Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 45 (6.11.1896)
- Date
- 1896-11-06
- Page
- Seite 755 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 45. Nr. 45. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 755 fyn Aberglauben in er- -rden kann. Anheim.) Hin^ dlsche Waisen ins Lebe» hren eine bescheidene bet« l' ist aber dem großen Deichend. Hier ist nun sektierte „Mädchenmaisennommen. Ta die Anstalt tand und das Gründungs- Deutschland, sowie Henrn cabbiner Zadoc Kahn in en um Zeichnung je nat Beitrages zum Bausands. Erhaltung und Weiterilt, 3. einer Stiftung zur semitisnnis in Mainz,> iblatt" schreibt: Ter » »e hat bekanntlich jedei« sich mit einer Atmosphm eumenschen unbequem ist n Ausspruch etwas derba oir nehmen Anstand, sei« holen. Gestützt aus diesen >ir es vollständig, daß ei antisemitischen Partei w hiesigen Gymnasiums nt der Jugend inbezug ä Bethätigung echter BüM chen sollen, einer poliO« irwerslichen Hetzern den Zweck verfolgt, d« i stacheln und die konsesff 3 b« inen w*1 litis-h» gung «l» das M von der . ihrer h den bereit ©ärtntt« (dtoch l 3o[. einbe Lei* ffi**** Homburg nicht begründet; die beklagte Gemeinde sei darum nicht berechtigt gewesen, den Kläger zu der aufgeforderten Kultussteuer heranzuziehen. — Die hiesige Bevölkerung besteht, nach Konfessionen verteilt, aus 47,944 Protestanten, 23,265 Katholiken, 1074 anderen Christen und 1719 Juden. München, 2. November. (Ein interessanter Prozeß) spielte kürzlich vor unserem obersten Verwaltungsgerichtshos. Die Kultusgemeinde von Feuchtwangen hatte i. I. 1835 und 1877 beschlossen, daß bei der Verheiratung eines Mitgliedes der eine Teil oder die Eltern V3 pCt. der Mitgift als Kultussteuer zu entrichten haben. Die Kreisregierung hat das Statut genehmigt. Die Abgabe wurde auch regelmäßig eingehoben und entrichtet. Im Jahre 1895 vermählten sich zwei Söhne des Vorstehers der Kultusgemetnde, die fünf Jahre vorher nach Frankfurt a. M. verzogen waren und dort Geschäfte gegründet hatten. Ihre Eltern weigerten sich, die Heiratssteuer zu entrichten. Wohl hätten sie ihren Söhnen im Jahre 1890 die entsprechenden beträchtlichen Summen gegeben, damit sie sich etablieren konnten, das sei aber keine Mitgift. Die Kultusgemeinde bestand jedoch aus der Entrichtung, stützte sich darauf, daß der gleiche Vorstand der Kultusgemeinde in ganz ähnlich gelegenen Fällen die Steuer auch eingehoben habe, daß sie statutarisch festgelegt und von der Regierung genehmigt sei. Der um die Steuer Belangte bestritt die Gesetzmäßigkeit der Steuer überhaupt. Das Bezirksamt stellte sich auf seine Seite, und nun beschloß der Gemeindeausschuß mit 9 gegen 5 Stimmen, Klage beim Verwaltungsgerichtshof zu erheben und den Kultuspfleger mit der Klagestellung zu beauftragen. Das Urteil des Verwaltungsgertchtshofs wird in diesen Tagen verkündet. S* Wien, 1. November. (Wählerliste.) Die soeben vom Vorstande der isr. Kultusgemeinde zur Versendung gelangenden Wählerlisten für die heurigen Vorstandswahlen liefern einen glänzenden Beweis für die Leistungsfähigkeit jüdischer Beamten und jüdischer Gewerbetreibender. Zusammengestellt unter der Leitung des vieljährig erprobten, umsichtigen und fleißigen Gemeindekassierers, gedruckt in der renommierten Offizin der leistungsfähigen Firma Stern und Steiner, enthalten diese Listen nahezu 12 000 Wähler, alphabetisch geordnet, innerhalb 9 Wahlsektlonm und entsprechen durch ihre Uebersichtlichkeit und Vollständigkeit, insbesondere durch die Aufnahme der Adressen einem langjährig gehegten Wunsche der Gemeindemitglieder. stst Graz, 2. November. (Moderne Tempelritter.) Die hiesige Staatsanwaltschaft hat gegen die sechs Universitätslörer, welche kürzlich gegen 3 Uhr morgens das Gitterthor ics hiesigen israelitischen Tempels zerbrachen und dann die Brenner des Kandelabers anzündeten, so daß die Laterne zerchmolz, und hierauf die Fenster des Tempels durch Steinoürfe zertrümmerten, die Untersuchung wegen Verbrechens er öffentlichen Gewaltthätigkeit, eventuell auch der Brandegung eingeleitct. Als der Portier des Tempels, durch den Feuerschein geweckt, die Studenten verjagen wollte, wurde uch er mit Steinen beworfen, worauf seine Frau die Wache ölte. Es wurden vier der Thäter sofort verhaftet, die anern zwei sind erst nachträglich ausgeforscht worden. Auch ' rs Rektorat wurde von dem Vorfälle verständigt. Paris, 1. November. Bei den Wahlen zum Zentral- Konsistorium wurde im ersten Wahlgang kein Resultat erzielt, da nicht die genügende Stimmen-Anzahl vorhanden war. Hier in Paris haben von 3043 Wählern nur 459 gewählt, in der Provinz von 477 Wählern 215. Die meisten Stimmen erhielten Baron Gustav Rothschild, Advokat 9k. Leven, Ernst Mayer und General See. Es findet deswegen noch eine Wahl statt. — Marokkanische Zeitungen teilen mit, daß das Feuer in Fez nur einen Teil des jüdischen Viertels, etwa 120 elende Hütten zerstört habe. Zirka 500 Personen haben alles verloren, was sie besaßen. Die Alliance Israelite Universelle hat 15 000 Francs, die Seffro-Juden haben 100 Dollars gezeichnet. £ Krems, 1. November. (Freigesprochen!) Der Hausierer Moses Breier, welcher angeklagt war, eine Religionsstörung dadurch begangen zu haben, daß er in Horn ein Christusbild verunglimpfte, wurde in der Verhandlung am 26. v. Ai. freigesprochen. 13. Zürich, 1. November. (Die „freie" Schweiz) scheint sich inbezug auf Juden immer schöner entwickeln zu sollen. Nachdem vor drei Jahren die Schechita verboten wurde, entschied vorgestern die Zentralschulpflege gegenüber drei Rekursen von Eltern israelitischer Kinder, an ihrem Beschlüsse vom 26. Oktober 1893 festhalten zu wollen, wonach die Kinder israelitischer Konfession am Samstag an den im Stundenplan vorgesehenen obligatorischen Unterrichtsstunden gleich den übrigen Schülern teilzunehmen haben. London, im Oktober. (Verschiedenes.) Das statistische Jahrbuch der britischen Armee über das Jahr 1895 enthält mehrere interessante Daten inbezug auf Juden im englischen Heer. Vor allem verdienen die großen Erfolge des Obersten Goldsmid verzeichnet zu werden. Oberst Goldsmid ist in Cardiff stationiert, und es gelang ihm, 503 Rekruten für den Armeedienst auszubilden, welche alle die Schlußprüsung zur definitiven Ausnahme in den Dienst trefflich bestanden, während der sonstige Durchschnitt der ap» probierten Rekruten pro Regiment nur 237 betrug. Ein Vergleich mit den Daten früherer Jahre zeigt uns, daß die Zahl jüdischer Soldaten in stetiger Zunahme begriffen ist, und wir können konstatieren, daß sich alle die Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten erwerben. In einer der letzten Nummern der „Admirality and Horse-Guard Gazette“ wird in offizieller Weise der jüdischen Soldaten auf das schmeichelhafteste gedacht: „Wir haben unter den Offizieren der britischen Armee einige Angehörige jenes Stammes, welcher, wie wir aus der biblischen Geschichte wissen, ein so ausgezeichnetes Kriegermaterial lieferte. Es ist sehr zu bedauern, daß wir ihrer nur so wenige haben, denn es ist ja beinahe ein Gemeinplatz, wenn wir sagen, daß der Jude jede Laufbahn, die er einschlägt, mit Ausdauer und Glück verfolgt. Gleichviel, ob der Unterschied zwischen Juden und Christen auf dem Bekenntnisse beruht oder im Blute begründet ist, der jüdische Soldat im englischen Heere steht in keinem Punkte seinen christlichen Kameraden nach. Wir wiederholen es: „Je mehr Juden im englischen Heere, desto besser." — Die Gründung einer Musikkapelle an dem hiesigen jüdischen Spital (Jews Hospital) und Waisenhaus (Ophan Asilym) schien eine Zeit lang durch