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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-06 · 45 (6.11.1896) · p. Seite 751

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
45 (6.11.1896)
Date
1896-11-06
Page
Seite 751 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 45. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 751. Nr. 4$ '"Sünden Euchv^ebe» lcn\ der ZimmerniM 5™att§’ neben ihm ginz die er einzuschlagen Halle.;§ war, als ob der Fremd, n in die Gassen, die a°' ihtten. Endlich erreichter ude, das in einer enger steckt lag. Die säst litz en Eindruck; Wärter mit 1 zu und flüsterten. ,T° >n ihnen schaudernd, bo*: llß? Ter Spaß mild Tn , srisch, immer mehr, ei ien, dunklen Raumes, ar! t hervordrang, rmer," sagte Sybille m 1 an. „Wird er?" ftagtt zu bezahlen haben, aber'! chtigt werden, eh' er utii , Jungfer?" den letzten Worten: boi tte, die sie am Hals tm : vor der Hand dies aU dem it ilda I lUli lvld zu sprecht grinsend, M al« daß $ o!'1" “f1 J, »i»«* fügte er, sich gegen den Alten richtend, bei, „da Ihr Ench seiner so fürsorglich annahmt." Der Greis wich dem forschenden Blick, den der Sprecher auf ihn heftete, ans. „Es ist die Pflicht der Brüderschaft, der ich angehöre," versetzte er unsicher, „wie viel mehr kommt es mir zu, als Euch, der barmherzig war und sich der Gefahr blosgab, ohne jene Pflicht. Ter Herr, der ewige Gott, lohn es Euch —" Er ergriff mit krampfhaftem Druck die Hand des Bürgers, der verwundert die Thränen sah, die über das pockennarbige Gesicht des Büßers herabfielen. Dieser drehte hastig den grauen Kopf: „Ich meine, damit man den Angehörigen des Jünglings Nachricht erteilen kann," fuhr er zögernd fort, „wenn Ihr seinen Namen und seine Wohnung wißt, Jungfer. Und daß man einen guten Arzt fände, einen sehr guten Arzt, ob er auch verlangen möchte für die Behandlung was er wollte." „Ich gehe," antwortete Sybille ruhig, „und werde alles besorgen. Wollt Ihr bleiben und auf den Kranken achten, bis ich zurückkomme?" Der Greis nickte zustimmend. „Ich werde bleiben," entgegnete er; „wollt ihr mir nicht zuvor sagen den Namen dieses jungen Mannes, damit ich könnte zu seinen Eltern schicken, wenn ihr bekämet Verhinderung, Jungfrau?" Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Es wird mich nichts hindern," entgegncte sie, „wartet." Sie ging zur Thür, der Zimmermann folgte ihr nach. Die Augen des Alten rollten unruhvoll in ihren Höhlen, seine Lippen zitterten — „Wollt Ihr mir nicht lieber sagen den Namen des jungen Mannes, eh daß Ihr geht?" ries er noch einmal mit stockendem Atem, aber jene hörten nicht und verschwanden auf dem Flur. „Sie wollen mir nicht sagen den Namen." schluchzte der Greis, „und ich muß sehen, ob ich kann auserwecken den Tod." Er trat an das Bett, auf dem der Kranke bewegungslos lag und neigte sich über sein Gesicht. Er betrachtete ihn und zauderte, endlich legte er die Lippen an sein Ohr und flüsterte rufend ein Wort hinein und stieß einen Freudenschrei aus, denn wieder hob der Jüngling die Wimper und sah ihn mit gläsernen Augen an, doch dabei, wie im Traum, glitt der Schimmer eines freundlichen Lächeln über das starre Antlitz. Die sehnigen Finger des Alten drückten sanft die Lider zur Ruh herab. „Sie wollten mir nicht sagen den Namen," nurmelte er, „als ob mein Auge blind geworden und nicht nehr könnte sehen, wie vor zwanzig Jahren." Ein geisterhafter Zug lag in seinem Gesicht, er wieder- >olte immer ein Wort zwischen den Lippen und kauerte sich u Häupten des Lagers nieder, den Mantel um seine hagere Gestalt geschlagen und den Kopf mit der Kapuze verhüllt, aß nur die großen, unruhvoll harrenden Augen aus der Oeffnung hervorleuchteten. — Draußen auf der Gasse trennte sich Sybille von ihrem Begleiter. „Ich muß allein gehen," sagte sie bestimmt, als er Kiene machte ihr auch jetzt zu folgen, „lebt wohl und habt )ank." Sie reichte ihm sreundlick ihre niedliche Hand zum bschied, die er zart in seine schwielenbedeckte Finger nahm. >te lächelte, als sie den Abstand gewahrte, „es ist das Handel!, Jungfer," sagte er verlegen. Doch sie fiel ihm rasch ins Wort. „Das ist gut," versetzte sie, „desto tüchtiger sind sie für die Arbeit, und Mädchen zu beschützen, die in ihrer Nähe in Gefahr geraten," fügte sie schelmisch hinzu. (Fortsetzung folgt.) Hier und dort. 8r. Berlin, 3. November. Unter dem Namen „Palästina, Verein zur Unterstützung jüdischer Bauern" hat sich eine Vereinigung konstituiert, deren Aufgabe es sein soll, die in Palästina bestehenden resp. noch zu gründenden Kolonien jüdischer Ackerbaner zu unterstützen. Die für diesen Zweck eingehenden Beträge werden direkt dorthin abgeführt. Den Vorstand des Vereins bilden die Herren Wilhelm Goldschmidt (Vorsitzender) Linienstr. 112, W. Kelln (stellvertr. Vorsitzender) Barnimstr. 22, Sally Brilles (Kassierer) Potsdamerstraße 41, Louis Unger (stellvertr. Kassierer) Oranienstr. 85, Willy Steinberg (Schriftführer) Artilleriestr. 4 a, Dr. Wilhelm Böhlendorf, Charlottenburg, Schillerstr. 33, Dr. Oppenheimer, Krausnickstr. 17, Juda Bamberger, Neue Friedrichstr. 57, Adolf Prayer, Alte Schönhauserstr. 30. * Berlin, 4. November. (Die Alters-Versorgungs- Anstalt) der jüdischen Gemeinde versendet ihren Jahresbericht pro 1895/90, aus dem zu ersehen ist, daß auch im vergangenen Jahre die Zahl der Hospitaliten vermehrt worden ist. Während sich am 1. April 1895 213 Hospitaliten in beiden Anstalten befanden, ist die Zahl am 1. April 1896 auf 221 gestiegen. Allerdings sind jetzt in beiden Anstalten fast alle Zimmer besetzt, und viele würdige Personen müssen abgewiesen werden. Der Rechnungs-Abschluß weist an Einnahmen 203 312,74 Mk., an Ausgaben 108 866,80 Mk. auf. * Berlin. 4. November. «Fund eines hebräischen Textes.) Nur das milde, trockene Klima des Morgenlandes macht es möglich, daß ein Papyrusblatt sich so lange halten kann und folgender fast unglaubliche Fund in Jerusalem jüngst hat gemacht werden können. Es ist ein Blatt aus dem Standesregistrr mit 120 An- und Abmeldungen. Spalte 4 beginnt mit den Worten: „Schreibrcgister "i"p, Jahr “i"p bedeutet im Hebräischen 104, 789, d. i. das Jahr 27 nach der bürgerlichen Zeitrechnung. In Spalte 3, Nr. 3 heißt es: Der Fürst Seian Majestät Palm zweig kam." Palmzweig bedeutet soviel als feierlich. Seianus war damals Regent. In Spalte 4 Nr. 14: „Ter Chaber Jesus kam und ging." Chaber heißt im Hebräischen soviel als Theologe, einer, der in der Religion unterrichtet ist. „Kam" bedeutet vorübergehend angemeldet. Eine dauernde Anmeldung wird durch „kam und wohnte" ausgedrückt. Daß der Tempel damals noch nicht zerstört war, beweist die Anmeldung: „Kam und wohnte". Wird sich dieses Manuskript im Feuer der Kritik als echt bewähren? * Berlin, 4. November. (Ein Irrtum) ist einem Mitarbeiter der „Volks-Zeitung" in einem Nachruf auf den sei. Ur. Bambergcr-Königsberg mit unterlaufen. Er schreibt u. a. „Zum Nachfolger des Dr. Bamberger ist, wie wir hören, Dr. Rülf in Memel bestimmt, der sich nicht blos durch ein großes, tief angelegtes Werk über Metaphysik in der wissenschaftlichen Welt einen Namen gemacht hat, sondern auch in-

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