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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-13 · 46 (13.11.1896) · p. Seite 771

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
46 (13.11.1896)
Date
1896-11-13
Page
Seite 771 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 46. -Ulgemeiae J-raelitische Wochenschrift. Seite 571. A 46. Behörden nach Kj. hendm jüdischen Ele«w sür das Elementarschi,!, messen und sestgestelll wird 'tistung.) Der in H» Salomon in Hamburg ii drang über den Kreis s»! Unserem Oberbürgermeme j angen, daß Herrn Salem ad Koblenz die Zinsen m' xt habe, damit sie zu A» lthätigkeitszwecken vemeck mber. (Anstellung.) Wh jenen ein jüdischer Lehrer tt teilt wird, zu den Me. lche Fälle in unserem M lten vor. So ist Herr Ly«.' erweiterten Volksschule (Jubiläum.) Am 1.b.t| nstein die Feier seines 25^ : nahmen die Bezirksältck^ sbezirks teil. Im Lause U lar eine Anzahl Jubüäcks >on den Lehrern veranM" zirksältesten, sowie der r, vurde in vielen Reden der« oenLandesverems> ,tisemiten abzu'M^ >ie leitenden Perse«^ m der einzelnen « die Vertrauens«^ Muter DoppelM aservativen nicht W darauf einzulassen-H >en Konservativen so möge f,e zurch ihre benswr^ -'7 ' siann ihm dn «' Kriminalitet^ es Jahres M ZmP0. M *L* JU dem w . * ** meinen Vorschlag eine ganze Reihe von Verfügungen in Angelegenheit der Regelung der Einkünfte der römisch-griechischkatholischen Pfarrer getroffen habe .... So gerecht und billig es ist, daß die Gebühre:, dieser Geistlichen geregelt werden sollen, ebenso gerecht und billig ist es, daß auch bei den gesamten vaterländischen rezipierten Konfessionen den Seelsorgern eine anständige Existenz gesichert werde. In dieser Angelegenheit habe ich einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der dafür sorgen soll, daß auch diese Gebühren bis an die Grenze der Billigkeit ergänzt werden sollen. Das eine aber deute ich schon heute an, daß wir die Reform innerhalb zehn Jahren derart durchzuführen wünschen, daß jeder Seelsorger, der eine höhere theologische Lehranstalt absolviert hat, innerhalb drei Jahren ein Einkommen von 600 fl. und innerhalb zehn Jahren ein solches von mindestens 800 fl. haben soll. Für hochwichtig halte ich auch die Priesterausbildung. Ich habe schon im Reichstag öfter den Standpunkt erörtert, welcher übrigens schon zum Teile in dem Gesetzentwurf des Baron Josef Eötoös zum Ausdruck gelangt war, daß wir jeder rezipierten Religion Gelegenheit bieten müssen, daß ihre Geistlichen auch der höchsten Ausbildung, der an der Universität, teilhaftig werden können. Es muß auch das Niveau des theologischen Unterrichts gehoben werden. Ich zweifle nicht, das es den Konfessionen in erster Reihe am Herzen liegt, daß möglichst religiöse, aber auch zugleich möglichst gebildete Geistliche die Lehren ihrer Religion verkünden sollen." — Dem neuen ungarischen Reichstag gehören dreizehn Juden an, u. zw. durch Wiederwahl die Herren: Franz Chorin, Fr. Heltai, Moritz Mezey, Armin Neumann, Julius Rosenberg, Sam. Visontai und Ambr. Nemenyi, und durch Neuwahl die Herren: Max Arenyi, Rud. v. Biedermann, Arthur Egx)edst, Berthold Weiß und Theodor Wolfner. Bis auf Herrn Visontai, der sich zu den „Unabhängigen" zählt, gehören die Deputierten der liberalen Partei an. — Unserer Gemeinde, die in der Nähe des neuen Reichstaggebäudes eine große Synagoge erbauen will, ist vom hiesigen Magistrat ein aus 1200000 Kronen geschätzter Baugrund unter der Bedingung überlassen worden, daß die Gemeinde ein modernes Schulgebäude für 800—1000 Schüler errichte. Dieser Bedingung wurde entsprochen, die grundbücherliche Uebertragung des Baugrundes wurde demnach bewilligt, und die Gemeinde geht nun daran, einen Monumentalbau aufzusühren. Lemberg, 6. November. (Armenhaus.) Am 1. d. M. 'and hier in Gegenwart des Gemeindevorstandes und des llabbinats die feierliche Einweihung des durch die Munifizenz [>e§ Herrn Heschels erbauten Armenhauses statt. In seiner Festrede rühmte der Kultuspräses Herr v. Horowitz den Wohlthätigkeitssinn des Spenders und den Eifer des Abg. k>r. Byk um das Zustandekommen dieses Werkes. Es sprachen ann die Rabbiner Schmelkes und Dr. Caro und zum Schluffe )err Dr. Byk. Prag, 8. November. (Böhmischer Gemeind e- und.) In Anwesenheit der Vertreter von 30 israelitischen 'ultusgemeinden Böhmens konstituierte sich am 2. d. M. der iemeindebund der israelitischen Kultusgemeinden Böhmens nd eröffnete den Konstituierungsakt mit der Absendung eines uldigungs-Telegramms an den Kaiser. Dr. Bendiener erörterte die Ziele des Bundes, dessen nächste Aufgabe eine würdige Begehung des Kaiser-Jubiläums und die Abwehr von Uebergriffen, sowie die Sicherung der Stellung der Beamten der israelitischen Kultusgemeinden sein werde. Der Redner wies daraus hin, daß die Judengemeinden stets autonom waren und daß bei ihnen eine Kirchen-Oberbehörde nicht bestehe, sondern nur daß in bewegten Zeiten freie Vereinigungen gebildet wurden zur Wahrung gemeinsamer Interessen. Solche Zeiten bestehen gegenwärtig. Die vermessenen Aeußerungen des modernen Haman in Wien, die Juden zu vernichten, werden am besten durch die einstimmig erfolgte Wahl eines Juden zum Lord-Mayor von London, wie durch den Sieg des Liberalismus in Ungarn widerlegt. Auf Antrag des Dr. Willner-Teplitz wurde beschlossen, ein Rechtsschutz - Bureau zur unentgeltlichen Vertretung gegen antisemitische Uebergriffe ins Leben zu rufen. Weitere Anträge wurden den zu wählenden Ausschüssen überwiesen. £ Paris, 6. November. (Antisemitische Internationale.) Unsre Widersacher, die allerorten das nationale Moment eifrig betonen, proklamieren von neuem Jnternationalität, denn am 18. d. Mts. wird in Lyon ein internationaler Kongreß der christlich-antisemitisch-sozialistischen Demokratie eröffnet. In dem Programme wird hervorgehoben, daß man, wenn die Wahlbewegung in Oesterreich es erlaubt, auf das Erscheinen Pattais, Luegers und Liechtensteins rechnen könne. O Petersburg, 6. November. (Allerlei.) Im Jahre 1894 wurde ein Wuchergesetz eingeführt, das den Wucher mit Deportation nach Sibirien bestraft. Ueber die Wirkung dieses Gesetzes sagt die „Szudebnaja Gaseta" („Gerichtszeitung"), Organ des Justizministers: „. . . . Und was mehr ist, die Erhebungen, welche man über die Anwendung des neuen Gesetzes angestellt hat, beweisen, daß die wegen Wuchers Angeklagten und Verurteilten nicht immer der jüdischen Konfession, sondern der christlichen Kirche angehören. Ja noch mehr, die Verurteilten gingen meist aus besseren, bevorrechteten Kreisen hervor. Im Augenblick, wo das neue Gesetz inkraft trat, hatten die Gerichte nur mit jüdischen Angeklagten zu thun. Dann erschienen Christen in stets wachsender Zahl auf der Bildfläche. Gegenwärtig gehören, wie man festgestellt hat, die wegen Wuchers angeklagten Individuen zum größten Teile den bevorzugten Klassen an, eine Erscheinung, die sehr traurig ist! Natürlich sind in diese Prozesse auch Juden verwickelt, jedoch in den meisten Fällen nur als Strohmänner der gewerbsmäßigen Wucherer, welche der christlichen Religion angehören." — Aus einer Inspektionsreise durch seine Diözese berührte Bischof Hyronimus auch die Stadt Schaulen (lebhafte Kreisstadt im Gouv. Kowno). Am Ausgang der Kirche wurde er von einer jüdischen Deputation begrüßt, die ihm nach russischer Sitte Salz und Brot überreichte. Indem er die Gaben in Empfang nahm, wandte sich der Bischof an die Deputation mit einer kurzen Ansprache, in der er hervorhob, daß alle Menschen die Kinder eines Vaters seien und daß der Gott der Juden derselbe Gott ist, welchen die Christen preisen. — Aehnliches wird auch aus Slupk gemeldet. Dort war es der Bischof Simeon, der die Stadt besuchte und von einer jüdischen Deputation begrüßt wurde. Auf die Begrüßungsansprache des Rabbiners erwiderte der

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