Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 47 (20.11.1896)
- Date
- 1896-11-20
- Page
- Seite 785 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 47. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 785. Nr. 47!! betn Landrabbiner die! ' mm n auch sein Ge- ™ m ben jüdischen Gei ,■ W- Er werde durch die! ' Egt; bis in die neueste U ne Eigenschaft als mittelr Landrabbiner stehe unter ^enamtlich als Kreisschulthätig, so daß er auch in besoldet, als Organ der unlängst gefällte Urteil des das Steuerprivilegium der ckannter christlicherKmleran nichts ändern. Ter h den Kläger ab. Tas keine Beamtenqualität, - seinsührung nicht mit de» - da dm Staate lediM >ie jüdischen Gemeinden gedas Gehalt desselben M >erde. Ebensowenig wie als \ Gemeinde, könne ein Landals Kreisschulinspektor aU da'das Amt unbesoldet sei. r die jüdischen Gemeind« lten Provinzen gleichgestellt, bare, noch als unmittelbarj Ein gleicher Bescheid i-' )rer Spanier in Stolzem nzipienfrage handelt, die m d Lehrer in Preußen bild» nenn Herr Dr. Gronemw mzen wollte zur Entscheid geringfügige Entschädigung (20 Pfennig pro Woche) ein nahrhaftes Mittagsmahl. Der Rechnungsabschluß weist an Einnahmen Mk. 5147 (Mitg'iederbeiträge 2384 und Spenden 2763 Mk.) und an Ausgaben 2572 Mk. aus. Mit der Kinderbewahranstalt sind noch verbunden: eine Suppenanstalt, eine Haushaltungsschule und ein Kinderhort. Eine Kochschule soll demnächst errichtet werden. Die Suppenanstalt gewährt bedürftigen Kindern, welche die israelitische Volksschule besuchen, aus gemeinschaftliche Kosten der Kinderbewahranstalt und des Frauenvereins der Synagogengemeinde ein reichliches und nahrhaftes Mittagessen. Minderbedürftige bezahlen IO Pfennige für die Mahlzeit. Während der Wintermonate wurden 2400 Portionen unentgeltlich verabreicht. f Strclitr i. M., 15. November. (Der 70. Geburtstag unseres Landesrabbiners.) Herrn Dr. Hamburger ist am Dienstag in solenner Weise gefeiert worden. Die zahlreichen dem Jubilar dargebrachten Ovationen zeugten von dem wohlverdienten Rufe, den der Jubilar in den weitesten Kreisen genießt. Um 12 Uhr empfing der rüstige Greis die Vorsteher der israelitischen Gemeinden des Landes, die eine von sämtlichen Gemeinden gestiftete Ehrengabe überreichten. Im Namen der Deputation beglückwünschte der älteste der anwesenden Vorsteher, Herr Löwenhaupt aus Neubrandenburg, den Jubilar und stattete ihm den Dank ab für seine Verdienste als Seelsorger und Gelehrter. In tief empfundenen Worten dankte der Jubilar. Nachmittags 4 Uhr fand in seinem Hause ein Festmahl statt, an dem außer der Familie die erschienenen Vertreter der israelitischen Gemeinden teilnahmen. Im Anschluß an ein ausgebrachtes Hoch des Jubilars auf Se. K. H. den Großherzog sandten die anwesenden Vorstände der israelitischen Gemeinden von Mecklenburg-Strelitz gemeinschaftlich mit dem Jubilar ein Huldigungstelegramm an den Landesherrn ab, das in warmer Weise beantwortet wurde. S Hamburg, 15. November. (Herr Sigmund Hinrichsen) der Präsident der hiesigen Bürgerschaft, feierte sein 25jähriges Jubiläum als Mitglied dieser Körperschaft. Die Stadtgemeinde, ja fast alle Männer von Rang und Bedeutung gratulierten, darunter Baron von Schleinitz, der Kommandant von Hamburg und Altona, sowie Hauptmann Baron de la Motte-Fouqu«-, der letztere namens des Offizierkorps des 76. Infanterie-Regiments, dessen Musikkapelle dem Jubilar ein Ständchen brachte. Herr Hinrichsen ist wegen seiner seltenen Eigenschaften überall hochgeachtet und beliebt. Das Geschenk, das er vom Vorstand der Bürgerschaft erhielt, besteht in einem reizenden Schiffe aus Blumen, an welchem ein prachtvoller goldener Federstiel befestigt ist. bl. Von der Elbe, 16. November. (Erläuterung.) Gestatten Sie, verehrter Herr Redakteur, eine kleine Berichtigung zu dem Artikel in Nr. 45 Ihrer Zeitung unter obiger Ueberschrift. Zunächst muß ich mich verwahren-gegen die Ihrerseits aus den Satz: Talmud Thora keneged kullam in Parenthese gemachte Erläuterung: Das Wissen geht über alles. (Nun, sagen wir: Das theologische Wissen. Wir haben den Satz frei übersetzt, weil nicht unsere Leser sämtlich Rabbiner sind. Red.) Bei meinem beschränkten Unterthanenverstande verstehe ich unter Talmud Thora ausschließlich das Studium der heiligen Schrift im Urtexte nebst der dazu unerläßlichen Erforschung des Talmud. Nur ein Studium dieser Richtung erhebt den Fleißigen aus dem Erdenstaube und gewährt ihm einen Vorgeschmack von dem bevorstehenden seelischen Genuß, dem einzig und allein das vorübergehende Erdenwallen geweiht ist. Wer das Glück hatte, auch nur "HC, das im praktischen religiösen Leben wenig zu verwerten ist, mit Benutzung des nzin rc'2, auch dieser Verfasser bekleidete die Rabbinerstelle in Frankfurt — und nimm DC mit Benutzung des staunenerregenden zu lernen, wird obiges aus eigener Erfahrung bestätigen, ja noch mehr, die Anhänger dieser Richtung müßten selbst dem verstockten Antisemiten Achtung abgewinnen. Erst wenn die vier „Turim" ausgehört haben werden ein Luxusartikel für die oberen 10000, wenn sie zu ihrem Rechte kommen, ein Gegenstand des allgemeinen jüdischen Bedürfnisses zu sein, wenn der Wahn gewichen sein wird, daß man mit Elementar-Schulbildung und einer orthodoxen Bibelübersetzung nebst Kommentar dieses Stiles durch diese Welt kommen und auch das uusterbliche Reich erklimmen kann, dann erst wird die Frage des Niederganges des Judentums gegenstandlos sein. Sie sehen also, verehrter Herr Redakteur, daß Ihre bekannte Frage auch mich beschäftigte, freilich bin ich nicht so anspruchslos, wie unsere heutigen Rabbiner, stelle aber auch nur eine bescheidene Anforderung, wie der unvergleichliche rus‘b?n- — Zum Schlüsse bitte zu berichtigen, daß es im erwähnten Artikel statt meiner Wahrheit, reiner Wahrheit, heißen muß. & München, 13. November. (Wahlen.) Am 6. Dezember findet bei der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde die Wahl von sechs neuen Mitgliedern des Verwaltungs- Ausschusses statt, an Stelle der infolge Auslosung Ende Dezember d. Js. zurücktretenden HH. W. Fränkel, Großhändler, Ludw. Rosenthal, Antiquar, L. Siegel I., Rechtsanwalt I. Landauer, Bankier, L. Schwaab, Großhändler, Moor. Feuchtwanger, Privatier. Die Wahl der Ersatzmänner, sowie die Ergänzung des Revisions-Ausschusses ist auf den 8. Dezember d. Js. anberaumt. B. Wien, 15. November- (Verjudete Antisemiten. — Die jüngsten Wahlen. — Jüdisches Museum.) Die Lektüre der „leitenden" Antisemitenblätter wird immer interessanter. Die Vertreter der verschiedenen antisemitischer Parteien beschuldigen einander gegenseitig mit wachsender Heftigkeit der — Verjudttng! Neuestens ist der „Ostdeutschen Rundschau", deren Patrone von den Christlichsozialen als „Rothschild-Antisemiten" verhöhnt werden, zu begreiflicher Entrüstung dadurch Anlaß gegeben worden, daß bei der engeren Landtags-Wahl im Städtebezirke Waidhosen a. d. Thaya die Christlichsozialen entgegen der offiziellen Parole ihrer Parteileitung in großer Zahl für den liberalen Kandidaten Dr. Kopp gestimmt und dadurch dessen Wahl entschieden haben, weil er ihnen offenbar als das „kleinere Nebel" gegenüber der Kandidatur des Schönerer-Genossen Dötz erschienen war. Das Blatt bezeichnet nun seine Gesinnungsgenossen, die zu dem Siege des Dr. Kopp beigetragen, als verjudet! — In den Wiener Bezirken 2—19 haben bei den Landtags-Wahlen die Christlichsozialen, bezw. Antisemiten 37 000, die Liberalen 14 000, die Schönererpartei 1854 Stimmen erhalten. — In Hernals siegte Prinz Alois Liechtenstein, der „schwarze Prinz", mit 4145 Stimmen über