: die Wahrheit hat doch endlich über Lüge und Niedertracht gesiegt. Wir feiern die Erinnerung an die Makkabäersiege als den Sieg der Wahrheit über Lug und Trug, den Sieg des Volkes über seine Verführer und Verderber. Möge diese Erinnerung dem lebenden Geschlecht zum Heile gereichen! Dr. S. Bernseld. Der Sturm braust über öde Fluren Und reißt vom Baum das welke Blatt, Bald deckt der Schnee des Lebens Spuren; Die Erde ruht vom Schaffen matt! — So ruh' denn aus von deinem Werke Du mütterliches, treues Land, Und schlummre süß und sammle Stärke, Der neuen Arbeit Unterpsand! — Es wachet ja der Gott der Treue- Trotz Schnee und Eis und rauhem Ost Erscheinet dir der Lenz aufs Neue Und alles keimt und alles sproßt! — O, Menschenherz, wie magst du zagen In winterlicher Schicksalsnacht? Es wird dir herrlich wieder tagen, Neu strahlt dein Lenz, dein Vater wacht! — Das Weihefest ist neu erschienen Mit seinem freundlich milden Schein; O, möchte doch mit frohen Mienen Ein Jeder rufen: „Tritt herein!" Denn wo es freundlich ausgenommen, Da ist mit seiner Lichtlein Strahl Am Wkihesestk. Die Gottessreude hehr erglommen Und wächst mit seiner Flammen Zahl. Sie zeugen, daß des Herren Rechte Die Seinen wunderbar erhält. Daß sie im wogenden Gefechte Zu stehn vermögen einer Welt; Daß seit der Makkabäer Zeiten In blut'gen Schlachten ungezählt Der Herr zum immer neuen Streiten Die Hände Israels gestählt! — Daß wenn auch Millionen starben Und Myriaden, matt und zag, Dem Feinde wichen und — verdarben, Der Rest die Treue niemals brach! ✓ Wohl ist auf Judas Pfad geflossen Viel Helden- und viel Marterblut; Doch ist der blut'gen Saat entsprossen Die hehre Frucht: Der Glaubensmut! * * * Schau, wie die Lichtlein hier erglimmen Acht Tage in stets größrer Zahl, Horch, wie die hellen Kinderstimmen Erklingen laut im Festchoral! Schau, wie der Andacht Strahl entzündet Der Kinder Augen und Gesicht, Da ihres Vaters Mund verkündet Des Festes Märe fromm und schlicht! — O, heil dem Haus, das so zum Tempel Der Gotterinnerung geweiht, Heil den Bewohnern, die den Stempel Der Weihe tragen alle Zeit! Doch weh dem weltberückten Thoren, Der durch des Lebens. Flitterglanz Von seinem Haupte hat verloren Des Glaubens wunderbaren Kranz! Wie will im Kampfe er bestehen. Wenn es am Wasser ihm gebricht? Wie will er dunkle Pfade gehen? Er strauchelt ohne Glaubenslicht! — Das Lämpchen Israel wird glühen Trotz allem Sturm und Drang der Zeit, Das Oel, das ihm der Herr verliehen, Es reichet für die Ewigkeit. — Lemgo. Rektor F. Saphra. Auch eint Antnmt. Als wir für unsere Rundfrage die Adressen von siebenzig Mämtern zusammenstellten, haben wir uns gewissenhaft bemüht, aus der Zahl derer, die eine andere Richtung als wir verfolgen, keinen auszulassen, der unter den Führenden genannt worden ist. Es konnte uns nichts verschlagen, daß sich darunter Personen befanden, die blos deshalb viel genannt werden, weil sie eben überall „dabei" sein müssen, aus natürlicher Geschäftigkeit, oder auch des Geschäftes wegen, die überall berufen werden, nicht weil sie Beruf dazu hätten, sondern weil sie sich vordrängen. Wir wollten lieber die Stimme jemandes hören, der nichts zu sagen weiß, als in den Schein der Parteilichkeit geraten. Selbstverständlich glaubten wir bei unserem Versprechen, daß jeder Angefragte