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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-30 · 44 (30.10.1896) · p. Seite 739

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
44 (30.10.1896)
Date
1896-10-30
Page
Seite 739 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 44. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 739. Nr. 44. i Doppelte. Vom > ttt den Abendstunden '^8 und Donnerstag erkennung nicht versagt vorhandenen Bednrsniz nach Kräften abzchlsen Anzahl von Lesern, dir n, eine Stätte bereitet x lesen und Kenntnisse durch eigenes Studium nnen. Sollen aber die )thek ausgefüllt und da? Eschen Jünglingshem rr erforderlich, daß a»? >enden jüdischen Büchnei >enke überwiesen werden, ' Glaubensgenossen dm ie Wohlhabenderen aber >en, lebenslängliche oder Ie so wichtigen Institut; r in der Lesehalle anp n. Wir hegen die zu-!ell an unsere Glaubens und bitten alle, die ft eschen Bewußtseins und der jüdischen Lesehalle, ihren Beitritt zu dm Benas Levy, M'. leldungen entgegen. (Zur Aufklärung, pott, mit welchem Jh ummer Ihres geschah -rein für die Jnteressa nverdient. Ich bin» . in allen jüdischen Ge tb so kann ich denn rer ine Notwendigkeit, m n Breslau ist. Nicht dieichsverbandes \m ' >g Vereins, sondern „serer Gemeinde »«h ,roßgemeinde tft de 'l bie Bedürfnisse de - ist richtig, d°tz p 1 „m Muster p®0 ,n * ®Sre8 nrir^' ng " Rlatte $ ie das MS i jn * auf r unbengs 0)ltj0I# nicht unterstützen wollen, so treten Sie ihnen wenigstens nicht hemmend in den Weg. (Beileibe nicht; wir wünschen ihnen und Ihnen den besten Erfolg, begreifen hier nur nicht, weshalb die Kandidatur des Gymnasialprofessors Dr. Badt so scharf bekämpft wird. Etwa weil er den Reichsverbandsmacher bei anderer Gelegenheit hat abfallen lassen? Auch uns ist Dr. B. nicht freund — er wird es Ihnen gern bestätigen — nichtsdestoweniger halten wir ihn für einen der Wenigen, die kraft ihres Wissens und Charakters berufen sind, in der Leitung einer jüdischen Großgemeinde zu sitzen. Die Person muß von der Sache streng getrennt werden; das ist die erste und einzige Bedingung für eine ersprießliche öffentliche Thätigkeit. Anders ist es, wenn die Person Vertreterin ist eines bestimmten Programms, das bekämpft werden muß; das trifft aber bei Dr. B. nicht zu. Red.) .a Obornik, 26. Oktober. (Gerichtsverhandlung.) Die Strafkammer in Posen verhandelte jüngst gegen unfern Korporationsvorsteher Herrn Wreschner und den Kantor Herrn Leiserowitz, z. Z. vorübergehend in Schneidemühl. Nach dem preußischen Iudengesetz von 1847 bedürfen ausländische Juden, )ie das Amt eines Kultusbeamten verwalten wollen, der obrigkeitlichen Genehmigung. Herr Leiserowitz hat nun von August 1895 bis Februar 1896 vertretungsweise in Obornik!in solches Amt ausgeführt, ohne im Besitz einer Erlaubnis u sein. Von dem Erscheinen in der heutigen Verhandlung st er auf seinen Antrag entbunden worden; Herr Wreschner var anwesend. Derselbe giebt an, L. habe bereits im Jahre 888 vom Minister des Innern die Erlaubnis erhalten, sich n Preußen aufhalten zu dürfen; daß noch eine besondere Erlaubnis erforderlich sei, habe er nicht gewußt. Dieselbe lngabe machte Leiserowitz, als er in Schneidemühl vernomlen wurde. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde gegen die eiden Beklagten auf die zulässig niedrigste Strafe erkannt, . i. auf je sechzig Mark event. sechs Tage Gefängnis. 44 Dresden, im Oktober. (Eine neue Synagoge. — onvertiten hüben und drüben.) Der großen Umwandlung, »elche sich seit Jahren im Dresdner Straßenbilde vollzieht, t schon mancher ehrwürdige Bau zum Opfer gefallen. Freilich icht immer zu gunsten Dresdens; denn was in seiner früheren mgebung harmonisch wirkte, ist durch die erwähnte Verän- 'rung unschön geworden, weil nun das richtige Verhältnis hlt. Dies ist auch bei der zwischen der Brühlschen Terrasse ld der neuerbauten Karolabrücke befindlichen Synagoge der all. Diese ist in den Jahren 1838 bis 1840 in byzantinischem tile erbaut worden, nachdem die Israeliten durch das Gesetz m 18. Mai 1837 das Recht erhalten hatten, sich in eine eligionsgemeinde zu vereinigen, ein gemeinschaftliches Betd Schulhaus zu bauen und Grundstücke zu erwerben. War n früher der Tempel eine Zierde unserer Stadt, so ist er ter den neuen Verhältnissen gerade das Gegenteil geworden, ls diesem Grunde wurde schon seit längerer Zeit mit der sigen israelitischen Religionsgemeinde wegen Abbruch des bäudes verhandelt; dies zu erreichen hielt aber umso werer, als der Tempel in seiner innerlichen prachtvollen .sstattung einzig dasteht. Nunmehr ist endlich eine Einigung ielt worden. Der Tempel wird abgebrochen und im Süden Stadt auf Räcknitzer Flur eine neue Synagoge erbaut. welche die jetzige räumlich sowohl wie auch hinsichtlich der Ausstattung übertreffen soll. Teile des alten Tempels sollen im neuen verwendet werden, so z. B. das Gartenthor, welches in hebräischen Schriftzeichen die Aufschrift trägt: „Dies Haus ist ein Bethaus für alle Völker." — Jn Sachsen sind von 1891—1895 im ganzen 138 oder 10,84 vom Hundert Juden zur Landeskirche übergetreten. Dagegen sind 130 Lutheraner in derselben Zeit zum Judentum übergetreten. c. Sanderslebeu, 26. Oktober. Zur Notiz in Nr. 42 Ihrer w. Zeitschrift von Hamburg, erwähne ich, daß der hier geborene und in Hamburg verstorbene Millionär I. W. Salomon auch die hiesige Stadt in seinem Testamente mit 30,000 Mk. bedacht hat, deren Zinsen zur einen Hälfte für jüdische und zur anderen Hälfte für christliche Arme verwandt werden sollen. Zur Verwaltung dieser Erbschaft ist einerseits der jeweilige Vorstand der israelitischen Gemeinde, andererseits der Bürgermeister bestellt worden. 6. Wien, 26. Oktober. (Allerlei.) Jn der antisemitischen Majorität des Wiener Gemeinderates ist eine kleine Palastrevolution ausgebrochen. Elf sogenannte Deutsch-Nationale haben ihren Austritt aus dem Bürgerklub erklärt, weil sie nicht Lust haben, der christlich-sozialen Partei zur Alleinherrschaft zu verhelfen. Die elf Sezessionisten berufen sich auf Vorgänge der jüngsten Vergangenheit, welche das Vertrauen in die Aufrichtigkeit der christlich-sozialen Partei bei ihnen zerstört und damit die Voraussetzung des Bündnisses bei den Gemeinderatswahlen entfernt hätten. — Um einem „längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen", geben die Erben des bekannten Wiener Volksdichters O. F. Berg, welcher eine zeitlang mit seinen Stücken die ganze Wiener Bühne beherrschte, seit vorgestern eine neue antisemitische Zeitung unter dem Titel „Neues Illustriertes Extrablatt" heraus. Die erste Nummer dieses Blattes überbietet an Provokationen alles, was bisher in diesem Genre von den hiesigen antisemitischen Zeitungen geleistet wurde. — Frau Baronin Hirsch hat jüngst den Lehrern der galizischen Baron Hirsch - Stiftung zur Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten Gratifikationen im Betrage von 40 000 st. gewährt. — Der in Krakau erscheinende „Dzienik Krakowski" berichtet über die Taufe eines jüdischen Mädchens, Tochter des Nathan Ganz aus Terespol in Russisch- Polen, welche anfangs April 1895 von einem Bauer nach Lezajsk gebracht wurde und, obwohl dieselbe erst 12 Jahre alt war, nach Verlaus von acht Tagen in der dortigen Kirche getauft wurde. Als im August vorigen Jahres der Vater nach langem Suchen in Erfahrung gebracht, daß seine Tochter sich in Lezajsk bei dem dortigen Organisten befinde, eilte er dahin, aber zu seinem Entsetzen verschwand das Mädchen am selben Tage, als seine Ankunft in Lezajsk bekannt wurde. Das Kreisgericht in Rzeszow, bei welchem der Vater Klage anstrengte, erließ eine Bekanntmachung in den Tageszeitungen, in welchem jedermann, dem über den Aufenthalt des Mädchens etwas bekannt sei, aufgefordert wurde, dem Gericht Mitteilung zu geben. Das polnische Blatt verurteilt das Vorgehen der Geistlichkeit, welches direkt gegen das Gesetz vom 25. Mai 1868 verstößt. Budapest, 25. Oktober. (Das Faustrecht.) Die vor kurzem stattgesundenen Wahlen in dem Budapester Universitäts-

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