Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 47 (20.11.1896)
- Date
- 1896-11-20
- Page
- Seite 779 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 779. Nr. 47 ^chen mochte,,. en Klagenden begeiste, s ^zmungen werden "J"' W tan |o »ic(fuu)M „T»" ki* 7^r Bedauern." - M Andere Erklärung für dm dissidentische Predigt en Artikel „Das Jndentuw die Erkenntnis nämlich, he Gottesanschauung und dir 'b welchem Grunde immer le, ihre Arbeit an Karl willkommen fein, die „Welt am Montag' en Woche zu Ende geführt! a Prozeß Volbeding und dm ms nicht versagen, die Am lfsahes wiederzugeben. J t das Feuilleton, „ein p edle Schlächter von Brü' enigstens weiß man darü! Truppe der Charlatane' r man bei^'"^. mochte nichts kurze der Badedirektion verlangt, das Programm der Morgcnkonzerte sollte dahin abgeändert werden, daß es nicht mehr mit einem christlichen Choräle eingeleitet werde. Auf eine diesbezügliche Anfrage erwiderte die Badedirektion, daß die Nachricht von A bis Z erfunden sei. Gleichwohl druckt der „Neue Evang. Gemeindebote" in seiner jüngsten 'Nr. die grausige Geschichte noch einmal ab und die „Kreuzzeitung" in ihrer letzten Sonntagsausgabe von neuem nach. Für gewisse Publizisten scheint eben der berüchtigte $ 11 zu lauten: „Es wird fortge—flunkert!" — Die Juden und das Duell. Nach der von einem hiesigen Montagsblatte ausgestellter! Statistik sind von 1882 bis 1893 in Deutschland 1215 Personen wegen Zweikampfs bestraft worden. Bon den Bestraften waren der Religion nach: 897 evangelisch, 237 katholisch, 74 jüdisch; im Vergleich mit der allgemeinen Bevölkerung stehen also die Katholiken erheblich unter, die Juden und Evangelischen über dem Durchschnitt. Der Prozentanteil der Katholiken ist gegen früher etwas gesunken, derjenige der Juden erheblich gestiegen. — Und da sage noch einer, daß die Juden nicht „assimilationssähig" seien! — ttebcr die Wahlen in Niederösterreich schreibt die ewig ministerielle „Nordd. Allg. Ztg.": „Mit großer Deutlichkeit ist bei den diesmaligen Larrdtagswahlen, namentlich in der Hauptstadt Wien, die Thatsache hervorgetreten, daß der Kern der antiliberalen Bewegung, bei der anfangs der Antisemitismus, die Feindschaft gegen die Juden, das auffälligste Moment bildete, ein katholisch-kirchlicher ist. Dr.. Lueger mag vielleicht selber der Meinung sein, daß er thatsächlich führe; seine Gegner sprechen es unverhohlen aus, daß er lediglich der Geschobene sei.... Die Thatsache, daß der Wienerische Antisemitismus sich immer mehr der charakteristischen Merkmale einer antijüdischen Agitation entkleidet, wird bereits in der ausländischen Presse hervorgehoben, um Schlüsse daran zu knüpfen, die für die auswärtige Politik eine Bedeutung haben würden. So sagt der in Paris erscheinende „Nord": „Herr Lueger ist viel mehr darauf bedacht, das protestantische und deshalb preußenfreundliche Ungarn zu bekämpfen, welches augenblicklich unter liberaler Etikette in Budapest die Macht in Händen hält, als den Wiener Juden zu Leibe zu gehen, die sich unter dem auf dem Rathaus herrschenden „antisemitischen" Regiment ganz wohl befinden. — Ist auch der Schlußsatz des Zitates nicht richtig, im allgemeinen scheint die „N. A. Z." gut unterrichtet zu sein. — Der Schah von Persien hat auf die Adresse des Kultusvorstandes und der jüdisch-englischen Allianz (Anglo-Jeuish Association) folgende Antwort durch denpersischenMinisteran den Sekretär des Kultusvorstandes und der jüdisch-englischen Allianz gesandt: Ich habedie Ehre, Jhnenmitzuteilen, daß ich Ihre Adresse nach Teheran weiter schickte, wo sie Sr. Mas., meinem erhabenen Herrscher vorgelegt wurde. Ich biu beauftragt, durch Siedern Kultusvorstande und der jüdisch-englischen Allianz mitzuteilen, daß Se. Maj. die Adresse mit großem Interesse und vieler Befriedigung entgegenzunehmen geruht hat und ihren besten Dank für die freundlichen Wünsche ausspricht. Ich bin ferner beauftragt. Ihnen die Versicherung auszudrücken, daß Seine Majestät den festen Wunsch und Willen hat, das Glück und die Wohlfahrt ohne Unterschied des Glaubens und der Womit ich die Ehre habe, zu zeichnen Ihr M. Ali. 30. September 1896. Feuilleton. Diiü Geld. Von Landesrabbiner 1)r. B. Placzek, Brünn. Wenn wir das Gemeinsame der meisten Fehler und Vergehungen in der Ueberschätzung dessen, was wir vom Leben verlangen oder erwarten dürfen, sowie in der Unterschätzung dessen, was wir dem Leben schuldig sind, und das Gute in der richtigen Wertschätzung beider erblicken können, so gilt das Gleiche auch von der Auffassung des Geldwertes. Der heftige Kampf um das Geld, nun heftiger denn je, und der rasende Kampf gegen das Geld, so rasend wie noch nie, ein Kamps, unter dessen Zeichen unsere Zeit steht, läßt sich auf jenen Widerstreit von Ueberschätzen und Unterschätzen zurücksühren. Der Neid überschätzt den Wert des Reichtums und unterschätzt den Wert des Reichen, überschätzt den Besitz und unterschätzt den Besitzer. Der Reiche überschätzt den Geldwert, ins öffentliche, gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Leben übertragen, als Mittel zur Geltung, zu Macht und Einfluß, wohl auch zur Rücksichtslosigkeit und Selbstüberhebung, und der Arme überschätzt den Wert des Geldes als Mittel zu Genuß, Glück und Zufriedenheit. Der Judenhaß zumal, gewohnt Fehler und Vergehungen eines jeden einzelnen Juden der Gesamtheit zur Last zu legen, rechnet auch den Reichtum einzelner Juden allen Juden an und vor, obgleich auf einen reichen Juden gewöhnlich mehr als hundert arme Juden kommen. Noch immer ist das Rätsel ungelöst: dem Jrrden will man nicht verzeihen, daß er reich ist; warum verzeiht man aber so leicht dem reichen Juden, daß er — Jude ist? — Je heißer der Kampf um das Geld, desto stürmischer auch der Kampf gegen das Geld; das ist ganz naturgemäß und ergiebt sich aus den einfachen Gesetzen des Werdens und Geschehens. Wohl hat die menschliche Gesellschaft in ihrem Haushalte kein rascher und kein so nachhaltig wirkendes Hilfsmittel gegen Schäden und Gebreste aller Art als das Geld; denn das Geld ist Arzt und Arznei zugleich für Not, Sorgen und Kümmernisse. 'Nicht umsonst hat man das Geld, das Wertzeichen für Dinge, auch zum Gradmesser für Menscheuwert gemacht. Durch das Geld, das einer besitzt, beweist er in der Regel die Thatkraft, Geschicklichkeit und Findigkeit, den energischen Willen, die zähe Ausdauer, die Ueberlegenheit der Ueberlegung, den nie aussetzenden raschen Puls des Fleißes, den scharfen Blick, Personen und Verhältnisse zu erkennen, zu beherrschen, zu benutzen und sogar auszubeuten — dazu pflegt auch der Beste nicht zu gut zu sein den berechnenden Fernblick für das Kommende, mit einern Worte: die Tüchtigkeit, mit welcher er das Geld zu erwerben und zu erhalten wußte. Durch das Geld, das er an gedeihliche Zwecke wendet, beweist er den Grad der Opserfähigkeit, den frommen Willen, den Sinn für das Gnte, den Eifer für das Bessere, die Herrschaft aller Unterthanen, Rasse, zu fördern, gehorsamer Diener