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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-11-06 · 45 (6.11.1896) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
45 (6.11.1896)
Date
1896-11-06
Page
Seite 747 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 45. «llgemeiue J-raelttische Wocheuschrift. Seite 747. > »Mm«,M« 3»r-»di« N«l di.« meistens, ein wahr- sie ihm ' lst keine Rede. Ob Hans wiederbringen, i wenn die Grnndlagi unsere Rabbiner uni ielen könnten, das isl meiner M inung nur die! m, daß auch von uns Wie schön sind deine >el. ft. M. 24,5.) Rnnungsgenossen finden der Frage näher treten :rgang des Judentums? bayrischer Rabbiner. k. n werde! Rahm man Million oder mehrem daß ich die moralischen! „Großen" täglich einprechenden moralischen elmehr den indireklen >n undankbaren Brüder diese armen Tensel sich rssen wollen, für die sie ihrer immer und überall lQt der Antisemilism^ e sind -hmbie los- 1 i stand wahren. Sorgfältig wurde darüber gewacht, daß die Gemeinde - Verwaltung den ihr seit Beginn der Autonomie beigelegten plutokratischen Charakter bewahre. Gegenüber der rreuen Zeit und ihren Anforderungen, — einerseits gegenüber dem wachsenden Antisemitismus, andererseits gegenüber dem allgemein zunehmenden demokratischen Geiste in der Bevölkerung — verblieben die Herren in einer verständnislosen und bequemen Passivität, hinter dem angeblich blos gottesdienstlichen Zwecke der Kultusgemeinde verschanzt. Ach, man >""'ß ja, wie fromm diese Herren sind! Nun, sie haben die längste Zeit gewirtschaftct. Schon anläßlich der letzten Wahlen in den Kultnsvorstand gab es eine Opposition, die sich ziemlich bemerkbar machte; aber infolge der trüben äußeren Verhältnisse, denen sich die jüdischen Gemeinde-Machthaber nicht gewachsen zeigen, ist sie zu einer mächtigen Partei herangewachsen, die jetzt, vor den neuen Wahlen, eine in Wien noch nicht dagewesene Lebhaftigkeit zeigt. Es ist anzunehmen, daß kein Kandidat durchzudringen imstande sein wird, der sich nicht von vornherein für die Demokratisierung der Gemeindeverwaltung ausspricht. Die Zahl der Vorstände muß wesentlich erhöht werden, — jetzt giebt es deren 24, — und das aktive und passive Wahlrecht erweitert werden. Der letzte Punkt hängt mit der Kultusbesteuerung zusammen, die hier in der schmählichsten Weise zu Gunsten der Vermögenden geregelt ist. Das Minimum beträgt 10 fl. im Jahre, eine Riesensumme für einen kleinen Kaufmann oder Beamten, die er ausbringen muß, wenn er nicht gepfändet werden witt und die noch größer erscheint, wenn man sie zu den verhältnismäßig so niedrigen Steuersätzen der Reichsten in Vergleich setzt. Man hat nun vorgeschlagcn, dicses Mininmm auf fünf Gulden herabzusetznr. Ich sehe nicht ein, warum man es nicht noch weiter ermäßigen und das Maximum erhöhen könnte. Speziell das letztere wäre ja auch eine treffliche Maßregel, um zu erforschen, wie viel unseren „Großen" ihr Judentum wert ist. Ich bin überzeugt, daß man dabei recht interessante Erfahrungen machen würde. Auch das sehe ich nicht ein, daß das Stimm- und Wahlrecht unbedingt von irgend einer Steuerleistung abhängig sein müsse. Warum sollten Arme, die vielleicht sehr religiös oder in irgend einem anderen Sinne sehr eifrige Juden sind, auch eine gesunde Intelligenz besitzen, nicht ebenso mitsprechen dürfen, wie vielleicht ein ganz indifferenter oder ganz alberner Men'ch, der mit einigen oder mit vielen Gulden befteiicrt ist? Die hiesige jüdische Gemeiirde sollte nicht zögern, das allgenieine Stimmrecht einzuführen, auf dessen Basis sie wirklich zu einer kräftigen und vernünftigen Gemeinschaft werdeir könnte. Die Inden aller Schichten wären dann für die jüdische Sache interessiert und cs wäre praktisch ebenso viel gewonnen als theoretisch durch den Sieg des jüdischen Gleichheits-Prinzips. Doch, wozu sich Illusionen hkigeben? Soweit sind wir noch lange, lange nicht. Aber jedenfalls werden uns die Wahlen einen Schritt weiter bringen. Für das andere wird der Antisemitismus und der Zeitgeist sorgen, Austriacus. Wochen-(Lhronik. Berlin, 6. November 1896. — Palästina - Weine. In der vorigen Nummer haben wir nach der „Vossischen Zeitung" Mitteilungen über die Gerüchte veröffentlicht, die schon früher von Mund zu Mund getragen waren und erzählten, daß in der Ausstellung der Produkte der jüdischen Ackerbau-Kolonien in Palästina Ungar- Weine als palästinensische verkauft worden seien. Wir haben dabei ausdrücklich betont, daß diese Jrrtumserregung ganz gewiß nicht von den Männern des leitenden Komitees, zu denen übrigens auch der Verleger unseres Blattes, Herr S. Cronbach, gehört, gebilligt worden oder auch nur ihnen bekannt gewesen sei. Wir haben inzwischen in die Frachtbriefe Einsicht genommen und die erfreuliche Ueberzeugung gewonnen, daß das erwähnte. Gerücht grundlos ist. Mit aufrichtiger Genugthuung geben wir hiervon den Lesern Kenntnis. — Unser Artikel „Konversion" wird in der gegnerischen Presse lebhaft besprochen. Während Blätter vom Schlage drs Reichsboten merkwürdigerweise in dem Artikel einen „hämischen Seitenblick auf die evangelische Kirche" entdeckt haben, fordern antisemitische Zeitungen, gestützt auf eben diesen Artikel, Verbot der „Judentaufen". Da mit den letztgenannten Blättern eine Diskussion nicht möglich ist, macht die demokratische „Volkszeitung" sich den Spaß, den kirchlich frommen Blättern zu erwidern, indem sie schreibt: „Die antisemitischen Blätter übersehen, daß es schlechte Beispiele sind, die ansteckend wirken. Es soll nämlich sogar Leute geben, die, von christlichen Eltern abstammend und in den ersten drei Tagen ihres Lebens getauft, später dadurch Karriere zu machen suchen, daß sie den „rechten Glauben" im Sinne der Orthodoxie heucheln. Auch ist es wiederholt vorgekommen, daß sogar Prinzessinnen um einer Heirat willen ihren Glauben gewechselt haben. Die jüdischen Konvertiten, welche die „Allg. Israel. Wochenschrift" den Antisemiten zum Verspeisen serviert, befinden sich da also in sehr arischer und christlicher Gesellschaft." — Q. e. <1. Als vor einiger Zeit hier und in Versammlungen von einer unserm Blatte nahestehenden Seite behauptet wurde, die beklagenswerte Verfügung des Brandenburgischen Provinzialschulkollegiums inbetreff der jüdischen Lehrkräfte an Berliner Gemeindeschulen habe z. T. die städtische Schulverwaltung verschuldet, weil sie die jüdischen Lehrkräfte unpraktisch verteilt hatte, da wollten alle Abwehrmänner sich vor Lachen ausschütten. Als Bestätigung jener Ausführungen ist eine Zuschrift anzusehen, welche die „Staatsbürger-Zeitung" in einer ihrer letzten Nummern abdruckt. Sie schreibt: „Die Anzahl der jüdischen Schüler in der 58. Gemeindeschule war seit Jahren höchstens 20. Die Gesamtzahl der Schüler betrug im Durchschnitt 1000. Die Schule besaß also höchstens 2 pCt. jüdischer Schüler. Deswegen oder trotzdem wurde dort eine jüdische Lehrerin angestellt. Sie erhielt eine Klasse von 60 Schülern, welche nicht einen einzigen jüdischen Schüler enthielt. Sie erteilte pro Woche vier jüdische Religionsstunden. Die älteren jüdischen Schüler wurden in der ersten Hälfte jeder jüdischen Religionsstunde,

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