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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-06 · 45 (6.11.1896) · p. Seite 753

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
45 (6.11.1896)
Date
1896-11-06
Page
Seite 753 (sequence 13)
Language
German
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fl Nr. 45. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 753. Nr.jz " Teilnehmer forttcben bn Feier der Platze ,n Neugierigen angejM, gelben so vermehrt, bah lüften Mühe kostete, b« Zug wurde durch eine lachen Waisenhause, b« zionsschule eröffnet. ®D olgte dem Sarge und bit rde beschlossen durch dm >en gesüllte Wagen, lij or dem Königsthor angri in die reichgeschmüikll ingung des Psalms lö em langjährigen Frcuck mende Rede hielt, in dn tigkeit in Bezug aus bus emeinden Ostpreußens k m Synagogenchor ausgi >r. Pick das Schlußgebü. tt der Schüler und dü et wurde. :ine Gedächtnissein Tr. Freund'Gleiwih, d» rgogengemeinde-Berbanb-. >ß sich der Feier des fr n Waisenhauses ffi, )eter der Verstorbene m zenwärtige Vorsitzende bs )-Beuthen, eine Ansprck rstalt unter Vortrag ei»ü egangenen enthüllt nwrtt und Predigt des Rabbi«! t der Beschluß des » diesen Todestag allM Satz. (®a* 18t«'1'" ■ itinra i »4 E cttob« 1S3* bt» tat- At.« i» ® l bat«* 8 »f’J rsSÄ rtf#? 1 b# Geschenke von Büchern von 62 auf 153 Nummern. Der Gesundheitszustand war im allgemeinen befriedigend. Recht zahlreich sind diejenigen, welche die Anstalt durch Zuwendungen, sei es bei ihrer Anwesenheit daselbst oder zu besonderen Gelegenheiten, unterstützen. Aber weit größer ist die Reihe jener, welche jährliche Beiträge zahlen. Wir finden darunter 19 Synagogengcmeinden, 17 Vereine und 561 nicht allein in Oberschlesien wohnende Einzelmitglieder. Sie bringen insgesamt den Betrag von über 8700 Mark ein. Am 29. Oktober 1894 wurde durch eine Sammlung der Grund zu einem Fond gelegt, aus welchem die Zöglinge beim Weggang von der Anstalt die erste Wegzehrung erhalten. M. Breslau, 2. November. (Der jüd. Wahlverein) hielt am Donnerstag Abend im Kaffee-Restaurant seine erste Mitglieder-Versammlung ab, die von dem Gründer und Vorsitzenden des Vereins, Rechtsanwalt Schreiber, geleitet wurde. In seiner Ansprache führte der Vorsitzende aus, daß der Verein sich die Aufgabe stelle, Einfluß auf die Gemeindewahlen zu gewinnen, zur Beseitigung von Mißständen beizutragen und Verbesserungen anzustreben. Keineswegs wolle der Verein einer bestimmten religiösen Richtung nachgehen, nur soll das Interesse der Gemeindemitglieder für die Vorkommnisse in der Gemeinde erweckt und gefördert werden. Eine Reihe hochachtbarer Männer wäre an ihn mit dem Ersuchen herangetreten, einen diesen Zweck verfolgenden Verein zu gründen, er habe geglaubt, diesem berechtigten Wunsche Rechnung tragen zu müssen. In großes Erstaunen sei er versetzt worden, daß der noch gar nicht lebensfähig gewordene neue Verein bereits aufs härteste bekämpft werde, in der ausgesprochenen Meinung, daß er eine gewisse orthodox-religiöse Richtung befolgen und diese bei der Wahl der Gemeinderepräsentanten zum Ausdruck bringen wolle. Gegen einen solchen Vorwurf müsse er die strengste Verwahrung einlegen; die Tendenz des Vereins solle nur die sein, die Interesselosigkeit der Gemeindemitglieder zu heben und sie anzuspornen, sich an dem Gemeindeleben mehr zu beteiligen. Natürlich werde der Verein an den Wahlen regen Anteil zu nehmen haben. Redner konstatierte, daß der Verein bereits 300 Mitglieder zähle, welcher Umstand den besten Beweis für die Notwendigkeit der Gründung liefere. Die Ausführimgen fanden lebhaften Widerhall. Nachdem noch nnigc Redner gesprochen hatten, schritt man zur Beratung )es Statuts. Dasselbe wurde mit der Umwandlung des Namens des Vereins in „Verein für die Interessen der jüdi- 'chen Gemeinde" und Erhöhung der Zahl der Vorstände von rcht aus fünfzehn mit großer Mehrheit angenommen. Leiter res Vereins ist seither der provisorische Vorsitzende Rechtsanwalt Schreiber. Das Statut ist den Satzungen des „Zentral- >ereins für die Jntereffen der jüd. Gemeinde in Berlin" lachgebildct, nachdem der Vorsitzende dieses Vereins die Liebenswürdigkeit hatte, uns mit dem nötigen Material zu «ersehen. M.T. Bunzlau, 2. November. (Synagogale Gesänge.) der hochbegabte und äußerst fleißige Oberkantor Herr Rosenaupt in Nürnberg hat seit einigen Jahren drei Bände Schire ohel Jakob“, gottesdienstliche Gesänge in prachtoller Ausstattung, erscheinen lassen. Dem Herausgeber war * eine 'Notwendigkeit, das Verhältnis der Kantoren zu der Synagogenmusik zum innigen Ansdruck zu bringen. Gebete, Psalmen und Lieder, die bisher musikalisch unbeachtet blieben, sind in der Sammlung in meisterhafter Weise bearbeitet, ein Vorzug, der den Herausgeber zum mindesten vor dem Vorwürfe der Einseitigkeit und Nachtreterci schützt und ihm zur Ehre gereicht. Der Komponist läßt ferner alle Richtungen zu Worte kommen, und so findet man denn vertreten die alten und neuen Sangesweisen mit und ohne Orgelbegleitung friedlich bei einander. Hier zeigt sich der Künstler in seiner ganzen Bedeutung, indem seine Weisen mächtig auf das jüdische Gemüt einzuwirken vermögen. Es würde uns eine Herzensfreude sein, Herrn Rosenhaupt auf diesem Felde noch recht oft zu begegnen; möge ihm aber auch diejenige Anerkennnng werden, die er in so reichem Maße verdient. N. Von der Elbe, 2. Oktober. (Zum Frankfurter Disput.) Geehrter Herr Redakteur! Die Ausnahme, welche die Korrespondenz ans Badisch-Krähwinkel in Ihrer w. Wochenschrift gefunden, ermuntert auch mich, Ihnen Gegenwärtiges zuzuschicken in der Hoffnung, daß Sie demselben die Aufnahme nicht versagen werden. Besitze ich auch nur einen beschränkten Unterthanenverstand, so werde ich Sie doch mit meiner Wahrheit bedienen. Ich verzichte vorweg auf jedes Honorar; Wahrheit soll man kaufen, nimmer aber verkaufen (Spr. Sal.23.23). Von besonderem Interesse ist mir der gegenwärtige Streit zwischen Ihrem kl -Mitarbeiter aus Frankfurt und seinem Gegner im Schmollwinkel daselbst. Letzterem will es durchaus nicht paffen, daß die Adaß Jeschurun daselbst als Separatgemeinde betrachtet wird, sie sei vielmehr — wie er behauptet — Hauptgemeinde. Abgesehen davon, daß, wenn dem so wäre, die besondere Benennung Adaß Jeschurun keinen Sinn hätte, zumal es eine solche ist, die in der ganzen heiligen Schrift keine Analogie findet — sie müßte sich doch einfach Adaß Israel nennen — also abgesehen davon, ist doch die Frage berechtigt, wie ist die Thatsache, daß im Schmollwinkel ein ganzes Jahr, die hohen Festtage einbegriffen, ein besonderes Minjan unterhalten wird mit dem Lehrsatz: „Trenne Dich nicht von der Gemeinde!" in Einklang zu bringen? Wenn aber gar behauptet wird, daß erwähnte Gemeinde die Fortsetzung der altehrwürdigen Gemeinde Frankfurt ist, so muß hier zur Steuer der Wahrheit ein Rückblick gestattet sein. Den Ruhm der Frankfurter Kehilla verdankt dieselbe der Berufung und Wirkung der großen Lehrer und n&6en, von den früheren ganz zu schweigen. Welche Ansprüche die damalige Gemeinde Frankfurt an ihren Rabbi stellte, erhellt schon daraus, daß sie es nicht verschmähte, den aus tief Rußland herbeizurufen. Es war ihr also nicht nur darum zu thun, die Gemeinde-Institutionen zu überwachen, auch nicht darum, der Jugend eine dürftige Kenntn s der jüdischen Litteratur zu verschaffen, dazumal stand noch der Satz: Talmud Thora keneged kullam (Das Wissen geht Über alles) in voller Geltung; die Ausführung dieses Lehrsatzes ist der damaligen Frankfurter Gemeinde auch glänzend gelungen; wer vermag wohl heute ein klares Verständnis im Talmud sich zu verschaffen, ohne Hilfe des ynrn '52? wer bewundert nicht den Scharfsinn des n&6en? So groß aber die Ansprüche der damaligen Gemeinde waren, so bescheiden waren dagegen die des Rabbi; der letztere verlangte, wie man sich

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