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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-13 · 46 (13.11.1896) · p. Seite 769

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
46 (13.11.1896)
Date
1896-11-13
Page
Seite 769 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 769. »«ä,mt#nkwtb„| Ausgabe dieses mA **?' Mge Leute, die IM )ur jüdischen Glauben M Ehrten Lehrkräften in Thn: i hte und Litteratur unietrcetlß Rabbiner Tr. Ed. BibM M die jüdische WisseW lplatz für fremde nach «Berits j i sie so wirksam vor denA' n recht langes Bestehen « (Zugunsten des Km > jetzt ein Aufruf versackj dient. In seinem vorjährig! Kurhospitals aus die Knd Vergrößerung der AM', keil der Hilfesuchenden Ms eines solchen mit 100 Afl > a. 175000 M. für die die Einrichtung. Nur t»| durch das Vermögen dndß oendet sich der mit zahlrMß unsre mildthätigen Glanbsi neinnützige Unternehmen O . fördere. Es ist beschlM Gabe von mindestens 10001;afel zu gewähren. Säinü' Ginsberg, Karlstraße Bl, m Berichte über die ThW- -ahren seines Bestehens F ende Daten: In den JA 5 war die Zahl der WM ortgesetzt steigende; ft ,n und 389 an VerpflMtz M-rk die notux^ ronnnene «m, ,.stck. '»»«"»«" **p1?i**6 «»* ’nintf tet, daß b 0 0$ während J irigeu um d" m> g .hrlrngshew ZMerlernen. Unterhalt, Kleidung, Handwerkszeug rc. während ihrer Lehr- ' zeit zu gewähren, sondern sie auch durch einen zugleich ihre Erziehung und Fortbildung fördernden Leiter beaufsichtigen zu lassen. Vor fünf Jahren wurde der erste Versuch damit gemacht; fern vom Geräusche und Getriebe der Großstadt wurde, zunächst in gemieteten Räumen, ein Heim errichtet und eine Stätte geschaffen, die den Zöglingen soweit als möglich das Elternhaus ersetzen sollte, — eine Einrichtung, die bald darauf in Düsseldorf, Köln, Wien und Budapest Nachahmung fand. Tank der großherzigen Hilfsbereitschaft edler Menschenfreunde ist es dem Verein gelungen, das zu Pankow bei Berlin, Mühlenstraße 20, belegene Grundstück käuflich zu erwerben und daselbst ein ausschließlich für die Zwecke des Lehrlingsheims bestimmtes Gebäude zu errichten, welches in diesem Frühjahr seiner Bestimmung übergeben worden ist. In anbetracht dessen, daß in der Anstalt zwar 50 bis 60 Zöglinge Aufnahme finden können, diese Wohlthat aber bisher wegen nicht zureichender Geldmittel nur einem kleinen Teil von Lehrlingen gewährt werden konnte, glauben wir, daß der Appell, den der Vorstand des Vereins an die Herzen unserer Glaubensgenossen richtet und welcher alle Vermögenden zur Teilnahme an dem guten Werke auffordert, nicht ungehört verhallen werde. — Der Verein verfügt jetzt über ein Grundvermögen, hervorgegarrgen aus den einmaligen Beiträgen immerwährender Mitglieder, von 129000 Mk. und über Jahresbeiträge ordentlicher Mitglieder in Höhe von 8152 Mk. Allein soll das Institut seine Schuldigkeit in vollem Maße thun, so muß der Verein über weit höhere Jahresbeiträge verfügen können. Vorsitzender des Vereins ist Dr. Max Weigert (Kielzanstraße 2); Schatzmeister: Landschaftsmaler Julius Bodentein (Taubenstr. 48). * Berlin, 11. November. (Der Verein zur Unter - tützung jüdischer Lehrer in Preußen) hält am 18. d. M. wrmittags 10 V, Uhr int Hörsaale der Gemeinde-Knabenschule, 8r. Hamburgerstraße 27, seine diesjährige Generalversammlung nit folgender Tagesordnung ab: ^Berichterstattung über die Wirksamkeit des Vereins in den Verwaltungsjahren 1893/95, ) Decharge-Erteilung, 3) Neuwahl von drei Vorstandsmitliedern und drei Revisoretr. r. Osterode (Ostpr.), 10. November. (Uebereifer.) Das esige „Kreis- und Anzeigeblatt", die gelesenste Zeitung in tadt und Land, hat dem entschlafenen Dr. Bambergerönigsberg im redaktionellen Teile einen schwung- und gemüt- 'llen Nachruf gewidmet. Das ist hier bei uns keinem aufsallen, weil sich dies bei der großen Popularität Dr. B.s n selbst verstand. Das Stöckersche „Volk" ist aber anderer flicht; es druckt den Nachruf ab und weist, mit Zuhilfehme der nötigen Anzahl von Ausrusungszeichen, auf die nmelschreiende Thatsache hin, daß es nicht etwa ein jüdisches ichblatt, sondern daß es das amtliche Kreisblatt gewesen, das . e Pfarrer, Lehrer und Gemeindevorsteher des Kreises :n müffen, welches diesen Nachruf gebracht hat. Ob dieses bereifers hat man hier selbst in christlichen Kreisen teils i Kopf geschüttelt, teils gelächelt. O Tilsit, 9. November. (Vortrag.) Ernst saßt unser bbiner, Herr Dr. Ehrlich, seine Amtspflicht und die Aufe der Litteraturvereine auf, indem er den Verein benutzt, um seinen Gemeindemitgliedern mitzut^len, was in einer Kanzelrede nicht fair ist. Am 4. d. M. eröffnete der gen. Verein seine Wintersaison mit einem Vortrag des Herrn Dr. E. über Rom und Judäa, dem weitere Vorträge über das nämliche Thema folgen werden. Der erste Vortrag beschäftigte sich fast ausschließlich mit den Bedrückungen und Verfolgungen, denen die Juden im alten Rom ausgesetzt waren. Nur selten, so führte Redner u. a. aus, übten die römischen Statthalter- Akte der Gerechtigkeit, wie Vitellins, Statthalter von Syrien. Die fortgesetzten Ungerechtigkeiten des römischen Beamtenheeres gegen die Juden, welche oft zu blutigen Greuelthaten ausarteten, erzeugten natürlich Haß bei den Unterdrückten. Alle Versuche, das wohlverdiente Recht zu erlangen, blieben in den meisten Fällen erfolglos. Druck erzeugt Gegendruck, die Juden zogen sich in Furcht zurück, Israels Stärke wurzelte fortab in dem Geiste seines Gesetzes; dem verfolgten, gedrückten Stamme blieb nur eines: das krampfhafte Anklammern an die Verheißungen seiner Religion. Rom hat den jüdischen Staat aufgelöst, die Seele der jüdischen Nationalität geschändet. Die gesamte israelitische Litteratur richtete ihren brennenden Haß gegen das Flavische Herrscherhaus. Titus wurde von ihnen mit dem Beinamen „Der Bösewicht" gebrandmarkt. Die fast beispiellose Grausamkeit dieses Mannes, in welchem die Juden einen zweiten Nero erstehen sahen, mußte den Haß, die Feindschaft in hellen Flammen auflodern lassen. Trotz Nervas und Trajans milder Regierung war das Heer der Prokonsuln, Prokuratoren und kleineren Beamten herrschsüchtig und habgierig, übten sie ihre Gewaltthaten auf das entsetzlichste aus. Im Jahre 115 nach der bürgerlichen Zeitrechnung begann der Kampf, der nicht so leicht erstickt werden konnte, unter Trajan und später unter Hadrian. Die Veranlassung war der Tod seines (Trajans) Kindes an einem jüdischen Festtage, dem Festtage der Tempelweihe. Die armen Israeliten sollten an dem Tode schuld sein; er ließ sie durch seine Legionen niedermetzeln. Die Erhebung der gequälten Völker folgte. Die Schilderungen damaliger Schriftsteller über die Insurrektion der Juden sind sehr einseitig, den Juden werden die größten Greuel zur Last gelegt; so schreibt Dio Cassius, daß sie das Fleisch der von ihnen Getöteten aßen. Pater Ansebius erzählt von der Insurrektion der Juden in Alexandrien und dem übrigen Egypten. Der Krieg wurde nicht ohne Grausamkeit geführt, doch es war der Kampf der Erbitterung und Verzweiflung. Sie wollten die Freiheit, das edelste Gottesgeschenk, ungekürzt genießen. — Vor Beginn der Tages-Ordnung gedachte der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Grumach, in warmen Worten des entschlafenen Dr. Bamberger- Königsberg, der sich auch hier wie in der ganzen Provinz großer Verehrung erfreute. flfi Gleiwitz, 9. November. (Protest.) Gegen die antisemitische Strömung innerhalb der Burschenschaften hat hier eine Versammlung von Alten Herren der Burschenschaften stattgefunden, welche einen lebhaften Protest erhob gegen den Beschluß der deutschen Burschenschafter, „daß es erwünscht sei, wenn fortan keine Burschenschaft mehr Juden in ihren Verband ausnimmt." Kottbus, 9. November. (§ 71 des Judengesetzes und kein Ende.) Unsere Gemeinde hat infolge einer plötzlich

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